Wir leben in Mitteleuropa in einer gemäßigten Klimazone, die jedoch immer häufiger von gewaltigen Wetterstürzen betroffen ist. Heiße Perioden mit über 30 Grad und hoher Luftfeuchtigkeit werden oft abrupt von Kaltfronten abgelöst, bei denen die Temperatur innerhalb weniger Stunden stark sinkt. Diese Wetterwechsel können bei vielen Menschen zu gesundheitlichen Problemen führen, insbesondere bei solchen, die wetterfühlig sind.
Was ist Wetterfühligkeit?
Das Problem der Wetterfühligkeit betrifft fast die Hälfte der Bevölkerung, unabhängig vom Alter. Wer unter Wetterfühligkeit leidet, muss sich bei einem Wettersturz vorsehen. Wetterfühligkeit ist keine Einbildung, sondern eine Überempfindlichkeit gegenüber Wetterlagen und Wetterphänomenen. Sie ist gekennzeichnet durch eine Vielzahl von Symptomen, die von Kreislaufproblemen über migräneähnliche Kopfschmerzen, Herzrasen, Übelkeit, Schwindelgefühl und Schlafstörungen bis hin zu großen Blutdruckproblemen reichen können.
Wenn der Körper innerhalb kurzer Zeit einen Temperatursturz von 18 Grad oder mehr ertragen muss, stellt dies für wetterfühlige Menschen eine sehr große Belastung dar. Diese Temperaturschwankungen treten vor allem beim Jahreszeitenwechsel vom Winter zum Frühling, aber auch im Sommer und Herbst verstärkt auf.
Ursachen und Zusammenhänge
Die genauen Zusammenhänge zwischen Wetterlagen und körperlichen Beschwerden sind noch nicht abschließend erforscht. Es wird vermutet, dass sich die Witterungsverhältnisse auf das vegetative Nervensystem auswirken. Kommt es zu abrupten Luftdruckveränderungen in der Atmosphäre, bedeutet dies Stress für den Organismus. Sämtliche Elemente des Wetters - Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Lichtverhältnisse - ändern sich dann sehr schnell und erhöhen die Wetterempfindlichkeit.
Besonders problematisch sind die ersten zwei Tage nach einem Wetterwechsel, insbesondere wenn der Luftdruck schnellen Wechseln unterworfen ist. Schwülwarmes Wetter kann zu Kopfschmerzen führen, da sich Wasser im Körper sammelt und Schwellungen auslöst. Nasses und kaltes Wetter kann Gelenkschmerzen verursachen, während sehr kaltes Wetter den Kreislauf und das Herz belastet.
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Wer ist besonders betroffen?
Obwohl jeder Mensch auf das Wetter reagiert, sind bestimmte Personengruppen anfälliger für Wetterfühligkeit:
- Ältere Menschen: Mit zunehmendem Alter lässt die Fähigkeit des Körpers nach, sich schnell an veränderte Umweltbedingungen anzupassen. Da klagen rund 70 Prozent der Altersgruppe ab 60 darüber, dass ihnen das schnell wechselnde Wetter große Beschwerden in Kopf und Körper macht, auch das Herz wird angegriffen.
- Frauen in den Wechseljahren: Hormonelle Veränderungen können die Wetterfühligkeit verstärken. Da betreffen die Klagen vorwiegend den Kreislauf und Anfälle von Kopfschmerzen und Migräne.
- Menschen mit Vorerkrankungen: Patienten mit Asthma, Rheuma oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen leiden oft stärker unter Wetterumschwüngen. So verstärken sich etwa bei Arthrose und rheumatischen Erkrankungen die Schmerzen durch unruhiges Wetter.
- Gesundheitlich angeschlagene Menschen: Auch wer unter Schlafmangel, Stress oder einer akuten Erkrankung leidet, ist anfälliger für die Auswirkungen von Wetterwechseln.
Symptome der Wetterfühligkeit
Die Symptome der Wetterfühligkeit sind vielfältig und können sich individuell unterschiedlich äußern:
- Kopfschmerzen und Migräne: Viele Menschen leiden bei Wetterwechsel unter Kopfschmerzen oder sogar Migräneattacken. Gerade im Winter klagen Menschen vermehrt über Kopfschmerzen, die während besonders heftiger Kältewellen bis zu mehrere Tage anhalten können.
- Kreislaufprobleme: Schwindel, Benommenheit und niedriger Blutdruck sind häufige Beschwerden. Wenn eine warme Luftmasse schnell durch eine kalte ersetzt wird, dann kann sich der Organismus der Betroffenen nicht rasch genug an die veränderten Bedingungen anpassen. Wer zum Beispiel unter niedrigem Blutdruck leidet, der macht schlicht und einfach schlapp, der Kreislauf bricht zusammen.
- Schlafstörungen: Ein schneller Wetterwechsel kann zu Schlafstörungen führen.
- Gelenkschmerzen: Besonders bei feuchtem und kaltem Wetter leiden viele Menschen unter Gelenkschmerzen.
- Atembeschwerden: Asthmatiker können bei Wetterstürzen verstärkte Atembeschwerden haben.
- Psychische Symptome: Gereiztheit, Nervosität, Konzentrationsschwierigkeiten und eine gedrückte Stimmung können ebenfalls auftreten. Weil das Wetter gewechselt hat, fühlen Sie sich mies. Dazu kommt auch noch eine miserable Laune. Sie können sich und andere nicht leiden, reagieren sehr schnell gereizt, Sie können sich nicht konzentrieren und sind sehr nervös.
- Narbenschmerzen: Nach Operationen können bei Wetterwechsel Narbenschmerzen auftreten.
- Allgemeines Unwohlsein: Viele Menschen fühlen sich einfach schlapp, müde und antriebslos.
Migräne und Wetterfühligkeit
Migräne ist eine neurologische Erkrankung, die oft mit Wetterfühligkeit in Verbindung gebracht wird. Menschen mit Migräne reagieren auf Temperaturreize meist besonders empfindlich: Plötzliche Kälte, starke Temperaturschwankungen, grelles Winterlicht oder Wetterumschwünge können bei ihnen Kopfschmerzen oder sogar Migräneattacken auslösen.
Ursachen von Migräne
Die genauen Ursachen der Migräne sind noch nicht vollständig aufgeklärt, aber es wird vermutet, dass eine genetische Veranlagung eine Rolle spielt. Verschiedene innere oder äußere Faktoren (Trigger) können bei entsprechender genetischer Veranlagung eine Migräne-Attacke auslösen. Dazu gehören:
- Stress: Stress im privaten oder beruflichen Umfeld ist ein häufiger Auslöser.
- Veränderungen im Schlaf-Wach-Rhythmus: Schichtarbeit kann Migräne begünstigen.
- Reizüberflutung: Zu viele Eindrücke können das Gehirn überlasten.
- Wetter/Wetterwechsel: Viele Betroffene reagieren empfindlich auf schwülwarme Gewitterluft, starken Sturm, Föhnwetter oder sehr helles Licht.
- Bestimmte Lebensmittel: Tyraminhaltige Lebensmittel wie Bananen oder Käse können bei manchen Menschen Migräne auslösen.
- Hormonelle Veränderungen: Geschlechtshormone haben einen starken Einfluss auf Migräne, insbesondere bei Frauen.
Formen von Migräne
Die Internationale Kopfschmerzgesellschaft (IHS) unterscheidet verschiedene Arten von Migräne, darunter:
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- Migräne ohne Aura: Die häufigste Form, gekennzeichnet durch anfallsartig auftretende, einseitige, pulsierende Kopfschmerzen.
- Migräne mit Aura: Hier treten neurologische Symptome wie Sehstörungen oder Sprachstörungen vor oder während der Kopfschmerzphase auf.
- Chronische Migräne: Kopfschmerzen an mindestens 15 Tagen pro Monat über mehr als drei Monate hinweg.
Behandlung von Migräne
Eine adäquate Behandlung und die richtige Lebensweise können die Häufigkeit und Intensität der Migräne-Attacken günstig beeinflussen. Es ist wichtig, Trigger zu identifizieren und zu vermeiden. Akute Migräneanfälle können mit Schmerzmitteln oder speziellen Migränemedikamenten behandelt werden.
Was hilft gegen Wetterfühligkeit und durch Kälte ausgelöste Beschwerden?
Wer wetterfühlig ist, muss sich nicht damit abfinden. Es gibt einige Möglichkeiten, wie Betroffene die Symptome lindern können:
- Bewegung an der frischen Luft: Tägliche Spaziergänge, Ausdauertraining wie Walken, Wandern oder Radfahren stärken den Kreislauf und härten ab. Man muss sich an Wetterwechsel gewöhnen, vor allem, wenn man viel drinnen sitzt, im Büro oder zu Hause. Geht an die frische Luft, wann immer es geht und bei jedem Wetter.
- Gesunde Ernährung: Eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst und Gemüse und wenig Fleisch ist empfehlenswert. Auf Genussmittel wie Alkohol, Tabak und Kaffee sollte man besser verzichten.
- Ausreichend Schlaf: Mindestens sieben Stunden Schlaf pro Tag sind wichtig. Ein regelmäßiger Schlafrhythmus kann ebenfalls helfen.
- Kneipp-Anwendungen: Wechselduschen oder Saunagänge können den Kreislauf stärken.
- Passende Kleidung: Kleiden Sie sich so, dass Sie sich leicht kühl fühlen, aber nicht frieren. Das trainiert die Thermoregulation des Körpers. So kann übermäßiges Schwitzen reguliert werden.
- Wärme: Bei akuten Kopfschmerzen durch Kälte helfen vor allem Wärme und Entspannung: Ein warmes Bad, eine heiße Dusche oder ein Wärmekissen im Nacken lösen verspannte Muskeln und können den Schmerz deutlich lindern. Auch Körner- oder Kirschkernkissen können helfen.
- Hausmittel: Melissen- oder grüner Tee, aber auch Aufgüsse, Tropfen und Dragees auf Basis von Kräutern wie Baldrian, Johanniskraut und Hopfen können die Beschwerden lindern.
- Kälteschutz: Menschen, die im Winter auf die Kälte besonders empfindlich reagieren und zu Kopfschmerzen neigen, sollten starke Temperaturschwankungen möglichst meiden. Außerdem sollten sie besonders darauf Acht geben, die empfindliche Kopfpartie zu schützen und sich nicht länger als nötig in der Kälte aufhalten. Wer an Frosttagen ohne winddichte Mütze oder gar mit nassen Haaren aus dem Haus geht, sorgt dafür, dass eisige Außentemperaturen das Blut in der Kopfhaut abkühlen. In der Folge verkrampft sich die dünne Muskulatur unter der Kopfhaut und ein allgemeiner Kopfschmerz kann auftreten.
- Apothekenprodukte: Gegen Kopfschmerzen gibt es neben den Kopfschmerztabletten zum Einnehmen mit Ibuprofen, Acetylsalicylsäure oder Paracetamol auch ein spezielles Pfefferminzöl, das Sie äußerlich mittels eines Schwämmchens auf die Stirn auftragen. Auch Coolpacks zum Auflegen sind eine schnelle Hilfe, wenn das Wetter Schwindel und Kopfschmerzen verursacht. Bei Kreislaufproblemen und Schwindel haben sich Tropfen mit Weißdorn, Campher und Menthol bewährt oder eine spezielle homöopathische Kombination. Bei Gelenkschmerzen helfen Salben mit Diclofenac, Ibuprofen oder Arnika zum Einreiben. Auch eine gute Versorgung mit Vitaminen und Mineralstoffen wie z.B. Magnesium, Calcium, Coenzym Q10 und Folsäure helfen, einen stabilen Blutdruck und Kreislauf aufrechtzuerhalten. Vor allem die B-Vitamine sollten bei Müdigkeit und Abgeschlagenheit ergänzt werden.
- Klosterfrau Produkte: Klosterfrau Melissengeist kann innerlich zur Besserung des Allgemeinbefindens bei Belastung von Nerven und Herz-Kreislauf mit innerer Unruhe und Nervosität, zur Förderung der Schlafbereitschaft, bei Wetterfühligkeit, zur Besserung des Befindens bei Unwohlsein, zur Förderung der Funktion von Magen und Darm, insbesondere bei Neigung zu Völlegefühl und Blähungen, zur Besserung des Befindens bei unkomplizierten Erkältungen und zur Stärkung angewendet werden. Äußerlich kann es zur Unterstützung der Hautdurchblutung z. B. bei Muskelkater und Muskelverspannungen eingesetzt werden. Klosterfrau Schmerzfluid kann traditionell zur Förderung der Hautdurchblutung, z. B. zur unterstützenden Behandlung von Zerrungen, Prellungen, Verstauchungen, Muskel- und Gelenkschmerzen verwendet werden. Klosterfrau Erkältungs-Balsam kann zur äußeren Anwendung bei Erkältungskrankheiten der Luftwege wie Schnupfen, Husten, Heiserkeit, Verschleimung und Bronchialkatarrh eingesetzt werden. Klosterfrau Hustensaft kann zur Linderung von Hustenreiz bei Erkältungskrankheiten der Atemwege verwendet werden. Klosterfrau Franzbranntwein Latschenkiefer kann traditionell zur Förderung der Hautdurchblutung, z. B. zur unterstützenden Behandlung von Zerrungen, Prellungen, Verstauchungen, Muskel- und Gelenkschmerzen verwendet werden. Klosterfrau Japanisches Heilpflanzenöl kann innerlich zur Einnahme bei Verdauungsbeschwerden, z. B. Völlegefühl und Blähungen; zur Einnahme oder Inhalation bei Erkältungskrankheiten der Atemwege mit zähflüssigem Schleim, und äußerlich bei Muskelschmerzen (Myalgien) und nervenschmerzähnlichen (neuralgiformen) Beschwerden angewendet werden. Klosterfrau Bronchial-Tropfen werden traditionell angewendet zur Unterstützung der Schleimlösung im Bereich der Atemwege. Klosterfrau Seda-Plantina kann bei Unruhezuständen und nervös bedingten Einschlafstörungen eingesetzt werden. Franzbranntwein Aktiv Gel Latschenkiefer kann traditionell angewendet zur Unterstützung der Hautdurchblutung werden. Klosterfrau Allergin Globuli/Tabletten/Tropfen werden entsprechend dem homöopathischen Arzneimittelbild angewendet. Dazu gehören: Besserung der Beschwerden bei Heuschnupfen.
Wann zum Arzt?
Treten Kopfschmerzen bei Kälte plötzlich, sehr stark oder völlig ungewohnt auf, sollte möglichst bald eine Arztpraxis aufgesucht werden. Das gilt vor allem, wenn der Schmerz „wie aus heiterem Himmel“ einschießt, wenn er sich trotz Ruhe, Wärme und einfachen Schmerzmitteln nicht bessert oder über mehrere Tage anhält. Ein Warnsignal sind Begleitsymptome: Kopfschmerzen kombiniert mit Fieber, Nackensteifigkeit, starker Übelkeit, Sehstörungen, Lähmungserscheinungen, Sprachstörungen, starker Verwirrtheit oder Bewusstseinsstörungen gelten als Notfall und sollten umgehend in einer Praxis oder Klinik abgeklärt werden. Sollten Sie stark wetterfühlig sein oder Bedenken im Hinblick auf Ihre Symptome haben, ist eine diagnostische Abklärung in Ihrer Hausarztpraxis zu empfehlen.
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