Nervenentzündungen, auch bekannt als Neuritis, können erhebliche Schmerzen und Beschwerden verursachen. Die Behandlung von Nervenentzündungen ist oft komplex und erfordert einen ganzheitlichen Ansatz. Eine Methode, die in den letzten Jahren zunehmend an Bedeutung gewonnen hat, ist das Wasserfasten. Dieser Artikel beleuchtet die potenziellen Vorteile des Wasserfastens bei Nervenentzündungen, die wissenschaftlichen Grundlagen und die notwendigen Vorsichtsmaßnahmen.
Was ist Wasserfasten?
Wasserfasten ist eine Form des Heilfastens, bei der für einen bestimmten Zeitraum ausschließlich Wasser konsumiert wird. Es ist eine der extremsten Formen des Fastens und sollte nur unter ärztlicher Aufsicht durchgeführt werden. Ziel des Wasserfastens ist es, dem Körper eine Pause von der Verdauung zu gönnen und ihn in einen Zustand der Autophagie zu versetzen, in dem beschädigte Zellen abgebaut und recycelt werden.
Mögliche Vorteile des Wasserfastens bei Nervenentzündungen
Entzündungshemmende Wirkung
Einer der Hauptvorteile des Wasserfastens ist seine entzündungshemmende Wirkung. Viele chronische Erkrankungen, einschließlich Nervenentzündungen, sind durch chronische Entzündungen gekennzeichnet. Fasten kann helfen, diese Entzündungen zu reduzieren, indem es den Körper in einen Zustand der Ketose versetzt, in dem er Fett anstelle von Glukose als Hauptenergiequelle nutzt. Dies führt zur Produktion von Ketonkörpern, die entzündungshemmende Eigenschaften haben.
Schmerzlinderung
Viele Menschen, die fasten, berichten über eine Verringerung ihrer Schmerzen. Fasten setzt an vielen Stellen an und kann bei verschiedenen Schmerzzuständen wie Migräne, Rheuma und Fibromyalgie helfen. Durch die Umstellung der Ernährung von außen auf die Versorgung von innen werden verschiedene Mechanismen aktiviert, die schmerzlindernd wirken.
Verbesserung des Stoffwechsels
Wasserfasten kann den Stoffwechsel verbessern und den Säure-Basen-Haushalt normalisieren. Dies kann die Nährstoffversorgung der Muskeln und Nerven im Nacken- und Schulterbereich verbessern, was besonders bei Erkrankungen wie dem HWS-Syndrom von Vorteil sein kann.
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Stressabbau und Stimmungsaufhellung
Fasten kann das Nervensystem wieder in Balance bringen und stimmungsaufhellend wirken. Dies kann zu mehr innerer Ruhe und Entspannung führen, was den psychischen Faktor, der oft zu chronischen Schmerzerkrankungen beiträgt, positiv beeinflussen kann. Studien haben gezeigt, dass Fasten die Verfügbarkeit von Serotonin erhöhen kann, einem Neurotransmitter, der stimmungsaufhellend und appetitvermindernd wirkt.
Autophagie und Zellregeneration
Ein weiterer wichtiger Aspekt des Fastens ist die Autophagie, ein zellulärer Reinigungsprozess, bei dem der Körper unbrauchbare und störende Bestandteile wie fehlgeformte Proteine und funktionsunfähige Mitochondrien abbaut. Dieser Prozess kann zur Regeneration von Nervenzellen beitragen und die Funktion des Nervensystems verbessern.
Wissenschaftliche Erkenntnisse und Studien
Rheumatische Erkrankungen
Für die rheumatoide Arthritis gibt es bezüglich der Studienlage die höchste Aussagekraft für positive Effekte des Fastens. In einer randomisiert-kontrollierten Studie zeigten norwegische Forscher, dass bei Patienten mit rheumatoider Arthritis eine einwöchige Fastenphase die Beschwerden deutlich verringerte und die Entzündungsparameter abnahmen. Dieser Effekt hielt etwa ein Jahr lang an.
Migräne
Eine Dissertation mit über 400 fastenden Migränepatienten wies nach, dass nach durchschnittlich 14 Fastentagen 94 Prozent der Patienten in den folgenden sechs Monaten keine oder deutlich weniger Anfälle hatten.
Fibromyalgie
Selbst bei Fibromyalgie, bei dem die Patienten über Schmerzen am ganzen Körper klagen, kann Fasten die Beschwerden meist erstaunlich gut lindern, oft sogar ganz zum Verschwinden bringen.
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Risiken und Nebenwirkungen
Wasserfasten ist nicht für jeden geeignet und birgt bestimmte Risiken. Zu den möglichen Nebenwirkungen gehören:
- Dehydration: Es ist wichtig, während des Fastens ausreichend Wasser zu trinken, um Dehydration zu vermeiden.
- Elektrolytungleichgewicht: Der Körper kann während des Fastens wichtige Elektrolyte verlieren, was zu Muskelkrämpfen, Müdigkeit und Herzrhythmusstörungen führen kann.
- Nährstoffmangel: Da während des Fastens keine feste Nahrung aufgenommen wird, kann es zu einem Mangel an wichtigen Nährstoffen kommen.
- Schwindel und Schwäche: Niedriger Blutzucker und niedriger Blutdruck können zu Schwindel und Schwäche führen.
- Verschlimmerung bestehender Erkrankungen: Wasserfasten kann bestimmte Erkrankungen verschlimmern, wie z.B. Diabetes, Nierenerkrankungen und Essstörungen.
Wer sollte Wasserfasten vermeiden?
Wasserfasten ist nicht geeignet für:
- Schwangere und stillende Frauen
- Personen mit Essstörungen
- Personen mit schweren chronischen Erkrankungen (z.B. Diabetes, Nierenerkrankungen, Herzerkrankungen)
- Personen mit Untergewicht
- Personen, die Medikamente einnehmen, die regelmäßig eingenommen werden müssen
Vorbereitung und Durchführung des Wasserfastens
Ärztliche Beratung
Vor Beginn eines Wasserfastens ist es unerlässlich, einen Arzt zu konsultieren. Der Arzt kann beurteilen, ob das Fasten für die individuelle Gesundheit geeignet ist und die notwendigen Vorsichtsmaßnahmen treffen.
Vorbereitung
Eine sorgfältige Vorbereitung ist entscheidend für den Erfolg des Wasserfastens. Dazu gehört eine schrittweise Reduzierung der Kalorienaufnahme in den Tagen vor dem Fasten, um den Körper auf die Umstellung vorzubereiten.
Durchführung
Während des Wasserfastens sollte ausschließlich Wasser getrunken werden. Es ist wichtig, ausreichend Flüssigkeit zu sich zu nehmen, um Dehydration zu vermeiden. Moderate Bewegung und Ruhe sollten im Gleichgewicht stehen.
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Nach dem Fasten
Nach dem Fasten ist ein langsamer und kontrollierter Kostaufbau wichtig, um den Körper nicht zu überlasten. Es empfiehlt sich, mit leicht verdaulichen Lebensmitteln wie Gemüsebrühe, Obst und Gemüse zu beginnen.
Alternative Fastenmethoden
Für Personen, denen Wasserfasten zu extrem ist, gibt es alternative Fastenmethoden, die möglicherweise besser geeignet sind:
- Heilfasten nach Buchinger: Hier werden Tee, Honig, Fruchtsäfte und Gemüsebrühe in geringen Mengen konsumiert.
- Intermittierendes Fasten: Hierbei wird in bestimmten Zeitfenstern gefastet, z.B. 16 Stunden fasten und 8 Stunden essen.
- Schleimfasten: Eine magenschonende Variante, bei der Schleimstoffe wie Leinsamen oder Flohsamenschalen konsumiert werden.
- Saftfasten: Hier werden ausschließlich Gemüsesäfte getrunken.
Ergänzende Therapien
In Kombination mit dem Wasserfasten können auch andere Therapien zur Linderung von Nervenentzündungen eingesetzt werden:
- Physiotherapie: Gezielte Übungen und Massagen können helfen, Muskelverspannungen zu lösen und die Beweglichkeit zu verbessern.
- Akupunktur: Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) kann helfen, Schmerzen zu lindern und das Gleichgewicht im Körper wiederherzustellen.
- Anthroposophische Medizin: Diese ganzheitliche Therapieform betrachtet den Menschen in seiner Gesamtheit und versucht, das gestörte Verhältnis zwischen Empfindungs- und Lebensorganisation wiederherzustellen.
- Ernährungsumstellung: Eine entzündungshemmende Ernährung mit viel Gemüse, Obst, Fisch und gesunden Ölen kann helfen, Entzündungen zu reduzieren und die Schmerzen zu lindern.
Fallbeispiel
Ein 48-jähriger Winzer mit Polyarthritis fastete 17 Tage und erfuhr eine deutliche Besserung seiner Schmerzen. Nach einer weiteren Fastenperiode hatte er keine Gelenkbeschwerden mehr und benötigte auch keine Medikamente mehr für sein Asthma.
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