Hypothalamus, Hypophyse und Hirnstamm: Funktionen und Zusammenspiel

Das Gehirn ist die zentrale Steuereinheit des Körpers, unverzichtbar für lebenswichtige Funktionen. Es steuert unsere Wahrnehmung, unser Empfinden, unser Wissen, unser Denken und unser Verhalten. Es sorgt dafür, dass unsere Organe richtig arbeiten und steuert alle unsere Bewegungen. Es nimmt Sinneseindrücke auf, verarbeitet sie, speichert Informationen im Gedächtnis und ruft sie bei Bedarf wieder ab. Dieses komplexe Netzwerk aus Nervenzellen ist in verschiedene Bereiche unterteilt, von denen jeder auf bestimmte Aufgaben spezialisiert ist. In diesem Artikel werden wir uns auf den Hirnstamm, den Hypothalamus und die Hypophyse konzentrieren und ihre Funktionen im Detail betrachten.

Das Gehirn: Die Steuerzentrale des Körpers

Das Gehirn ist nicht alles, aber ohne das Gehirn läuft nichts. Es ist die Steuerzentrale für lebenswichtige Abläufe im Körper. Das Gehirn besteht aus verschiedenen Teilen und Milliarden von vernetzten Nervenzellen. Das Gehirn steuert alle wichtigen Fähigkeiten des Menschen: was wir wahrnehmen und empfinden, was wir wissen und denken oder wie wir uns verhalten. Es stellt aber auch sicher, dass unsere Organe richtig arbeiten und steuert all unsere Bewegungen. Es nimmt Sinneseindrücke auf und verarbeitet sie. Außerdem speichert es Informationen im Gedächtnis und ruft sie bei Bedarf wieder ab. Das Gehirn ist ein gigantisches Netzwerk von Nervenzellen. Dieses Netzwerk steuert all unsere Organe und Körperfunktionen. Man unterscheidet verschiedene Bereiche im Gehirn, wobei jeder Bereich auf bestimmte Aufgaben spezialisiert ist.

Der Hirnstamm: Verbindung zum Rückenmark und Steuerung lebenswichtiger Funktionen

Der Hirnstamm ist der älteste Teil des Gehirns und verbindet das Gehirn mit dem Rückenmark. Er besteht aus drei Abschnitten: verlängertes Mark (Medulla oblongata), Mittelhirn (Mesencephalon) und Brücke (Pons). Durch den Hirnstamm verlaufen wichtige Nervenbahnen, die Sinneseindrücke aus dem Körper an das Großhirn weiterleiten und Informationen vom Großhirn zu den Nervenzellen des Rückenmarks transportieren.

Der Hirnstamm reguliert lebenswichtige Systeme wie Herzschlag, Atmung und Blutdruck. Auch wichtige Körperreflexe haben hier ihren Sitz. Der Hirnstamm schaltet Informationen vom Gehirn zum Kleinhirn und dem Rückenmark um und kontrolliert Bewegungen der Augen und die Mimik. Er reguliert außerdem lebenswichtige Funktionen wie Atmung, Blutdruck und Herzschlag. Herzfrequenz, Atmung, Temperaturregulation und viele weitere lebensnotwendige Funktionen werden im Stammhirn koordiniert. Prinzipiell werden unter diesem Begriff zwei wichtige Hirnregionen zusammengefasst, die wiederum aus jeder Menge Einzelstrukturen bestehen. Was ist das? Das Stammhirn befindet sich am und im Gehirn an der Grenze zum Rückenmark. Es besteht aus dem Hirnstamm und dem Zwischenhirn. Hier werden darüber hinaus viele essentielle Lebensfunktionen kontrolliert. Dabei macht allerdings diese Zusammenfassung der beiden Hirnregionen lediglich entwicklungsgeschichtlich Sinn. Vorsicht Verwechslungsgefahr!Stammhirn und Hirnstamm sind nicht dasselbe! Wie bereits erwähnt, setzt sich das Stammhirn aus Hirnstamm (Truncus cerebri / encephali) und Zwischenhirn (Diencephalon) zusammen. Das Stammhirn schließt sich zunächst an das Rückenmark an und verläuft dann weiter in das Innere des Gehirns hinein. Am weitesten oben, direkt unter dem Cortex befindet sich der Thalamus. Darunter liegt, ganz dem Namen nach, der Hypothalamus. Zwischen Diencephalon und Pons befindet sich das Mesencephalon, welches der oberste Teil des Hirnstamms ist. Das Mesencephalon wiederum, steht über die Pons mit dem Kleinhirn (Cerebellum) in Verbindung, wobei dies nicht zum Stammhirn gezählt wird. Im Stammhirn sind einige lebensnotwendige Funktionen angesiedelt. Andere wichtige Kerne (z. B. Hirnstammreflexe (z. B. Schlaganfall, Traumata und Blutungen können Schäden an den Strukturen des Stammhirns verursachen. Diese sind allerdings meist lebensgefährlich, was einleuchtet, wenn man sich nochmals die Vielzahl an lebenswichtigen Funktionen dieser Hirnregion ins Gedächtnis ruft.

Die Komponenten des Hirnstamms im Detail

  • Verlängertes Mark (Medulla oblongata): Dieser unterste Bereich des Hirnstamms geht nahtlos in das Rückenmark über. Hier kreuzen sich viele Nervenbahnen, sodass die linke Hirnhälfte die rechte Körperhälfte steuert und umgekehrt. Das verlängerte Mark reguliert lebenswichtige Reflexe wie Husten, Schlucken und Erbrechen.
  • Brücke (Pons): Die Brücke verbindet das verlängerte Mark mit dem Mittelhirn und dem Kleinhirn. Sie ist an der Steuerung von Atmung, Schlaf und einigen sensorischen Funktionen beteiligt.
  • Mittelhirn (Mesencephalon): Das Mittelhirn ist der kleinste Abschnitt des Hirnstamms und spielt eine Rolle bei der Steuerung von Augenbewegungen, der Verarbeitung von akustischen Signalen und der Regulation der Körperhaltung.

Hirnnerven und ihre Funktion

Im Gegensatz zu den Spinalnerven der Wirbelsäule gibt es zwölf Hirnnerven, die direkt aus dem Gehirn austreten. Sie werden mit römischen Ziffern nummeriert und versorgen primär den Kopf und Halsbereich. Der Nervus olfactorius (I.) beispielsweise ist der Riechnerv, der Nervus opticus (II.) leitet Signale aus der Netzhaut zum Metathalamus. Im Grunde ist der N. opticus ein Teil des Gehirns, wie auch die Netzhaut ein Teil des Gehirns ist. Außer diesen beiden entspringen alle anderen Hirnnerven dem Hirnstamm, versorgen die Augen (III., IV., VI.), den Schlund (IX., X.), bestimmte Halsmuskeln (XI.) und die Zunge (XII.) mit motorischen Impulsen, liefern Gleichgewichtswahrnehmungen (VIII.) und steuern die Mimik (VII.). Einzig der Nervus vagus (X.) zieht über den Hals hinaus in die inneren Organe des Körpers. Zu den Hirnnerven gehören die Hirnnervenkerne. Das Verhältnis von Hirnnerven und Hirnnervenkernen ist sehr komplex: Mal kommt auf einen Nerv ein Kern, mal sind es mehrere, manchmal versorgt ein Kern mehrere Nerven. Dieses Thema ist bei Anatomiestudenten nicht sehr beliebt.

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Die Formatio reticularis: Das zentrale Netzwerk des Hirnstamms

Zentraler Taktgeber dieser zahlreichen Vitalfunktionen ist die Formatio reticularis, deren netzartige Struktur sich durch den gesamten Hirnstamm zieht. Besonders prominent sind hier die Raphe-​Kerne, die im gesamten reticulären System verteilt sind, weitflächig ins Gehirn projizieren und deren Botenstoff das Serotonin ist.

Mögliche Schäden am Hirnstamm

Wo viele Funktionen zusammenlaufen, kann bei Ausfall großer Schaden entstehen. Begrenzte Schädigungen des Hirnstamms - etwa durch Schlaganfall oder Entzündungen - können zu Lähmung oder Empfindungsstörungen bestimmter Körperareale führen, zu Schwindel oder unkontrolliertem Zittern. Tödlich wird es, wenn eine Schwellung die Durchblutung zum Erliegen bringt, was schon nach einer Gehirnerschütterung passieren kann. Mit dem Hirnstamm versagen dann die von ihm gesteuerten lebensnotwendigen Körperfunktionen und es kann zu einem Herz- oder Atemstillstand kommen.

Das Zwischenhirn: Schaltzentrale für Empfindungen und Instinkte

Das Zwischenhirn (Diencephalon) ist für viele überlebenswichtige Empfindungen und Instinkte des Menschen verantwortlich. Hier werden zum Beispiel Durst und Hunger oder der Schlaf gesteuert. Auch an der Verarbeitung von Sinneseindrücken wie Sehen, Hören oder Tasten ist das Zwischenhirn beteiligt. Das Zwischenhirn ist die Fortsetzung des Hirnstamm‎s in Richtung des Großhirn‎s. Der Epithalamus ist eine Schaltstelle für Bahnen zwischen den Riechzentren sowie aus dem Hirnstamm und aus der Zirbeldrüse‎ (Epiphyse oder Pinealisdrüse). Der Thalamus‎ ist die Endigungsstätte der Bahnen für verschiedene Gefühlsempfindungen. Der Subthalamus liegt dem Mittelhirn an. Der Hypothalamus bildet die unterste Etage des Zwischenhirns. Aus ihm stülpt sich ein Teil der Hirnanhangsdrüse (Hypophyse‎) heraus.

Der Thalamus: Das Tor zum Bewusstsein

Der Thalamus ist die wichtigste Schaltstation für Informationen aus den Sinnesorganen. Äußere Sinneseindrücke wie Sehen, Hören oder Tasten gehen hier ein. Hier werden sie verarbeitet und bewertet - jedoch, ohne dass sie uns bereits bewusst sind. Wichtige Informationen werden an das Großhirn weitergeleitet und dort bewusst gemacht. Der Thalamus ist also ein wichtiger Informationsfilter. Er sorgt dafür, dass das Großhirn und das Bewusstsein nicht von Signalen überflutet werden.

Der Hypothalamus: Regulator der Körperfunktionen und Hormone

Der Hypothalamus regelt zahlreiche automatische Vorgänge im Körper. Dazu gehören die Körpertemperatur, Wasser- und Salz-Haushalt oder auch die Magen-Darm-Funktion. Er ist auch am Entstehen des Durst-, Hunger- und Sättigungs-Gefühls beteiligt. Gemeinsam mit der Hirn-Anhang-Drüse (Hypophyse) reguliert der Hypothalamus wichtige Hormone im Körper. Im Zusammenspiel mit anderen Gehirn-Bereichen ist der Hypothalamus auch für Gefühle zuständig. Der Hypothalamus besteht aus 3 Kerngruppen und liegt am Boden des 3. Ventrikels. Der Hypothalamus kann in 3 Kerngruppen unterteilt werden, die sich von anterior (rostral) nach posterior (kaudal) erstrecken. Sie beschreiben die Lage verschiedener funktioneller Kerne im Hypothalamus (die sich alle im medialen Hypothalamus befinden). Vordere Kerngruppe (chiasmatische Region):Ncl. Ncll. Ncl. Ncl. Ncll. Ncl. Ncl. Ncl. Ncl. Corpora mamillaria - Ncll. Ncl. Der Hypothalamus ist ein wichtiges Koordinationszentrum im Körper. Den Nn. N. Hypophyse. Der Hypothalamus ist daher der Schlüssel zur Umwandlung und Integration von Nervensignalen in endokrine Signale. Ncl. Ncl. Der Hypothalamus ist ein sensorisches und motorisches Integrationszentrum und ein primärer Regulator des endokrinen und autonomen Nervensystems. Autonome Effekte (z. B. Ncl. Lateraler Anteil: hat einige direkte Projektionen zum N. Ncl. Ncl. Ncl. Ncl. Physiologischen zirkadiane Rhythmen (z. B. Ncl. Ncl. Ncl.

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Die Hypophyse: Das "Ausführungsorgan" des Hypothalamus

Die Hirnanhangsdrüse (Hypophyse) ist das funktionelle "Ausführungsorgan" des Hypothalamus. Der Hypothalamus‎ beeinflusst verschiedene Organe, indem er bestimmte Hormon‎e produziert, die wiederum die Bildung und Ausschüttung anderer Hormone in der Hypophyse regulieren.

Die Hypophyse produziert verschiedene Hormone, die wichtige Körperfunktionen steuern:

  • Somatotropin (STH): Beeinflusst Stoffwechselvorgänge, Wachstum und Zelldifferenzierung.
  • Melanotropin (MSH): Reguliert die Bildung und Verteilung von Pigment in den Hautzellen.
  • Oxytocin: Löst Wehentätigkeit der Gebärmutter aus.
  • Antidiuretisches Hormon (ADH): Sorgt dafür, dass nicht zu viel Wasser über die Niere ausgeschieden wird.

Mögliche Erkrankungen des Hypothalamus

  • Diabetes insipidus: Die Niere ist aufgrund eines Mangels an zirkulierendem ADH nicht in der Lage, den Urin zu konzentrieren. Der niedrige ADH-Spiegel ist entweder auf eine verminderte Produktion im Hypothalamus oder eine verminderte Freisetzung aus dem Hypophysenhinterlappen zurückzuführen. Kaliumregulation durch die Niere, Nykturie und Polydipsie auf. Diabetes insipidus werden basierend auf den gemessenen ADH-Spiegeln und der Reaktion auf einen Durstversuch unterschieden.
  • Amenorrhö: (Menstruationszyklus länger als 3 Monate). Kongenitale Fehlbildungen der weiblichen Geschlechtsorgane resultiert aus der verminderten pulsatilen Freisetzung von GnRH aus dem Hypothalamus, die in Zeiten schwerer körperlicher oder psychischer Belastung auftritt. Die Erkrankung wird am häufigsten in Verbindung mit Essstörungen oder Überanstrengung (häufig bei Sportlerinnen) beobachtet.
  • Hyperthermie: kann auftreten, wenn eine Läsion (Schlaganfall oder ZNS-Schädigung) im Ncl. anterior des Hypothalamus vorliegt, der an der Thermoregulation, insbesondere der Abkühlung des Körpers, beteiligt ist. Eine Schädigung dieser Region verhindert, dass sich der Körper selbst runterkühlen kann.
  • Narkolepsie: tritt auf, wenn der laterale Hypothalamus nicht in der Lage ist, Orexin zu sekretieren, eine Substanz, die in vielen Bereichen des Gehirns die Wachheit fördert.
  • Hyperprolaktinämie: erhöhte Prolaktinspiegel im Blut. Hypophysenadenome ist, kann auch ein Verlust der hemmenden Dopamin-Sekretion durch den Hypothalamus eine Ursache sein. Dieser Zustand kann auftreten, wenn dopaminerge Neurone aus dem Hypothalamus beschädigt sind oder wenn das Infundibulum während einer suprasellären Operation durchtrennt wird.

Regelkreis von Hypothalamus, Hypophyse und Hormondrüsen

Das Zusammenwirken von Hypothalamus‎, Hypophyse‎ und den Hormondrüsen des Körpers unterliegt einem Regelkreis, also einem Steuerungssystem mit Gegenkoppelung. Aus diesem Grund wird vor und während der Behandlung sowie im Rahmen der Nachsorge regelmäßig anhand von Hormonuntersuchungen überprüft, ob dieser Regelkreis noch intakt ist. Die Auswertung erfolgt in den großen Behandlungszentren durch Kinder-Endokrinologen, also durch Ärzte, die auf den Hormonhaushalt im Kindes- und Jugendalter spezialisiert sind. Insbesondere bei Patienten mit ZNS-Tumoren im Zwischenhirn‎bereich (zum Beispiel Gliom‎e im Bereich der Sehbahn) und Hirntumorpatienten, die eine Strahlentherapie‎ im Bereich des Kleinhirn‎s oder des Rückenmark‎s im Halswirbelsäulenbereich erhalten, kann die Hirnanhangsdrüse und auch die Schilddrüse Strahlung abbekommen und dadurch in ihren Funktionen beeinträchtigt werden.

Das Gehirn als Ganzes: Ein komplexes Netzwerk

Das Gehirn ist ein komplexes Netzwerk von Nervenzellen, das ständig Informationen austauscht und verarbeitet. Die Haupt-Verbindungen im Gehirn entwickeln sich schon vor der Geburt. Aus der Gehirn-Forschung weiß man aber, dass sich neue Kontakte zwischen Nerven-Zellen über das gesamte Leben ausbilden. Auch alte Verknüpfungen können sich verändern. Je größer das Gehirn, umso intelligenter der Mensch? Das stimmt so nicht. Intelligenz hängt nicht so sehr von der Größe des Gehirns ab. Vielmehr ist entscheidend, wie gut die einzelnen Nerven-Zellen und Gehirn-Bereiche miteinander vernetzt sind.

Die Rolle des Großhirns

Das Großhirn ist der jüngste und größte Teil des Gehirns. Es ermöglicht höhere Hirnfunktionen wie Motivation, Lernen, Denken und Verstehen. Die Großhirnrinde ist für die Verarbeitung von Sinneseindrücken, das Bewusstsein, das Gedächtnis und die Steuerung willentlicher Bewegungen zuständig. Das Großhirn besteht aus einer rechten und einer linken Gehirnhälfte. Beide sind durch ein dickes Bündel aus Nervenfasern verbunden, dem Balken. Jede Gehirnhälfte besteht wiederum aus sechs Bereichen (Lappen) mit unterschiedlichen Funktionen. Das Großhirn kontrolliert Bewegungen und verarbeitet Sinneseindrücke von außen. Hier entstehen bewusste und unbewusste Handlungen und Gefühle. Es ist außerdem für Sprache und Hören, Intelligenz und Gedächtnis verantwortlich.Die beiden Gehirnhälften haben zum Teil unterschiedliche Funktionen: Während die linke Hälfte bei den meisten Menschen auf Sprache und abstraktes Denken spezialisiert ist, kommt die rechte in der Regel dann zum Einsatz, wenn es um räumliches Denken oder bildhafte Zusammenhänge geht. Die rechte Gehirnhälfte steuert die linke Körperseite, die linke Hälfte ist für die rechte Seite zuständig. Im Großhirn ist die Hirnrinde der linken Gehirnhälfte für die Sprache verantwortlich. Die Hirnrinde der rechten Gehirnhälfte vermittelt dem Gehirn die räumliche Stellung des Körpers - beispielsweise, wo sich der Fuß gerade befindet.

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Das Kleinhirn: Koordination und Gleichgewicht

Das Kleinhirn ist wichtig für das Gleichgewicht und die Koordination. Gemeinsam mit dem Großhirn steuert es die Muskeln und somit die Bewegungen. Außerdem sorgt es ganz wesentlich mit dafür, dass die Muskel-Spannung des Körpers erhalten bleibt. Während das Großhirn vorrangig für bewusste Bewegungen zuständig ist, steuert das Kleinhirn bereits gelernte Bewegungsabläufe. Hier werden bestimmte Bewegungsabfolgen wie Tanzschritte oder das Schalten beim Autofahren gespeichert.

Die Blutversorgung des Gehirns

Das Gehirn muss ständig mit genügend Sauerstoff, Glukose und weiteren Nährstoffen versorgt werden. Deshalb ist es besonders gut durchblutet. Die vordere Hirnarterie (Arteria cerebri anterior) versorgt das Gewebe hinter der Stirn und im Bereich des Scheitels.Die mittlere Hirnarterie (Arteria cerebri media) ist für die Seite und weiter innen liegende Gehirnbereiche wichtig. Die vordere und die mittlere Hirnarterie zweigen von der inneren Halsschlagader ab.Die hintere Hirnarterie (Arteria cerebri posterior) versorgt den Hinterkopf und den unteren Bereich des Gehirns sowie das Kleinhirn. Sie wird mit Blut aus den Wirbelarterien gespeist.Bevor die drei Arterien in „ihre“ Hirnregionen ziehen und sich dort in kleinere Äste verzweigen, liegen sie nahe beieinander unterhalb des Gehirns. Hier sind sie über kleinere Blutgefäße miteinander verbunden - ähnlich wie in einem Kreisverkehr. Auch an weiter entfernten Stellen gibt es Verbindungswege zwischen den einzelnen Arterien. Das hat den Vorteil, dass Durchblutungsstörungen im Gehirn bis zu einem gewissen Grad ausgeglichen werden können: Wenn zum Beispiel ein Arterienast allmählich immer enger wird, kann über diese „Umwege“ (sogenannte Kollateralen) trotzdem Blut in den betroffenen Hirnbereich fließen.Die feinsten Aufzweigungen (Kapillaren) der Hirnarterien geben zwar Sauerstoff und Nährstoffe aus dem Blut an die Gehirnzellen ab - für andere Stoffe sind sie jedoch weniger durchlässig als vergleichbare Blutgefäße im übrigen Körper. Fachleute nennen diese Eigenschaft „Blut-Hirn-Schranke“. Sie kann das empfindliche Gehirn zum Beispiel vor im Blut gelösten Schadstoffen schützen.„Verbrauchtes“ - also sauerstoffarmes - Blut wird über die Gehirnvenen abtransportiert. Sie leiten es in größere Blutgefäße, die sogenannten Sinusse. Die Sinuswände sind durch harte Hirnhaut verstärkt, die die Gefäße gleichzeitig aufspannen.

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