Die Parkinson-Krankheit ist eine fortschreitende neurodegenerative Erkrankung, die durch den Verlust von Dopamin produzierenden Nervenzellen im Gehirn gekennzeichnet ist. Dies führt zu motorischen Störungen und beeinträchtigt die Lebensqualität der Betroffenen erheblich. Obwohl Parkinson unheilbar ist, gibt es Möglichkeiten, das Risiko zu senken und den Verlauf der Krankheit positiv zu beeinflussen. Dieser Artikel beleuchtet die Risikofaktoren und bietet umfassende Informationen zu Präventionsstrategien.
Was ist die Parkinson-Krankheit?
Die Parkinson-Krankheit ist nach Alzheimer die zweithäufigste neurodegenerative Erkrankung. In Deutschland sind fast 300.000 Menschen ab 40 Jahren betroffen. Bis 2050 könnte sich die Zahl der Betroffenen weltweit auf 23,8 Millionen verdoppeln.
Ursachen und Symptome
Bei Parkinson sterben im Gehirn Nervenzellen ab, die Dopamin produzieren, einen Botenstoff, der für die Bewegungssteuerung wichtig ist. Ein Protein namens Alpha-Synuclein spielt dabei eine zentrale Rolle: Fehlgefaltete Formen dieses Proteins verklumpen und lagern sich im Gehirn ab.
Typische Symptome sind:
- Unkontrollierbares Zittern
- Verlangsamte Bewegungen (Bradykinese)
- Muskelsteifheit (Rigor)
- Gleichgewichtsstörungen
- Starre Mimik
- Leise oder monotone Sprache
Kognitive Beeinträchtigungen und Demenz
Im Verlauf der Parkinson-Erkrankung können kognitive Beeinträchtigungen auftreten. Wenn ein Mensch mit Parkinson mindestens zwei kognitive Einschränkungen aufweist, die sein unabhängiges Leben erschweren, spricht man von einer Parkinson-Demenz. Häufig sind die Aufmerksamkeit, die Problemlösefähigkeit, die Sprache oder die Orientierung betroffen. Auch das Lang- und Kurzzeitgedächtnis kann nachlassen.
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Risikofaktoren für Parkinson
Um Parkinson vorzubeugen, ist es wichtig, die Risikofaktoren zu kennen. Diese lassen sich in zwei Kategorien unterteilen:
Nicht veränderbare Risikofaktoren
- Alter: Parkinson tritt vermehrt bei Menschen über 65 Jahren auf.
- Geschlecht: Männer haben ein höheres Risiko als Frauen.
- Genetische Veranlagung: Bei etwa 10 % der Diagnosen liegt eine genetische Ursache vor. Mutationen in bestimmten Genen können das Risiko erhöhen.
Veränderbare Risikofaktoren
- Schlafapnoe: Schlafaussetzer können die Entstehung einer Parkinson-Erkrankung begünstigen.
- Industrielle Belastung: Kontakt mit Schwermetallen und Pestiziden erhöht das Risiko.
- Umweltgifte: Exposition gegenüber Pestiziden, Lösungsmitteln und Luftverschmutzung wird mit einem höheren Parkinson-Risiko in Verbindung gebracht.
- Ernährung: Ein vermehrter Konsum von Milchprodukten wird mit einem höheren Risiko in Verbindung gebracht.
- Bewegungsmangel: Körperliche Inaktivität kann das Risiko erhöhen.
Präventionsstrategien: Wie kann man Parkinson vorbeugen?
Obwohl Parkinson nicht vollständig verhindert werden kann, gibt es verschiedene Strategien, um das Risiko zu senken und den Krankheitsverlauf positiv zu beeinflussen.
1. Gesunde Ernährung
Eine ausgewogene Ernährung spielt eine wichtige Rolle bei der Vorbeugung von Parkinson. Es gibt Hinweise darauf, dass die Erkrankung bei einem Teil der Betroffenen mit Veränderungen im Darm beginnt. Stoffe aus dem Darm können über die Darm-Hirn-Achse ins Gehirn wandern und dort schädliche Auswirkungen haben.
- Darmflora im Gleichgewicht halten: Eine gesunde Darmflora ist wichtig für die Vorbeugung von Parkinson. Es überwiegen hier schädliche Bakterien, welche die Darmwand durchlässig machen (Leaky Gut Syndrom) und so die Entstehung von Entzündungen im Körper begünstigen.
- Antioxidantien: Eine Ernährung mit viel Gemüse, Obst und Getreide ist wohl mit einem geringeren Risiko für Parkinson assoziiert.
- Milchprodukte reduzieren: Ein vermehrter Konsum von Milchprodukten wird mit einem höheren Risiko für die Parkinson-Krankheit bewertet.
2. Regelmäßige Bewegung
Sport und körperliche Aktivität sind entscheidend für die Vorbeugung von Parkinson. Studien haben gezeigt, dass Menschen, die in ihrer Jugend viel Sport getrieben haben, ein geringeres Risiko für die Entwicklung degenerativer Nervenerkrankungen aufweisen.
- Ausdauersport: Moderater Ausdauersport kann das Risiko für Parkinson um bis zu 60 Prozent senken.
- Geeignete Sportarten: Sportarten mit fließenden Bewegungen wie Schwimmen, Radfahren oder Joggen sind gut geeignet. Auch Tanzen fördert die Beweglichkeit, die Koordination und das Gleichgewicht.
- Bewegungstherapie: Neuere Ansätze zur Bewegungstherapie zeigen, dass spielerische Momente und der Spaß an der Bewegung zu einer höheren Motivation führen.
- Regelmäßige Bewegungsprogramme: Regelmäßige Bewegungsprogramme sind das Ziel, um Parkinson vorzubeugen und damit eine primäre Prävention zu betreiben, falls bereits Risikofaktoren bestehen, auch eine sekundäre Prävention einzuleiten.
3. Vermeidung von Umweltgiften
Die Exposition gegenüber Umweltgiften wie Pestiziden, Lösungsmitteln und Luftverschmutzung wird mit einem höheren Parkinson-Risiko in Verbindung gebracht.
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- Pestizide vermeiden: Das Verhindern der Aufnahme von Pestiziden und Umweltgiften stellt somit eine Primärprophylaxe oder Prävention dar.
- Schutzausrüstung verwenden: Bei Kontakt mit Giftstoffen sollte persönliche Schutzausrüstung verwendet werden.
- Leben im ländlichen Raum: Wenn möglich, ist ein Leben im ländlichen Raum aus dieser Sicht deutlich gesünder.
4. Stressmanagement
Chronischer Stress kann das Risiko für Parkinson erhöhen. Techniken wie Meditation, Yoga oder Entspannungsübungen können dazu beitragen, Stress zu reduzieren und unter Umständen sogar Parkinson vorbeugen.
5. Weitere Tipps zur Vorbeugung
- Rauchen vermeiden: Obwohl Rauchen mit einem verringerten Parkinson-Risiko in Verbindung gebracht wird, ist es aufgrund der zahlreichen anderen gesundheitlichen Risiken nicht empfehlenswert.
- Kaffee- und Teetrinken: Kaffee- und Teetrinken wird ebenfalls mit einem geringeren Parkinson-Risiko in Verbindung gebracht, insbesondere bei Männern.
- Entzündungshemmende Medikamente: Die Einnahme von entzündungshemmenden Medikamenten wird mit einem geringeren Risiko für die Entwicklung einer Parkinson-Krankheit in Verbindung gebracht.
Frühzeitige Erkennung und Behandlung
Eine Früherkennung und eine rechtzeitige ärztliche Betreuung können dazu beitragen, erste Anzeichen gleich richtig zu deuten. Rechtzeitig ergriffene Maßnahmen können den Verlauf hinauszögern und die Lebensqualität der Betroffenen möglichst lange noch erhalten.
Symptome im Frühstadium
Die ersten frühen Anzeichen von Parkinson sind unspezifisch und werden daher oft nicht ernst genommen. Oftmals treten die ersten Symptome nur auf einer Körperseite auf und werden häufig auch als Erstes vom Umfeld und nicht von den Betroffenen selbst bemerkt.
Frühe Anzeichen können sein:
- Schlafstörungen
- Sehstörungen
- Muskel- und Gelenkschmerzen
- Abgeschlagenheit
- Unsicherheit
- Riechstörungen
- Leichtes Zittern
- Ungleichmäßigkeiten in der Körperhaltung
- Ungewöhnliches Schwingen der Arme beim Gehen
Diagnose und Therapie
Je früher die Erkrankung erkannt wird, desto besser können therapeutische Maßnahmen wirken. In den ersten Stadien werden Medikamente mit Levodopa (L-Dopa) verabreicht, die die Blut-Hirnschranke passieren und das fehlende Dopamin ersetzen. Die Medikamente können die Symptome lindern, aber nicht verhindern, dass Parkinson voranschreitet. Es werden daher verschiedene Begleittherapien angeboten wie Physiotherapie, ein Antisturz-Training, Logopädie, Ergotherapie und auch eine psychologische Begleitung.
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Leben mit Parkinson: Unterstützung und Betreuung
Eine Parkinson-Diagnose ist eine besondere Herausforderung sowohl für die Betroffenen als auch für die Familien und Angehörigen. Neben den körperlichen Einschränkungen kommt es oftmals auch zu seelischen Veränderungen. Angehörige können den Druck nehmen, indem sie die betroffenen Menschen dazu ermutigen, offen mit Parkinson umzugehen.
Pflegegrad und Betreuung
Je nach dem individuellen Krankheitsverlauf ist es durchaus möglich und auch wahrscheinlich, dass die Erkrankten irgendwann auf fremde Hilfe angewiesen sind. Wenn sich die Bewegungsstörungen so stark bemerkbar machen, dass alltägliche Handlungen und eine eigenständige Haushaltsführung kaum noch möglich sind, können die Familien einen Pflegegrad beantragen.
Viele Familien mit einem Angehörigen, der an Parkinson erkrankt ist, nehmen Kontakt mit den marta-Betreuungskräften auf. Die Plattform vermittelt engagierte Betreuungspersonen, die für einen vereinbarten Zeitraum in den Haushalt der Betroffenen einziehen und dort rund um die Uhr im Rahmen der 24-Stunden-Betreuung unterstützen und helfen können.