Martina Voss-Tecklenburg, eine bekannte Persönlichkeit im deutschen Fußball, sowohl als ehemalige Nationalspielerin als auch als Trainerin, hat offen über ihre gesundheitlichen Probleme gesprochen. Ihre Erfahrungen reichen von körperlichen Erkrankungen wie Gürtelrose bis hin zu mentalen Problemen, die durch beruflichen Druck und private Schwierigkeiten entstanden sind. Dieser Artikel beleuchtet ihre gesundheitlichen Herausforderungen und ihren Weg zurück zu neuer Stärke.
Gürtelrose-Erkrankung 2021
Im Jahr 2021 wurde Martina Voss-Tecklenburg von einer Gürtelrose-Erkrankung überrascht. Trotz ihrer sportlichen und widerstandsfähigen Natur war sie fast ein Dreivierteljahr stark beeinträchtigt.
Unerwarteter Beginn im Urlaub
Die ersten Anzeichen traten während eines Urlaubs auf. Voss-Tecklenburg verspürte ein Stechen im Rücken und hielt es zunächst für einen Insektenstich. Die Schmerzen verstärkten sich jedoch innerhalb von zwei Tagen, woraufhin sie eine Ärztin aufsuchte.
Diagnose und Verlauf
Die Diagnose Gürtelrose war ein Schock. Obwohl es in ihrer Familie bereits Fälle von Gürtelrose gegeben hatte, hatte sie das persönliche Risiko unterschätzt. Der Zustand verschlimmerte sich rasch, mit einem Hautausschlag, der sich vom Rücken über den Bauch ausbreitete, und intensiven Nervenschmerzen.
Auswirkungen auf das Leben
Die Erkrankung beeinträchtigte ihr Leben erheblich. Schlafstörungen, Bewegungs- und Nervenschmerzen plagten sie. Voss-Tecklenburg betonte, dass der Umgang mit der Krankheit viel Energie kostete. Der Ausschlag klang zwar nach wenigen Wochen ab, aber die Schmerzen und das Unwohlsein blieben bestehen.
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Prävention und Aufklärung
Heute, fast zwei Jahre nach der Erkrankung, hat Voss-Tecklenburg ihr sportliches Ausgangsniveau wiedererlangt. Ihre Erfahrung hat ihr Risikobewusstsein verändert. Sie setzt sich nun dafür ein, andere über die Schwere der Gürtelrose aufzuklären und zur Prävention zu raten. Sie betont die Wichtigkeit, mit Ärzten über das persönliche Risiko zu sprechen.
Hintergrundinformationen zur Gürtelrose
Gürtelrose wird durch die Reaktivierung des Varizella-Zoster-Virus verursacht, dem gleichen Virus, der Windpocken auslöst. Mehr als 95 Prozent der über 60-Jährigen tragen diesen Erreger in sich. Mit zunehmendem Alter und einem schwächer werdenden Immunsystem steigt das Risiko, an Gürtelrose zu erkranken.
Empfehlungen zur Impfung
Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt eine Gürtelrose-Impfung für:
- Personen ab 60 Jahren
- Personen ab 50 Jahren mit geschwächtem Immunsystem
- Personen ab 50 Jahren mit schweren Grunderkrankungen der Lunge, Nieren oder des Darms
Viele Experten raten generell zu einer Impfung ab 50 Jahren, insbesondere bei geschwächtem Immunsystem.
Frühe Symptome erkennen
Es ist wichtig, auf frühe Symptome zu achten, die vor dem Ausschlag auftreten können:
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- Auffällige Müdigkeit und Leistungsschwäche
- Leichtes Fieber
- Lymphknotenschwellungen
- Kopfschmerzen
- Nervenschmerzen, die vom Rücken nach vorne verlaufen
Zwei bis drei Tage vor der Bläschenbildung kann das Hautareal berührungsempfindlich sein.
Mentale Gesundheitliche Probleme nach dem Aus als Bundestrainerin
Nach dem Ausscheiden als Fußball-Bundestrainerin kämpfte Martina Voss-Tecklenburg mit mentalen Problemen. Der Druck und die schwierigen Umstände belasteten sie stark.
Belastung durch beruflichen Druck
Bereits vor dem WM-Debakel der deutschen Nationalmannschaft litt Voss-Tecklenburg unter depressiven Phasen. Die Leere in ihrem Kopf wurde immer stärker. Nach dem frühen Ausscheiden bei der WM in Australien und Neuseeland verschlimmerte sich ihr Zustand.
Finanzielle Schwierigkeiten
Zusätzlich zu den beruflichen Problemen kamen finanzielle Schwierigkeiten hinzu. Das Bauunternehmen ihres Mannes Hermann Tecklenburg musste Insolvenz anmelden. Dies belastete sie zusätzlich, da sie auch an der Firma beteiligt ist.
Unterstützung für ihren Mann
In dieser schweren Zeit unterstützte sie ihren Mann nach Kräften. Sie setzte sich mit Rechtsanwälten und Notaren auseinander und versuchte, die komplexen Dinge zu verstehen. Voss-Tecklenburg war froh, zu diesem Zeitpunkt keine Bundestrainerin mehr zu sein, um für ihren Mann da sein zu können.
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Offenheit über mentale Gesundheit
Voss-Tecklenburg sprach offen über ihre mentalen Probleme. Sie betonte, dass eine mentale Erkrankung genauso ernst zu nehmen ist wie eine körperliche Erkrankung. Sie kritisierte, dass mentale Erkrankungen oft als Modekrankheit abgetan und nicht ernst genommen werden.
Der Weg zurück zur Energie
Gut ein Jahr nach ihrem Zusammenbruch verspürt Voss-Tecklenburg wieder Energie. Sie hat gelernt, behutsamer mit ihren Ressourcen umzugehen und bestimmte Dinge nicht mehr zuzulassen. Vertrauen, Zuspruch, Aufrichtigkeit und konstruktive Kritik sind ihr wichtig geworden.
Zukunftspläne
Eine Rückkehr auf die Trainerbank schließt sie nicht aus, aber es ist nicht zwingend. Sie kann sich auch einen Job als Beraterin vorstellen. Voss-Tecklenburg möchte die Menschen dafür sensibilisieren, dass eine mentale Erkrankung genauso zu bewerten ist wie eine körperliche Erkrankung.
Botschafterin für die „Woche der Demenz“
Im Jahr 2019 wurde Martina Voss-Tecklenburg Botschafterin der „Woche der Demenz“. Sie setzt sich für mehr Verständnis für die Belange von Menschen mit Demenz und ihren Angehörigen ein.
Engagement für Demenzprävention
Voss-Tecklenburg betont, dass Sport und ein aktiver Lebensstil vorbeugend gegen Demenz wirken können. Mit ihrer Erfahrung im Sport möchte sie helfen, Informationen zu entwickeln und mit den Menschen über dieses wichtige Thema zu sprechen.
Unterstützung durch Bundesminister
Bundesfamilienministerin Dr. Franziska Giffey und Bundesgesundheitsminister Jens Spahn unterstützten Voss-Tecklenburg bei ihrer Rolle als Botschafterin. Sie betonten die Bedeutung von Bewegung, gesunder Ernährung und einem aktiven Leben zur Vorbeugung von Demenz.
Hintergrundinformationen zur Demenz
In Deutschland sind rund 1,7 Millionen Menschen an Demenz erkrankt. Die Krankheit wird oft tabuisiert, und Betroffene und Angehörige fühlen sich isoliert. Die Bundesregierung arbeitet an einer Nationalen Demenzstrategie, um die Situation zu verbessern.
Lehren aus den Erfahrungen
Martina Voss-Tecklenburgs Erfahrungen zeigen, wie wichtig es ist, auf die eigene Gesundheit zu achten, sowohl körperlich als auch mental. Prävention, Aufklärung und Offenheit über gesundheitliche Probleme sind entscheidend. Ihr Weg zurück zu neuer Stärke dient als Inspiration für viele Menschen.
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