Brustbeinschmerzen sind ein häufiges Symptom in der ärztlichen Praxis, das von den Betroffenen oft mit einem Herzinfarkt oder einer Angina Pectoris in Verbindung gebracht wird. Die Ursachen sind jedoch vielfältig und reichen von harmlosen bis hin zu lebensbedrohlichen Zuständen. Eine ärztliche Diagnose ist daher unerlässlich, um die entsprechenden Behandlungen einzuleiten. Dieser Artikel soll eine erste Orientierung bieten und helfen, die eigenen Beschwerden besser einzuordnen und dem behandelnden Arzt die notwendigen Informationen zu liefern.
Vielfältige Ursachen von Brustbeinschmerzen
Brustbeinschmerzen können unterschiedlich wahrgenommen und beschrieben werden, z.B. als drückende, ziehende, stechende oder brennende Schmerzen. Sie können kurz aufflammen, dumpf und anhaltend sein, eine kleine Region betreffen oder den ganzen Brustkorb umfassen. Häufig strahlen sie in den Bauchraum, Kiefer, Arme oder Nacken aus. Die Schmerzen können nach Bewegung, in Ruhe oder nach Berührung auftreten und eine enorme Stärke annehmen. Begleiterscheinungen können Unbehagen, Engegefühl, Übelkeit, Husten, Blähungen oder Atemnot sein.
Wichtig: Schmerzen im Brustbeinbereich sollten immer ernst genommen und ärztlich abgeklärt werden. Chronische Beschwerden sollten regelmäßig ärztlich kontrolliert werden. Für den Arzt ist die genaue Beschreibung des Schmerzes wichtig: Wann, wo, wie oft, wie lange und in welcher Form tritt er auf?
Das Brustbein (Sternum)
Das Brustbein ist ein flaches, längliches Knochenstück in der Mitte der vorderen Brustwand und ein wichtiger Bestandteil des Skelettsystems. Es schützt Herz und große Blutgefäße vor äußeren Einflüssen und dient als Knotenpunkt, der die Rippen und zahlreichen Muskelansätze verbindet. Es übernimmt eine wichtige stabilisierende Funktion im Brustkorb.
Ursachen von Brustbeinschmerzen
Die Ursachen für Brustbeinschmerzen sind vielfältig und können verschiedene Körpersysteme betreffen. Im Folgenden eine kurze Übersicht der häufigsten Ursachen:
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- Hormonelle Veränderungen: Bei Frauen können hormonelle Veränderungen während des Menstruationszyklus oder der Menopause ein Stechen im Brustbein verursachen.
- Brustgesundheitsprobleme: Auch Brustgesundheitsprobleme können bei Frauen zu Brustbeinschmerzen führen.
- Lungenembolie: Stechen in der rechten Brust sollte ärztlich abgeklärt werden, um eine Lungenembolie auszuschließen.
- Lebererkrankungen: Auch Lebererkrankungen können Schmerzen in der rechten Brust verursachen.
- Muskelverspannungen: Weniger gefährliche Ursachen für Brustbeinschmerzen können Muskelverspannungen sein.
- Verdauungsprobleme: Auch Verdauungsprobleme können Brustbeinschmerzen verursachen.
- Psychogene Faktoren: Bei Kindern und Jugendlichen spielen psychogene Faktoren wie Stress und Angst eine Rolle bei Brustschmerzen.
- Muskel- und Skelettprobleme: Auch Muskel- und Skelettprobleme können bei Kindern und Jugendlichen Brustschmerzen verursachen.
- Magen-Darm-Probleme: Magen-Darm-Probleme können bei Kindern und Jugendlichen Brustschmerzen verursachen.
- Kardiale Erkrankungen: Kardiale Erkrankungen können bei Kindern Brustschmerzen verursachen. Wichtig sind dabei auch die begleitenden Symptome wie Fieber, Benommenheit, Schwitzen, Atemnot etc. In solchen Fällen sollten Sie Ruhe bewahren, aber direkt eine Notfallstation mit Ihrem Kind aufsuchen.
- Herzinfarkt: Ein Herzinfarkt geht in der Regel mit einem plötzlich auftretenden Vernichtungsschmerz einher und wird von Übelkeit, Atemnot und anderen schweren Symptomen begleitet. Manchmal klagen die Betroffenen aber auch nur über leichte Schmerzen oder Verdauungsstörungen oder ausstrahlende Schmerzen in Kiefer, Arm oder Schulter.
- Verspannungen in der Brustwirbelsäule: Schwere Verspannungen in der Brustwirbelsäule können ähnlich bedrohlich empfunden werden wie die Symptome eines Herzinfarkts.
- Mediastinitis (Mittelfellentzündung): Eitrige Infektionen dringen mitunter in den Mittelfellraum zwischen den beiden Lungenflügeln (Mediastinum) ein und lösen dort schwerwiegende Entzündungen aus. Ein starkes Ziehen in der Brust, begleitet von hohem Fieber bis zur Bewusstseinstrübung und schweren allgemeinen Krankheitszeichen sind mögliche Alarmsignale.
- Speiseröhrenriss (Ösophagusruptur): Als Folge einer bestehenden Refluxkrankheit oder einer vorgeschädigten Speiseröhre kommt es bei starkem Druck (zum Beispiel beim Erbrechen) in seltenen Fällen zu einem Speiseröhrenriss. Dies löst ein heftiges Stechen in der Brust aus, außerdem blutiges Erbrechen, Atemnot, manchmal Schock, später Fieber und Sepsis.
- Herzbeutelentzündung (Perikarditis): Typischerweise löst eine Perikarditis ein Stechen in der Brust aus, das sich beim tiefen Einatmen und Husten verstärkt. Auch im Liegen auf der linken Seite verschlimmern sich die Beschwerden. Die Entzündung wird häufig von Fieber und Kurzatmigkeit begleitet.
- Zwerchfellhernie: Unter einer Zwerchfellhernie (Hiatushernie, Zwerchfellbruch) versteht man einen Spalt im Zwerchfell. Wenn der Magen teilweise oder vollständig durch diesen Spalt nach oben in den Brustkorb rutscht, führt das zu starken Schmerzen in der Brust.
- Roemheld-Syndrom: Dabei kommt es zu Gasansammlungen im Bauchraum, die das Zwerchfell nach oben drücken und so Herzbeschwerden verursachen, die sich häufig durch Stechen in der linken Brust und dem Herzen, Herzstolpern, Atemnot und Druckgefühl äußern.
- Aortenklappen-Verengung (Aortenklappenstenose): Eine Verengung der Herzklappe (Aortenklappenstenose) am Ausgang der linken Herzkammer (Aortenklappe) behindert den Blutausstrom. Dadurch kommt es gegebenenfalls zu immer wiederkehrenden Angina-pectoris-Symptomen, die mit der Zeit an Stärke zunehmen.
- Bluthochdruck (Hypertonie): Blutdruckspitzen von bis zu 230 Millimeter-Quecksilbersäule (mmHg) rufen unter Umständen Beschwerden hervor, die der Angina pectoris ähneln: Atemnot und Schmerzen am Brustbein, teilweise auch Herzschmerzen.
- Sodbrennen: Bei Sodbrennen steigt Magensäure in die Speiseröhre (Ösophagus) auf. Dies löst unter Umständen starke Schmerzen in der Brust (retrosternal) aus, häufig auch beim Trinken oder Schlucken. Bei manchen Menschen passiert das nur gelegentlich, andere haben häufiger Sodbrennen, was unter Umständen auf die Refluxkrankheit (Refluxösophagitis) hindeutet.
- Mitralklappenprolaps: Bei diesem Herzklappenfehler ist die Herzklappe zwischen linkem Vorhof und linker Herzkammer (Mitralklappe) vorgewölbt. Das verursacht bei den Betroffenen manchmal Schmerzen in der Brust. Nur selten erwachsen aus einem Mitralklappenprolaps spürbare, gesundheitliche Beschwerden, eine ärztliche Untersuchung ist dennoch sinnvoll.
- Psyche: Nicht zu unterschätzen ist der Einfluss der Psyche. Stress und Angstgefühle rufen unter Umständen Beklommenheit und Schmerzen in der Brust hervor. Manchmal werden die Beschwerden fälschlicherweise als Angina-pectoris-Symptome interpretiert.
- Erkrankungen der inneren Organe: Erkrankungen der inneren Organe lösen häufig Schmerzen aus. Schmerz entsteht bei Entzündung, Überdehnung oder verringerter Durchblutung der Organe oder bei Verschluss oder Verstopfung beispielsweise der Gallengänge oder Harnwege.
Diagnose von Brustbeinschmerzen
Die Diagnose von Brustbeinschmerzen kann anspruchsvoll und komplex sein, da sich Symptome von gefährlichen und nicht gefährlichen Erkrankungen des Brustbereichs überschneiden oder stark voneinander abweichen können.
Bei kurz anhaltenden Schmerzen (< 30 Sekunden), die wiederholt auftreten, oder bei länger anhaltenden, konstanten oder sich gar langsam verstärkenden Schmerzen über mehrere Tage sollten Sie möglichst schnell einen Arzt aufsuchen oder in die Rettungsstation gehen.
Bei Erwachsenen werden in der Regel zunächst wichtige Tests gemacht, um lebensbedrohliche oder sehr ernsthafte Ursachen des Brustbeinschmerzes auszuschließen. Häufig verbleiben Patienten zur Beobachtung erst einmal im Krankenhaus.
Zu den Tests gehören:
- Messung des Sauerstoffgehalts im Blut (Pulsoximetrie): Mit einem Sensor am Finger.
- EKG: Um die Herzaktivität zu überprüfen.
- Röntgenaufnahme des Brustkorbs: Um die Lunge und andere Strukturen im Brustkorb zu beurteilen.
- Blutwerte: Bestimmung von kardialen Markern (hochsensitives Troponin), um einen Herzinfarkt oder eine instabile Angina pectoris auszuschließen.
- CT-Angiografie der Lunge oder Lungenscan: Bei Verdacht auf eine Lungenembolie.
- Röntgenaufnahmen, Blut- und Ultraschalluntersuchungen oder Endoskopien: Bei Ursachen im Verdauungstrakt.
- Bildgebende Verfahren: Bei orthopädischen Ursachen von Brennen hinter dem Brustbein, sich verstärkenden Beschwerden oder neu auftretenden, akuten und stärkeren Schmerzen oder Red-Flag-Symptomen (zum Beispiel Schwierigkeiten beim Wasserlassen).
Auch wenn nicht selten schwere psychische Belastungen oder Erkrankungen zu Schmerzen im Brustbein führen können, sollten körperliche Aspekte nicht von vornherein ausgeschlossen werden. Es sollten zunächst die notwendigen körperlichen Tests und Untersuchungen durchgeführt werden.
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Behandlung von Brustbeinschmerzen
Die Behandlung von Brustbeinschmerzen richtet sich nach der zugrunde liegenden Ursache.
- Schmerzmittel oder Analgetika: Zur Linderung von Schmerzen.
- Wärme oder Kälte: Eine Wärmflasche oder ein Kältekissen können schmerzlindernd sein. Ihr behandelnder Arzt wird Sie darüber informieren, was Sie wann anwenden können. Zudem werden Sie auch selbst spüren, was Ihnen guttut.
- Entspannung und Ablenkung: Leichte und angenehme Tätigkeiten, die Sie ablenken, können helfen, sich nicht auf den Schmerz zu fokussieren.
- Physiotherapie, manuelle Therapien, Biofeedback, Entspannungsmethoden und Akupunktur: Bei chronischen Schmerzen.
- Transkutane elektrische Nervenstimulation (TENS): Eine Art elektromedizinische Reizstromtherapie. Die TENS-Therapie kann in Arzt- oder Physiotherapiepraxen oder auch zu Hause angewandt werden. Es sollte in jedem Fall vorher eine Absprache mit dem Arzt und eine Einleitung durch z.B. einen Physiotherapeuten erfolgen.
- Protonenpumpenhemmer: Oberbauchschmerzen und Sodbrennen bei einer funktionellen Dyspepsie können mit sog. Protonenpumpenhemmern behandelt werden. Diese Substanzen unterbinden die Säurebildung im Magen.
- Pflanzliche Präparate: Auch bestimmte pflanzliche Präparate können lindernd wirken. Verwendet werden u. a. Pfefferminze, Kümmelöl, Bauernsenf, Wermut, Enzian, Angelikawurzel, Kamille und Melisse.
Der Solarplexus: Ein zentrales Nervengeflecht
Der Solarplexus (Plexus solaris, lat. „Sonnengeflecht“) ist ein autonomes Nervengeflecht sympathischer und parasympathischer Nervenfasern, sowie der Zusammenschluss drei großer Ganglien. Er liegt im Bauchraum auf Höhe des 1. Lendenwirbels und dient der Verschaltung und Weiterleitung wichtiger Informationen.
Anatomie und Funktion
Der Solarplexus liegt etwa auf Höhe des 12. Brustwirbels bzw. 1. Lendenwirbels, hinter dem Magen und der Bursa omentalis und direkt vor den beiden Schenkeln (Crura) des Zwerchfells. Er setzt sich zusammen aus zwei Nervengeflechten, dem Plexus coeliacus und dem Plexus mesentericus superior. Die Nerven kommen größtenteils von den Bauchorganen und laufen durch die Brusthöhle hoch zum Gehirn und umgekehrt. Um dies möglichst geschützt tun zu können, begleiten sie die größeren Blutgefäße. Das größte Blutgefäß im Brust- und Bauchraum ist die sogenannte Aorta, die Hauptschlagader. Diese läuft an der Hinterwand der Bauchhöhle entlang, um dort durch eine Lücke im Zwerchfell in die Brusthöhle über zutreten. Die Nerven folgen der Aorta und bilden auf Höhe zwischen zwölftem Brustwirbel und erstem Lendenwirbel den Solarplexus.
Das Nervengeflecht dient der Verschaltung und Weiterleitung wichtiger Informationen und damit der Regulation von Darmperistaltik und Drüsensekretion im Abdomen. Er enthält Fasern des sogenannten autonomen Nervensystems (autonom= selbstständig). Das autonome Nervensystem ist zuständig für die Regulation und Steuerung der Organe, welche nicht willentlich beeinflusst werden kann. Dafür verantwortlich sind zwei Gegenspieler: der eine versetzt den Körper in Alarmbereitschaft und macht ihn startklar (Sympathikus), der andere ist eher für Entspannung zuständig und meldet dem Gehirn, wie es den Organen geht (Parasympathikus). Über einen komplexen Kreislauf von Steuerung und Gegensteuerung werden so beispielsweise der Herzschlag, Lungenfunktion, die Tätigkeit des gesamten Magen-Darm-Trakts und die Durchblutung der Organe beeinflusst.
Solarplexus-Schmerzen und ihre Ursachen
Druckgefühle und Schmerzen im Bereich des Solarplexus sind eher auf die umliegenden Organe und Strukturen zurückzuführen. Dabei handelt es sich um Magen, Dickdarm, Bauchspeicheldrüse und die oberflächliche Bauch- und tiefe Rückenmuskulatur. Ein Druckgefühl kann im harmlosesten Fall von einer durcheinander gebrachten Verdauung mit viel Luft im Dickdarm herrühren oder im Sinne eines Völlegefühls vom Magen. Ist die Stelle über dem Solarplexus druckschmerzhaft, liegt möglicherweise eine Magenschleimhautentzündung vor. Begleitend würde man Übelkeit und gegebenenfalls Erbrechen erwarten. Fühlt sich der Bauch empfindlich und seltsam prall-elastisch an kann es sich um eine Entzündung der Bauchspeicheldrüse (Pankreatitis) handeln. Hierbei würde man erwarten, dass die Schmerzen gürtelförmig bis in den Rücken ausstrahlen. Auch Verspannungen im Rücken können gegebenenfalls die Körpermitte reizen, z.B. langes Sitzen oder durch gekrümmte Haltung oder ungewohnten Untergrund beim Schlafen. Hier empfehlen sich einige kurze Dehn- und Yogaübungen nach dem Aufstehen, z.B. der Sonnengruß.
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Solarplexus-Schmerzen können sich auf vielfältige Weise äußern. Zu den typischen Symptomen gehören ein Druck- oder Engegefühl, ein brennendes Empfinden oder das Gefühl eines „Knotens im Bauch“. Diese Symptome sind oft das Resultat einer Überstimulation oder Reizung des Nervengeflechts. Interessanterweise können sowohl physische als auch emotionale Auslöser für diese Beschwerden verantwortlich sein.
Mögliche Ursachen sind:
- Stress: Stress ist ein häufiger Auslöser für Solarplexus-Schmerzen.
- Schlechte Körperhaltung: Eine schlechte Körperhaltung kann zu Verspannungen im Solarplexus-Bereich führen.
- Muskuläre Verspannungen: Muskelverspannungen im Bauchraum können den Solarplexus reizen.
- Emotionale Faktoren: Angst und innere Konflikte können ebenfalls Solarplexus-Schmerzen verursachen.
- Ernste Erkrankungen: In seltenen Fällen können Tumoren oder Entzündungen die Ursache für Solarplexus-Schmerzen sein.
- Magenerkrankungen, Reflux, Pankreas- und Gallenblasenleiden: Lösen ebenfalls häufig retrosternales Brennen und Schmerzen im Bereich des Solarplexus aus.
Was passiert bei einem Schlag auf den Solarplexus?
Trifft ein kräftiger Schlag dieses Nervengeflecht, so wird dieses dadurch unsachgemäß stimuliert und reagiert auf diesen Reiz mit einer überschießenden Reaktion. Es gibt den Befehl zur Weitstellung aller Blutgefäße im Bauchraum, kurzzeitig “versackt” das Blut dort und es fließt zu wenig zurück zum Herzen. Zusätzlich bekommt das Herz den Befehl langsamer zu schlagen. Die Kombination dieser beiden Reaktionen auf den Schlag führt dementsprechend dazu, dass weniger Blut vom Herzen weitergepumpt wird, der Zufluss zum Gehirn wird kurzzeitig vermindert und dies kann in Schwindel resultieren bis hin zur Bewusstlosigkeit. In einem gesunden Körper wird dieses Missverhältnis innerhalb weniger Sekunden erkannt und vom aktiven Part des autonomen Nervensystems wird gegengesteuert. Der Zustand wird ausgeglichen und der Blutfluss normalisiert sich wieder. Den Betroffenen setzt dieser Vorgang jedoch vorrübergehend außer Gefecht, bis wieder genug Blut im Gehirn ankommt. Die Schmerzen halten jedoch noch etwas länger an, denn die plötzliche Quetschung der Bauchorgane durch den Schlag zündet sozusagen ein ganzes Schmerzfeuerwerk.
Behandlung von Solarplexus-Schmerzen
Die Behandlung von Solarplexus-Schmerzen erfordert oft einen umfassenden Ansatz, der sowohl körperliche als auch emotionale Aspekte berücksichtigt.
- Medizinische Behandlungen: Medikamentöse Therapien können zur Schmerzlinderung eingesetzt werden.
- Manuelle Therapien: Physiotherapie und Massage sind wirksame Methoden, um muskuläre Verspannungen zu lösen und die Durchblutung im Solarplexus-Bereich zu verbessern.
- Ergonomische Maßnahmen: Die Gestaltung einer ergonomischen Arbeitsumgebung kann Verspannungen vorbeugen und die Belastung des Solarplexus verringern.
- Stressreduktionstechniken: Meditation, tiefes Atmen und Yoga sind wichtige Bestandteile einer ganzheitlichen Behandlung.
- Ernährungsumstellung: Eine Ernährungsumstellung kann ebenfalls von Vorteil sein.
- Körpertherapeutische Ansätze: Atemübungen und Achtsamkeitstechniken sind hilfreich, um die Verbindung zwischen Geist und Körper zu stärken.
- Professionelle Beratung: Gesprächstherapie oder psychologische Beratung können emotionale Auslöser identifizieren und bearbeiten.
Prävention:
- Ergonomische Tipps für den Alltag: Die richtige Arbeitsplatzgestaltung und korrektes Sitzen können helfen, körperliche Belastungen zu reduzieren.
- Effektives Stressmanagement: Regelmäßige Übungen und Routinen zur Stärkung des Solarplexus-Bereichs sind empfehlenswert.
Den Solarplexus entspannen
Da der Solarplexus kein Muskel ist, kann man ihn in dem Sinne auch nicht entspannen. Er besteht jedoch größtenteils aus autonomen Nervenfasern, die für die Entspannung des Bauchraums und Förderung der Verdauungstätigkeit zuständig sind. Den Solarplexus zu entspannen bedeutet also den Teil des Nervensystems anzuregen, der Entspannung bewirkt.
- Langsames Ein- und Ausatmen: Die Phase des Ausatmens sollte doppelt so lang sein wie die des Einatmens. Dies kann helfen Körper und Geist zu beruhigen und den Herzschlag zu verlangsamen. Aufrechtes Sitzen wirkt dabei unterstützend und nimmt Druck vom Solarplexus.
- Yoga: Yoga ist ebenfalls hervorragend geeignet, um Brust und Bauch zu öffnen, die Muskulatur zu stärken und zu entspannen.
Tattoo am Solarplexus
Die Haut über der Region des Solarplexus wird weniger von den Nerven des Solarplexus versorgt, sondern vor allem von den sensiblen Hautnerven des Rückenmarks. Auf Höhe jedes Wirbel- bzw. Rückenmarkssegments treten Nerven aus, die einen bestimmten gürtelförmigen Bereich der Haut versorgen, ein sogenanntes Dermatom. Der Bereich über dem Solarplexus wird von den Nerven Th8-9 versorgt (“Th” für Thorax=Brustkorb). Ein Tattoo am Solarplexus ist also genauso schmerzhaft, wie überall anders am Bauch auch, da sich die unterschiedlichen Dermatome nicht viel nehmen in puncto Schmerzempfindlichkeit. Da der Bereich nicht auf den Rippen liegt, ist es möglicherweise sogar weniger schmerzhaft als direkt auf den Rippen, wo der Knochen darunter wenig Polster bietet. Je schlanker man ist und je weniger Unterhautfettgewebe zwischen der Haut und den Bauchorganen liegt, desto eher kann es sein, dass diese beim Tätowieren gereizt werden und einem übel wird.
Das Solarplexus Chakra
In der Chakrenlehre bildet das Solarplexus Chakra das dritte der sieben Chakren. Ist dort der Energiefluss gestört, können zahlreiche psychische und physische Symptome die Folge sein. Dazu zählen beispielsweise Verdauungsprobleme, Störungen der Bauchspeicheldrüse oder Gallenblasenprobleme. Um das Manipura Chakra wieder zu öffnen, werden verschiedene Methoden empfohlen. Dazu zählt zum einen die Aroma-Therapie, wobei durch Verdampfen oder Räuchern von ätherischen Ölen Einfluss auf den Energiefluss genommen werden kann. Neben der Aroma-Therapie zählt auch Yoga zu den Möglichkeiten den Energiefluss zu fördern und das Solarplexus Chakra zu öffnen.
Wann sollte man einen Arzt aufsuchen?
Ein Arztbesuch ist ratsam, wenn die Schmerzen stark oder anhaltend sind, oder wenn zusätzliche Symptome wie Atemnot, Fieber oder andere schwerwiegende Beschwerden auftreten.
Warnsymptome:
- Erstmaliges Auftreten der Beschwerden im Alter über 40 Jahre
- Symptome verstärken sich im Lauf der Zeit
- Nächtliche Beschwerden
- Fieber
- Anhaltendes Erbrechen
- Blutiges Erbrechen (auch schwarzes Blut): Notfall!
- Schwarzer Stuhl (Hinweis auf Magenblutung)
- Unabsichtliche Gewichtsabnahme
- Schluckbeschwerden