Alkohol, Alexa und Auswirkungen auf Gehirnzellen: Eine umfassende Betrachtung

Die Frage nach den Auswirkungen von Alkohol auf Gehirnzellen ist komplex und vielschichtig. Es ist wichtig, die potenziellen Schäden von Alkohol, insbesondere im Hinblick auf die Entwicklung des Gehirns, zu verstehen. Dieser Artikel beleuchtet die Auswirkungen von Alkoholkonsum auf Gehirnzellen, beleuchtet die Auswirkungen von Alkoholkonsum während der Schwangerschaft und untersucht die gesundheitlichen Aspekte von moderatem Alkoholkonsum, insbesondere von Rotwein.

Alkoholexposition während der Schwangerschaft: Eine Gefahr für die Entwicklung des Gehirns

Mütter, die während ihrer Schwangerschaft Alkohol trinken, gefährden ihr ungeborenes Kind erheblich. Dies kann zu schwerwiegenden gesundheitlichen Folgen führen, darunter angeborene Fehlbildungen, geistige Behinderungen, Entwicklungs- und Wachstumsstörungen sowie extreme Verhaltensauffälligkeiten. Menschen mit diesen Symptomen haben oft lebenslange Schwierigkeiten, ihren Alltag zu meistern.

Das Spektrum der Folgeerscheinungen von Alkohol in der Schwangerschaft wird als FASD (Fetale Alkoholspektrum-Störungen) bezeichnet. Selbst geringe Mengen Alkohol können Schäden verursachen, die möglicherweise nicht äußerlich sichtbar sind, sich aber in gravierenden Entwicklungsstörungen, eingeschränkter Impulskontrolle, leichter Erregbarkeit, unsozialem Verhalten und Hyperaktivität äußern können.

Wenn eine werdende Mutter Alkohol trinkt, gelangt das Zellteilungsgift Alkohol über die Plazenta in den Blutkreislauf des Ungeborenen. Der Embryo ist dann genauso „betrunken“ wie die Mutter, baut den Alkohol aber zehnmal langsamer ab, da die dafür notwendigen Enzyme teilweise erst Wochen nach der Geburt vorhanden sind. Sein Körper, insbesondere sein Gehirn, ist somit quasi andauernd dem Gift ausgesetzt. Einmal im Mutterleib geschädigt, leidet das Kind ein Leben lang an den Folgen. FASD ist nicht heilbar, aber die Auswirkungen können gelindert werden. Gezielte Förderung kann in Teilen der Sprach- oder Bewegungsfähigkeit Verbesserungen erreichen. Die Gefahr einer Alkoholsuchtabhängigkeit bei den Betroffenen liegt bei 20-30 %, was sich u. a. aus der frühen „Gewöhnung“ im Mutterleib begründet. Es ist wichtig zu wissen, dass das Verhalten der Kinder und späteren Erwachsenen neurologisch bedingt und nicht böswillig oder eine Folge von Erziehungsfehlern ist. Deshalb ist hier ein erhöhtes Verständnis für die Menschen mit FASD gefordert. Es gilt, sie zu unterstützen und sie teilhaben zu lassen.

Alkohol und Gehirnzellen: Ein Zellteilungsgift mit potenziell verheerenden Folgen

Alkohol ist ein Zellteilungsgift, das Gehirnzellen schädigen und zum Absterben bringen kann. Übermäßiger Alkoholkonsum kann zu einer Reihe von neurologischen Problemen führen, darunter Gedächtnisverlust, Konzentrationsschwierigkeiten und ein erhöhtes Risiko für Demenz.

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Rotwein: Mythos und Wahrheit über seine gesundheitlichen Vorteile

Rotwein werden viele gesundheitsfördernde Wirkungen nachgesagt, darunter eine positive Wirkung auf das Herz. Viele Menschen genießen abends ein Glas Wein ohne schlechtes Gewissen. Der Mythos, dass ein Glas Wein am Tag gesund ist, ist alt. Bereits in den 70er Jahren versuchten zahlreiche Wissenschaftler zu belegen, dass Rotwein das Risiko eines Herzinfarktes deutlich verringern kann.

Rotwein enthält sekundäre Pflanzenstoffe, die die schädlichen Blutfette im Körper verringern sollen. Angeblich soll er auch das Herz stärken. Studien zufolge befinden sich die Gefäße in einem sehr guten Zustand, wenn man oft Rotwein zu sich nimmt. Rotwein kann als Antioxidans wirken und damit Durchblutungsstörungen in den Gefäßen vorbeugen.

Allerdings enthält Rotwein auch Alkohol, der besonders gefährlich ist. Er schädigt die Körperzellen und lässt Gehirnzellen absterben. Daher stellen viele Wissenschaftler die positiven Wirkungen von Rotwein in Frage. Die BKK hat eine Liste der wichtigsten Erkrankungen durch Alkoholkonsum zusammengestellt. Unter anderem kann das Risiko auf einen Schlaganfall steigen, man kann häufiger an Fettleber, Hepatitis oder Leberzirrhose erkranken und der Hormonhaushalt wird zerstört.

Ärzten zufolge gelten nur geringe Mengen als gesundheitsfördernd. Viele denken, dass eine ganze Flasche Rotwein am Tag sie vor einem Herzinfarkt schützen wird. „Das stimmt in keinem Fall“, sagen Ärzte. Ein vorsichtiger Verzehr von höchstens einem oder zwei Gläsern kann schützen. „Die Antioxidantien im Wein verlangsamen den Abbau von Stickstoffmonoxid im Blut“, sagt Dr. med. Thomas Meinertz, Herzspezialist und Vorstandsvorsitzender der Deutschen Herzstiftung.

Eine Studie aus Frankreich bestätigt die wertvollen Eigenschaften von Rotwein. Es wurden Unterschiede zwischen dem Süden und dem Norden Frankreichs festgestellt. Im Süden leiden deutlich weniger Menschen an Herzkrankheiten als im Norden. Das liegt daran, dass im Süden öfter und mehr Rotwein getrunken wird. Es bleibt jedoch bis heute umstritten, ob die negativen Auswirkungen des Alkohols mit dem Nutzen von Rotwein aufwiegt.

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Stress und Stressbewältigung: Ein wichtiger Faktor für die Gesundheit

Stress ist ein weiterer Faktor, der die Gesundheit von Gehirnzellen beeinträchtigen kann. Laut einer repräsentativen Forsa-Umfrage im Auftrag der Techniker Krankenkasse leidet rund ein Viertel der deutschen Bevölkerung häufig unter Stress. Frauen sind im Durchschnitt stärker betroffen als Männer und auch Kinder und Jugendliche berichten zunehmend über Stress.

Stress bezeichnet die starke Beanspruchung eines Organismus durch innere oder äußere Reize. Diese als Stressoren bezeichnete Reize stören das innere Gleichgewicht des Organismus (Homöostase) und erfordern von ihm eine Anpassungsreaktion. Sie führen zu einem typischen Reaktionsmuster, das den Organismus kurzfristig besonders leistungsfähig macht und ihn befähigen soll, die herausfordernde Situation zu meistern.

Die meisten Menschen verbinden mit dem Wort Stress negative Einflüsse, wie z. B. zwischenmenschliche Konflikte oder Zeitdruck. Dieser sogenannte Disstress beschreibt einen unangenehmen Zustand, bei dem es der Person nicht vollständig gelingt, die Situation zu bewältigen. Disstress wird als Belastung empfunden und ruft Angst und Hilflosigkeit hervor. Im Gegensatz dazu gibt es auch positiven Stress (Eustress). Er wird als Herausforderung empfunden und motiviert zum aktiven, gestaltenden Handeln.

Die Unterscheidung zwischen Dis- und Eustress macht deutlich, dass Herausforderungen nicht per se negativ sind, sondern durch das Erleben und Bewerten der Person ihre Bedeutung erhalten. Durch ihre individuellen Motive, Einstellungen und Bewertungen, mit denen eine Person an Herausforderungen herangeht, beeinflusst sie, wie stark das Stresserleben und damit die körperliche Stressreaktion ausfällt.

Stressforschung: Biologische, psychologische und soziologische Modelle

Die Stressforschung basiert einerseits auf dem biologischen Erklärungsmodell des Mediziners Hans Selye und andererseits auf dem psychologischen Stressbewältigungsmodell des Psychologen Richard Lazarus. Das biologische Modell (Stress als Reaktion) verknüpft Belastungsfaktoren außerhalb des Körpers auf messbare Weise mit inneren Reaktionsabläufen. Das psychologische Modell (Stress als Interaktion) beschreibt die Wirkung von Stressoren in Abhängigkeit von den verfügbaren Bewältigungsmöglichkeiten. Diese Ansätze werden ergänzt durch soziologische Modelle, welche das Stressgeschehen im sozialen Kontext betrachten. In ihrer heutigen Form verknüpfen Stressbewältigungsmodelle biomedizinische, psychosomatische, verhaltenspsychologische und soziologische Perspektiven von Gesundheit und Krankheit.

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Biologische Stressmodelle

Aus biologischer Sicht sind Stressreaktionen entwicklungsgeschichtlich alte, stereotyp im Körper ablaufende Aktivierungsmuster, die dem Organismus Energiereserven für unmittelbare Kampf- und Fluchtreaktionen (Fight or flight) zur Verfügung stellen sollen. Über die vermehrte Ausschüttung von Stresshormonen wie Adrenalin, Noradrenalin und Cortisol wird der gesamte Organismus in Alarmbereitschaft versetzt. Die Herzfrequenz und der Blutdruck steigen, die Atmung beschleunigt sich und aus den Energiespeichern der Leber, der Muskeln sowie des Fettgewebes wird Glukose freigesetzt. Die Muskulatur wird dadurch optimal mit Sauerstoff und Nährstoffen für eine körperliche Kampf- oder Fluchtreaktion versorgt. Funktionen, die nicht dem unmittelbaren Überleben dienen, werden in ihrer Aktivität herabgesetzt (z. B. Hemmung der Verdauungstätigkeit und der Libido). Stressreaktionen sind somit lebenswichtig und ein natürlicher Verteidigungsmechanismus.

Die biologische Stressforschung beschreibt das relativ stereotyp ablaufende Reaktionsmuster auf länger anhaltende Stressoren mit dem Allgemeinen Adaptationssyndrom. Das Allgemeine Adaptationssyndrom umfasst drei Phasen:

  1. Alarmreaktion zur raschen Bereitstellung von Energiereserven. Der Organismus gerät so in einen Zustand erhöhter Aktivität und Leistungsbereitschaft.
  2. Widerstands- bzw. Resistenzphase zur Wiederherstellung des Gleichgewichts. Der Organismus versucht, durch die Beseitigung der Stressoren oder die Anpassung an anhaltende Stressbedingungen das hohe Aktivierungsniveau zu reduzieren.
  3. Erschöpfungsstadium mit Verhinderung weiterer Anpassung durch Zusammenbruch von Widerstand.

Die Widerstandsphase kann nur für einen begrenzten Zeitraum aufrechterhalten werden. Ist der Organismus ständig Phasen von erhöhter Aktivierung ausgesetzt, ohne dass es zur Erholung kommt, beispielsweise bei beruflicher oder privater Dauerbelastung, kann es zu schwerwiegenden Langzeitschädigungen kommen.

Psychologische Stressmodelle

Während das biologische Modell die physiologischen Reaktionen in einer Stresssituation beschreibt, konzentrieren sich psychologische Modelle darauf, welche Reize als Stressoren wahrgenommen werden und wie ihre Verarbeitung verläuft. Die psychologische Stressperspektive betont dabei die Bedeutung der kognitiven Bewertung. Stress existiert nicht per se - er ist das, was von einer Person als solcher wahrgenommen wird.

Gemäß dem Transaktionalen Stressmodell (Lazarus & Folkmann 1984) entsteht Stress, wenn die Person eine Situation, mit der sie konfrontiert ist, als herausfordernd erlebt und nicht unmittelbar weiß, wie sie mit ihr umgehen soll. Somit kann jede Situation einen Stressor darstellen. Der Bewertungsprozess im Transaktionalen Stressmodell (Lazarus & Folkmann 1984) ist in zwei Phasen unterteilt:

  1. Primäre Bewertung (Primary appraisal): Zunächst überprüft die Person den Reiz, mit dem sie konfrontiert wird, im Hinblick auf ihr Wohlergehen. Hierbei sind drei Bewertungen möglich. Der Reiz kann (1) irrelevant für sie sein, (2) er kann als positiv bewertet werden oder (3) als Reiz gesehen werden, der die unmittelbaren Bewältigungsmöglichkeiten fordert, d. h. stresshaft ist. Relevant für den Copingprozess ist nur eine Bewertung des Reizes als stresshaft. In diesem Fall wird als nächstes beurteilt, ob (1) bereits ein Schaden oder Verlust eingetreten ist, ob (2) eine Beeinträchtigung droht oder ob es sich (3) um eine positive Herausforderung handelt, d. h. um eine Anstrengung, die zwar stresshaft ist, aber für die Person als interessant oder lohnend erscheint.
  2. Sekundäre Bewertung (Secondary appraisal): Hat die Person nun im Rahmen der primären Bewertung festgestellt, welche Relevanz und welche Konsequenzen der Reiz für sie haben könnte, so kommt es in der Phase der sekundären Bewertung zu einer Abschätzung der Bewältigungsressourcen, die der Person zur Verfügung stehen. Dazu gehören Fähigkeiten, welche die Person in früheren Stresssituationen erworben hat, ihr Selbstvertrauen, aber auch materielle Ressourcen und soziale Unterstützungsmöglichkeiten. Je weniger Ressourcen die Person zur Bewältigung der spezifischen Stresssituation sieht, desto intensiver wird die Stressreaktion ausfallen.

Diese beiden Bewertungen folgen nicht strikt zeitlich aufeinander, sondern können sich überlappen und gegenseitig beeinflussen. Zudem sind sie von der subjektiven Wahrnehmung der Person geprägt und nicht von den objektiven Gegebenheiten der Situation.

Nach Abschluss des Bewertungsprozesses kommt es zu Bewältigungshandlungen. Diese können auf die Veränderung der Situation abzielen (instrumentelles Coping) oder auf intrapsychische Bewältigungsstrategien (emotionales Coping). Daran schließt sich die Neubewertungen (Reappraisal) der Situation an. War die Bewältigung erfolgreich, wird die Situation zukünftig als weniger bedrohlich oder als interessante Herausforderung eingestuft. Bei inadäquatem Coping steigt die Bedrohung.

Aus dem Transaktionalen Stressmodell lassen sich Ansätze zur individuellen Stressprophylaxe und -bewältigung ableiten. So kann beispielsweise mit kognitiven Techniken an der Bewertung von Situationen gearbeitet werden. Ebenso können individuelle Strategien zur Stressbewältigung trainiert werden.

Soziologische Stressmodelle

Soziologische Modelle richten ihren Fokus auf die Entstehung von Stress im sozialen Kontext, so z. B. auf Stressoren in der Arbeitswelt, und auf soziale Unterstützung als Bewältigungsressource. Dabei spielt vielfach die Disbalance zwischen Personen- und Umweltfaktoren eine Rolle.

Gemäß dem Anforderungs-Kontroll-Modell (Karasek & Theorell 1990) entsteht Stress in der Arbeitswelt bei fehlender Balance zwischen den Anforderungen einer Tätigkeit und den Kontrollmöglichkeiten, die eine Person hat. Je höher die Anforderungen und je geringer die Kontrollmöglichkeiten sind, desto größer ist der Stress. Mangelnder sozialer Rückhalt verschärft das stressbedingte Risiko zusätzlich.

Das Modell der beruflichen Gratifikationskrisen (Siegrist & Dragano 2008) basiert auf der Annahme, dass zwischenmenschlicher Austausch durch reziprokes Geben und Nehmen bestimmt ist, und dass diese Norm auch für die Arbeitswelt gilt. Erhalten Arbeitnehmerinnen und -nehmer für das, was sie leisten, keinen adäquaten Ausgleich beispielsweise in Form von Lohn, Arbeitsplatzsicherheit und Anerkennung, kommt es zu negativen Emotionen und damit Stressreaktionen. Wenn eine dauerhafte hohe Verausgabung ohne angemessene Gratifikation bleibt, kann es zu einer krisenhaften Zuspitzung mit negativen Gesundheitsfolgen kommen („hohe Kosten + niedriger Gewinn = Gratifikationskrise“).

Aus diesen Modellen lassen sich Anregungen für die Gestaltung von Arbeitsaufgaben und für die Mitarbeiterführung ableiten. Neuere Ansätze beschäftigen sich auch mit außerberuflichen Lebensbereichen wie z. B. der gesundheitlichen Situation von Hausfrauen und Müttern.

Ein weiterer Schwerpunkt der soziologischen Stressforschung beschäftigt sich mit dem Einfluss Sozialer Ungleichheit und Gesundheit/Krankheit. Soziale Ungleichheit beispielsweise aufgrund des sozioökonomischen Status, Gender oder Ethnie/Kultur wirkt sich auf vielfältige Weise negativ auf die Entstehung und Bewältigung von Stress aus (u. a. erhöhte Stressexposition durch belastende Lebensbedingungen; weniger Bewältigungsstrategien des Individuums, aber auch des Umfelds; reduzierte Verfügbarkeit von sozialen und materiellen Ressourcen; geringere Möglichkeiten zur Aktivierung von Ressourcen). Zumindest für vulnerable Populationen sind soziale Determinanten und Ungleichheiten damit nicht nur als indirekte, sondern auch als direkte Einflussvariablen anzusehen. Dementsprechend müssen Präventionsmaßnahmen insbesondere für Menschen in besonders prekären Lebensverhältnissen auch die Veränderung von gefährdenden Lebenslagen ins Ziel nehmen.

Biopsychosoziale Stressmodelle

Die dargestellten Modelle verdeutlichen die komplexen Abläufe und Wechselwirkungen bei der Entstehung und Bewältigung von belastenden Situationen, so dass multifaktorielle Erklärungsmodelle diesen Prozess vermutlich am besten abbilden können.

In den 1970er Jahren wurden in der Klinischen Psychologie und der Psychiatrie zunächst Vorstellungen eines Diathese- bzw. Vulnerabilitäts-Stress-Modells entwickelt. Diese beruhten auf der Hypothese, dass es bereits lange vor dem Ausbruch einer (psychischen) Erkrankung durch genetische oder entwicklungsbiologische Faktoren zu neuropathologischen und/oder biochemischen Veränderungen im Gehirn kommt. Damit besteht eine grundlegende Verletzbarkeit (Diathese, Vulnerabilität), beispielsweise für die Entstehung affektiver Störungen. Diese Vulnerabilität allein reicht jedoch nicht aus, um eine Erkrankung auszulösen. Zusätzlich müssen starke und in der Regel dauerhafte Umweltfaktoren (Stressoren, kritische Lebensereignisse) den Organismus belasten, damit es zum Ausbruch der Erkrankung kommt.

In den 1980er Jahren wurde das Modell um interne und externe protektive Faktoren erweitert und in das Vulnerabilitäts-Stress-Coping-Konzept überführt. Die Vulnerabilität entsteht hier durch die Wechselwirkung von genetischen Faktoren und/oder vorgeburtlichen Schädigungen mit somatischen (z. B. Erkrankung oder Traumata) und psychosozialen Risikofaktoren (z. B. familiäre Kommunikationsmuster, Entwicklungsstörungen). Diese Dispositionen bewirken eine spezifische Erlebnisverarbeitung. Unter massiver oder chronischer Einwirkung von Stressoren kann es dann zu einer psychischen Dekompensation mit klinischer Symptomatik und weitreichenden Konsequenzen kommen.

Das Besondere an diesem Modell ist, dass es sowohl individuelle als auch umweltbezogene Einflussfaktoren berücksichtigt, und dass diese sowohl eine stressverstärkende als auch eine stressreduzierende Wirkung haben können (Resilienz und Schutzfaktoren).

Stressauslösende Reize (Stressoren)

Folgt man dem Transaktionalen Stressmodell wird deutlich, dass Reize nicht bei jeder Person gleichermaßen Stress auslösen. Es existieren jedoch Reize, die unabhängig von der jeweiligen subjektiven Bewertung von vielen Menschen als stresshaft erlebt werden. Dazu gehören physische und psychosoziale Belastungen ebenso wie sogenannte Life events. Hierbei handelt es sich um lebensverändernde Ereignisse wie Arbeitslosigkeit, eine schwere Krankheit oder Verlust eines nahen Angehörigen, die intensive Anpassungsleistungen vom Organismus erfordern. Auch tägliche Ärgernisse (Daily hassles) können zu Stressreaktionen führen, wenn sie gehäuft oder dauerhaft auftreten.

Die Bedeutung eines Stressors wird durch seine Intensität, Häufigkeit, Dauer, Vorhersagbarkeit und Kontrollierbarkeit bestimmt. Treten mehrere Stressoren zeitgleich auf, können sie sich in ihrer Wirkung potenzieren. Stressoren-Listen, die durch Aufsummieren einzelner Stressoren die Stressbelastung ableiten wie die Social Readjustment Rating Scale, greifen jedoch zu kurz, da sie individuelle und soziale Faktoren zu wenig berücksichtigen.

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