Die Polyneuropathie ist ein Sammelbegriff für Erkrankungen, die periphere Nerven betreffen. Diese Nerven sind für die Wahrnehmung von Temperatur und Schmerzen, die Beweglichkeit der Muskulatur und die automatische Steuerung von Organen verantwortlich. Bei Polyneuropathien kommt es zu einer Schädigung der peripheren Nerven oder ihrer Hülle. Neuropathie bezeichnet allgemein eine Schädigung oder Erkrankung peripherer Nerven. Es gibt nicht „die eine“ Polyneuropathie. Vielmehr umfasst der Begriff eine große und vielfältige Gruppe von Erkrankungen des peripheren Nervensystems, die sich nach mehreren Kriterien einteilen lassen.
Krampfadern (Varizen) sind krankhaft erweiterte Venen, die meist an den Beinen auftreten, aber auch andere Körperstellen betreffen können. Rund 30 Prozent der Deutschen sind von Krampfadern betroffen, wobei Frauen bis zu drei Mal häufiger betroffen sind als Männer.
Polyneuropathie: Eine Erkrankung des peripheren Nervensystems
Die Polyneuropathie ist die häufigste Erkrankung des peripheren Nervensystems. Bei Polyneuropathien wird das Innere oder die Hülle der peripheren Nerven geschädigt. Die Medizin spricht deshalb auch von „Large Fiber Neuropathien“. Ist das periphere Nervensystem (das Nervensystem außerhalb des Gehirns und Rückenmarks) in seiner Funktion gestört, liegt eine Polyneuropathie vor. Die Beschwerden reichen von Empfindungsstörungen über Schmerzen bis zu Lähmungen.
Ursachen und Risikofaktoren
Die Wissenschaft kennt mittlerweile rund 600 Ursachen, die einer Polyneuropathie zugrunde liegen können. Trotz ausführlicher Diagnostik lässt sich bei rund einem Viertel der Betroffenen keine Ursache für die Polyneuropathie feststellen. In den meisten Fällen stellt die Polyneuropathie keine eigenständige Krankheit dar, sondern tritt als Folge oder Begleiterscheinung einer Grunderkrankung auf.
Zu den häufigsten Ursachen zählen:
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- Metabolische Polyneuropathien: Diese werden durch Stoffwechselstörungen hervorgerufen. Bei etwa jedem zweiten Patienten mit Diabetes mellitus treten im Laufe des Lebens Nervenschäden auf. Die diabetische Polyneuropathie kann mit unterschiedlichen Symptomen einhergehen. Da die Symptome Körperbereiche betreffen, die am weitesten vom Rumpf entfernt (distal) sind und an beiden Füßen auftreten, sprechen Ärzte von einer distal-symmetrischen Polyneuropathie. Ein Vitamin-B12-Mangel kann eine Polyneuropathie begünstigen.
- Toxische Polyneuropathien: Giftstoffe können ebenfalls eine Schädigung peripherer Nerven hervorrufen. Wenn Menschen über einen längeren Zeitraum regelmäßig und in übermäßigen Mengen Alkohol konsumieren, sodass körperliche, psychische und soziale Schäden entstehen, ist die Rede von chronischem Alkoholismus. Übermäßiger Alkoholkonsum ist oft auch mit einem Mangel an Vitamin B12, Folsäure sowie Vitamin B2 und Vitamin B6 verbunden. Zu der langen Liste möglicher Ursachen zählen auch Medikamente wie Chemotherapeutika.
- Entzündliche Polyneuropathien: Diese werden überwiegend durch Autoimmun-Erkrankungen verursacht. Dazu zählen unter anderem das Guillain-Barré-Syndrom oder die chronisch-inflammatorische demyelinisierende Polyradikuloneuropathie, kurz CIDP. Nach einer Corona-Erkrankung kann eine Small Fiber Neuropathie auftreten.
- Weitere Ursachen: Infektionen sowie Auto-Immunerkrankungen wie das Sjögren-Syndrom, Zöliakie und monoklonale Gammopathie können ebenfalls eine Polyneuropathie verursachen. Auch Schilddrüsenerkrankungen, Lebererkrankungen, Nierenerkrankungen und Krebserkrankungen können zu Polyneuropathien führen.
Symptome
Eine Polyneuropathie kann sich durch vielfältige Symptome äußern. Je nach den betroffenen Nerven können die Beschwerden das Fühlen, Bewegungsabläufe oder auch die körperliche Kraft betreffen. Die ersten Anzeichen einer Polyneuropathie zeigen sich vorrangig an den vom Rumpf am weitesten entfernten Stellen.
Zu den häufigsten Symptomen gehören:
- Empfindungsstörungen: Manche Menschen haben Empfindungsstörungen. Sie spüren kaum noch Temperaturunterschiede, Berührungen und Schmerzreize. Bei Missempfindungen oder anderen Beschwerden, die im Zusammenhang mit einer Neuropathie stehen könnten, ist der Hausarzt die erste Anlaufstelle. Typischerweise beginnt eine Polyneuropathie mit Taubheitsgefühl und Missempfindungen an den Füßen. Im Verlauf kann sich die Symptomatik ausweiten und zu Lähmungen führen und/oder die oberen Extremitäten betreffen.
- Schmerzen: Brennende Schmerzen auf der Fußsohle („burning feet“), schmerzende Muskelkrämpfe im Oberschenkel oder in der Wade und dumpfe oder stechende Schmerzen in der Leiste oder am vorderen Oberschenkel können auftreten. Oft verstärken sich die Beschwerden in der Nacht.
- Motorische Einschränkungen: Motorische Nervenfasern sind für die Steuerung der Muskulatur verantwortlich. Häufig kommt es zu einem Schwund der Fuß- und Wadenmuskulatur und infolgedessen zu einer Gangstörung.
- Autonome Störungen: Bei Diabetes mellitus kann es auch zu einer Schädigung der autonomen Nerven kommen.
Abhängig von der Ausprägung der Nervenschäden und der Körperstelle unterscheiden Fachleute vier Formen:
- Symmetrische Polyneuropathie: Die Schäden an den Nervenbahnen betreffen beide Körperhälften.
- Asymmetrische Polyneuropathie: Die Erkrankung beeinträchtigt eine Seite des Körpers. Teilweise treten diese Beschwerden einseitig an anderen Körperstellen, auch an Brustkorb und Gesicht, auf.
- Distale Polyneuropathie: Die Nervenschädigung zeigt sich in Körperteilen, die von der Körpermitte entfernt sind. Dazu gehören unter anderem die Hände, die Beine und die Füße.
- Proximale Polyneuropathie: Bei dieser seltenen Form der Polyneuropathie konzentrieren sich die Nervenschäden auf rumpfnahe Körperbereiche.
Akute Polyneuropathie: Die Symptome entwickeln sich innerhalb weniger Tage bis maximal vier Wochen. Typisch ist dies zum Beispiel beim Guillain-Barré-Syndrom.
Diagnose
Bei Missempfindungen oder anderen Beschwerden, die im Zusammenhang mit einer Neuropathie stehen könnten, ist der Hausarzt die erste Anlaufstelle. Bei Verdacht auf eine Polyneuropathie überweist der Hausarzt an einen Neurologen.
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Die Diagnostik umfasst in der Regel folgende Schritte:
- Anamnese: Bei der Erfassung der Krankengeschichte fragt der Neurologe nach den aktuellen Symptomen und ihrem ersten Auftreten, Grunderkrankungen und Medikation.
- Klinische Untersuchung: Bei der körperlichen Untersuchung werden Reflexe, Temperatur-, Schmerz- und Vibrationsempfinden an betroffenen Gliedmaßen überprüft sowie Gleichgewicht, Stand, Gang und Muskelkraft getestet.
- Nervenleitgeschwindigkeit (NLG): Gemessen wird, wie schnell elektrische Signale durch die Nerven geleitet werden. Eine Messung der Nervenleitgeschwindigkeit erfasst nur die großen Nervenbahnen und kann eine SFN nicht nachweisen.
- Spezielle Laboruntersuchungen: Das Blut wird auf spezifische Antikörper getestet.
- Bildgebung: Mittels hochauflösender Sonographie können beispielsweise Veränderungen in der Dicke eines Nervs detektiert werden.
- Liquoruntersuchung: Die Lumbalpunktion ist immer dann angemessen, wenn eine entzündliche Ursache vermutet wird. Zum Beispiel bei der Neuroborreliose oder der Vaskulitis.
- Haut-Nerven-Muskelbiopsie: Diese kommt heute nurmehr als ultima ratio in Betracht und ist vor allem dann sinnvoll, wenn eine (autoimmun vermittelte) entzündliche Erkrankung, eine Erkrankung der kleinsten Nervenendigungen (small fiber Polyneuropathie) oder eine bestimmte Stoffwechselerkrankung (Amyloidose) vermutet wird.
Oftmals genügen die Basisuntersuchungen, um die Ursache der Polyneuropathie zu klären und die Diagnose Neuropathie zu sichern.
Behandlung
Ist die Ursache der Neuropathie eine Erkrankung, steht als Erstes deren gezielte Behandlung an. So ist zum Beispiel bei Diabetes mellitus eine optimale Blutzuckereinstellung unerlässlich. Bei Alkoholismus als Ursache ist eine sofortige, lebenslange Abstinenz angezeigt.
Zusätzlich gibt es verschiedene Möglichkeiten zur symptomatischen Behandlung. Diese richtet sich danach, welche Beschwerden im Vordergrund stehen.
- Medikamentöse Therapie: Klassische Schmerzmittel sind bei Polyneuropathie nur schlecht wirksam. Wichtig ist zudem, dass die verordnete Dosierung exakt eingehalten wird. In schweren Fällen können Opioide in Betracht gezogen werden. Gerade bei komplexen Schmerztherapien ist es besonders wichtig, die richtige Medikation zur richtigen Zeit einzunehmen. Eine Alternative zu oralen Medikamenten können Schmerzpflaster mit hochdosiertem Capsaicin oder Lidocain sein, insbesondere bei lokalisierten Beschwerden wie Schmerzen und Missempfindungen. Seit 2017 können Ärzte in Deutschland medizinisches Cannabis auf Rezept verschreiben. Der Einsatz von medizinischem Cannabis bei chronischen neuropathischen Schmerzen wird kontrovers diskutiert.
- Nicht-medikamentöse Therapie: Physiotherapie kann bei motorischen Einschränkungen und Gangunsicherheit dazu beitragen, die Beweglichkeit und Stabilität zu verbessern. Bei der transkutanen Elektrostimulation, kurz TENS, werden kleine Elektroden auf die Haut geklebt, die sanfte elektrische Impulse abgeben. TENS ist eine nicht-medikamentöse Therapie, die oft bei starken neuropathischen Schmerzen in Kombination mit anderen Behandlungen eingesetzt wird. Sollten Medikamente zur Linderung der neuropathischen Schmerzen nicht ausreichen, kann in Absprache mit dem Arzt ein Therapieversuch erwogen werden. Zu beachten ist, dass bei einer Polyneuropathie oftmals das Temperaturempfinden herabgesetzt ist.
- Weitere Maßnahmen: Regelmäßige Bewegung kann neuropathische Beschwerden lindern und die Regeneration der Nerven anregen. Ideal ist die Kombination aus einem moderaten Ausdauertraining und Krafttraining. Zur Verbesserung von Gleichgewicht und Mobilität können schon einfache Übungen wie das Stehen auf einem Bein oder Gehen auf einer Linie helfen. Bei Sensibilitätsstörungen ist eine tägliche Fußpflege unverzichtbar. Kürzen Sie die Fußnägel mit einer Nagelfeile anstatt mit der Schere, um Verletzungen zu vermeiden. Um Folgeschäden an den Füßen vorzubeugen, empfiehlt sich eine regelmäßige medizinische Fußpflege beim Podologen. Taubheitsgefühle oder eine eingeschränkte Schmerz- und Temperaturempfindung können das Risiko für Stürze und Verletzungen am Fuß erhöhen. Umso wichtiger ist es, dass Sie geeignetes Schuhwerk tragen. Wechseln Sie täglich die Socken. Verschiedene Hilfsmittel können das Leben mit Polyneuropathie erleichtern.
Heilungschancen und Prognose
Ob eine Neuropathie heilbar ist, lässt sich nicht pauschal beantworten. Viele Polyneuropathien weisen einen chronischen Verlauf auf und begleiten Betroffene über eine lange Zeit. Ob eine Rückbildung möglich ist, können im individuellen Fall nur die behandelnden Ärzte abschätzen. Die Heilungschancen hängen davon ab, welche Ursache der Polyneuropathie zugrunde liegt. Bei einigen Arten bestehen gute Aussichten auf eine Rückbildung. Ebenso wie sich eine chronische Polyneuropathie schleichend über einen längeren Zeitraum entwickelt, dauert es eine Weile, bis sich der Körper an die verordneten Therapien gewöhnt hat. Ob Schmerzmittel oder nicht-medikamentöse Maßnahmen - oft braucht es einige Wochen, bis eine wesentliche Linderung der Beschwerden spürbar wird.
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Selbsthilfe
Wenn Sie von einer Polyneuropathie betroffen sind, können Sie selbst einiges tun, um den Behandlungserfolg zu unterstützen. In einer Selbsthilfegruppe treffen Sie auf Menschen, die genau verstehen, was es bedeutet, mit Polyneuropathie zu leben. Hier können Sie sich mit anderen Betroffenen über ihre Erfahrungen austauschen und praktische Tipps für den Alltag erhalten. Informationen über regionale Selbsthilfegruppen finden Sie beim Deutschen Polyneuropathie Selbsthilfe e.V.. Ein spezielles Ernährungskonzept ist bei Polyneuropathie im Allgemeinen nicht notwendig - mit einer ausgewogenen Ernährungsweise versorgen Sie Ihren Körper mit allen essenziellen Vitaminen und Nährstoffen. Eine Nahrungsergänzung mit Folsäure, B12 oder anderen B-Vitaminen ist nur angeraten, wenn bei Ihnen ein ärztlich nachgewiesener Mangel besteht.
Pflegegrad
Diese und weitere Erkrankungen können die Selbstständigkeit im Alltag einer Person beeinträchtigen. Falls Sie feststellen, dass Sie oder Ihr Angehöriger im Alltag zunehmend Unterstützung benötigen, haben Sie möglicherweise Anspruch auf einen Pflegegrad. Damit stehen Ihnen verschiedene Leistungen der Pflegeversicherung zu. In einem Pflegetagebuch können Sie die Beeinträchtigungen im Alltag genauer beobachten und dokumentieren. Ein Pflegetagebuch unterstützt Sie gegebenenfalls beim Antrag auf Pflegegrad. Bei erheblichen Beeinträchtigungen durch eine Polyneuropathie kann Anspruch auf einen Schwerbehindertenausweis bestehen, mit dem Sie bestimmte Nachteilsausgleiche wie zum Beispiel Steuerermäßigungen erhalten. Der Ausweis steht Ihnen ab einem Grad der Behinderung, kurz GdB, von mindestens 50 zu.
Krampfadern: Erweiterte Venen und ihre Folgen
Krampfadern sind nicht nur unschöne Hautveränderungen, sondern sichtbare Zeichen einer Durchblutungsstörung. In vielen Fällen verursachen Krampfadern keine Probleme, unbehandelt oder in fortgeschrittenen Stadien können sie jedoch ernste Folgen wie dauerhafte Hautschäden oder offene Beine verursachen.
Ursachen und Risikofaktoren
Zu den Ursachen und Risiken für die Entstehung von Krampfadern zählen:
- angeborene, erbliche Bindegewebsschwächen
- hormonelle Umstellungen (z.B. bei Schwangerschaften)
- zunehmendes Lebensalter
- Übergewicht und Bewegungsmangel
Symptome
Zu Beginn verursachen Krampfadern in der Regel keine Symptome. Sie zeigen sich als kleine Äderchen in der Haut, die keine Schmerzen verursachen. Aufgrund der Namensgebung besteht der Irrtum, dass Krampfadern Wadenkrämpfe verursachen. Der Name leitet sich allerdings von dem althochdeutschen Wort krimpfan „krümmen“ ab und beschreibt die typische Form von Adern, die in Venen einmünden. Freilich können nächtliche Wadenkrämpfe auch Ausdruck der Mikrozirkulationsstörungen in der Bein- und Wadenmuskulatur sein. Dass aber Wadenkrämpfe ganz eng mit einer chronisch venösen Insuffizienz (CVI) verknüpft sein können, wird von den meisten Betroffenen nicht wahrgenommen.
Mediziner teilen Krampfadern in folgende Stadien ein:
- Anfangsstadium (Stadium I): Im Anfangsstadium sind Krampfadern ein rein ästhetisches Problem. Betroffene empfinden keine Beschwerden.
- Schwere Beine (Stadium II): Betroffene haben das Gefühl schwere Beine zu haben und verspüren ein Spannungsgefühl. Einige Patienten verspüren zudem einen starken Juckreiz. In Ruhe schwächen die Symptome meistens ab.
- Ödeme in den Beinen (Stadium III): Ödeme sind Wasseransammlungen. Durch den in den Krampfadern verursachten Blutstau, werden Wasser, Proteine und Blutabbauprodukte durch die Krampfadern in das umliegende Gewebe gepresst. Die Wasseransammlungen führen zu Schmerzen und Juckreiz an der betroffenen Stelle. Die Haut wird dünner und es können leichte oberflächliche Verletzungen entstehen.
- Offene Beingeschwüre (Stadium IV): Durch den lang anhaltenden Blutstau kann das betroffene Gewebe nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt werden. Kleine Verletzungen heilen nicht mehr ab, es bilden sich Geschwüre und es kommt zu einem Zerfall des Gewebes (Nekrose).
Bereits vorgeschädigte, also erweiterte Venen dehnen sich bei Wärme noch mehr aus und verlieren dadurch weiter an Elastizität. Die Venenklappen, die eigentlich den Blutrückfluss in die Beine verhindern sollen, schließen dann noch schlechter als ohnehin schon. Das Blut sackt bis zur Knöchelregion hin ab. Hinzu kommt eine erhöhte Durchlässigkeit der Venenwände, sodass Flüssigkeit im Gewebe liegen bleibt, oftmals direkt sicht- und tastbar in der Knöchelregion. Spätestens bei einer verstärkten Venenzeichnung, bei Anzeichen früher abgelaufener Entzündungen wie Narben und bräunlichen Pigmentierungen in der Knöchelregion oder am Unterschenkel ist von medizinisch relevanten Krampfadern auszugehen.
Im Stadium der geschwollenen, schweren Beine und einer deutlich sichtbaren Venenzeichnung ist es höchste Zeit, einen Arzt aufzusuchen, heißt es vonseiten der Deutschen Gesellschaft für Angiologie. Der Patient muss dagegen unverzüglich zum Gefäßspezialisten (Phlebologen oder Angiologen), wenn Schmerzen und Ödeme ganz plötzlich auftreten. Beides können Zeichen einer Thrombose der tiefen Venen sein. Auch wenn eine Krampfader gerötet und verhärtet tastbar ist, sollte umgehend ein Gefäßspezialist aufgesucht werden. Denn dann handelt es sich wahrscheinlich um eine oberfächliche Venenthrombose (»Phlebitis«).
Behandlung
Nicht jede Krampfader ist behandlungsbedürftig. Um festzustellen in welchem Stadium sich die Krampfader befindet, ertastet der Arzt in den Kniekehlen, Leisten und Unterschenkeln die Stellen, an denen oberflächliche Venen in tiefer gelegene Bereiche übergehen. Anschließend erfolgen eine Blutdruckmessung und eine Ultraschalluntersuchung der Venen. Das Ziel der Behandlung ist den Blutfluss der Venen zu verbessern.
Je nach Stadium kommen dabei unterschiedliche Behandlungsmöglichkeiten in Frage:
- Bewegungstherapie
- Tragen von Kompressionsstrümpfen
- medikamentöse Therapie (Salben und Cremes)
- dauerhafter Verschluss der Vene (Verödung) durch Laser- oder Radiofrequenz-Thermo-Therapie: über einen kleinen Schnitt führt der Mediziner einen Katheter in die Krampfader, der Hochfrequenzenergie auf die Venenwand überträgt und sie so verschließt.
- Stripping: der Arzt trennt die erkrankte Vene chirurgisch ab und zieht sie mit einem Draht heraus.
Ein offenes Bein muss kontinuierlich ärztlich versorgt werden, da es sonst zu einer Ausbreitung der Infektion und im schlimmsten Fall zu einer lebensbedrohlichen Blutvergiftung (Sepsis) kommen kann.
Prävention
Präventiv entgegenwirken kann man Krampfadern kaum. Ausreichend Bewegung und eine gesunde Ernährung können das Risiko aber senken. Um langfristige Schäden zu vermeiden, sollte man Krampfadern frühzeitig ärztlich abklären lassen.
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