Einführung
Die Neurologie ist ein Fachgebiet, das sich mit der Diagnostik und Therapie von Erkrankungen des Gehirns, des Rückenmarks, des peripheren Nervensystems und der Muskeln befasst. Im Klinikum Region Hannover (KRH), insbesondere im KRH Klinikum Agnes Karll Laatzen und im KRH Klinikum Nordstadt, spielt die Neurologie eine zentrale Rolle. Dieser Artikel beleuchtet die neurologische Versorgung im KRH, insbesondere die Arbeit von Prof. Dr. Andreas Schwartz und die Schwerpunkte der neurologischen Klinik in Laatzen.
Fachgebiet Neurologie im KRH
Das Fachgebiet Neurologie umfasst die Diagnostik und Therapie von organischen Erkrankungen des Gehirns, des Rückenmarks, des peripheren Nervensystems und der Muskeln. Neurologische Erkrankungen betreffen oft das Herzstück unserer Persönlichkeit: Bewegung, Sprache, Gedächtnis und vieles mehr.
Schwerpunkte der Klinik für Neurologie
Ein besonderer Schwerpunkt der Klinik ist die Versorgung von Betroffenen mit akutem Schlaganfall. Bereits seit 1999 verfügt die Klinik über eine spezielle Schlaganfall-Behandlungseinheit („Stroke Unit“). Sie ermöglicht durch eine sofortige Schlaganfall-spezifische Diagnostik und Therapie die bei einem Schlaganfall überaus wichtige rasche Erstversorgung. Dieser langjährige neurovaskuläre Schwerpunkt spiegelt sich in der zertifizierten Stroke Unit mit sehr erfahrenem Personal wider.
Ein weiterer Schwerpunkt ist die Versorgung von Patientinnen und Patienten mit neuroimmunologischen Erkrankungen. Hierzu zählen insbesondere die Multiple Sklerose, die Neuromyelitis optica Spektrumerkrankungen (NMOSD) und die Myelin Oligodendrozyten Glykoprotein (MOG) Antikörper assoziierten Erkrankungen (MOGAD). Zudem die Myasthenia gravis, die Chronisch inflammatorisch demyelinisierende Polyneuropathie (CIDP) und weitere Autoimmunneuropathien, die Limbische Encephalitis bzw. Autoimmunencephalitis, Neurosarkoidose, neurologische Beteiligungen bei rheumatologischen Erkrankungen wie Sjögren Syndrom, Systemischer Lupus erythematodes (SLE), rheumatoider Arthritis oder anderen internistischen Autoimmunerkrankungen (z. B. Vaskulitiden).
Auch Betroffene mit oder zur Abklärung von Epilepsien, neurodegenerativen Erkrankungen wie dementieller Entwicklung (u. a. Morbus Alzheimer) oder Morbus Parkinson, neuromuskulären Erkrankungen, Polyneuropathien, Infektionen des Nervensystems (z. B. Borreliose, FSME oder Meningitis/Encephalitis) werden behandelt.
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Diagnostische und interventionelle Neuroradiologie
In Zusammenarbeit mit dem Institut für Radiologie des Hauses und des KRH sowie der angeschlossenen Radiologiepraxis steht das gesamte Spektrum der diagnostischen und interventionellen Neuroradiologie zur Verfügung (Computertomographie, Kernspintomographie, Angiographie inklusive Intervention wie mechanische Thrombektomie oder Carotis-Stent).
Durch die sehr enge und langjährig etablierte Kooperation mit der Neuroradiologie des KRH Nordstadt und Neurologie des KRH Nordstadt ist eine vollumfängliche sofortige interventionelle Versorgung von akut gefährdeten Schlaganfall-Betroffenen mit z. B. Großgefäßverschluss („large vessel occlusion“) gegeben. Ergänzt wird dies durch drei Mal in der Woche stattfindende interdisziplinäre Konferenzen mit den Experten der Gefäßchirurgie des KRH Robert Koch Gehrden und Neuroradiologie des KRH Nordstadt.
Allgemeine klinische Neurologie
Die allgemeine klinische Neurologie umfasst Schwerpunkte wie primäre und sekundäre Schlaganfallprophylaxe, zentrale Bewegungsstörungen (z.B. Parkinson, Blepharospasmus), Epilepsien und Autoimmunerkrankungen (z.B. Multiple Sklerose).
Prof. Dr. Andreas Schwartz: Eine prägende Persönlichkeit
Prof. Dr. Andreas Schwartz hat die neurologische Versorgung in der Region Hannover maßgeblich geprägt. Im August 2000 wechselte Schwartz als Leitender Oberarzt der neurologischen Uniklinik Heidelberg auf die Chefarztposition in Hannover. Als einer der wenigen Mediziner in Deutschland, die sowohl den Facharzt für Neurologie als auch für Neuroradiologie besaßen, verantwortete und entwickelte er beide Disziplinen weiter bis hin zur Überführung der Neuroradiologie in ein neu gegründetes Institut.
Wirken im KRH Klinikum Nordstadt
Schwartz übernahm 2006 die Verantwortung als Ärztlicher Direktor des Klinikums Nordstadt und führte den Standort in dieser Funktion bis 2015. Viele der baulichen Maßnahmen, die das Klinikum Nordstadt heute ausmachen, fielen in diesen Zeitraum - insbesondere der Bau und die Eröffnung von Haus A, dem zentralen Neubau des weitläufigen Areals.
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Engagement über den Standort hinaus
Von 2013 bis 2018 war er zusätzlich Chefarzt der Neurologie im KRH Klinikum Agnes Karll Laatzen und ab 2015 verantwortete er die Teleneurologie im KRH, durch welche die hochspezialisierte neurologische Versorgung auch in Standorten ohne eigene neurologische Klinik erfolgreich etabliert werden konnte.
Forschung und Lehre
Prof. Schwartz´ Forschungsinteressen liegen im Bereich der Schlaganfallforschung. In Heidelberg sowie am Klinikum Nordstadt wurde in mehr als 20 Jahren an allen maßgeblichen klinischen Studien zur Thrombolyse und Thrombektomie unter seiner Leitung als Principal Investigator teilgenommen. Sein Literaturverzeichnis seit 1982 umfasst ca. 210 wissenschaftliche Publikationen in Peer-review Journalen. Er hat ein eigenes Lehrbuch “Systematische Neurologie” verfasst und ist Mitautor in zahlreichen neurologischen, internistischen und neuroradiologischen Lehrbüchern anderer Herausgeber. Regelmäßige Lehrveranstaltungen an der Universität Heidelberg bis 2018.
Mitgliedschaften und Auszeichnungen
- Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN)
- Deutsche Gesellschaft für Neuroradiologie
- Bis zum Ausscheiden als Chefarzt am KRH Mitglied der Deutschen Gesellschaft für Radiologie, der Deutschen Gesellschaft für Klinische Neurophysiologie und Funktionellen Bildgebung (DGKN), der Deutschen Multiple Sklerose Gesellschaft (DMSG), der Deutschen Gesellschaft für Lasermedizin, des Berufsverbandes Deutscher Neurologen (BDN) sowie der Deutschen Neuroradiologen (BDNR).
- Davor Fellow der European Stroke Organization (ESO), der European Society of Neurology (ESN) und der American Radiological Society (ASR).
- 2014 war Prof. Schwartz Präsident der Deutschen Gesellschaft für Neuroradiologie.
Vorsitz der ADNANI
KRH-Chefarzt Prof. Dr. Andreas Schwartz ist neuer 1. Vorsitzender der Gesellschaft Deutschsprachiger Neuroanaesthesisten und Neurointensivmediziner (ADNANI). Der Chefarzt der Klinik für Neurologie am KRH Klinikum Nordstadt wurde jetzt auf der Generalversammlung der Fachgesellschaft in Düsseldorf gewählt und ist Nachfolger von Prof. Dr.
Die Tätigkeit der ADNANI, gegründet 1987, erstreckt sich auf den deutschsprachigen Raum Europas, insbesondere Deutschland und Österreich, aber auch die Schweiz und Liechtenstein. Die wechselweise in Deutschland und Österreich tagende Fachgruppe verfolgt den interdisziplinären Austausch aller im Arbeitsbereich Neuroanaesthesie/ Neurointensivmedizin tätigen Mediziner, Techniker und Bioingenieure. Ein besonderes Augenmerk der Experten liegt darauf, im intensivmedizinischen Bereich das Neuromonitoring bei Schädel-Hirn-Traumen und anderen Hirn-Verletzungen sowie seine Bedeutung in der Praxis weiter voranzutreiben. Die ADNANI unterhält u.a. eine enge strukturierte Beziehung mit der Deutschen Gesellschaft für Neuro-Intensiv und -Notfallmedizin (DGNI) und ist dort auf jeder Jahrestagung der DGNI seit 2010 mit mindestens zwei Sitzungen vertreten.
Abschied in den Ruhestand
Nach 21 Jahren als Chefarzt und Ärztlicher Direktor ist Prof. Dr. Andreas Schwartz in den Ruhestand verabschiedet worden. Mit ihm geht eine Persönlichkeit, die das KRH Klinikum Nordstadt und das gesamte Unternehmen geprägt hat. Den Großteil seiner Zeit wird der 66-jährige demnächst nicht-medizinischen Tätigkeiten widmen - neben Golf und Tennis vor allem auch seinem Boot, welches im Steinhuder Meer vor Anker liegt.
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Vielfalt im Team der Klinik für Neurologie
Ein starkes Team zeichnet sich durch Vielfalt aus. Im Team der Klinik für Neurologie im KRH Klinikum Nordstadt arbeiten Menschen unterschiedlicher Herkunft zusammen. Die Statistik ist so groß und bunt wie ein Globus: In den Kliniken des KRH nimmt die Liste der Nationalität sowohl bei den Patienten wie auch bei den Mitarbeitenden scheinbar kein Ende. Im vergangenen Jahr gehörten die gut 180.000 Patienten stolzen 128 verschiedenen Nationalitäten an. Nicht viel anders ist es bei den Menschen, die zum Team des KRH Klinikum Region Hannover gehören. 93 Nationalitäten sind unter den insgesamt rund 7500 Mitarbeitenden vertreten, dabei führt der Geschäftsbereich des Bildungszentrums mit 48 verschiedenen Nationalitäten knapp vor dem KRH Klinikum Nordstadt mit insgesamt 44 verschiedenen Herkunftsländern der Mitarbeitenden.
Herausforderungen und Chancen
Die bunte Vielfalt weckt Neugier untereinander. Das Team hat sich gegenseitig mit kulinarischen Eigenwilligkeiten bekocht, Reisetipps gegeben, sich ihren Werdegang erzählt und - wie alle anderen werdenden Mediziner auch - Fakultäten und Dozenten verglichen. Eine Herausforderung besteht darin, Sprachschwierigkeiten der Patienten erkennen zu können. Was ist Dialekt? Was eine aufgrund eine Schlaganfalls verwaschene Aussprache? Dieser Unterschied ist lebensentscheidend.
Zukünftige Entwicklungen
Für den Standort Laatzen wird eine schnellstmögliche Nachbesetzung angestrebt. Prof. Dr. Katharina Hein übernimmt ab August eine Abteilung in einem Haus mit einem höchst renommierten überregionalen Kopfzentrum. Das KRH Klinikum Nordstadt hält in diesem Bereich eine Vielzahl von Kliniken und Spezialisierungen vor. Dazu gehören unter anderem die Bereiche interventionelle Neuroradiologie, die Neurochirurgie, die Hals-, Nasen-, Ohren- und die Augenheilkunde.
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