Cannabis bei Migräne: Hoffnung oder Hype? Ein umfassender Überblick

Kopfschmerzen und Migräne gehören zu den häufigsten neurologischen Beschwerden weltweit und können die Lebensqualität der Betroffenen erheblich beeinträchtigen. Während Spannungskopfschmerzen meist beidseitig auftreten und sich durch Druck oder Ziehen äußern, zeigt sich Migräne typischerweise als einseitiger, pulsierender Schmerz, der oft von Übelkeit, Licht- und Geräuschempfindlichkeit begleitet wird. Konventionelle Schmerzmittel bieten zwar vielen Menschen Linderung, stoßen jedoch bei einem Teil der Patient:innen an ihre Grenzen und bergen bei häufiger Einnahme das Risiko von Nebenwirkungen oder Abhängigkeit. In den letzten Jahren hat sich medizinisches Cannabis als mögliche ergänzende Therapieoption in der Schmerzbehandlung etabliert. Besonders in der Forschung zur Linderung von Migräne- und Kopfschmerzsymptomen wird der Einsatz von Cannabis zunehmend untersucht.

Was ist Migräne?

Migräne ist eine neurologische Erkrankung, die durch wiederkehrende, meist einseitige, starke Kopfschmerzattacken gekennzeichnet ist. Diese Anfälle sind oft von zusätzlichen Symptomen wie Übelkeit, Erbrechen, sowie einer erhöhten Empfindlichkeit gegenüber Licht (Photophobie), Geräuschen (Phonophobie) und manchmal sogar Gerüchen (Osmophobie) begleitet. Migräne wird meist als pulsierender oder pochender Schmerz beschrieben, der mehrere Stunden bis Tage andauern kann und die Lebensqualität der Betroffenen stark beeinträchtigt. Die Krankheit kann episodisch auftreten, bei der die Anfälle nur selten vorkommen, oder chronisch, wenn mehr als 15 Kopfschmerztage pro Monat auftreten.

Die Ursachen sind komplex und bisher nicht vollständig verstanden - sie reichen von genetischen und hormonellen Einflüssen bis hin zu Stress oder Schlafmangel.

Cannabinoide bei Migräne

Cannabis enthält über 100 verschiedene Wirkstoffe, sogenannte Cannabinoide. Bei Migräne wird vermutet, dass dieses System aus dem Gleichgewicht geraten ist. Eine Überaktivität von Nervenbahnen, Entzündungsprozesse und eine veränderte Schmerzverarbeitung spielen dabei eine Rolle. THC wirkt schmerzlindernd, entspannend und teilweise antiemetisch (gegen Übelkeit). Dadurch kann sich nicht nur die Intensität einzelner Anfälle verringern, sondern auch der Umgang mit der Erkrankung insgesamt verbessern.

  • CBD (Cannabidiol): CBD besitzt entzündungshemmende und neuroprotektive Eigenschaften, die bei Migräne hilfreich sein können. Es wirkt entspannend auf das Nervensystem und moduliert die Schmerzsignale, was die Häufigkeit und Intensität der Anfälle verringern kann. CBD hat zudem antiemetische Eigenschaften und kann Übelkeit lindern, die bei Migräneattacken häufig auftritt.
  • THC (Tetrahydrocannabinol): THC kann die Schmerzempfindlichkeit im zentralen Nervensystem beeinflussen und wirkt dabei schmerzlindernd. THC unterstützt die Freisetzung von Dopamin und Serotonin, was bei Migräne eine entspannende Wirkung hat. Allerdings sollten die THC-Dosen individuell angepasst werden, da hohe Dosen bei manchen Menschen Kopfschmerzen verstärken können.

Terpene und ihre Rolle

Zusätzlich rücken bestimmte Terpene in den Fokus, da sie die Wirkung der Cannabinoide beeinflussen können. Das Zusammenspiel aus Cannabinoiden und Terpenen - der sogenannte Entourage-Effekt - könnte erklären, warum Balanced Sorten bei Migräne häufig besser vertragen werden.

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  • Linalool: Linalool hat angstlösende und entspannende Eigenschaften und kann die Muskelverspannung und Anspannung reduzieren, die häufig Migräneanfälle begleiten. Es wirkt beruhigend auf das zentrale Nervensystem und unterstützt die schmerzlindernde Wirkung von CBD und THC.
  • Beta-Caryophyllen: Dieses Terpen bindet an CB2-Rezeptoren und hat entzündungshemmende Effekte. Es kann die Entzündung und Schmerzempfindlichkeit, die Migräne begleiten, dämpfen und hilft, die Schmerzwahrnehmung zu reduzieren.
  • Myrcen: Myrcen wirkt muskelentspannend und schmerzlindernd. Es fördert die Entspannung und mindert die Spannungsschmerzen, die oft in Verbindung mit Migräne auftreten.

Der aktuelle Stand der Forschung

Die medizinische Wirkung von Cannabis ist noch nicht endgültig erforscht. Eine zentrale Rolle spielt das Endocannabinoid-System als Teil des Nervensystems. Es reagiert auf die Wirkstoffe von Cannabis, die Cannabinoide, zu denen insbesondere THC (Tetrahydrocannabinol) und CBD (Cannabidiol) zählen. Das Endocannabinoid-System scheint mit der Schmerzwahrnehmung im Gehirn zusammenzuhängen, auch bei Migräne-Attacken. Studien haben gezeigt, dass Migräne-Patienten durch die Einnahme von Präparaten mit THC und CBD an weniger Tagen pro Monat Migräne-Attacken hatten. Außerdem ließen sich dadurch Symptome wie Kopfschmerzen und Übelkeit verringern beziehungsweise lindern. Insgesamt ist die Datenlage aber bislang nicht ausreichend, um endgültige Empfehlungen zu Therapieoptionen und Dosierungen für die Behandlung mit Cannabis gegen Migräne zu machen. Es gibt einzelne Hinweise auf mögliche Nebenwirkungen von medizinischem Cannabis, nach denen sich die Symptome verschlimmern. Als Ursache gilt in erster Linie eine zu hohe Dosierung über einen zu langen Zeitraum.

Eine Studie aus dem Jahr 2020 von Stith und Kolleg:innen befasste sich mit dem Zusammenhang von Cannabis und Kopfschmerzen, ins besonders Migränekopfschmerzen. Das Ziel der Studie war es den Effekt von medizinischem Cannabis gegen Migräne und Kopfschmerzen herauszufinden. Außerdem sollten die Unterschiede der Cannabis Sorten auf die Intensität der Symptomveränderung untersucht werden.

In der, in den USA durchgeführten Studie, wurde eine App genutzt, um die Gesundheitsdaten von Personen zu erfassen, welche unter Kopfschmerzen litten und/oder an Migräne erkrankt waren. Die sogenannte ‘Releaf App’ wird von Menschen genutzt die Cannabis zum medizinischen Zweck gebrauchen und in der App den Gebrauch dokumentieren wollen. In der App geben die Nutzer:innen die Eigenschaften des verwendeten Produktes (Herkunft, Stärke, Sorte etc.), sowie den Grund der Verwendung, die Konsummenge und die Linderung von Symptomen, bei der Nutzung auftretende Gefühle und Nebenwirkungen, die sie erfahren haben, ein. Bei jeder Nutzung wird eine neue Sitzung gestartet, in der sowohl die Menge als auch die direkten Auswirkungen des Gebrauchs aufgezeichnet werden.

Für die Studie verwendeten die Forscher:innen Daten von 699 Personen, die ihre Behandlung mit Cannabis in der ‘Releaf App’ dokumentierten. Von diesen litten 493 Proband:innen unter Spannungskopfschmerzen und 280 unter Migräne. Kategorisiert wurden die Teilnehmenden anhand der selbst angegebenen Symptome, die sie aus einer Liste von 50 Symptomen in der App auswählten. Für die Forschenden waren die Angabe des Phänotyps (C.sativa, C.indica & hybrid), die Einnahmeform, der Kopf- und Migräne bezogene Schmerz und die berichteten Nebenwirkungen bei einer medizinischen Cannabis Sitzung von besonderem Interesse.

Die verschiedenen Produkttypen oder auch Phänotypen bestanden aus Cannabis Sativa, Cannabis Indica und Hybrid-Cannabis, welches die Eigenschaften von zwei oder mehr Sorten nutzt. Cannabis Sativa zeichnet sich durch einen hohen Delta-9-Tetrahydrocannabinol (THC) sowie einen niedrigen Cannabidiol (CBD) Gehalt aus. Dabei wird die Wirkung als anregend, aktivierend, motivierend beschrieben. Zudem berichten Konsument:innen von Reduzierung von Übelkeit und Förderung des Appetits. Die Cannabissorte Indica ist bekannt für ihren hohen CBD-Gehalt. Die Wirkung der Sorte beruht hauptsächlich auf Reduzierung von Entzündungen, Schmerzlinderung, Förderung des Schlafes, Anregung des Appetits und Reduzierung von Stress und Angst. Für die Untersuchung des Effekts der unterschiedlichen Cannabis Sorten wurde der Schmerz der Nutzer:innen vor und nach der Cannabis Sitzung auf einer Skala von 0 bis 10 erfasst. Der Effekt auf die Schmerzen wurde bis zu 2 Stunden nach der Einnahme untersucht.

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Im Durchschnitt führten die untersuchten Nutzer:innen 5 Sitzungen innerhalb von 65 Tagen durch. Von besonderem Interesse waren die Sitzungen bei denen getrocknete Cannabis Blüten verwendet wurden, daher wurden ausschließlich diese untersucht. Am häufigsten wurden Hybridsorten genutzt (54%). Für die seltensten Sitzungen verwendeten Nutzer:innen Cannabis Sativa (16%). Der bevorzugte Nutzen von Cannabis Indica (30%) und Hybrid Cannabis unterstreicht die schmerzlindernde Wirkung dieser Sorten, da genau diese bei den Kopfschmerz- und Migränebetroffenen am wichtigsten ist. Bei der Mehrheit der Sitzungen wurden Pfeifen oder Verdampfer verwendet. Nur wenige Patient:innen rauchten das medizinische Cannabis in Form eines Joints. Durchschnittlich enthielten die Blüten 18% THC und 8% CBD. Durch den Konsum der Blüten wurde der Schmerz signifikant weniger. Zudem berichteten die Nutzer:innen bei 94% der Sitzungen eine Linderung der Symptome. Nur ein kleiner Teil bemerkte keine Verbesserung und ein noch geringerer Teil berichtete von einer Verschlechterung der Symptome.

Die Ergebnisse der Big Data Analyse hat gezeigt, dass bei neun von zehn Menschen mit Kopfschmerzen die Symptome durch Gras besser wurden. Zudem zeigte sich: Cannabis hat das Potenzial, Kopfschmerzen und Migräne um fast die Hälfte zu lindern. Unter Kopfschmerzpatienten profitierten im Schnitt mehr Männer von der Cannabiswirkung als Frauen. Konzentrate zeigten insgesamt etwas bessere Effekte als Blüten. Mit der Zeit schienen sich Menschen mit Kopfschmerzen an den Cannabiskonsum zu gewöhnen - zumindest an die Wirkung von Cannabisblüten. Sie brauchten allmählich höhere Mengen, um ihre Beschwerden zu lindern.

Forscher in den USA haben 34 Studien zu „Kopfschmerzen und Cannabis“ sowie „Migräne und Cannabis“ untersucht. Nach ihren Erkenntnissen kann der Gebrauch von medizinischem Cannabis die Dauer und Häufigkeit von Migräne und unklaren Kopfschmerzen verringern. In allen untersuchten Studien fanden die Forscher Hinweise darauf, dass medizinisches Cannabis Migräne lindern kann. Kurzfristige Effekte umfassten eine geringere Verwendung von Schmerzmitteln und weniger Schmerz. Die Forscher schätzen jedoch, dass es noch zu wenig Forschung zu Cannabis gegen Kopfschmerzen und Migräne gibt. Es sind weitere Studien notwendig, um herauszufinden, welche Formen der Anwendung und Dosierungen am besten sind. Auch die spezielle Eignung einzelner Cannabissorten für die Behandlung von Migräne und chronischen Kopfschmerzen sollte genauer erforscht werden.

Eine Übersichtsarbeit aus mehreren medizin-wissenschaftlichen Portalen (PubMed, EMBASE, PsycINFO, CINAHL, Web of Science) mit insgesamt 12 Publikationen und 1 980 Patienten ergab, dass medizinisches Cannabis (MC) nach 6 Monaten der Einnahme Übelkeit und Erbrechen durch Migräne signifikant reduzieren konnte. Es sorgte schon nach 30 Tagen für eine Reduktion in der Migränehäufigkeit und -frequenz. MC war dabei 51 % effektiver in der Reduktion der Migräne als Produkte ohne Cannabis. Im Vergleich zu Amitriptylin konnte MC bei manchen Patienten (11,6 %) Migräneattacken stoppen und ansonsten die Frequenz reduzieren. Bei Nutzern von MC kam es jedoch oftmals zu Kopfschmerzen durch Medikamentenübergebrauch. Die Autoren dieser Übersichtsarbeit schließen daraus, dass medizinisches Cannabis positive Effekte auf Häufigkeit und Frequenz von Migräne haben kann. Weitere experimentelle Studie zur Bewertung der Sicherheit und Effektivität von Cannabis bei Migräne wäre jedoch notwendig, um dies verlässlich einschätzen zu können.

Geeignete Cannabissorten bei Migräne

Für Migräne eignen sich Cannabissorten mit einem ausgewogenen CBD- und moderaten THC-Gehalt sowie den Terpenen Linalool, Beta-Caryophyllen und Myrcen.

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Balanced Cannabis-Sorten, also Sorten mit einem ähnlichen Verhältnis von THC und CBD, werden bei Migräne häufig empfohlen, da sie mehrere Vorteile vereinen. Das enthaltene THC kann schmerzlindernd und gegen Übelkeit wirken, während CBD beruhigend, entzündungshemmend und ausgleichend auf das Nervensystem einwirkt. Gleichzeitig gibt es auch Nachteile: Die Wirkung fällt meist milder aus als bei stark THC-dominanten Sorten und reicht bei sehr schweren Migräneattacken nicht immer aus.

Einige häufig genannte Sorten im Zusammenhang mit Migräne sind:

  • Harlequin: Eine Sorte mit einem ausgewogenen THC-zu-CBD-Verhältnis.
  • ACDC: Eine weitere Sorte mit einem ausgewogenen THC-zu-CBD-Verhältnis.
  • Libra: Ein ausgewogener, überwiegend sativadominanter Hybrid, der gezielt für ein harmonisches Zusammenspiel aus geistiger Klarheit, sozialer Offenheit und körperlicher Gelassenheit gezüchtet wurde.
  • OG Kush: Der OG Kush Strain wurde erstmals in den frühen 90er Jahren in Florida angebaut, nachdem in Nordkalifornien der Ursprungsstrain durch die Kreuzung von Chemdawg, Lemon Thai und einer unbekannten Hindu-Kush-Pflanze aus Amsterdam entstanden sein soll.
  • Black Triangle: Diese zu 100% reine Indica-Hybride entstand durch die Kreuzung von Triangle Kush und '88 G13 Hashplant, wobei auch Sativa-Phänotypen auftreten können.
  • First Class Funk: First Class Funk ist ein indica-dominanter Hybrid-Strain, der von den Sorten Cookies und Gelato abstammt.
  • Wedding Singer: Die Wirkung von Wedding Singer ist entspannend und euphorisch zugleich. Der Strain erzeugt eine angenehme körperliche Entspannung und hebt die Stimmung auf eine fröhliche und g…
  • Moon Berry: Die Wirkung von Moon Berry ist ausgeglichen und beruhigend. Sie erzeugt eine sanfte Entspannung im Körper, während der Geist klar und fokussiert bleibt.
  • Ice Cream Cake x Kush Mints: Ice Cream Cake x Kush Mints ist ein Indica dominanter Strain. Die Ice Cream Cake x Kush Mints Wirkung bietet eine tiefe Entspannung, die den Körper in einen Zustand der Ruhe und Gelas…
  • French Cookies: French Cookies ist eine ausgewogene Sorte mit dominanter Sativa-Genetik. Das High von French Cookies ist kräftig, jedoch gleichzeitig entspannend. Es erzeugt Glücksgefühle, fördert die Konzentration und steigert die Kreativität, was es zu einer idealen Wahl für die Mitte des Tages macht.
  • Mango Cream Cheese: Mango Cream Cheese ist eine Cannabissorte, die sich durch die Kombination zweier ikonischer Geschmacksprofile auszeichnet: die exotische Süße reifer Mangos und die cremig-käsige Tiefe klassischer Cheese-Genetiken.
  • God Bud: God Bud ist eine Indica-Sorte, die für ihren tief entspannenden Effekte und ihren süßen, erdigen Geschmack bekannt ist. Die Wirkung von God Bud ist stark entspannend und beruhigend.

Die Auswahl sollte immer individuell und ärztlich begleitet erfolgen.

Verfügbarkeit und Anwendung in Deutschland

Seit 2017 ist es Ärzten in Deutschland erlaubt, medizinisches Marihuana oder Cannabis zu verschreiben. Die Indikationen für die Anwendung sind nicht explizit formuliert, allerdings geht die Fachliteratur von einem sehr breiten therapeutischen Spektrum aus. Da zu den etablierten Indikationen chronische Schmerzen zählen, ist das Interesse von Migräne-Patienten naheliegend. Medizinisches Cannabis lässt sich inhalieren (rauchen, verdampfen) oder oral einnehmen (Tropfen, Kapseln, Öl, Spray).

Cannabis steht in verschiedenen Darreichungsformen zur Verfügung:

  • Inhalation (Verdampfen): Wirkt schnell - bereits nach wenigen Minuten.
  • Öle und Tinkturen: Wirken verzögert (15-30 Minuten), dafür länger.

Wenn die Krankenkasse die Kosten für die Behandlung mit medizinischem Cannabis, etwa gegen Migräne, übernehmen soll, ist eine Genehmigung erforderlich. Die Ablehnung ist nur in begründeten Ausnahmefällen möglich.

Den Anbau von medizinischem Cannabis überwacht in Deutschland die Cannabisagentur des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM). Das BfArM erteilt auch Genehmigungen für den Import von medizinischem Cannabis und daraus gefertigten Produkten (zum Beispiel Extrakte). Die über Apotheken vertriebene Menge Cannabis stieg seit 2017 kontinuierlich an.

Mögliche Nebenwirkungen und Risiken

Es gibt einzelne Hinweise auf mögliche Nebenwirkungen von medizinischem Cannabis, nach denen sich die Symptome verschlimmern. Als Ursache gilt in erster Linie eine zu hohe Dosierung über einen zu langen Zeitraum.

Mögliche Nebenwirkungen sind Mundtrockenheit, Müdigkeit, Schwindel oder bei hohen THC-Dosen auch psychische Effekte.

Gängige Kopfschmerzmittel wirken nicht immer wie erhofft und können mitunter Nebenwirkungen verursachen. Viele Menschen, die unter primären Kopfschmerzen leiden - also Migräne, Spannungskopfschmerzen oder Clusterkopfschmerzen - sind mit dem Begriff MÜK vertraut. Der MÜK zeigt sich durch anhaltende, häufigere oder verstärkte Kopfschmerzen, begleitet von einem gesteigerten Bedarf an Kopfschmerzmedikamenten. Nach Schätzungen der Deutschen Gesellschaft für Neurologie leiden weltweit etwa 0,7 bis 1 Prozent der Bevölkerung unter medikamenteninduzierten Kopfschmerzen.

In Fällen, in denen Cannabis als Medikament zur Behandlung von Migräne in Betracht gezogen wird, stellt sich die Frage, wie sich dies auf den MÜK auswirkt beziehungsweise, ob Cannabis möglicherweise ebenfalls Kopfschmerzen verursachen kann. Bisher ist die Forschung zu diesem Thema noch nicht eindeutig. Eine Studie fand jedoch einen klaren Zusammenhang zwischen der Nutzung von medizinischem Cannabis, chronischer Migräne und dem Auftreten von MÜK heraus.

Fazit

Die Forschung zu Cannabis und Migräne steht noch am Anfang, aber erste Ergebnisse sind vielversprechend. Studien zeigen, dass medizinisches Cannabis die Häufigkeit und Intensität von Migräneanfällen deutlich senken kann. Betroffene berichten von positiven Erfahrungen, bei denen sowohl die Häufigkeit als auch die Stärke ihrer Kopfschmerzen durch den Einsatz von Cannabis deutlich verringert wurden.

Es ist wichtig zu beachten, dass die individuelle Reaktion auf Cannabis variieren kann und es ratsam ist, dies mit einem Arzt zu besprechen. Die Dosierung sollte individuell angepasst und unter ärztlicher Begleitung langsam gesteigert werden.

Medizinisches Cannabis kann eine vielversprechende Option für Menschen mit Migräne sein, insbesondere für diejenigen, bei denen konventionelle Behandlungen nicht ausreichend wirken oder mit starken Nebenwirkungen verbunden sind. Es ist jedoch wichtig, sich umfassend zu informieren, sich ärztlich beraten zu lassen und die Behandlung sorgfältig zu überwachen.

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