Die Welt der kleinen Säugetiere ist vielfältig und oft schwer zu durchschauen. Besonders die Unterscheidung zwischen Spitzmäusen und Wühlmäusen bereitet vielen Menschen Schwierigkeiten. Obwohl sie sich ähneln, handelt es sich um zwei völlig unterschiedliche Tierarten mit verschiedenen Lebensweisen und Bedürfnissen. Dieser Artikel beleuchtet die Unterschiede zwischen Spitzmäusen und Wühlmäusen und gibt einen umfassenden Einblick in das Leben der Spitzmaus, insbesondere unter Berücksichtigung der Hippocampus-Forschung.
Spitzmäuse: Mehr als nur kleine Mäuse
Das Wichtigste zuerst: Die Spitzmaus heißt zwar „Maus“ und sieht auch so ähnlich aus, ist aber keine Maus und auch nicht näher mit ihr verwandt. Wissenschaftlich gesehen gehören Spitzmäuse zur Familie der Insektenfresser (Soricidae) und sind somit enger mit Maulwürfen verwandt als mit Nagetieren. Es gibt über 350 verschiedene Spitzmausarten.
Verbreitung und Lebensraum
Spitzmäuse sind auf verschiedenen Kontinenten verbreitet, darunter Europa, Asien, Afrika, Nordamerika, Mittelamerika und Russland. Lediglich in Australien, Neuguinea und Neuseeland sind sie nicht anzutreffen. Die meisten Arten bevorzugen feuchte Waldgebiete als Lebensraum. Es gibt aber auch Arten, die unter der Erde leben, wie zum Beispiel die Stummelschwanz- und Maulwurfspitzmäuse.
Erscheinungsbild und Größe
Die Etruskerspitzmaus gilt als das kleinste Säugetier der Welt. Ihr Körper wird nur 36-53 mm lang und ihr Schwanz 24-29 mm. Sie wiegt nur 15-26 mg. Die größte Spitzmaus ist die Moschusspitzmaus. Sie wird 10-15 cm groß und 23-147 g schwer.
Spitzmäuse haben eine lange, rüsselartige Nase, die sehr beweglich ist und sich in alle Richtungen biegen kann. Ihr Fell ist meist braun, grau oder schwarz. Wasserspitzmäuse haben ein besonders öliges Fell, in dem sich beim Schwimmen und Tauchen unzählige Luftblasen verfangen, die für Auftrieb sorgen.
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Verhalten und Lebensweise
Spitzmäuse sind Einzelgänger. Ob sie tagaktiv oder nachtaktiv sind, hängt von der jeweiligen Art ab. Da sie sehr klein sind und einen sehr schnellen Stoffwechsel besitzen, müssen sie ständig essen. Sie gehören zu den wenigen Tieren, die ständig essen müssen, da sie aufgrund ihres schnellen Herzschlags und hohen Energieverbrauchs ständig etwas zu essen brauchen.
Ernährung
Spitzmäuse sind Fleischfresser und ernähren sich hauptsächlich von Insekten, Käfern, Larven, Regenwürmern, Spinnen, Tausendfüßern und Schnecken. Sie machen aber auch Jagd auf Mäuse, Skorpione, Schlangen und Frösche. Sie essen täglich ihr halbes bis dreifaches Körpergewicht.
Verteidigung und Gift
Spitzmäuse können sich aufgrund ihrer geringen Größe nicht gut gegen Raubtiere verteidigen. Sie haben dennoch einen Trick, um Angreifer zu verschrecken: Sie verströmen einen sehr unangenehmen, stinktierartigen Geruch. Wasserspitzmäuse und Amerikanische Kurzschwanzspitzmäuse sind giftig. Wenn sie zubeißen, fließt das Gift über die Rillen in den Zähnen in die Wunde des Beutetiers. Das Gift tötet die Tiere aber nicht, sondern macht sie nur bewegungsunfähig. Sie bringen die Beute dann in ihre Höhle und „verstauen“ sie.
Sinne und Fähigkeiten
Spitzmäuse können nicht gut sehen - dafür sind ihre Augen einfach zu winzig. Wasserspitzmäuse sind ausgezeichnete Schwimmer und können bis zu 2 m tief tauchen. Wenn man bedenkt, wie klein sie sind, ist das eine außergewöhnliche Leistung. Für Spitzmäuse sind 2 m wie für einen Menschen 20 m. Um unter Wasser zu bleiben, müssen sie ständig paddeln. Spitzmäuse können nicht gut klettern. Fledermäuse sind nicht die einzigen Tiere, die Echoortung beherrschen. Auch Spitzmäuse verwenden sie, um sich in ihrem Lebensraum zurechtzufinden.
Herzschlag und Winterverhalten
Bei der Etruskerspitzmaus sind es sogar bis zu 1.511 Herzschläge pro Minute. Das ist häufiger als bei einem Kolibri im Flug! Spitzmäusen „geht“ sozusagen ständig „die Pumpe“. Die Spitzmaus hält weder Winterruhe noch Winterschlaf. Sie bleibt die ganze Zeit über wach. Im Schnee findet sie aber kaum Nahrung. Wie überlebt sie also? Um möglichst wenig Energie zu verbrauchen, schrumpft sie. Denn je kleiner und leichter ihr Körper ist, desto weniger Kraft und Futter braucht sie. Um Energie zu sparen, schrumpfen Spitzmäuse im Winter sogar ihre Organe. Sie lassen Herz und Lunge kleiner werden. Spitzmäuse können auch ihre Knochen verkleinern.
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Giftigkeit und Gefahren für den Menschen
Wasserspitzmäuse und Amerikanische Kurzschwanzspitzmäuse besitzen Giftdrüsen in ihrem Mund. Die Menge an Gift, die sich darin befindet, könnte 200 Mäuse töten. Da fragt man sich natürlich: Ist der Biss einer Spitzmaus für den Menschen gefährlich? Zum Glück reicht es nicht aus, um uns ernsthaft in Gefahr zu bringen. Die Bisswunde kann anschwellen und weh tun. Vorsicht ist natürlich bei allergischen Reaktionen geboten. Die Spitzmäuse können den Borna-Virus übertragen. Das ist ein Virus, der auch beim Menschen eine Gehirnentzündung auslösen kann. Zum Glück passiert das sehr selten. Spitzmäuse können sich auch mal in den Garten oder ins Haus verirren. Dort hinterlassen sie Urin und Kot. Er kann mit Bakterien und Viren infiziert sein.
Nutzen und Fortpflanzung
Für Spitzmäuse ist die größte Bedrohung die Umweltverschmutzung. Spitzmäuse gelten als Nützlinge und sind ein Segen für Gärtner. Da sie immer sehr hungrig sind, essen sie ungeliebte Gäste wie Engerlinge und Schnecken. Spitzmäuse sind sehr fortpflanzungsfreudig. Sie bekommen etwa 10 Mal im Jahr Nachwuchs. Nach der Paarung dauert es 3-4 Wochen bis 4-10 Babys auf die Welt kommen.
Spitzmaus oder Wühlmaus: Wo ist der Unterschied?
Spitzmäuse und Wühlmäuse sind nicht leicht auseinanderzuhalten. Wühlmäuse sind Nagetiere und Spitzmäuse Insektenfresser - aber das sieht man ihnen von außen ja nicht an. Wie bestimmt man sie also? Hier sind ein paar eindeutige Merkmale, die dabei helfen, sie zu unterscheiden: Wühlmäuse haben eine viel kürzere, breitere Nase, dafür aber große, runde Ohren und große Augen. Spitzmäuse und Feldmäuse sind leicht zu verwechseln. Wenn man weiß, auf welche Merkmale man achten muss, ist es aber ganz leicht, sie auseinanderzuhalten. Feldmäuse haben eine viel kürzere, breitere Nase, aber größere Augen und Ohren. Und nicht vergessen: Feldmäuse sind Nagetiere. Sie essen hauptsächlich Getreide, Nüsse und Samen. Spitzmäuse ernähren sich vor allem von Insekten und anderen wirbellosen Tieren.
Der Hippocampus und die Liebe: Einblick in die Forschung
Die moderne Forschung, insbesondere im Bereich der Neurowissenschaften, hat begonnen, die komplexen Mechanismen zu entschlüsseln, die Liebe und Bindung steuern. Interessanterweise spielt der Hippocampus, eine Hirnregion, die für Gedächtnis und räumliche Orientierung wichtig ist, auch eine Rolle bei der Verarbeitung von Emotionen und sozialen Bindungen.
Studien mit Präriewühlmäusen, die für ihre monogamen Beziehungen bekannt sind, haben gezeigt, dass der Partnerkontakt das Belohnungszentrum im Gehirn mit Dopamin flutet und so für das motivierende Glücksgefühl der Liebe sorgt. Der Neurotransmitter Dopamin steuert zahlreiche Prozesse in unserem Körper. Unter anderem löst er das Begehren nach Wasser, Zucker, Nikotin und Kokain aus, wie frühere Studien belegen. Dabei wirkt es auf das Belohnungszentrum in unserem Gehirn. Derselbe Mechanismus steuert auch die Sehnsucht nach Liebe.
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Die Anthropologin Helen Fisher von der Rutgers Universität in New Jersey, eine der bekanntesten Forscherinnen auf dem Gebiet der Liebe, formuliert es versöhnlicher: „Romantische Liebe ist eines der mächtigsten Gefühle auf dieser Welt.“ Doch was passiert eigentlich mit uns, wenn wir uns verlieben? Eine Antwort auf diese Frage suchen Forscher wie Fisher seit einigen Jahren, indem sie die Hirnaktivitäten von verliebten Studienteilnehmern untersuchen. Die Resultate waren verblüffend: Sahen die Probanden Bilder der geliebten Person, waren andere Areale aktiv als bei einem Blick auf ihre Freunde. Besonders interessant war die Aktivität von Hippocampus, Nucleus caudatum, Putamen und Nucleus accumbens: Die Hirnareale spielen im Belohnungssystem des Gehirns eine wichtige Rolle. Hirnregionen jedoch, die für die Wahrnehmung von Angst zuständig sind oder für die kritische Bewertung anderer, waren beim Anblick der geliebten Person weniger durchblutet als üblich.
Wühlmäuse im Garten: Eine Plage?
Wühlmäuse können im Garten zur Plage werden und zahlreiche Pflanzen zerstören. Laut dem Verband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau Niedersachsen-Bremen gibt es derzeit sehr viele Wühlmäuse. Die Nager sind bei der Nahrung nicht wählerisch. Sie tun sich an Wurzeln - beispielsweise junger Apfelbäume - ebenso gütlich wie an Knollen oder Zwiebeln. Deshalb können sie an Bepflanzungen enormen Schaden anrichten.
Natürliche Feinde und Vermehrung
Wühlmäuse haben zahlreiche Fressfeinde. Dazu zählen Bussarde, zum Beispiel Mäusebussard, Graureiher, auch Fischreiher genannt, Krähen, Raben, Dohlen, Schleiereulen, Turmfalke, Uhu, Waldkauz, Steinkauz und Weißstorch. Wühlmaus-Weibchen können von März bis Oktober zwei bis vier Würfe mit je zwei bis fünf und manchmal noch mehr Jungen zur Welt bringen. Pro Jahr können zehn oder auch mehr Nachkommen entstehen. Man erkennt den Besatz vor allem an Löchern im Rasen.
Bekämpfung und Prävention
Hat man Wühlmäuse im Garten, sollte man für Gemüse ein Hochbeet anlegen oder Pflanzen per eingegrabenem engmaschigen Draht schützen, rät der Naturschutzbund. Wühlmäuse hätten einen sehr empfindlichen Geruchssinn. Als unangenehm empfänden sie zum Beispiel Zypressenwolfsmilch, über deren Wurzeln ätherische Öle abgegeben werden. „Auch der Geruch von Kaiserkrone, der an Raubkatzenurin erinnert, von Gartengloxinie und vom Steinklee hält sie ab. Bei Schnecken wirkt eine Mischung aus gemahlenem Chili und Zimt, das könnte man auch bei Wühlmäusen probieren.“Die besten Bekämpfungszeiträume sind laut Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen der Spätherbst, solange der Boden offen ist, und das zeitige Frühjahr, bevor die Vermehrung der Tiere beginnt.
Steppenlemminge: Ein kurzer Exkurs
Der graue Steppenlemming hat ein dicht am Körper anliegendes Fell, es ist graubraun an der Oberseite mit einem dunkelgrauen, fast schwarzem Strich längs vom Kopf, über den Rücken bis zum Schwanz (dem sogenannten Aalstrich). An der Unterseite/am Bauch wird das Fell heller cremefarbend bis weiß. Es gibt in der Heimtierhaltung von mittelgrau bis braun verschiedene Farbabstufungen. Die Ohren liegen enger am Körper an. Sie haben verhältnismäßig große schwarze seitlich am Kopf sitzende Augen. Der 0,7 - 1,7 cm lange Schwanz ist voll behaart. Weibchen werden meist etwas größer als Böcke. Der Graue Steppenlemming hat sein natürliches Verbreitungsgebiet von der Ukraine über die Mongolei bis nach China. Er besiedelt dort in erster Linie Steppengebiete, wird aber auch auf landwirtschaftlich genutzten Flächen angetroffen. Lemminge leben in großen Bauen, deren Gänge von allen Gruppenmitgliedern gegraben werden.
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