Das Alexianer Krankenhaus Aachen bietet ein breites Spektrum an neurologischen Leistungen an. Diese reichen von der Akutversorgung bei Schlaganfällen bis hin zur ambulanten neurologischen Rehabilitation. Ein besonderer Fokus liegt auf der Versorgung von Menschen mit geistiger Behinderung oder schweren Mehrfachbehinderungen.
Medizinisches Behandlungszentrum für Erwachsene mit geistiger Behinderung oder schweren Mehrfachbehinderungen (MZEB)
Am 1. Juli 2018 nahm am Alexianer Krankenhaus Aachen ein Medizinisches Behandlungszentrum für Erwachsene mit geistiger Behinderung oder schweren Mehrfachbehinderungen (MZEB) seine Arbeit auf. Dieses Angebot schließt eine Lücke in der ambulanten medizinischen Versorgung. Das MZEB kann Patienten aus der gesamten StädteRegion Aachen versorgen, auch eine Versorgung von Patienten aus den Kreisen Düren und Heinsberg ist möglich.
Hintergrund und Zielsetzung
Erst 2015 wurden mit dem neuen Paragrafen 119 c, Sozialgesetzbuch V, die Voraussetzungen für MZEB geschaffen. Erwachsene mit geistiger Behinderung oder schweren Mehrfachbehinderungen haben bislang im Gesundheitssystem nicht immer die Behandlung und Versorgung erfahren, die sie benötigen. Die MZEB sollen dies ändern, indem sie in der ambulanten Behandlung fachlich, organisatorisch und räumlich besonders auf die Betroffenen ausgerichtet sind.
Besondere Herausforderungen und Lösungsansätze
Ein Beispiel: Erwachsene mit geistiger Behinderung oder schweren Mehrfachbehinderungen können sich häufig nicht oder nicht gut sprachlich ausdrücken. Sie können also nicht einfach beschreiben, welche Beschwerden sie haben. Der Arzt muss andere Ansätze wählen, um herauszufinden, was seinem Patienten fehlt. Er muss auch damit umgehen, dass der Patient die erforderlichen Untersuchungen und Behandlungen vielleicht nicht versteht und daher Ängste entwickelt, die die Untersuchungen und Behandlungen erschweren können. Hier ist Beziehungsarbeit gefragt, und oft auch mehr Zeit, als sie bei einem „normalen“ Arztbesuch zur Verfügung steht.
Ein weiteres Beispiel: Viele Menschen mit Mehrfachbehinderungen sind auf große Liegendrollstühle angewiesen, für die nicht jede Arztpraxis genügend Platz hat. Und bei komplexeren Krankheitsbildern müssen verschiedene medizinische Fachrichtungen zur Versorgung der Patienten gut verzahnt zusammenarbeiten.
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Aufgaben des MZEB
Deshalb haben MZEB auch die Aufgabe, ihre Patienten durch die Gesundheitsversorgung zu lotsen, Netzwerke aufzubauen, die Familien und Angehörigen der Menschen mit Behinderung sowie Wohnheime ganz konkret zu unterstützen. Im MZEB der Aachener Alexianer arbeiten dazu verschiedene Fachärzte, auch aus den Bereichen Neurologie und Allgemeinmedizin, sowie weitere Berufsgruppen eng zusammen. Zum Team gehören neben Ärzten und Psychologen beispielsweise auch Mitarbeiter aus Pflege, Ergotherapie und Sozialdienst.
Barrierefreiheit und aufsuchende Tätigkeit
Das MZEB wird den Patienten neben der spezialisierten medizinischen Versorgung ein gut erreichbareres, barrierefreies und angenehm ruhig gestaltetes Umfeld bieten. Das MZEB wird auch aufsuchend tätig sein. Das bedeutet: Die Mitarbeiter des MZEB kommen, wo dies erforderlich ist, zu den Patienten nach Hause oder in die Wohnheime.
Diagnostik und Behandlung neurologischer Erkrankungen
Die Klinik für Neurologie bietet neben der Diagnose und Behandlung von neurologischen Akuterkrankungen eine neurologische Frührehabilitation und ein Zentrum für ambulante neurologische Rehabilitation. Bei neurologischen Erkrankungen stehen die Experten den Patienten einfühlsam und kompetent mit ihrem Fachwissen zur Seite.
Leistungsspektrum im Überblick
- Diagnose und Behandlung von Funktionsstörungen des Nervensystems, u.a. bedingt durch:
- Schlaganfälle (zerebrale Durchblutungsstörungen und Einblutungen)
- Entzündliche Erkrankungen des Nervensystems: erregerbedingte Erkrankungen, wie Meningitis, Virusencephalitis, Borreliose, autoimmunologisch bedingte Entzündungen, wie Multiple Sklerose (MS), Kollagenosen
- Degenerative Erkrankungen des Nervensystems, wie Morbus Parkinson, Morbus Alzheimer und andere
- Erkrankungen des peripheren Nervensystems, wie Polyneuropathien und Erkrankungen der Nervenwurzeln, z.B. bei Bandscheibenvorfällen
- Schädelhirnverletzungen (und deren rehabilitative Versorgung)
- Interdisziplinäre Schmerztherapie in Zusammenarbeit mit Schmerztherapeuten der Psychiatrien, Anästhesie, Chirurgie, Neuropsychologie und Physiotherapie
- Klärung der Ursachen von Schlafstörungen mittels Polysomnographie
- Anpassung an Beatmungsgeräte bei Schlafapnoe
- Intensives therapeutisches Training zum Ausgleich gestörter Hirnfunktionen für Patienten mit:
- Schädelhirnverletzungen
- Hirnblutungen
- Hirntumoren
- Hirninfarkten
- Ambulante neurologische Rehabilitation zur Vermeidung oder Verkürzung stationärer Aufenthalte, der Wiederherstellung der Erwerbsfähigkeit und/oder der besseren Integration in das soziale Umfeld.
Diagnostische Verfahren
In der Klinik stehen alle modernen diagnostischen Verfahren und bildgebenden Untersuchungsmethoden zur Verfügung. Dabei werden auch die elektrochemische Signalübertragung im Nervensystem untersucht, die Nervenleitgeschwindigkeit sowie die elektrische Muskelaktivität gemessen. Die Diagnostik aller neurologischen Erkrankungen beginnt mit der gründlichen Anamnese und einer genauen neurologischen Untersuchung. Zur weiteren Klärung der neurologischen Symptome sind häufig spezielle Zusatzuntersuchungen erforderlich. Bildgebende Verfahren werden in Kooperation mit der Gemeinschaftspraxis für Radiologie und Nuklearmedizin Krankenhaus Maria-Hilf durchgeführt.
Schlaganfallbehandlung
Eine zentrale Aufgabe der Klinik für Neurologie ist die Schlaganfallbehandlung. Bei Schlaganfallpatienten, die mit schweren Ausfällen innerhalb der ersten viereinhalb Stunden eingeliefert werden, wird bislang die sogenannte Lysetherapie durchgeführt. Dabei wird der Blutpfropf, der eine Ader im Gehirn verschließt, medikamentös aufgelöst. Mit dieser Therapie gelingt es, bei einem großen Teil der Patienten das durch den Schlaganfall hervorgerufene Defizit deutlich zu verbessern. Ist das Gerinnsel aber zu groß oder aber in bestimmten, durch die Schlaganfall-Diagnostik definierten Gefäßen lokalisiert, kann mit Hilfe einer Kathetertechnik bei Schlaganfallpatienten das Blutgerinnsel (Blutpfropf) mechanisch entfernt werden. Die frühe Akutversorgung bei schweren Hirnschädigungen erfolgt in der neurologischen Frührehabilitation.
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Ambulante neurologische Rehabilitation
Nach der Akutbehandlung neurologischer Erkrankungen kann es zu Bewegungseinschränkungen, Empfindungs- und Sprachstörungen kommen, die oftmals auch als Folge der Erkrankungen auftreten. In diesen Fällen können die Patienten dem Expertenteam der ambulanten neurologischen Rehabilitation vertrauen.
Moderne Geräte für die Neurologie
Die Klinik für Neurologie und neurologische Frührehabilitation in der Alexianer Klinik Bosse Wittenberg freut sich über die Anschaffung modernster medizinischer Geräte.
EEG Videometrie
Mit der mobilen EEG Videometrie haben die Ärzte die Möglichkeit, die Hirnströme bei Epilepsie über einen Zeitraum von 24 Stunden zu untersuchen. Dies hilft bei der genaueren Diagnosefindung von bestimmten Epilepsieformen.
Video Nystagmograph
Für die Untersuchung von Schwindelursachen können mit dem Video Nystagmographen verschiedene Tests durchgeführt und digital aufgezeichnet werden. Der Kopfimpulstest zur Diagnose von Schwindel ist jetzt viel objektiver möglich.
Ergometer mit Media-Station und Nustep Crosstrainer
Dank der beiden neuen Ergometer mit Media-Station können Parkinsonpatienten individuelle und teambasierte Trainings durchführen. Dabei können sie verschiedene Landschaften wählen, durch die sie radeln möchten, aber auch verschiedene spielerische Motivationen können vorgenommen werden. Für eine effektive und schonende Bewegungstherapie wurde ein Nustep Crosstrainer mit Monitor angeschafft. Auch hier lassen sich verschiedene Modi mit unterschiedlichen Möglichkeiten der Animation (Trainingspartner und Landschaften) einstellen. Das Training mit dem Crosstrainer fördert die ganzheitliche Rehabilitation.
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Bedeutung der Investition
Diese Geräte markieren einen bedeutenden Fortschritt in der Diagnostik und Therapie von neurologischen Erkrankungen. Die Investition ermöglicht es den Ärzten und dem Pflegepersonal, präzisere Untersuchungen durchzuführen und individuellere Behandlungspläne zu erstellen. Die Anschaffung der Geräte zeigt deutlich das Engagement des Landes Sachsen-Anhalt, die medizinische Versorgung in der Region weiter zu verbessern.
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