Migräne ist mehr als nur ein einfacher Kopfschmerz. Sie ist eine neurologische Erkrankung, von der etwa 80 % der Patienten betroffen sind und die mit einer deutlich größeren funktionellen Beeinträchtigung einhergeht. Viele Migränepatienten leiden zusätzlich zu den oft extremen Kopfschmerzen unter Übelkeit und Erbrechen, was die Therapie zusätzlich erschwert. Hier könnten Akupressur-Armbänder eine wertvolle Ergänzung darstellen, um die Übelkeit zu verhindern oder zumindest zu lindern.
Was ist Akupressur?
Akupressur ist eine Heilkunst, die ihre Wurzeln in der fernöstlichen Medizin hat. Seit Jahrtausenden wird diese traditionelle Heilkunde zur Behandlung verschiedenster Beschwerden wie Schmerzen, Stress oder Übelkeit eingesetzt. Die sanfte Therapieform nutzt die Kraft des Drucks auf bestimmte Punkte des Körpers, um das Wohlbefinden zu fördern und gesundheitliche Probleme zu lindern. Akupressur ist neben Akupunktur die bekannteste Heiltechnik der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM). Die Methode arbeitet mit Druck, der auf bestimmte Punkte des Körpers ausgeübt wird, um die Energieflüsse zu harmonisieren und Heilungsprozesse zu fördern. Die Akupressur-Punkte liegen entlang der Meridiane, eine Art Linien, die nach der Lehre Energie durch den Körper leiten. Laut der traditionellen chinesischen Medizin gibt es 365 Akupressur-Punkte entlang der 12 Meridiane. Bestimmte Meridiane haben einen direkten Bezug zu Organen, wie beispielsweise Lunge, Dickdarm, Herz, Milz, Leber oder Nieren. Das Drücken bestimmter Akupressur-Punkte soll die eigenen Selbstheilungskräfte aktivieren, Energie-Blockaden lösen und so die natürliche Balance im körperlichen Organismus wieder herstellen. Vorrangig wird Akupressur zur Schmerzlinderung eingesetzt, kann aber auch bei Angstzuständen oder Depressionen als begleitende Therapie Anwendung finden.
Wie funktionieren Akupressur-Armbänder?
Akupressur-Armbänder sind elastische Bänder, die am Handgelenk getragen werden und eine Plastikkugel in ihrer Mitte haben. Diese Kugel übt Druck auf den sogenannten Nei-Kuan-Punkt (P6) aus, der sich an der Innenseite des Handgelenks befindet, etwa drei Querfinger vom Handgelenk Richtung Ellenbogen, zwischen den Beugesehnen. Dieser Punkt ist in der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) von Bedeutung, da er auf einer der sogenannten Energiebahnen im Körper liegt. Durch die Stimulation dieses Punktes soll das Unwohlsein beseitigt und die Lebensenergie Chi wieder ins Gleichgewicht gebracht werden. Schulmediziner vermuten, dass die Akupressur von P6 (Nei Kuan) zur Stimulation von Nerven führt, die das Signal weiter ins Rückenmark, ins Mittelhirn und in den Hypothalamus leiten.
Akupressur bei Migräne und Übelkeit
Eine Anwenderstudie unter der Leitung von Dr. Zoltan Medgyessy, leitender Oberarzt der Berolina Klinik in Löhne, lieferte positive Ergebnisse zur Anwendung von Akupressur-Armbändern bei Migräne. Die Studie ergab, dass die Stimulation des Akupunkturpunktes P6 (Nei Kuan) am Handgelenk mittels Original SEA-BAND® Akupressurbänder eine migränebegleitende Übelkeit verhindern oder zumindest deutlich lindern kann. 85 Prozent der 41 Anwender, die SEA-BAND®-Akupressurbänder bei einem Migräneanfall trugen, beurteilten die Wirkung der Armbänder insgesamt positiv. Sie gaben an, dass ihnen die Bänder geholfen haben, ihre Migräne leichter zu überstehen. Bei 83 Prozent der Probanden trat eine spürbare Linderung der Übelkeit ein, 44 Prozent empfanden sie sogar als deutlich schwächer. Die Verbesserung trat durchschnittlich nach 28,7 Minuten auf. Vierzig Patienten würden das Akupressurband erneut einsetzen.
Dr. Medgyessy betonte, dass Betroffene, die unter Migräne mit Übelkeit bis hin zum Erbrechen leiden, dankbar sein werden, keine oder weniger übelkeitslindernde Arzneimittel einnehmen zu müssen.
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Vorteile von Akupressur-Armbändern
Ein wesentlicher Vorteil der SEA-BAND®-Akupressurbänder gegenüber oral eingenommenen Mitteln gegen Übelkeit und Erbrechen liegt darin, dass sie auch dann noch wirken, wenn das flaue Gefühl im Magen bereits aufgetreten ist. Zudem sind sie eine medikamentenfreie Behandlungsmethode und stellen somit eine wertvolle Ergänzung in der ganzheitlichen Migränetherapie dar. Die Handgelenkstimulation mittels SEA-BAND®-Akupressurbänder wird auch zur Vorbeugung der Seekrankheit, bei Übelkeit und Erbrechen hervorgerufen durch eine Schwangerschaft, Chemotherapie und bei narkosebedingter Übelkeit nach Operationen zur Linderung der Beschwerden angewendet. Die Wirkung des Original SEA-BAND Akupressurbandes wurde weltweit in einer Reihe von klinischen Untersuchungen bestätigt.
Weitere Anwendungsbereiche der Akupressur
Akupressur ist vielseitig einsetzbar und kann nachweislich bei einigen Beschwerdebildern, wie beispielsweise Menstruationsschmerzen, Sie positiv unterstützen. Zusätzlich belegen Studien die Wirksamkeit der traditionellen Heilkunst bei Kopfschmerzen, Migräne, Übelkeit oder Schlafstörungen.
Weitere positive Auswirkungen von Akupressur:
- Schmerzlinderung
- Linderung bei Schwangerschaftsübelkeit
- Besserung bei Verdauungsstörungen
- Stressabbau
- Unterstützung bei der Gewichtsreduktion
- Unterstützung bei der Rauchentwöhnung
- Stärkung des Immunsystems
Anwendung von Akupressur-Armbändern
Die Anwendung von Akupressur-Armbändern ist denkbar einfach. Das Sea-Band wird so angezogen, dass der weiße Kunststoffknopf nach unten auf den Nei-Kuan-Punkt drückt. Der Punkt befindet sich etwa drei Fingerbreit unterhalb der Handgelenksfalte zwischen den beiden Sehnen. Die Bänder werden an beiden Handgelenken angelegt, sobald man Übelkeit verspürt und entfalten schon nach wenigen Minuten ihre Wirkung. Sea-Band Akupressurbänder sind gewebte elastische Bänder mit einer kleinen Plastiknoppe auf der Innenseite. Die mittleren drei Finger (der betroffenen Person) auf die Innenseite des Handgelenks legen, wobei der Ringfinger auf der Gelenkfalte liegt. Der Nei-Kuan-Punkt befindet sich unter dem Rand Ihres Zeigefingers, d.h. Die Noppe nach unten gerichtet auf den Nei-Kuan-Punkt ausrichten.
Akupressur-Punkte selbst stimulieren
Entlang der 12 Meridiane befinden sich weit über 300 Akupressur-Punkte. Die Techniken der traditionellen Heilkunst wirken effektiv und sind zudem auch leicht im Alltag anwendbar.
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Hier sind einige Übungen zum Ausprobieren:
- Kopfschmerzen und Migräne: Der Punkt für Kopfschmerzen oder Migräne befindet sich am unteren Hinterkopf, wo der Schädelknochen endet. Suchen Sie aus der Mitte des Nackens mit den Fingern in Richtung Ohr entlang nach einem vertieften Punkt. Drücken Sie diese Stelle nun für ein bis drei Minuten, am besten auf beiden Seiten gleichzeitig.
- Übelkeit: Der Punkt für Übelkeit befindet sich auf der Innenseite des linken Handgelenks, etwa 2-Fingerbreit oberhalb der Stelle des Pulses. Klopfen Sie mit dem rechten Mittelfinger leicht auf diese Stelle. Nach einer Minute wechseln Sie die Seite. Ein weiterer Punkt für Übelkeit liegt unterhalb der Kniescheibe, einen Daumenbreit nach außen neben der Schienbeinkante. Drücken Sie diese Stelle mit dem Daumen mehrere Male. Anschließend wechseln Sie die Seite.
- Schlafstörungen: Massieren Sie zwischen Stirn und Augenbrauen mit dem rechten Mittelfinger mindestens fünf Minuten sanft nach unten. Oder drücken Sie mit dem Daumen der einen Hand leicht auf alle vier Fingerkuppen der anderen Hand. Die Daumen bleiben ausgespart. Danach führen Sie die Behandlung an der anderen Hand durch.
Akupressur-Helfer
Es gibt verschiedene Hilfsmittel, die die Akupressur-Anwendung erleichtern und effektiver gestalten. Auch der Einsatz von speziellen Akupressur-Massagegeräten kann eine gute Alternative sein.
- Akupressur-Matte: Diese Matte ist mit etwa 4.000 bis 6.000 leichten Kunststoffspitzen bedeckt, die bei Kontakt mit der Haut viele Akupressur-Punkte gleichzeitig stimulieren. Sie kann zur Entspannung, Schmerzlinderung und Stressreduktion verwendet werden.
- Igelball: Der Igelball ist ein kleiner, stacheliger Ball, der ideal für die Selbstmassage und Stimulation von Akupressur-Punkten an Händen, Füßen und anderen Körperbereichen geeignet ist. Der kleine Helfer regt die Durchblutung und den Kreislauf an, aktiviert das Lymphsystem und hilft bei Stress und Anspannung.
- Nadel-Roller: Der Nadel-Roller ist geeignet für die Massage der Beine oder zur gezielten Narbenbehandlung. Er verbessert die Durchblutung, Sauerstoff- und Nährstoffversorgung, lindert Schmerzen und regt die Kollagenproduktion an.
- Fingerringe und Akupressur-Band: Fingerringe kommen zur Linderung von Arthrose-Schmerzen in den Fingern, aber auch zur Narbenbehandlung nach Operationen an der Hand oder Kapselverletzungen zum Einsatz. Das Akupressur-Band soll bei Schwangerschafts- oder Reiseübelkeit Abhilfe schaffen. Das Hilfsmittel ersetzt die Druckmassage und kann zu jeder Zeit getragen werden.
- Massageknauf: Die kleinen Gebilde aus Hartplastik, Holz, Edelstahl oder Glas sind mit Knubbeln oder abgerundeten Spitzen versehen und ermöglichen so eine gezielte Druckausübung. Das Hilfsmittel reduziert Stress, lindert Schmerzen und verbessert die Durchblutung.
- Akupressur-Stifte: Diese Stifte haben abgerundete Spitzen und können präzise auf einzelne Akupressur-Punkte angewendet werden. Die gezielte Stimulation spezifischer Akupressur-Punkte hilft Schmerzen zu lindern und trägt zur Stressreduktion bei.
Wichtige Hinweise zur Anwendung
- Die Stimulation der Punkte sollte mehrmals am Tag durchgeführt werden, insbesondere wenn die Symptome verstärkt auftreten.
- Bei akuten Beschwerden behandeln Sie die Punkte bei Bedarf. Bei länger andauernden, chronischen Beschwerden behandeln Sie die Punkte 1-3 Mal täglich.
- Wenn ein Punkt sehr empfindlich ist, drücken oder massieren Sie ihn nur leicht für ca. 30 Sekunden. Wenn ein Punkt weniger empfindlich ist, drücken oder massieren Sie ihn intensiver für 20-30 Sekunden.
- Verletzte Hautstellen, Areale mit Hautpilz, frisches Narbengewebe oder Bereiche mit Krampfadern sollten nicht massiert werden.
- In der Schwangerschaft ist Vorsicht geboten.
Für wen ist Akupressur nicht geeignet?
Obwohl Akupressur eine sanfte und sichere Therapieform ist, gibt es einige Personengruppen, für die die traditionelle Heilkunst eher ungeeignet ist:
- Schwangere: Einige Akupressur-Punkte können Wehen auslösen und sollten während der Schwangerschaft vermieden werden.
- Menschen mit bestimmten gesundheitlichen Problemen: Leiden Sie zum Beispiel an einer schweren Herz-Kreislauf-Erkrankung, sprechen Sie vor der Anwendung mit Ihrem behandelten Arzt.
- Personen mit Hautproblemen: Bei offenen Wunden, Hautinfektionen oder entzündlichen Hauterkrankungen sollte eine Akupressur an den betroffenen Bereichen vermieden werden.
- Schmerzbetroffene mit akuten Organ-, Knochen- oder Muskelschäden (zum Beispiel Entzündungen oder Brüchen)
- Personen mit schweren psychischen Erkrankungen oder Psychosen
- Personen, die starke Medikamente erhalten
- Personen mit Blutgerinnungsstörungen
- Epileptiker
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