Was tun gegen Migräne: Natürliche Hausmittel zur Linderung von Kopfschmerzen

Kopfschmerzen und Migräne können eine erhebliche Belastung darstellen. Viele Menschen greifen schnell zu Schmerztabletten, um die Beschwerden zu lindern. Es gibt jedoch eine Vielzahl von Hausmitteln, die effektiv helfen können, Kopfschmerzen und Migräne auf natürliche Weise zu lindern - ganz ohne Nebenwirkungen. Dieser Artikel beleuchtet verschiedene Hausmittel, die bei Migräne und Kopfschmerzen helfen können.

Wasseranwendungen gegen Kopfschmerzen

Schon Pfarrer Kneipp wusste um die heilsame Wirkung des Wassers. Wasseranwendungen haben sich in der Naturheilkunde bei Kopfschmerzen bewährt. Je nach individueller Vorliebe und Ursache des Kopfschmerzes können warme Vollbäder, wechselwarme Teilbäder von Armen und Füßen oder ein kühler Guss in den Nacken helfen.

Vollbad gegen stressbedingte Kopfschmerzen

Ein warmes Vollbad mit entspannenden Badezusätzen wie Lavendel oder Melisse kann insbesondere stressbedingte Kopfschmerzen lindern. Rosmarin im Badewasser kann ebenfalls helfen, die Schmerzen zu lindern, da es die Durchblutung fördert und Muskelverspannungen löst. Das Badewasser sollte etwa 38 Grad Celsius haben und die Badezeit etwa 15 bis maximal 20 Minuten betragen.

Wechselwarme Teilbäder

Wechselwarme Teilbäder können gut gegen Kopfschmerzen helfen, die durch Verspannungen oder mangelnde Durchblutung verursacht sind. Für Teilbäder benötigt man zwei Gefäße, die groß genug für Arme oder Füße sind. Ein Behältnis wird mit 38 Grad warmem und das andere mit 18 Grad kaltem Wasser gefüllt. Für Fußbäder sollte das Wasser bis knapp unter die Kniescheibe reichen, für Armbäder bis kurz über die Ellenbogen. Zuerst werden die Arme oder Füße für 3 bis 5 Minuten in das Gefäß mit warmem Wasser gehalten, anschließend für 5 bis 10 Sekunden in das kalte Wasser. Dieser Vorgang wird dreimal wiederholt. Anschließend werden Hände und Füße nicht trocken gerubbelt, sondern das Wasser nur leicht mit den Händen oder einem Tuch abgestreift. Danach warme Socken anziehen und etwas durch die Wohnung laufen, um die Durchblutung optimal anzuregen. Für die Hände eignen sich Wollhandschuhe.

Nackenguss gegen Kopfschmerzen im Hinterkopf

Ein kalter Guss in den Nacken erhöht die Durchblutung des Gehirns und lindert insbesondere Schmerzen im Hinterkopf. Zunächst verengen sich die Blutgefäße durch den Kältereiz. Reflexartig stellt der Körper die Gefäße jedoch in Sekundenschnelle weit, um die Durchblutung des Gehirns zu erhöhen. Selbst kleinste Nerven in Gehirn und Rückenmark werden nun wieder mit ausreichend Blut und Sauerstoff versorgt. Häufig verschwinden dadurch Nacken- und Kopfschmerzen.

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Wohlige Wärme im Nacken

Wärme im Nackenbereich wird bei Kopfschmerzen üblicherweise als angenehm empfunden. Geeignete Wärmespender sind Körner-, Heu- oder Kräuterkissen zum Erwärmen sowie warme bzw. heiße Kompressen aus der Apotheke. Auch ein Haartrockner kann helfen, Kopfschmerzen zu verringern. Durch die Nackenwärme weiten sich die gehirnversorgenden Blutgefäße und die Kopfdurchblutung verbessert sich, die Blutversorgung steigt und Kopfschmerzen lassen nach.

Kältereize gegen Migräne und Clusterkopfschmerzen

Bei einigen Kopfschmerzformen kann Wärme die Beschwerden jedoch verschlimmern. Da sind eher Kälteanwendungen von Nutzen. Insbesondere bei Migräne und dem sogenannten Clusterkopfschmerz wird Kälte oftmals hilfreicher als Wärme empfunden.

Eistücher bei Migräne

Eine spezielle Kältekompresse aus der Apotheke oder dem Sanitätshaus in den Nacken legen oder es mit einem Eistuch versuchen. Das Eistuch wird einfach selbst präpariert: Zunächst eine Salzlösung aus 1 Liter kaltem Wasser, einem Schuss einfachen Haushalts-Essig (keine Essigessenz) und einem guten Esslöffel Kochsalz ansetzen. Zwei Tücher aus Baumwolle oder Frottee bereitlegen. Nun ein Tuch in die Lösung tauchen und es anschließend auswringen. Danach wird es für etwa 20 Minuten ins Gefrierfach gelegt. Kurz bevor die 20 Minuten um sind, wird der Vorgang mit dem 2. Tuch wiederholt. Im Austausch mit dem kalten Tuch kommt das andere in die Kühlung. Das kalte Tuch in den Nacken legen. Sobald es Körperwärme annimmt (etwa nach 20 Minuten) das 2. Tuch aus der Kühlung nehmen und dieses in den Nacken legen. Oft sind die Kopfschmerzen verschwunden, wenn beide Tücher einmal verwendet sind.

Trinken gegen Kopfschmerzen

Manchmal helfen schon ein paar Schluck Flüssigkeit gegen Kopfschmerzen. Häufig entstehen Kopfschmerzen, wenn wir zu wenig getrunken haben. Durch den Flüssigkeitsmangel verdickt das Blut und die Sauerstoff-Versorgung der kleinsten Hirnnerven gerät in Gefahr. Werden die Nerven nicht mehr ausreichend versorgt, folgen Kopfschmerzen. Trinken Sie daher möglichst 2 Liter Flüssigkeit pro Tag. Geeignete Durstlöscher sind magnesiumreiches Mineralwasser und Kräutertee.

Kräutertees gegen Kopfschmerzen

Eine Tasse frisch gebrühter Tee mit ausgesuchten Kräutern kann bei beginnenden oder akuten Kopfschmerzen Linderung verschaffen.

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Wacholderbeeren

Zu Beginn von aufziehenden Kopfschmerzen eignen sich Wacholderbeeren, um den Schmerz gar nicht erst richtig durchbrechen zu lassen. Übergießen Sie 1 Teelöffel getrocknete Wacholderbeeren mit 150 ml kochendem Wasser und lassen Sie den Tee 10 Minuten ziehen. Anschließend abseihen und in kleinen Schlucken trinken.

Hibiskusblütenblätter

Auch getrocknete Hibiskusblütenblätter können einen Anflug von Kopfschmerzen stoppen. Hierfür übergießen Sie die Blüten mit heißem, nicht mehr kochendem Wasser. Anschließend 10 Minuten ziehen lassen, abseihen und in kleinen Schlucken trinken.

Rosenblütenblätter

Konnten Sie die Kopfschmerzen nicht rechtzeitig aufhalten, helfen Rosenblütenblätter, den Schmerz schneller abklingen zu lassen. Die ätherischen Öle wirken entspannend und entkrampfend. Übergießen Sie 1 Teelöffel getrocknete Rosenblüten oder 1 Handvoll frische (nicht gespritzte) Blütenblätter mit heißem, nicht mehr kochendem Wasser. 10 Minuten ziehen lassen, abseihen und Schluck für Schluck langsam genießen.

Weitere geeignete Heilkräuter

Weitere geeignete Heilkräuter für Teezubereitungen bei Kopfschmerzen sind Weidenrinde, Melisse, Mädesüß, Lindenblüten, Rosmarin, Petersilie, Kümmel, Pestwurz, Holunder, Lavendel, Waldmeister, Schafgarbe und Schlüsselblume. Beachten Sie dabei, dass Wurzeln, Rinde und harte Stiele/Blätter mit kochendem Wasser überbrüht werden. Feine Blüten und Blätter gießen Sie bitte mit heißem, nicht mehr kochendem Wasser auf. So entfalten die ätherischen Öle und andere Inhaltsstoffe der Heilpflanzen ihre Wirkung am besten.

Gewürze gegen Kopfschmerzen

Ingwer

Ingwer findet sich heute in fast jeder Küche. Auch in der Medizin, insbesondere bei Übelkeit und in der Reisemedizin, hat sich die Wurzel fest etabliert. Weniger bekannt ist, dass die scharfe Knolle auch bei Kopfschmerzen hilft. Diese Wirkung verdankt der Ingwer entzündungshemmenden, entspannenden und schmerzstillenden Inhaltsstoffen. Bei akutem Kopfweh können Sie einfach eine Scheibe geschälten Ingwers kauen. Wenn Ihnen das zu scharf ist, helfen auch geriebener Ingwer mit Orangensaft oder Ingwertee mit Honig. Für den Tee zerkleinern Sie ein kleinfingerkuppen-großes Stück Ingwer grob und übergießen es mit 150 ml kochendem Wasser, 10 bis 15 Minuten ziehen lassen, abseihen und nach Belieben mit etwas Honig gesüßt trinken. Ingwer können Sie auch als Ingwerpaste auf die Stirn auftragen. Das hilft insbesondere, wenn Kopfschmerzen bei einem Schnupfen oder einer Nasennebenhöhlenentzündung auftreten. Zur Herstellung der Ingwerpaste reiben Sie einen Teelöffel frischen Ingwer und vermischen ihn mit 1 bis 2 gemahlenen Nelken (oder einer Messerspitze Nelkenpulver). Diese Paste tragen Sie auf die Stirn auf und lassen sie etwa 15 Minuten einwirken. Mit lauwarmen Wasser abwaschen und anschließend noch einmal 10 bis 15 Minuten ruhen. Eine gerötete Stirn ist danach ganz normal und kein Grund zur Besorgnis. Vielmehr sehen Sie so das Ergebnis der gesteigerten Durchblutung, die den Kopfschmerz lindern sollte.

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Vanille

Schon die alten Ägypter erkannten, dass Vanille Kopfschmerzen lindern kann - und zwar dreimal stärker als die üblicherweise verwendete Heilpflanze Kurkuma (Gelbwurz). Natürliche Vanille enthält Eugenol, ein ätherisches Öl, dem tatsächlich eine schmerzlindernde und blutgefäßerweiternde Wirkung nachgesagt wird. Gegen Kopfschmerzen können Sie natürliches Vanilleöl ohne Zusatzstoffe in Duftlampen erwärmen und mit der Raumluft einatmen (nicht in der Nähe von Babys oder Kleinkindern). Oder aber Sie mischen 1 Teelöffel natürliches Vanilleextrakt mit einem Glas (200 ml) Wasser und trinken diese Mischung langsam und in kleinen Schlucken.

Zimt

Eine Zimtbrei-Auflage auf der Stirn wird von vielen Kopfschmerzpatienten als angenehm empfunden. Vermischen Sie dafür 1 Teelöffel naturreinen gemahlenen Zimt ohne Zusatzstoffe mit etwas Wasser so, dass eine breiige, weiche Masse entsteht. Diese streichen Sie im Liegen auf die Stirn. 15 Minuten einwirken lassen, danach abwaschen. Bei den meisten Menschen lassen die Kopfschmerzen durch die entspannende und kühlende Wirkung der Zimtbrei-Auflage deutlich nach.

Ätherische Öle gegen Kopfschmerzen

Pfefferminzöl

Natürliches Pfefferminzöl hilft vor allem bei Spannungskopfschmerzen. Massieren Sie dafür naturreines Öl über beide Schläfen und auf der Stirn in kreisenden Bewegungen etwa 2 bis 3 Minuten leicht ein (keinesfalls für Babys und Kleinkinder geeignet). So werden weniger Schmerzsignale in das Gehirn weitergeleitet und Kopfschmerzen weniger stark wahrgenommen.

Akupressur gegen Kopfschmerzen

Akupressur ist eine Art Druckmassage, die mit den Fingerspitzen ausgeführt wird. Über Akupunkturpunkte soll ein etwaiger negativer Energiefluss ausgeglichen werden. Bei Kopfschmerzen im Stirnbereich beispielsweise kann der Punkt Hsi-san helfen. Er liegt jeweils links und rechts der Schläfe etwa einen Fingerbreit neben der Augenbraue. Lassen Sie gleichzeitig Ihre Finger mit leichtem Druck um beide Punkte etwa 1 bis 3 Minuten kreisen. Die Augen bitte zuvor schließen. Weitere typische Akupressurpunkte gegen Kopfschmerzen befinden sich in der Mitte des Nasenrückens und am höchsten Punkt der rechten und linken Augenbraue. Bei akuten Kopfschmerzen pressen Sie mit Ihrem Daumen und Zeigefinger für etwa 30 Sekunden die Mitte des Nasenrückens. Die beiden Schmerzpunkte über den Brauen massieren Sie bitte 1 bis 3 Minuten mit sanftem Druck in leicht kreisenden Bewegungen. Bei seitlichen und einseitigen Kopfschmerzen kann eine Ohrläppchen-Akupressur helfen, die Schmerzen zu vertreiben. Massieren Sie dafür ein oder beide Ohrläppchen (je nach einseitigem oder beidseitigem Kopfschmerz) mittelkräftig zwischen Daumen und Zeigefinger. Unterstützend können Sie auch leicht in die Vertiefung hinter dem Ohr drücken.

Entspannungsmethoden

Nicht selten haben Kopfschmerzen spannungsbedingte Ursachen. Dabei ist es egal, ob wir emotional angespannt sind oder sich die Muskulatur durch eine Körperfehlhaltung verspannt hat. Mit bewussten Entspannungsverfahren lösen sich Verspannungen und Kopfschmerzen verschwinden. Geeignete Methoden sind Autogenes Training, Biofeedback, Fantasiereisen, Pilates, Progressive Muskelentspannung nach Jacobsen, Qigong oder Yoga. Entsprechende Kurse werden unter anderem von Krankenkassen, Volkshochschulen oder Sportvereinen bzw. Fitnesscentern angeboten.

Gesichtsgymnastik

Diese Form der Selbsthilfe sollten Sie vielleicht eher anwenden, wenn Sie alleine sind. Ansonsten aber ist Gesichtsgymnastik eine wirksame Hilfe, wenn sich Kopfweh ankündigt. Dafür zerknautschen Sie Ihr Gesicht in jede mögliche Richtung: Falten provozieren, Augen zukneifen oder aufreißen, Stirnrollen, Lippen gegeneinander pressen - alle Bewegungen sind erlaubt. Je vielfältiger und kreativer Sie sind, umso effektiver begegnen Sie der Schmerz-Anflutung. Welche Grimassen auch immer Sie schneiden: jeweils eine Gesichtspartie für etwa 5 bis 8 Sekunden anspannen und anschließend 5 Sekunden lockerlassen - das jeweils zehnmal wiederholen. Beginnen Sie oben an der Stirn, machen Sie mit den Augen weiter, dann Wangen, Ohren, Nase, Mund und Kinn sowie Hals und Nacken. Abschließend ziehen Sie noch die Schultern fest nach oben und lassen diese wieder fallen. Oft können Sie mit dieser Gesichtsakrobatik bewirken, dass sich Kopfschmerzen gar nicht erst festsetzen.

Sport und Bewegung

Insbesondere Menschen, die häufig Kopfschmerzen haben oder an Migräne leiden, sollten den lästigen Schmerzen schon vorbeugend etwas entgegensetzen. Mit regelmäßiger Bewegung und sportlicher Betätigung, möglichst an der frischen Luft, können Sie Kopfschmerzattacken verringern. Dafür reicht es aus, wenn Sie sich dreimal pro Woche für mindestens 30 Minuten aufs Rad schwingen, walken, joggen oder schwimmen. Damit beugen Sie übrigens nicht nur Kopfschmerzen vor, vielmehr profitiert der gesamte Organismus, insbesondere das Herz-Kreislaufsystem, von regelmäßiger Körperaktivität. Gesunde Menschen können langsam mit dem Training beginnen und Zeit sowie zurückgelegte Strecke stetig steigern. Bei Vorerkrankungen wie beispielsweise Herzschwäche, Diabetes, Adipositas, Osteoporose oder Bluthochdruck sollte vor Trainingsbeginn ein Arzt befragt werden. Mitunter müssen Medikamente angepasst oder umgestellt werden. Ebenso können Sie besprechen, welche Sportart für Sie am geeignetsten ist.

Ernährung bei Migräne

Die Ernährung bei Migräne ist ein komplexes Thema. Generell ist es vorteilhaft, den Körper nicht allzu großen Schwankungen auszusetzen. Versuchen Sie deshalb Blutzuckerschwankungen zu minimieren, regelmäßige Tagesabläufe und Schlafzyklen einzuhalten und Suchtstoffe wie Koffein, Alkohol und Nikotin zu meiden. Ein Verzicht auf Fertigprodukte, Gluten und tierische Lebensmittel hat bei einigen Migräne-Leidenden zu Verbesserungen geführt. Achten Sie auf jeden Fall auch immer darauf genügend Flüssigkeit zu sich zu nehmen.

Allgemeine Tipps zur Vorbeugung von Migräne

  • Meiden Sie Auslöser: Meiden Sie möglichst alle Faktoren, von denen Sie wissen, dass Sie Ihnen eine Migräne bescheren können. Diese sogenannten „Trigger“ können bestimmte Nahrungsmittel, ausgelassene Mahlzeiten, Saunabesuche und/oder Hektik und Stress im Alltag sein. Einen guten Überblick erhalten Sie, wenn Sie ein Migräne-Tagebuch führen.
  • Seien Sie kein Perfektionist: Sich an Pläne, Prinzipien und eigene Erwartungen (an sich und andere) zu halten, ist gut - sofern man es nicht übertreibt.
  • Achten Sie auf einen geregelten Tagesablauf mit festen Zeiten für Mahlzeiten und Bettruhe.

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