Immuntherapie bei Multipler Sklerose: Aktuelle Entwicklungen und Perspektiven

Die Multiple Sklerose (MS) ist eine chronisch-entzündliche Erkrankung des zentralen Nervensystems, die das Gehirn und das Rückenmark betrifft. Alle fünf Minuten erhält ein Mensch irgendwo auf der Welt die Diagnose Multiple Sklerose - Tendenz steigend. In Deutschland leben über 280.000 Menschen mit MS, und jährlich kommen über 15.000 neue Fälle hinzu. Die Diagnose kann das Leben der Betroffenen und ihrer Angehörigen auf den Kopf stellen und viele Fragen aufwerfen. Dank moderner Immuntherapien lässt sich der Verlauf der Erkrankung in den meisten Fällen sehr gut beeinflussen. Die verschiedenen Therapieoptionen ermöglichen mittlerweile eine auf die individuellen Aspekte des einzelnen Patienten zugeschnittene Behandlung. Dieser Artikel bietet einen umfassenden Überblick über die aktuellen Entwicklungen und Perspektiven der Immuntherapie bei MS.

Einführung in die Multiple Sklerose und ihre Behandlung

Multiple Sklerose (MS) ist die häufigste Autoimmunerkrankung des Nervensystems und kann bei jüngeren Menschen zu bleibender Behinderung führen. Obwohl die Autoimmunerkrankung bis heute nicht ursächlich heilbar ist, gibt es verschiedene Behandlungsmöglichkeiten. Neben der symptomatischen Therapie zur Linderung der Symptome und Vorbeugung möglicher Komplikationen steht Patienten ein breites Feld an Behandlungsoptionen offen.

Grundlagen der Immuntherapie bei MS

Allgemein werden unter Immuntherapien alle Methoden verstanden, die das körpereigene Immunsystem für die Krankheitsregulierung nutzen. Dafür gibt es verschiedene Ansätze. Bei der Multiplen Sklerose sind vor allem Schubtherapien, die die Hemmung der akuten Entzündungsreaktion eines Schubes verfolgen, und verlaufsmodifizierende Therapien, die das Auftreten neuer Schübe verhindern sollen, zu nennen.

Immuntherapien werden bei multipler Sklerose bereits seit Jahren erfolgreich eingesetzt. Darüber hinaus entwickeln die Mediziner die immuntherapeutischen Ansätze stetig weiter. Dadurch stehen Patienten stets die modernsten Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung.

Fortschritte in der Immuntherapie der MS

In den letzten zwei bis drei Jahrzehnten konnten in der Immuntherapie der MS große Fortschritte erzielt werden, durch die die MS immer besser behandelbar wird. Auch dieses Jahr kommen neue Präparate hinzu. Zuletzt wurden Siponimod und Ozanimod zugelassen, demnächst könnten Ponesimod und Ofatumumab folgen. Auch für die progredienten Verläufe gibt es immer mehr therapeutische Möglichkeiten.

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Neue Medikamente und Therapieansätze

Die Möglichkeiten der Immuntherapie erweitern sich ständig. Im Rahmen von Studien werden neue Therapieformen erprobt. Dazu gehören neue Antikörpertherapien, die das Immunsystem modulieren, die Behandlung mit sogenannten small molecules (kleine chemisch definierte Moleküle) oder mit Substanzen, die mit dem Mikrobiom des menschlichen Körpers in Verbindung stehen.

Diese Studien und weitere zielgerichtete Möglichkeiten der Immuntherapie werden derzeit untersucht und Patienten im Rahmen von Studien zugänglich gemacht. Weiterhin stehen hochleistungsfähige technische Untersuchungsmodalitäten wie die optische Kohärenztomografie für spezifische Fragestellungen zur Verfügung.

Hochwirksame Medikamente im frühen Krankheitsstadium

Daten zum Einsatz hochwirksamer Medikamente schon im frühen Krankheitsstadium zeigen vielversprechende Ergebnisse. Dies ermöglicht eine frühzeitige und effektive Kontrolle der Krankheitsaktivität, was langfristig zu einer besseren Prognose führen kann.

Individuelle Therapieansätze

Die verschiedenen Therapieoptionen ermöglichen mittlerweile eine auf die individuellen Aspekte des einzelnen Patienten zugeschnittene Behandlung. Im Alltag stellen sich oft unterschiedliche Fragen: Welche Therapie ist die richtige für mich, wie hoch ist die Aussicht auf Stabilität, mit welchen Risiken muss ich rechnen? Wann ist es sinnvoll, die Therapie zu wechseln? Haben die Corona-Pandemie und das Impfen gegen Covid-19 einen Einfluss auf die Therapiewahl?

Herausforderungen bei der Therapiewahl

Die Herausforderung liegt daher darin, welche Therapie wann am besten eingesetzt wird. Die Therapien unterscheiden sich hinsichtlich der Anwendung, Effektivität wie auch der Nebenwirkungen und Risiken.

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MS-Register und Patientendaten

Online Spezial "Patientenregister - warum wir Patientendaten sammeln?". Neues aus dem flächeckenden DMSG-Register: Zunahme von MS-Prävalenz und Inzidenz?

Bedeutung des Impfschutzes

Eine besondere Bedeutung bei der Behandlung von MS-Patienten kommt dem Impfschutz zu, da Infekte oft mit einer Krankheitsprogression assoziiert sind. Im Hinblick auf den wahrscheinlichen Einsatz stark immunsuppressiver Therapien und damit verbundenem schlechteren Ansprechen auf Impfungen sowie erhöhten Infektanfälligkeit sollte der Impfschutz so schnell wie möglich überprüft und vervollständigt werden.

Symptomatische Therapie und Komplementäre Ansätze

Ein Großteil der MS-Patienten leidet unter dem Fatigue-Syndrom oder zeigt depressive Symptome, die einer Immuntherapie allein nicht zugänglich sind. Was kann getan werden? Bis zu 80 % der MS-Patienten berichten über Schmerzen – verursacht durch die Erkrankung oder indirekt durch Spastik, Fehlhaltungen oder Bewegungseinschränkungen. Ein wirksames Schmerz-Therapiekonzept erfordert interdisziplinäre Zusammenarbeit und integriert medikamentöse wie nicht-medikamentöse Maßnahmen. Was kann eine Schmerz-Komplexbehandlung leisten?

Schmerzmanagement

Ein wirksames Schmerz-Therapiekonzept erfordert interdisziplinäre Zusammenarbeit und integriert medikamentöse wie nicht-medikamentöse Maßnahmen.

Fatigue und Depression

Ein Großteil der MS-Patienten leidet unter dem Fatigue-Syndrom oder zeigt depressive Symptome, die einer Immuntherapie allein nicht zugänglich sind. Hier sind zusätzliche therapeutische Maßnahmen erforderlich.

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MS im Alter

Inwieweit eine Immuntherapie bei Multiple Sklerose (MS) bis ins hohe Alter gegeben werden soll, ist Gegenstand aktueller Forschung.

Rolle der Künstlichen Intelligenz (KI) und Telemedizin

Die Künstliche Intelligenz (KI) hat das Potenzial, die Medizin grundlegend zu verändern und die Patientenversorgung zu verbessern. Welche Nutzungsmöglichkeiten bestehen derzeit bei MS?

Spezialisierte Versorgung und Zentren

Als anerkanntes MS Zentrum der Deutschen Multiplen Sklerose Gesellschaft (DMSG), assoziiertes Zentrum im Klinischen Kompetenznetz Multiple Sklerose (KKNMS) und dem Zentrum der Neuroemyeliitis optica Studiengruppe (NEMOS), kann eine umfassende Versorgung der Patienten von der Anamnese bis zur Behandlung gewährleistet werden.

Forschung und Studien

Im Rahmen von Studien werden neue Therapieformen erprobt. Dazu gehören neue Antikörpertherapien, die das Immunsystem modulieren, die Behandlung mit sogenannten small molecules (kleine chemisch definierte Moleküle) oder mit Substanzen, die mit dem Mikrobiom des menschlichen Körpers in Verbindung stehen.

Veranstaltungen und Informationsangebote

Regelmäßige Veranstaltungen und Informationsangebote, wie die Online-Informationsreihe des Helios Klinikums Pforzheim oder das Multiple Sklerose Symposium der Klinik für Neurologie, bieten Patienten und Angehörigen die Möglichkeit, sich über aktuelle Entwicklungen und Behandlungsmöglichkeiten zu informieren.

Online-Informationsreihe

Die Online-Informationsreihe bietet kostenlose Webinare zu verschiedenen Themen rund um MS und Immuntherapie.

Multiple Sklerose Symposium

Das Multiple Sklerose Symposium der Klinik für Neurologie ist eines der größten seiner Art und bietet Fachvorträge zu verschiedenen Aspekten der MS-Behandlung.

Herausforderungen und zukünftige Perspektiven

Für einige Aspekte der Erkrankung, wie die schleichend voranschreitende Behinderung, gibt es jedoch noch Forschungsbedarf. Nicht zuletzt ist auch die Immuntherapie selbst komplexer geworden und erfordert besondere Kenntnisse über Wirkprinzipien und mögliche Komplikationen.

Forschungsbedarf bei progredienter MS

Für die schleichend voranschreitende Behinderung bei MS besteht weiterhin Forschungsbedarf, um effektivere Therapieansätze zu entwickeln.

Komplexität der Immuntherapie

Die Immuntherapie selbst ist komplexer geworden und erfordert besondere Kenntnisse über Wirkprinzipien und mögliche Komplikationen.

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