Arteriosklerose, auch bekannt als Gefäßverkalkung, ist eine chronische Erkrankung der Arterien, bei der es zu Ablagerungen an den Gefäßwänden kommt. Diese Ablagerungen verengen und verhärten die Arterien, was zu einer verminderten Durchblutung der Organe und Gewebe führt. Die Erkrankung verläuft oft jahrelang unbemerkt, kann aber schwerwiegende Folgen wie Herzinfarkt, Schlaganfall oder periphere arterielle Verschlusskrankheit (PAVK) haben. In Deutschland sind etwa vier Millionen Menschen von Durchblutungsstörungen betroffen, wobei die Arteriosklerose die häufigste Ursache bei Menschen über 50 Jahre darstellt.
Was ist Arteriosklerose?
Arteriosklerose ist ein Sammelbegriff für krankhafte Veränderungen der Arterien. Sie wird auch Arterienverkalkung oder Gefäßverkalkung genannt, da die betroffenen Gefäße fest und unelastisch werden („verkalken“). Die Ablagerung in den Wandschichten der Arterien wird als Arteriosklerose bezeichnet. Es handelt sich um eine chronische Erkrankung, die langsam voranschreitet und zunächst keine spürbaren Beschwerden verursacht.
Atherosklerose als Sonderform
Die Begriffe Arteriosklerose und Atherosklerose werden oft synonym verwendet, obwohl es sich aus medizinischer Sicht nicht um dasselbe handelt. Arteriosklerose bezeichnet allgemein Erkrankungen der Arterienwände, während Atherosklerose die Ablagerung von fetthaltigen Plaques (Ansammlung von Lipiden und anderen Stoffen wie weißen Blutkörperchen) in den Arterienwänden beschreibt. Atherosklerose ist demnach eine spezielle Form der Arteriosklerose.
Entstehung der Atherosklerose
Atherosklerose entsteht, wenn sich im Blut enthaltenes Cholesterin an den Gefäßwänden ablagert und Entzündungen verursacht. Diesen Prozess der Ablagerung von Cholesterinen und Blutbestandteilen unter Mitwirkung von Immunzellen nennt man auch Atherosklerose. Die Vorstellung, warum ein hohes LDL-Cholesterin das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen beeinflusst, hat sich in den letzten Jahren verändert. Früher ging man davon aus, dass sich zu viel Cholesterin an den Gefäßwänden ablagert. Heute weiß man, dass das Cholesterin dazu beiträgt, dass sich Entzündungsherde in den Blutgefäßwänden ungünstig entwickeln. Bei Menschen mit hohem LDL-Cholesterin kommen solche Entzündungsherde häufiger vor, sind größer und können „verkalken“.
Es besteht ein direkter Zusammenhang zwischen Rauchen und dem Auftreten koronarer Herzkrankheiten. So sind laut einer Studie circa 76 Prozent der Patienten, die vor dem 55. Lebensjahr einen Herzinfarkt erleiden, Raucher. Zusätzlich kann sich der Tabakkonsum auf den Cholesterinspiegel auswirken. So senkt er den Gehalt des HDL-Cholesterins im Blut und steigert den des LDL-Cholesterins.
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Bedeutung von Cholesterin
Cholesterin ist ein lebensnotwendiger Rohstoff, den der Körper unter anderem für die Bildung bestimmter Hormone und den Aufbau der Zellmembranen benötigt. Es wird zwischen LDL-Cholesterin und HDL-Cholesterin unterschieden.
- LDL-Cholesterin: „LDL“ steht für Low-Density-Lipoprotein und bezeichnet ein Fett-Eiweiß-Gemisch mit niedriger Dichte. Ein hoher LDL-Wert im Blut ist mit einem erhöhten Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen verbunden.
- HDL-Cholesterin: Die Abkürzung „HDL“ steht für High-Density-Lipoprotein und bezeichnet ein Fett-Eiweiß-Gemisch mit hoher Dichte. Die Aufgabe von HDL ist, Cholesterin aus dem Gewebe und dem Blut zurück zur Leber zu transportieren. Es sorgt dafür, dass weniger freies Cholesterin in den Blutgefäßen vorhanden ist und schützt somit die Gefäße. Daher ist ein hoher HDL-Wert mit einem geringeren Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen verbunden und wünschenswert. Sehr hohe HDL-Werte sind jedoch nicht gut: Sie stehen im Verdacht, das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu erhöhen.
Ursachen und Risikofaktoren
Die Entstehung von Arteriosklerose ist ein komplexer Prozess, bei dem verschiedene Faktoren eine Rolle spielen. Zu den wichtigsten Risikofaktoren zählen:
- Erhöhte Cholesterinwerte: Ein hohes LDL-Cholesterin und ein niedriges HDL-Cholesterin gelten als Risikofaktoren für die Entstehung von Arteriosklerose und in der Folge von Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
- Bluthochdruck: Herrscht im Blutgefäßsystem dauerhaft ein zu hoher Druck, belastet er täglich die Gefäßwände. Diese Beanspruchung verursacht mikroskopisch kleine Verletzungen, an denen sich unter anderem Fette wie Cholesterin ablagern können.
- Rauchen: Nikotin verengt die Blutgefäße und schädigt die Arterien, was das Risiko von Durchblutungsstörungen erhöht. Der Konsum von Tabak kann direkt zu Veränderungen an den Gefäßwänden führen und beeinflusst vor allem die Entstehung von Arteriosklerose in den Herzkranzgefäßen.
- Diabetes mellitus: Diabetes kann zu einer Gefäßschädigung führen und die Wahrscheinlichkeit für Durchblutungsprobleme erhöhen.
- Übergewicht und Bewegungsmangel: Diese Faktoren fördern die Atherosklerose und verschlechtern die Blutzirkulation.
- Genetische Faktoren: Einige Menschen haben eine genetische Prädisposition für Gefäßprobleme. Bei der sogenannten familiären Hypercholesterinämie liegt eine erbliche Störung des Fettstoffwechsels vor, die an die Kinder vererbt werden kann. Rund einer von 500 Menschen ist davon betroffen.
- Alter: Das Risiko für die Bildung von Ablagerungen in den Arterien steigt mit zunehmendem Alter, wobei Männer ein höheres Risiko als Frauen haben.
- Stress: Chronischer Stress kann ebenfalls ein Risikofaktor für Arteriosklerose sein.
Symptome
Anfangs verursacht Arteriosklerose meist keine Beschwerden. Die Gefäßverkalkung ist ein schleichender Prozess und kann mitunter über mehrere Jahre hinweg unbemerkt bleiben. Im Lauf der Zeit können aber Herz-Kreislauf-Erkrankungen entstehen. Wie sich Arteriosklerose äußert, hängt davon ab, in welchen Gefäßen die Ablagerungen entstanden sind und in welchen Organen oder Körperregionen es dadurch zu einer Minderdurchblutung kommt.
Mögliche Folgeerkrankungen und ihre Symptome
- Koronare Herzkrankheit (KHK): Wenn sich durch die Arteriosklerose die Herzkranzgefäße verengen, entsteht eine koronare Herzkrankheit (KHK). Bei Belastung treten dann oft Kurzatmigkeit und Schmerzen in der Brust (Angina Pectoris) auf. Wird solch ein verengtes Gefäß durch einen Blutpfropf ganz verstopft, kommt es zum Herzinfarkt.
- Herzschwäche: Wenn Gefäße des Herzens betroffen sind, kann beispielsweise eine Herzschwäche entstehen - das heißt die Leistung des Herzens nimmt ab. Mögliche Symptome sind Erschöpfung, Luftnot, Brustschmerzen und Herzklopfen. Bei stark ausgeprägter Herzschwäche fallen schon normale Alltagsaktivitäten schwer, beispielsweise das Steigen weniger Treppenstufen oder längeres Gehen.
- Periphere arterielle Verschlusskrankheit (PAVK): Eine periphere arterielle Verschlusskrankheit (PAVK) kann ebenfalls die Folge einer Arteriosklerose sein. Sie entsteht, wenn sich die Gefäße der Beine verengen und es dort zu Durchblutungsstörungen und Schmerzen beim Gehen kommt. Im fortgeschrittenen Stadium kann die PAVK zu Beinamputationen führen. Das erste Symptom einer pAVK ist ein Schmerz in der Muskulatur, der nach ausgeprägter Belastung auftritt, beispielsweise bei längeren Wanderungen, oder wenn man beim Umziehen Möbel die Treppen hinauf schleppen muss. Manche Menschen bemerken die pAVK deshalb im Urlaub, weil sie im „normalen“ Tagesablauf gar keine langen Strecken zu Fuß zurücklegen. Durch Einengungen der Gefäße werden auch die Pulse an den Füßen schwächer tastbar. Sie können völlig fehlen, ehe sich die Durchblutungsstörung anderweitig bemerkbar macht. Die belastungsabhängigen Schmerzen werden auch durch die Lokalisation der Durchblutungsstörung bedingt. Bei den meisten Patient:innen ist sie am Oberschenkel lokalisiert. Schmerzen entstehen dann in der Wade, weil dort der Muskel nicht mehr genug Blut erhält. Tritt der Schmerz auch am Oberschenkel auf, ist die Leistenarterie oder die untere Beckenarterie betroffen. Bei Verengungen an der oberen Beckenarterie treten unter Belastung Schmerzen von der Wade bis zum Gesäß auf, je nach Gehtechnik auf- oder absteigend. Selten ist auch schon die Bauchschlagader (Aorta) hochgradig verengt oder verschlossen, dies wird als Leriche-Syndrom bezeichnet. Die Schmerzen betreffen dann beide Beine bis zum Gesäß. Die Arteriosklerose entwickelt sich an den Beinen oft unterschiedlich. So kann auf der einen Seite ein Verschluss der Beckenarterie vorliegen und auf der anderen ein Verschluss der Oberschenkelarterie. Dann schmerzt dort beim Gehen nur der Unterschenkel, am anderen Bein auch der Oberschenkel. Bei Verschlüssen der Unterschenkelarterien, die besonders beim Diabetes isoliert vorkommen können, beschränkt sich der belastungsabhängige Schmerz auf die Füße. Oft tritt er gar nicht in Erscheinung.
- Nierenerkrankungen: Auch in den Gefäßen der Nieren kann eine Arteriosklerose entstehen. Das kann zu Bluthochdruck, Nierenschwäche oder Nierenversagen führen.
- Schlaganfall: Analog zur Verschlusserkrankung der peripheren Arterien kann es auch bei den hirnversorgenden Arterien zu Engstellen kommen. Oft bemerken Patienten keine Symptome. Gerade dadurch wird die Gefahr von gefährlichen Folgen wie einem Schlaganfall erhöht. Stenosen behindern den Blutfluss und somit die Durchblutung des Gehirns und können zum Schlaganfall führen. In Abhängigkeit von der Lokalisation und des Ausmaßes der Stenose können neurologische Störungen wie Lähmungen, Seh-, Gefühls- und Sprachstörungen auftreten, die entweder nur wenige Minuten anhalten (transitorisch ischämische Attacke, TIA), oder dauerhaft bestehen bleiben (Schlaganfall). Arteriosklerose der Gehirngefäße: Durchblutungsstörungen des Gehirns können einen ischämischen Schlaganfall (Hirninfarkt) auslösen. Ischämisch bedeutet, dass der Hirninfarkt auf eine plötzliche Minderdurchblutung von Nervenzellen zurückzuführen ist (im Gegensatz zum hämorrhagischen Schlaganfall, der durch eine Einblutung ausgelöst wird).
Raynaud-Syndrom
Eine meist harmlose Ursache für Durchblutungsstörungen ist das sogenannte Raynaud-Syndrom. Im Gegensatz zur Arteriosklerose kann das Raynaud-Syndrom auch schon bei jungen Menschen die Ursache für Durchblutungsstörungen sein. Beim Raynaud-Syndrom kommt es durch äußere Einflüsse wie Kälte oder Stress zu einem Zusammenziehen kleinerer Blutgefäße, insbesondere in den Händen, so dass deren Durchblutung kurzzeitig vermindert ist. Die Symptome des Raynaud-Phänomens treten in typischen Anfällen auf, die durch bestimmte Auslöser (z. B. Kälte oder Stress) ausgelöst werden. Die Haut verfärbt sich dabei typischerweise in drei Phasen: blass oder weiß, blau oder violett und schließlich rot. Betroffene Körperteile fühlen sich kalt an, oft begleitet von einem Taubheitsgefühl aufgrund der verminderten Blutzufuhr. Während eines Anfalls kann es zu Schmerzen kommen, die mit der verminderten Durchblutung zusammenhängen. Diese Schmerzen klingen oft ab, wenn die Blutzufuhr wiederhergestellt wird.
Diagnose
Ein erhöhter Cholesterinwert ist mit einem erhöhten Risiko für Arteriosklerose verbunden und kann auf eine bereits bestehende Arteriosklerose hindeuten. Allerdings lässt sich anhand der Cholesterinwerte eine Arteriosklerose noch nicht eindeutig diagnostizieren. Sie können nur einen ersten Hinweis liefern. Zur weiteren Abklärung bestimmen Ärztinnen und Ärzte außerdem Blutwerte wie den Blutzucker und setzen bildgebende Verfahren ein, zum Beispiel Ultraschall, Computertomografie (CT) und Magnetresonanztomografie (MRT).
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Messung und Bewertung der Cholesterinwerte
Es werden drei verschiedene Cholesterinwerte bestimmt:
- LDL-Cholesterin
- HDL-Cholesterin
- Gesamtcholesterin: Es gibt an, wie viel Cholesterin sich insgesamt im Blutkreislauf befindet. Ein hoher Gesamtcholesterinwert ist eher ungünstig.
Expertinnen und Experten empfehlen, zusätzlich den Lipoprotein(a)-Wert zu bestimmen. Lipoprotein(a) hat eine ähnliche Funktion wie LDL-Cholesterin. Es handelt sich um einen unabhängigen Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Dieser lässt sich nicht durch eine Ernährungsumstellung beeinflussen und muss ärztlich behandelt werden.
Wann die Cholesterinwerte als „zu hoch“ angesehen werden, hängt davon ab, welches Gesamtrisiko die jeweilige Person hat, in einem bestimmten Zeitraum eine Herz-Kreislauf-Erkrankung zu entwickeln. Dieses Risiko wird anhand eines speziellen Punktesystems ermittelt (Score). Je höher der Score ist, umso eher werden die Cholesterinwerte als „zu hoch“ eingestuft.
Oft wird von erhöhten Cholesterinwerten (Hypercholesterinämie) gesprochen, wenn der Gesamtcholesterinwert oder das LDL-Cholesterin über dem als günstig definierten Wert liegt. Als ungünstig gilt auch, wenn das HDL-Cholesterin unter diesem Grenzwert liegt.
Als günstige Werte für gesunde Personen gelten:
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- Gesamtcholesterin: Werte unter 200 mg/dl (5,2 mmol/l)
- LDL-Cholesterin: Werte unter 100 mg/dl (2,6 mmol/l)
- HDL-Cholesterin: Werte über 40 mg/dl (1 mmol/l) für Männer und über 50 mg/dl (1,3 mmol/l) für Frauen
Diagnostik bei pAVK
Der erste diagnostische Schritt ist bei einem Besuch in unserer Ambulanz eine körperliche Untersuchung. Danach wird der Blutdruck an den Beinen und Füßen mit einem Dopplerverfahren gemessen. Anschließend wird die betroffene Körperregion mit einem modernen Ultraschallgerät mittels Dopplers und Farbduplexsonographie untersucht. Ergibt sich hier ein Befund, der einem therapeutischen Eingriff bedarf, so wird ein bildgebendes Verfahren (Computertomographie oder Magnetresonanztomographie) durchgeführt. Dieses erlaubt eine bessere Planung der anschließenden Therapie.
Diagnose des Raynaud-Phänomens
Die Diagnose des Raynaud-Phänomens basiert hauptsächlich auf der klinischen Untersuchung und der Erhebung der Anamnese. Der Arzt fragt nach den Symptomen, deren Häufigkeit und Auslösern (Kälte, Stress) sowie nach anderen Erkrankungen, die mit Raynaud in Zusammenhang stehen könnten (z. B. Autoimmunerkrankungen). Der Arzt untersucht die Hautfarbe an den Extremitäten während eines Anfalls und nach dessen Beendigung, um das typische Muster zu erkennen. Mit einem Doppler-Ultraschall kann die Blutzirkulation überprüft werden, um zu sehen, ob es eine Verengung der Blutgefäße gibt. Bei Verdacht auf eine zugrunde liegende Autoimmunerkrankung (bei sekundärem Raynaud) können Bluttests durchgeführt werden, um Marker für Erkrankungen wie Lupus oder systemische Sklerose zu erkennen. Eine spezielle Untersuchung ist die Nagelfalzkapillarmikroskopie, bei der die kleinen Blutgefäße in der Nähe des Nagels betrachtet werden.
Behandlung
Arteriosklerose lässt sich noch nicht heilen oder rückgängig machen. Man kann aber ihrer Entstehung vorbeugen oder ihr Voranschreiten verlangsamen. Das Ziel der Behandlung ist, ein erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen auf ein möglichst normales Niveau abzusenken. Ein wichtiger Schritt ist das Anpassen des Lebensstils. Leiden Sie an Diabetes und/oder Bluthochdruck, wird Ihr Arzt in der Regel bestimmte Maßnahmen ergreifen, um den Blutzuckerspiegel und den Blutdruck korrekt einzustellen.
Lebensstil-Maßnahmen
- Nicht rauchen
- Sich gesund ernähren, vor allem wenig gesättigte (tierische) Fette zu sich nehmen
- Sich viel bewegen
- Übergewicht reduzieren
Medikamentöse Therapie
Reichen Ernährungsumstellung und Bewegung allein nicht aus, um die Cholesterinwerte ausreichend zu senken, können Medikamente zum Einsatz kommen. Für Menschen, die noch nie einen Herzinfarkt, einen Schlaganfall oder eine andere Herz-Kreislauf-Erkrankung hatten, ist dafür nur eine Gruppe von Medikamenten gut erprobt: die Statine.
Interventionelle und operative Maßnahmen
Wenn die Arteriosklerose bereits weit fortgeschritten ist und Komplikationen wie ein Herzinfarkt drohen, ist meist ein Katheter-Eingriff oder eine Operation am Herzen nötig. Abhängig davon, welche Gefäße verengt und wie stark die Beschwerden sind, kommen unterschiedliche Verfahren infrage:
- Mit einem Katheter, an dessen Ende sich ein Ballon befindet, können verengte Gefäße aufgedehnt und falls nötig anschließend mit einem röhrenförmigem Metallgitter (Stent) stabilisiert werden.
- Eine weitere Möglichkeit ist eine Bypass-Operation, bei der die kritische Engstelle entweder mit einem körpereigenen Blutgefäß oder einem künstlichen Schlauch überbrückt wird.
- Gefäßverschlüsse oder -verengungen können in einem Katheterverfahren interventionell behandelt werden. Hierzu ist im Gegensatz zu einer Operation keine Narkose notwendig.
Konservative Behandlung
Eine Betreuung in unserer Ambulanz dient ebenso zur konservativen Behandlung der Erkrankungen. Hier kommen keine Eingriffe zum Tragen, sondern eine Therapie mittels Medikamenten oder Gehtraining.
Behandlung von Stenosen der hirnversorgenden Gefäße
Zunächst sollten die konservativen und medikamentösen Behandlungsoptionen bei Patient:innen mit symptomatischen Stenosen der hirnversorgenden Arterien ausgeschöpft werden.
Behandlung des Raynaud-Phänomens
Wenn Sie unter Raynaud-Symptomatik leiden, wird zuerst eine mögliche zugrundeliegende Erkrankung diagnostiziert.
Vorbeugung
Maßnahmen zur Vorbeugung und zur Behandlung einer Arteriosklerose ähneln sich stark.
- Den LDL-Cholesterinspiegel im Auge behalten: Gerade der LDL-Cholesterinwert spielt eine wichtige Rolle bei der Bildung von Gefäßverkalkungen.
- Nicht rauchen: Der Konsum von Tabak schlägt sich negativ auf die Gefäße nieder. Verengungen und der Verlust an Elastizität werden beschleunigt und eine Arteriosklerose kann entstehen.
- Gesetzlich Krankenversicherte ab 35 Jahren können alle drei Jahre einen Gesundheits-Check-up bei ihrer Hausärztin oder ihrem Hausarzt durchführen lassen. Personen zwischen 18 und 34 können das Angebot einmalig wahrnehmen. Diese Untersuchung dient dazu, frühzeitig Anzeichen für weit verbreitete Krankheiten wie Diabetes, Nierenerkrankungen und Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu erkennen. Zum Check-up gehört unter anderem eine Blutuntersuchung, bei der auch der Gesamtcholesterinwert gemessen wird.
- Es ist wichtig, bei Arteriosklerose die Erkrankungen bzw. Risikofaktoren wie Diabetes, Bluthochdruck und erhöhte Blutfette zu behandeln und die Werte möglichst zu normalisieren.
Leben mit Arteriosklerose
Arteriosklerose und ihre Folgen wie die koronare Herzkrankheit sind chronische Erkrankungen - sie bleiben ein Leben lang bestehen. Das muss aber nicht heißen, dass sie das Leben bestimmen. Wer sich mit seiner Erkrankung gut auskennt, kann die Therapie mitgestalten und mögliche Probleme rechtzeitig erkennen. Menschen mit Herz-Kreislauf-Problemen haben manchmal das Gefühl, ihr ganzes Leben sofort ändern zu müssen. Das ist aber meist unrealistisch. Wenn man es langsam angehen lässt, gelingt es besser. Wer Arteriosklerose hat, muss keine Schuldgefühle hegen. Der persönliche Lebensstil ist nur einer von mehreren Faktoren, die eine Arteriosklerose verursachen können.
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