Allohol: Auswirkungen von Alkohol auf Gehirnzellen – Ein umfassender Überblick

Alkohol ist eine psychoaktive Substanz, die weltweit konsumiert wird, und seine Auswirkungen auf den Körper, insbesondere auf das Gehirn, sind Gegenstand intensiver Forschung. Es ist wichtig, die Wahrheit von Mythen zu trennen und die tatsächlichen Auswirkungen von Alkohol auf die Gehirnzellen zu verstehen. Dieser Artikel beleuchtet die vielfältigen Wirkungen von Allohol (Ethanol) auf das Gehirn, von kurzfristigen Veränderungen bis hin zu langfristigen Schäden, und bietet einen umfassenden Überblick über die aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnisse.

Alkohol und Mythen: Ein Faktencheck

Rund um das Thema Alkohol existieren zahlreiche Mythen und Halbwahrheiten. Es ist wichtig, diese zu entlarven, um ein realistisches Bild der Auswirkungen von Alkoholkonsum zu erhalten:

  • Mythos: Fettes Essen schafft eine Grundlage, um nicht so schnell betrunken zu werden.
    • Fakt: Ja und nein. Ein gut gefüllter Magen verlangsamt die Aufnahme von Alkohol ins Blut, aber die gesundheitlichen Risiken eines übermäßigen Konsums werden dadurch nicht verringert.
  • Mythos: Alkohol schützt vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
    • Fakt: Falsch! Es gibt umstrittene Hinweise darauf, dass geringe Mengen Alkohol, wie ein Glas Rotwein am Abend, bei älteren Menschen das Risiko verringern könnten. Hochwertige Studien zeigen jedoch, dass Alkohol nahezu jedes Organsystem schädigt, einschließlich Herz und Blutgefäße.
  • Mythos: Ein bisschen Alkohol kann nicht schaden.
    • Fakt: Falsch! Alkohol zählt zu den wichtigsten Risikofaktoren für verschiedene Krebserkrankungen. Es gibt keinen Schwellenwert, unter dem keine Gefahr besteht.
  • Mythos: Alkohol baut sich im Schlaf schneller ab.
    • Fakt: Falsch! Die Abbaugeschwindigkeit ist unabhängig vom Schlafzustand. Alkohol kann den Schlaf beeinträchtigen und zu Schlafstörungen führen.
  • Mythos: „Durcheinandertrinken“ macht schneller betrunken.
    • Fakt: Falsch! Die Gesamtmenge des konsumierten Alkohols ist entscheidend, nicht die Reihenfolge der Getränke.
  • Mythos: Ein Strohhalm macht schneller betrunken.
    • Fakt: Falsch! Nur eine geringe Menge Alkohol wird über die Mundschleimhaut aufgenommen. Ein Strohhalm kann jedoch dazu verleiten, schneller und mehr zu trinken.
  • Mythos: Alkohol hilft gegen den Kater.
    • Fakt: Falsch! Alkoholische Cocktails oder ein „Konterbier“ verschieben das Problem lediglich, anstatt es zu lösen.
  • Mythos: Alkohol tötet Gehirnzellen ab.
    • Fakt: Nicht richtig! Alkohol stört jedoch die Kommunikation zwischen den Gehirnzellen und kann bei regelmäßigem und starkem Konsum indirekt durch Leberschäden das Gehirn schädigen.

Wie Alkohol ins Gehirn gelangt

Alkohol gelangt vorwiegend über die Schleimhaut des Dünndarms ins Blut und verteilt sich innerhalb weniger Minuten im gesamten Körperwasser. Da der menschliche Körper größtenteils aus Wasser besteht, sind die meisten Gewebe und Organe, einschließlich Herz, Gehirn und Muskeln, dem Alkohol ausgesetzt. Stark durchblutete Organe wie Leber und Gehirn nehmen Alkohol schneller auf als weniger stark durchblutete.

Kurzfristige Auswirkungen von Alkohol auf das Gehirn

Alkohol beeinflusst verschiedene Botenstoffe im Gehirn, die für die Informationsübertragung zwischen Nervenzellen zuständig sind. Er wirkt hemmend oder dämpfend auf diese Übertragung, was zu einer Verlangsamung der Wahrnehmung und des Reaktionsvermögens führt. Durch die Aktivierung des Belohnungssystems kann Alkohol in geringen Mengen stimmungshebend, entspannend und angstlösend wirken. In größeren Mengen wirkt er jedoch betäubend.

Eine Studie der Universität Heidelberg zeigte, dass bereits nach sechs Minuten nach dem Konsum von Alkohol Veränderungen in den Gehirnzellen auftreten. Dabei schaltet das Gehirn um und nutzt statt Glukose ein Abbauprodukt des Alkohols zur Energiegewinnung. Gleichzeitig nimmt die Konzentration zellschützender Stoffe wie Kreatin und Aspartat ab, und der Cholinspiegel sinkt, was möglicherweise auf Veränderungen in der Zusammensetzung der Zellwände hinweist.

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Langfristige Auswirkungen von Alkohol auf das Gehirn

Regelmäßiger und übermäßiger Alkoholkonsum kann zu einer Vielzahl von gesundheitlichen Problemen führen, darunter Nervenschädigungen, Erkrankungen der Leber, des Magen-Darm-Trakts und des Herz-Kreislauf-Systems sowie psychische Störungen.

  • Neurologische Schäden: Alkohol kann die Nervenzellen des zentralen Nervensystems schädigen, was zu chronischen Symptomen wie verlangsamten Reaktionen, gestörter Koordination und Gedächtnislücken führen kann.
  • Alkoholenzephalopathie: Diese neurologische Folgeerkrankung entsteht durch Schädigungen der Nervenzellen und kann zu Symptomen wie Demenz führen.
  • Polyneuropathie: Durch Schädigung der peripheren Nerven kann Alkohol eine Polyneuropathie verursachen, die sich durch Kribbeln, Schmerzen und Beeinträchtigung der Lebensqualität äußert.
  • Hirnschrumpfung: Regelmäßiger Alkoholkonsum kann zu einer Schrumpfung der grauen und weißen Substanz im Gehirn führen, was die Hirnfunktionen beeinträchtigt und das Risiko für Demenz erhöht.
  • Demenzrisiko: Studien zeigen, dass regelmäßiger Alkoholkonsum das Risiko einer Demenzerkrankung deutlich erhöht. Personen ab 45 Jahren, die mehr als 24 Gramm reinen Alkohol am Tag trinken, sind besonders gefährdet.
  • Dopamin-Störung: Ein chronisch hoher Alkoholkonsum überstimuliert das dopaminerge System im Gehirn, was kurzfristig positive Gefühle verursacht, aber langfristig zu Schwierigkeiten wie Sucht und Rückfällen führen kann.

Alkohol und das Nervensystem: Ein Nervengift

Alkohol ist ein Nervengift, das nicht nur die Gehirnfunktion beeinträchtigt, sondern auch die Gesundheit des Körpers insgesamt. Regelmäßiger und übermäßiger Alkoholkonsum kann zu einer Vielzahl von körperlichen Erkrankungen führen, wie zum Beispiel Leberschäden, Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Krebs. Auch das Immunsystem wird durch Alkohol geschwächt und somit anfälliger für Infektionen. Darüber hinaus hat Alkohol auch Auswirkungen auf die Psyche. Es kann zu Stimmungsschwankungen, Angstzuständen und Depressionen führen sowie das Risiko für Suizid erhöhen. Zudem beeinträchtigt es die Wahrnehmungsfähigkeit und Reaktionszeit - was besonders im Straßenverkehr gefährlich werden kann. Es ist wichtig, sich bewusst zu machen, dass jeder Körper anders reagiert - schon kleine Mengen können bei manchen Menschen schwerwiegende Folgen haben.

Wenn Alkohol auf das Nervensystem wirkt, beeinträchtigt er die Kommunikation zwischen den Nervenzellen. Das liegt daran, dass Alkohol die Rezeptoren für den Neurotransmitter GABA aktiviert und gleichzeitig die Rezeptoren für Glutamat blockiert. Auch das Belohnungssystem im Gehirn wird durch Alkohol beeinflusst, was dazu führt, dass sich der Körper an den Konsum von Alkohol gewöhnt und immer höhere Dosen benötigt, um die gleiche Wirkung zu erzielen. Langfristig kann der regelmäßige Konsum von Alkohol zu schweren Schäden im Nervensystem führen, wie zum Beispiel Gedächtnisverlust oder Demenz.

Alkoholabhängigkeit und Entzug

Wer über längere Zeit hinweg größere Mengen Alkohol trinkt, gerät mit hoher Wahrscheinlichkeit früher oder später in eine psychische und körperliche Abhängigkeit. Hierin unterscheidet sich Alkohol nicht von anderen Drogen wie etwa Heroin oder Kokain.

Nach neuesten Erkenntnissen treten Hirnschäden nicht nur beim Rauschtrinken selbst auf, sondern verstärken sich insbesondere während der ersten Phasen des Entzugs. Laut Stock tragen die entzugsbedingten Schäden wiederum dazu bei, bestehende Suchtstörungen aufrechtzuerhalten - umso stärker, je mehr Entzüge notwendig sind.

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Wenn das Botenstoffsystem aufgrund dieser Toleranzbildung jedoch nicht mehr richtig funktioniert, kommt es beim Entzug wegen der Übererregbarkeit des nüchternen Gehirns zum Absterben von Hirngewebe, insbesondere der weißen Substanz. Im Klartext heißt das: Der Entzug ist für den Patienten umso gefährlicher, je mehr Alkoholtoleranz sein Körper im Lauf der Zeit entwickelt hat. Um die teils lebensbedrohlichen Konsequenzen zu behandeln, kommen Medikamente zum Einsatz, die die Wirkung des Alkohols am GABA-Rezeptor ersetzen.

Was tun bei Alkoholproblemen?

Es gibt viele Möglichkeiten, um den Alkoholkonsum zu reduzieren oder ganz aufzugeben. Wenn Sie Schwierigkeiten haben, den Konsum selbstständig einzuschränken, können Sie professionelle Hilfe in Anspruch nehmen. Es gibt zahlreiche Selbsthilfegruppen und Therapieangebote für Menschen mit einem problematischen Alkoholkonsum. Eine weitere Möglichkeit ist es auch, sich bewusst Alternativen zum Trinken zu suchen. Statt alkoholischer Getränke können Sie beispielsweise Tee oder Saft trinken oder Sport treiben. Auch Entspannungsübungen wie Yoga oder Meditation sind eine gute Alternative zur Stressbewältigung ohne Alkohol.

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