Ein Hirnaneurysma ist eine Ausbuchtung in einer Hirnarterie. Viele Menschen mit einem Aneurysma merken es nie in ihrem Leben. Manchmal wird es zufällig entdeckt.
Was ist ein Hirnaneurysma?
Mediziner definieren ein Aneurysma als eine sack- oder beerenförmige Ausbuchtung einer Arterie. Dies kann passieren, wenn ein Blutgefäß seine Elastizität verliert. Aneurysmen können sich an verschiedenen Stellen des Körpers bilden, auch im Gehirn. Dies wird als Hirnaneurysma bezeichnet. Oft bleibt ein Aneurysma unbemerkt. Ein Aneurysma im Gehirn kann reißen und eine lebensbedrohliche Hirnblutung verursachen. Risikofaktoren für eine Hirnblutung sind die Größe und Lage des Aneurysmas, Bluthochdruck, Rauchen und höheres Alter.
Ein Aneurysma ist eine sack- oder beerenförmige Ausbuchtung einer Arterie. Sie tritt auf, wenn die Gefäßwand an einer Stelle nicht mehr fest und elastisch ist und sich dadurch nach außen wölbt. Aneurysmen können in verschiedenen Arterien auftreten, z. B. in der Aorta im Bauchraum. Wenn sich die Ausbuchtung in einer Arterie des Gehirns befindet, spricht man von einem Hirnaneurysma oder zerebralen Arterienaneurysma. Diese Aneurysmen bilden sich häufig an den Verzweigungen der Arterien, die das Gehirn mit Blut versorgen. Wenn ein Hirnaneurysma reißt, führt dies zu einer lebensbedrohlichen Hirnblutung. Ein Hirnaneurysma reißt jedoch nicht immer. Wenn es keine Symptome verursacht, bleibt es oft ein Leben lang unbemerkt.
Ursachen für eine verstopfte Hirnarterie
Mehrere Faktoren können zu einer Verstopfung der Hirnarterien führen, von denen die häufigste die Arteriosklerose ist.
Arteriosklerose
Die Arteriosklerose ist die Hauptursache für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, bei der sich Ablagerungen (Plaques) in den Arterien bilden und diese verstopfen. Sie ist eine systemische Erkrankung, die sich langsam entwickelt und durch die Ansammlung von Fett, Cholesterin, Kalzium und anderen Substanzen in den Arterienwänden gekennzeichnet ist. Dies führt zu einer Verengung und Verhärtung der Arterien, was den Blutfluss zum Gehirn einschränken kann.
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Bei der Entstehung der Arteriosklerose spielt Cholesterin eine Rolle, das als Bestandteil der Zellmembran und für die Bildung bestimmter Hormone für den Körper unentbehrlich ist. Ein erhöhter Wert des LDL-Cholesterins hat negative Auswirkungen, da sich fettreiche Ablagerungen im Inneren der Gefäßwand bilden und Plaques entstehen können. Mit der Zeit können die Plaques wachsen, die Elastizität der Gefäße lässt nach und ihr Durchmesser wird stark eingeschränkt.
Risikofaktoren für Arteriosklerose
Zu den Risikofaktoren für die Entstehung arteriosklerotischer Gefäßerkrankungen gehören arterielle Hypertonie, Übergewicht, Hyperlipidämie, Hypercholesterinämie, Diabetes mellitus, männliches Geschlecht, Alter, aber auch die Lebensweise, wie kalorien- und fettreiche Ernährung, Rauchen, Stress, sowie genetische und konstitutionelle Faktoren.
Seltene Ursachen
In seltenen Fällen werden Gefäßstenosen durch einen Gefäßwandeinriss (Dissektion) oder Entzündungen (Vaskulitis) verursacht.
Hirnvenenthrombose
Bei einer Hirnvenenthrombose kommt es durch ein Blutgerinnsel (Blutpfropf, Thrombus) zu einem teilweisen oder vollständigen Verschluss einer Vene im Gehirn. Die Hirnvenen durchziehen das gesamte Gehirn wie eine Art Netz und sammeln das sauerstoffarme Blut aus dem Gewebe, um es abzutransportieren.
Eine Hirnvenenthrombose tritt häufig gemeinsam mit einer Sinusthrombose auf, einem gerinnselbedingten Verschluss (Thrombose) von einem oder mehreren Hirnblutleitern (Hirnsinus). Die Kombination aus Hirnvenenthrombose und Sinusthrombose wird als Sinusvenenthrombose bezeichnet.
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Der gestörte venöse Abfluss kann schwerwiegende Folgen haben. Der Blutstau lässt den Druck im Gehirn ansteigen, wodurch Hirnarterien „zusammengepresst“ werden. Diese versorgen die nachgeschalteten Hirnareale nicht mehr ausreichend mit frischem, sauerstoffreichem Blut, wodurch ein ischämischer Schlaganfall droht.
Ursachen und Risikofaktoren für Hirnvenenthrombose
Man unterscheidet zwei Hauptgruppen von Hirnvenenthrombose beziehungsweise Sinusvenenthrombose, je nach der zugrundeliegenden Ursache:
- Aseptische (blande) Hirnvenenthrombose: Meist wird eine Hirnvenenthrombose (Sinusvenenthrombose) nicht durch eine Infektion verursacht, sondern durch hormonelle Faktoren, angeborene oder erworbene Neigung zur Blutgerinnselbildung (Thrombophilie), Blut-Erkrankungen oder bösartige Gewebeneubildungen (Malignome).
- Septische Hirnvenenthrombose: Eine septische (infektiöse) Hirnvenenthrombose oder Sinusvenenthrombose wird durch eine Infektion ausgelöst, zum Beispiel Mittelohrentzündung, Mandelentzündung oder systemische Infektionen wie „Blutvergiftung“ (Sepsis).
In sehr seltenen Fällen tritt eine Hirnvenenthrombose beziehungsweise Sinusvenenthrombose als Nebenwirkung der Impfung gegen das Coronavirus auf, insbesondere beim Impfstoff von AstraZeneca.
Hirnaneurysma
Ein Hirnaneurysma entsteht, wenn die Gefäßwand an der betroffenen Stelle weniger elastisch wird. Dies kann durch eine starke Beanspruchung der Gefäßwände bei Bluthochdruck, durch Entzündungen oder Rauchen verursacht werden. Auch der normale Alterungsprozess führt dazu, dass die Gefäße mit den Jahren an Elastizität verlieren. Nur selten ist ein Aneurysma die Folge einer angeborenen Störung wie dem Ehlers-Danlos-Syndrom.
Symptome einer verstopften Hirnarterie
Viele Menschen mit einem Aneurysma haben keine Beschwerden. Ärztinnen und Ärzte sprechen dann von einem asymptomatischen Aneurysma. Wenn ein Hirnaneurysma besonders groß ist oder an einer ungünstigen Stelle liegt, kann es auf das Gehirn oder auf Nerven drücken, beispielsweise auf den Sehnerv.
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Die Symptome einer verstopften Hirnarterie können je nach Ursache und betroffenem Bereich des Gehirns variieren.
Symptome der Arteriosklerose
Meist verursacht Arteriosklerose über lange Zeit keine Symptome. Erst wenn der Blutfluss behindert oder unterbrochen ist, treten Beschwerden auf. Die Symptome können sehr unterschiedlich sein, je nachdem, in welchem Teil des Körpers die Blutversorgung beeinträchtigt ist.
- Verengte Herzkranzgefäße: Engegefühl oder Schmerzen in der Brust bei körperlicher Anstrengung (Angina pectoris). Ist ein Herzkranzgefäß gänzlich verstopft, kommt es zu einem Herzinfarkt.
- Verschlossene Halsschlagader oder Hirnarterie: Schlaganfall.
- Betroffene Arterien in der unteren Extremität: Periphere arterielle Verschlusskrankheit (PAVK) oder Schaufensterkrankheit, Schmerzen beim Gehen.
- Verschluss einer Nierenarterien: Nierenschwäche oder Nierenversagen.
Symptome der Hirnvenenthrombose
Die Symptome bei einer Hirnvenenthrombose stellen sich meist schleichend ein und können beispielsweise sein:
- Kopfschmerzen variabler Stärke oder Region (häufigstes Symptom)
- Epileptische Anfälle (Krampfanfälle)
- Neurologische Ausfälle je nach Ort der Thrombose, z.B. motorische Störungen (wie Hemiparese, also Halbseitenlähmung, oder Monoparese, also Schwäche/Lähmung in einer Extremität oder einem Extremitätenteil), Sprachstörung (Aphasie)
- Sehstörung, Stauungspapille (Schwellung der Papille, das ist die Stelle am Augenhintergrund, wo der Sehnerv entspringt)
- Übelkeit
- Erbrechen
- Bewusstseinsstörungen
Symptome eines Hirnaneurysmas
Ein Aneurysma verursacht häufig keine Beschwerden und wird als „asymptomatisches“ Aneurysma bezeichnet. Zu Beschwerden kann es kommen, wenn ein Aneurysma besonders groß ist oder ungünstig liegt. Es kann dann auf das Gehirn oder auf Nerven drücken, die vom Gehirn wegziehen - zum Beispiel auf den Sehnerv.
Ein typisches Anzeichen für eine Hirnblutung durch ein gerissenes Aneurysma sind plötzliche, sehr starke Kopfschmerzen. Anfangs schmerzen vor allem Nacken und Hinterkopf. Dann zieht der Schmerz in den gesamten Kopf und bis in den Rücken. Weitere Symptome einer Hirnblutung sind:
- Nackensteifigkeit
- Übelkeit, Erbrechen
- Bewusstseinsstörungen, Bewusstlosigkeit
Diagnose einer verstopften Hirnarterie
Die Diagnose einer verstopften Hirnarterie umfasst in der Regel eine Kombination aus Anamnese, körperlicher Untersuchung und bildgebenden Verfahren.
Anamnese und körperliche Untersuchung
Bei einem Verdacht auf eine Arteriosklerose fragen Ärztinnen und Ärzte zunächst nach einer Schmerzsymptomatik, also Lokalisation, Art und Intensität eines Schmerzes, ob er nur unter Belastung oder auch in Ruhe auftritt. Anschließend erfolgt eine gründliche klinische Untersuchung, da eine Arteriosklerose meist in mehreren Körperregionen zugleich auftritt, zum Beispiel in den Herzkranzgefäßen, in den Hals-, Bein- oder Nierenarterien.
Bei Anzeichen einer Hirnvenenthrombose beziehungsweise Sinusvenenthrombose muss schnellstens eine bildgebende Untersuchung des Schädels erfolgen.
Bildgebende Verfahren
- Computertomografie (CT): Die Computertomografie (CT) des Schädels mit Hilfe von Kontrastmittel zeigt mögliche Thrombosen im Gehirn.
- Magnetresonanztomografie (MRT): Bei einer Kernspintomografie (Magnetresonanztomografie) des Schädels mit Kontrastmittelgabe werden die Blutgefäße im Gehirn und mögliche Verschlüsse ebenfalls gut sichtbar.
- Digitale Subtraktionsangiografie (DSA): Mit einer digitalen Subtraktionsangiographie (DSA) lassen sich Aneurysmen besonders gut sichtbar machen: Dabei wird eine Röntgenaufnahme mit und eine Aufnahme ohne Kontrastmittel gemacht.
D-Dimere
Der Stellenwert der D-Dimere bei der Diagnose einer Hirnvenenthrombose beziehungsweise Sinusvenenthrombose ist allerdings umstritten. Dieser Blutwert reicht daher nicht aus, um eine solche venöse Thrombose im Gehirn ohne zerebrale Bildgebung sicher nachzuweisen oder auszuschließen. Der D-Dimer-Test kann höchstens die Diagnose unterstützen.
Behandlung einer verstopften Hirnarterie
Die Behandlung einer verstopften Hirnarterie richtet sich nach der Ursache, dem Schweregrad der Erkrankung und dem allgemeinen Gesundheitszustand des Patienten.
Behandlung der Arteriosklerose
Die Therapie der Arteriosklerose hat zunächst das Ziel, das weitere Fortschreiten der Erkrankung abzubremsen. Eine Arteriosklerose ist nicht heilbar, aber wenn noch keine Folgeerkrankungen aufgetreten sind, können Lebensstilveränderungen eine weitere Verschlimmerung oft deutlich verlangsamen.
- Lebensstilveränderungen:
- Reduzieren Sie Ihr Gewicht, wenn Sie übergewichtig sind.
- Rauchen Sie nicht.
- Trinken Sie Alkohol in Maßen.
- Bewegen Sie sich mindestens 30 Minuten am Tag.
- Vermeiden Sie ständigen Stress.
- Nehmen Sie regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen wahr.
- Medikamentöse Therapie:
- Medikamente gegen Bluthochdruck, Fettstoffwechselstörungen und Diabetes mellitus nach Anweisung einnehmen.
- Wirkstoffe, die die Blutgerinnung herabsetzen, können das Risiko für Blutgerinnsel senken.
- Interventionelle und operative Verfahren:
- Aufdehnen des Gefäßes durch einen Katheter und Offenhalten durch ein kleines, röhrenförmiges Gitter (Stent).
- Entfernung von Ablagerungen über einen Katheter.
- Bypass-Operation.
Behandlung der Hirnvenenthrombose
Die Akut-Behandlung der Sinus- beziehungsweise Hirnvenenthrombose erfolgt am besten auf einer sogenannten Stroke Unit.
- Medikamentöse Gerinnungshemmung (Antikoagulation):
- Heparin in der Akutphase der Thrombose, auch wenn gleichzeitig eine Hirnblutung vorliegt.
- Niedermolekulares (fraktioniertes) Heparin (NMH) wird bevorzugt verwendet.
- Weitere Maßnahmen nach Bedarf:
- Medikamente gegen epileptische Anfälle.
- Hirndrucksenkung (Oberkörper hochlagern, ggf. Operation).
- Schmerzmittelgabe.
- Behandlung der Grunderkrankung bei septischer Hirnvenenthrombose (Antibiotika, ggf. Operation).
Behandlung des Hirnaneurysmas
Wichtig zu wissen: Eine Behandlung ist nur dann unbedingt nötig, wenn Beschwerden oder ein erhöhtes Risiko für ein Einreißen des Aneurysmas bestehen.
- Risikofaktoren vermeiden:
- Behandlung eines zu hohen Blutdrucks und Rauchverzicht.
- Regelmäßige Kontrollen:
- Wenn man sich zusammen mit der Ärztin oder dem Arzt gegen eine Behandlung entscheidet, wird in 1- bis 3-jährigen Abständen eine Magnetresonanztomographie (MRT) oder Computertomographie (CT) gemacht.
- Interventionelle und operative Verfahren:
- Katheter-Verfahren: Bei dieser Methode werden feine Spiralen aus Platin durch das Blutgefäß bis in das Hirnaneurysma geschoben. Dadurch gerinnt das Blut im Aneurysma und es verschließt sich.
- Operation: Hier klemmen Chirurginnen und Chirurgen das Aneurysma mit einem kleinen Metallclip ab.
Prävention einer verstopften Hirnarterie
Um einer Verstopfung der Hirnarterien vorzubeugen, ist es wichtig, Risikofaktoren zu vermeiden und einen gesunden Lebensstil zu pflegen.
- Gesunde Ernährung: Kalorien- und fettreiche Ernährung vermeiden.
- Regelmäßige Bewegung: Mindestens 30 Minuten am Tag.
- Nichtrauchen: Rauchverzicht ist unerlässlich.
- Stress vermeiden: Techniken zur Stressbewältigung erlernen.
- Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen: Zur Früherkennung von Risikofaktoren und Erkrankungen.