Die Parkinson-Krankheit, auch bekannt als Parkinson-Syndrom, ist eine fortschreitende neurologische Erkrankung, die durch den Mangel eines speziellen Botenstoffs, Dopamin, in bestimmten Hirnbereichen verursacht wird. Dieser Mangel führt zu charakteristischen Bewegungsstörungen und weiteren Symptomen. Die Erkrankung betrifft etwa 1 % der über 60-jährigen Menschen, kann aber auch in seltenen Fällen jüngere Patienten betreffen.
Einführung in Parkinson
Parkinson ist eine Erkrankung des Nervensystems, die vor allem bei älteren Menschen auftritt und bislang nicht heilbar ist. Die Parkinson-Krankheit verläuft nicht unmittelbar tödlich, doch die Lebenserwartung von Menschen mit Parkinson verkürzt sich durchschnittlich um vier bis elf Jahre. Dies gilt vor allem für die sogenannte Parkinson-Krankheit, welche die häufigste Form der Parkinson-Syndrome ist. Menschen mit Parkinson sterben meist nicht direkt an der Erkrankung selbst, sondern an den Komplikationen, die im Krankheitsverlauf auftreten können. Wie alt Parkinson-Patienten werden, hängt immer vom individuellen Gesamtbild des Patienten und der Parkinson-Form ab.
Es gibt verschiedene Erscheinungsformen des Parkinson-Syndroms. Morbus Parkinson oder das idiopathische Parkinson-Syndrom, bei dem die Ursache der Erkrankung unbekannt ist und Neuronen im Hirnstamm absterben, die für die Dopamin-Produktion verantwortlich sind. Das sekundäre Parkinson-Syndrom hingegen lässt sich auf Verkalkung, Entzündungen, Verletzungen oder andere schädliche Einflüsse auf das Gehirn zurückführen.
Symptome und Verlauf der Parkinson-Krankheit
Jede Parkinson-Erkrankung verläuft individuell. Dasselbe gilt für die Symptome. Grundsätzlich verstärken sich die Parkinson-Symptome über die Zeit, weil nach und nach immer mehr Nervenzellen absterben. Bei vielen Patienten schwanken die Symptome auch täglich. Die Parkinson-Krankheit verläuft nicht in Schüben, sondern ist eine neurodegenerative Erkrankung, bei der im Krankheitsverlauf von Zeit zu Zeit Gehirnzellen absterben. Nichtsdestotrotz kann es zeitweise zu plötzlichen Verschlechterungen kommen, die sich wie ein akuter Parkinson-Schub anfühlen.
Frühstadium
Klassische Symptome im Frühstadium von Parkinson sind die typischen motorischen Symptome, also Muskelzittern (Tremor), Muskelsteifheit (Rigor) und eine Verlangsamung der Bewegungen (Bradykinese). Vor Beginn der motorischen Symptome können bereits verschiedene Vorboten von Parkinson auftreten. Meist sind die Vorboten allerdings so unspezifisch, dass der Verdacht nicht sofort bei Parkinson liegt. Diese Vorläuferphase bezeichnet die Medizin als Prodromalphase.
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Fortgeschrittenes Stadium
Im fortgeschrittenen Parkinson-Stadium kommen neben den motorischen Symptomen weitere Begleiterscheinungen hinzu, die nicht so gut auf Medikamente ansprechen. Dazu gehören beispielsweise Schluckstörungen mit einem erhöhten Risiko von Lungenentzündungen, Gleichgewichtsstörungen, Störungen beim Wasserlassen und psychische Beschwerden.
Endstadium
Schwere Bewegungsstörungen umfassen eine ausgeprägte Steifheit (Rigor), starkes Zittern (Tremor), eine extreme Verlangsamung der Bewegungen (Bradykinese) und erhebliche Gangstörungen. Die Fähigkeit, sich selbstständig zu bewegen, ist stark eingeschränkt. Die Sprachfähigkeit kann stark beeinträchtigt sein, was zu undeutlicher Sprache und Kommunikationsproblemen führt.
Diagnose und Therapie
Durch Forschungen ist bekannt, dass sich die typischen Parkinson-Symptome in den meisten Fällen erst zeigen, wenn bereits etwa die Hälfte der Nervenzellen in der sogenannten Substantia nigra („schwarze Substanz“) im Gehirn abgebaut ist. Die Symptome im Anfangsstadium von Parkinson lassen sich oft durch eine angemessene Parkinson-Therapie deutlich verbessern.
Medikamentöse Therapie
Für die Therapie der Parkinson-Krankheit existiert eine Leitlinie, die Empfehlungen für die behandelnden Ärzte enthält. Oberstes Ziel ist es, die bestmögliche Lebensqualität zu gewährleisten. Zwar können Parkinson-Medikamente die ursächlichen Schäden des Nervensystems nicht rückgängig machen, aber sie können den Dopamin-Mangel ausgleichen und auf diese Weise die Symptome lindern. Ziel ist eine lange Wirksamkeit und möglichst keine Nebenwirkungen.
Nicht-medikamentöse Therapie
Neben der medikamentösen Behandlung spielen physikalische Therapien eine wichtige Rolle. Physio- und Ergotherapien sollen die Beweglichkeit und das Wohlbefinden der Patienten erhalten oder wiederherstellen. Dazu werden individuelle Interessen der jeweiligen Person berücksichtigt, um die Behandlung möglichst abwechslungsreich zu gestalten.
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Leistungen und Ansprüche bei Parkinson
Parkinson kann im Krankheitsverlauf Pflegebedürftigkeit verursachen. Da müssen Sie zunächst einen Pflegegrad beantragen. Das klappt mit wenigen Schritten und nur einem Formular.
Pflegegrad beantragen
- Informieren Sie die Pflegekasse: Die Pflegekassen sind an die Krankenkassen angegliedert. Rufen Sie dort an und bitten Sie um den „Antrag auf Leistungen der Pflegeversicherung“.
- Geben Sie Ihre Daten an: Die Pflegekasse benötigt Informationen zu Ihren persönlichen Daten und dem Grund der Pflegebedürftigkeit. Machen Sie auch Angaben zu der Pflegeperson.
- Warten Sie auf den MD-Anruf: Nachdem Ihr Formular bei der Pflegekasse eingegangen ist, verständigt diese den Medizinischen Dienst (MD). Der Medizinische Dienst hat die Aufgabe, die Einschränkung der Selbstständigkeit festzustellen. Dafür kommt ein Gutachter in Ihr häusliches Umfeld.
- Überprüfen Sie den Postkasten: Nach spätestens 25 Arbeitstagen erhalten Sie Post von der Pflegekasse. Sie teilt Ihnen nach Sichtung der Gutachterunterlagen einen Pflegegrad zu.
- Ziehen Sie einen Widerspruch in Betracht (optional): Sind Sie mit der Einstufung nicht einverstanden, haben Sie das Gefühl, der Pflegegrad bildet die Pflegesituation nicht richtig ab, sollten Sie einen Widerspruch in Betracht ziehen.
Pflegegeld und weitere Leistungen
Das Pflegegeld für Parkinson ist an den Pflegegrad gekoppelt. Dieser regelt die Höhe der zu beziehenden Leistungen und muss von der Pflegeversicherung bewilligt werden. Der Pflegebedarf ist dabei die Grundlage, in welche Stufe - oder ab 2017 in welchen Pflegegrad - Sie eingruppiert werden. Er setzt sich zusammen aus allen Hilfen, die Sie als Patient benötigen, um den Alltag zu meistern (Ernährung, Körperpflege, Mobilität, Haushaltsführung).
Berufskrankheit
Unter bestimmten Umständen kann Parkinson als Berufskrankheit anerkannt werden, insbesondere wenn im Laufe des Berufslebens regelmäßig Umgang mit Insektiziden, Herbiziden und Fungiziden bestanden hat. In diesem Fall besteht Anspruch auf Leistungen des SGB VII.
Tipps für Angehörige
Die Parkinson-Erkrankung einer nahestehenden Person kann für viele Menschen ein Schock sein. Neben der Sorge um Ihr enges Familienmitglied stellen Sie sich vielleicht die Frage, inwieweit die Erkrankung Auswirkungen auf Ihr eigenes Leben haben wird. Es ist wichtig, sich gut über Parkinson zu informieren, um die betroffene Person bestmöglich unterstützen zu können.
Balance zwischen Schutz und Förderung
Für die Betroffenen ist es in der Regel wichtig, ihre Selbstständigkeit so lange wie möglich zu erhalten. Das familiäre Umfeld kann hier eine große Stütze sein, auch wenn es unter Umständen manchmal nicht leicht ist, die Balance zwischen Unterstützung und einem zu hohen Maß an Fürsorge zu finden.
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Auf sich selbst achten
Bei aller Fürsorge für den Ihnen nahestehenden Menschen ist es immer auch wichtig, sich selbst und die eigenen Bedürfnisse nicht zu vernachlässigen. Achten Sie deshalb auf sich und darauf, sich nicht zu überfordern. Eigene Freiräume schaffen. Die Unterstützung oder Betreuung eines Menschen mit Parkinson kann ohne Zweifel manchmal kräftezehrend sein. Daher ist es wichtig, auch auf die eigenen Bedürfnisse zu achten und sich selbst genug Raum zu geben.
Austausch und Rat suchen
Vielen Partnerinnen, Partnern oder Angehörigen von an Parkinson Erkrankten hilft es, sich mit Menschen in ähnlichen Situationen auszutauschen. Zahlreiche Selbsthilfegruppen für Menschen mit Parkinson richten sich auch an Partnerinnen oder Partner und Familienmitglieder, andere haben spezielle Angebote für Angehörige.
Hilfsmittel und Alltagshilfen
Es gibt eine Reihe von Hilfsmitteln, die das Leben mit Parkinson erleichtern können. Dazu gehören beispielsweise der Anti-Freezing-Stock, Rollatoren, Spezialmatratzen und Ess- und Trinkhilfen.