Der Alzheimer-Forschungspreis: Auszeichnungen für herausragende Leistungen in der Demenzforschung

Der Alzheimer-Forschungspreis ist eine renommierte Auszeichnung, die an Wissenschaftler verliehen wird, die herausragende Leistungen auf dem Gebiet der Alzheimer-Forschung oder ähnlicher Demenzerkrankungen erbringen. Verschiedene Organisationen und Stiftungen vergeben diesen Preis, um die Forschung in diesem wichtigen Bereich zu fördern und die Lebenssituation von Demenzkranken und ihren Angehörigen zu verbessern.

Hans und Ilse Breuer-Stiftung Alzheimer-Forschungspreis

Die Hans und Ilse Breuer-Stiftung, die vom Land Hessen als „Stiftung des Jahres 2016“ ausgezeichnet wurde, hat es sich seit ihrer Gründung im Jahr 2000 zur Aufgabe gemacht, die Lebenssituation von Demenzkranken und ihren Angehörigen entscheidend zu verbessern. Seit 2006 verleiht die Stiftung den mit 100.000 Euro dotierten Alzheimer-Forschungspreis. Bislang wurden 25 Preisträger gewürdigt, einzeln oder aufgeteilt auf zwei Personen.

Ziele und Schwerpunkte der Stiftung

Die Stiftung konzentriert sich darauf, Menschen zu helfen, mit gesundem Verstand alt zu werden. Ein zentraler Aspekt ist die Aufklärung der Öffentlichkeit darüber, dass jede und jeder von uns Einfluss auf unser eigenes Demenzrisiko nehmen können. Denn Prävention ist der beste Schutz gegen Demenz.

Preisträger des Alzheimer-Forschungspreises der Hans und Ilse Breuer-Stiftung

  • 2024: Sebastian Köhler, Professor an der Maastricht University in den Niederlanden, erhielt den Preis für seine Arbeit zur Prävention von Demenz und zur Aufklärung der Öffentlichkeit über die Beeinflussbarkeit des eigenen Demenzrisikos. Seine Forschung mündete unter anderem in der Entwicklung des LIfestyle for BRAin health (LIBRA) score und in der MijnBreincoach-App, die auf interaktive Weise dabei hilft, das eigene Gehirn gesund zu halten.

  • Aktuelle Nominierungsprozess: Bis 2017 konnten sich Wissenschaftler für den Alzheimer-Forschungspreis bewerben. Seit 2018 hält das Scientific Advisory Board der Stiftung nach Exzellenz Ausschau und nominiert geeignete Kandidatinnen und Kandidaten. Dem Scientific Advisory Board gehören aktuell Dr. Daniel Fleck, Prof. Christian Haass, Prof. Dr. Manuela Neumann, Prof. Dr. Dr. Pierluigi Nicotera, Prof. Dr. med. Steffi G. Riedel-Heller und Dr. Stacie Weninger an.

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  • Verleihung: Die Verleihung der Preise erfolgte traditionell im Rahmen einer wissenschaftlichen Fachveranstaltung, wie beispielsweise dem Eibsee-Meeting „Cellular Mechanisms of Neudegeneration“. 2023 fanden die Auszeichnungen erstmals in Frankfurt im Rahmen der stiftungseigenen Veranstaltung „Demenz - Reise einer Veränderung“ statt.

Helga-Steinle-Preis

Der Helga-Steinle-Preis wird seit 2019 alle zwei Jahre verliehen. Die Qualitätssicherung wird durch den wissenschaftlichen Beirat der AFI gewährleistet, der sich aus anerkannten Alzheimer-Professorinnen und -Professoren verschiedener Fachrichtungen zusammensetzt. Der Beirat wählt die jeweils besten Forschungsprojekte eines Geschäftsjahres aus.

Preisträger des Helga-Steinle-Preises

  • 2025: Prof. Dr.

  • 2023: Prof. Dr. Johannes Levin, Oberarzt an der Neurologischen Klinik des LMU Klinikums, erhielt den Preis für sein Forschungsprojekt zur Rolle von Entzündungsprozessen im Gehirn von Menschen mit Down-Syndrom.

  • 2021: Dr. Gaye Tanriöver vom Universitätsklinikum Tübingen und dem Hertie-Institut für klinische Hirnforschung wurde für ihr Forschungsprojekt „Einzigartiges menschliches Modell zur Untersuchung von Immunzellen im Gehirn“ ausgezeichnet.

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  • 2019: Dr. Matthias Megges von der Charité - Universitätsmedizin Berlin erhielt den Preis für sein Forschungsprojekt „Entzündungen bei der Alzheimer-Krankheit verhindern“.

Forschungspreis der Deutschen Hirnstiftung

Die Deutsche Hirnstiftung unterstützt mit einem Forschungspreis und speziellen Fördertöpfen sowie Kongress-Stipendien und Zuschüssen für Selbsthilfegruppen die neurologische Forschung. Der Forschungspreis unterstützt jedes Jahr mit 5.000 Euro ausgewählte Wissenschaftsprojekte, herausragende Arbeiten und junge Forschende.

Schwerpunkte der Förderung

  • Neuromuskuläre Erkrankungen: Mit dem Förderpreis werden neurologische Forschungsansätze unterstützt, die sich schwerpunktmäßig dem Thema Neuromuskuläre Erkrankungen widmen.

  • Selbsthilfegruppen: Die Selbsthilfeförderung soll Gruppen Raum geben, um Herzensprojekte Wirklichkeit werden zu lassen und Themen anzugehen, die im Alltag leicht in den Hintergrund geraten.

  • Kongress-Stipendien: Die Kongress-Stipendien fördern jedes Jahr neurologischen Wissenschaftsnachwuchs bei der aktiven Teilnahme an Kongressen, etwa durch eine Posterpräsentation oder einen Vortrag.

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Forschungsförderung der Deutschen Alzheimer Gesellschaft (DAlzG)

Zu den satzungsgemäßen Aufgaben der Deutschen Alzheimer Gesellschaft (DAlzG) gehört die Unterstützung der wissenschaftlichen Forschung. Die DAlzG schreibt für 2026 eine Summe von maximal 50.000 € für die Unterstützung eines Vorhabens im Bereich der Versorgungsforschung aus, dessen Ergebnisse zur Verbesserung der Situation von Menschen mit Demenz und ihren Angehörigen erkennbar beitragen. Gleichzeitig werden weitere 200.000 € für die Grundlagenforschung ausgeschrieben, die der DAlzG von der Förderstiftung Dierichs zur Verfügung gestellt werden. Dazu können zum Beispiel Forschungsprojekte gehören, die noch keine unmittelbare Anwendung am Menschen haben, jedoch auf dem Weg dazu sind.

Geförderte Projekte der DAlzG (Auswahl)

  • Prof. Dr. Carsten Korth (Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf): Das Projekt „MIF als eine neuartige, therapierbare, molekulare Schnittstelle zwischen der sporadischen Alzheimer Demenz und externer, auslösender Faktoren“ erhält 117.000,00 Euro.

  • Priv.-Doz. Dr. Dr. Patrick Finzer, Dr. Julia Christl, Dr. Alexander Dilthey und Prof. Dr. Tillmann Supprian (LVR-Klinikum Düsseldorf): Das Projekt „Der Einfluss des oralen Mikrobioms auf die Pathophysiologie der Alzheimer-Krankheit“ wird mit 32.500 Euro gefördert.

  • Prof. Dr. Gültekin Tamgüney (Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf): Das Projekt „Ein diagnostischer Test für die Alzheimer-Krankheit auf der Grundlage einer Stuhlanalyse“ erhält 124.740,00 Euro.

  • Prof. Dr. Ingo Uttner und Dr. Olivia Küster (Neurologische Universitätsklinik Ulm): Für die „Neuentwicklung eines rekognitionsbasierten Testing the Limits-Paradigma zur Früherkennung bei Demenz“ erhalten sie 18.500 Euro.

  • Prof. Dr. Tobias Luck und Prof. Dr. med. Steffi G. Riedel-Heller (Institut für Sozialmedizin, Rehabilitationswissenschaften und Versorgungsforschung (ISRV) & Fachbereich Wirtschafts- und Sozialwissenschaften der Hochschule Nordhausen gemeinsam mit dem Institut für Sozialmedizin, Arbeitsmedizin und Public Health (ISAP) der Medizinischen Fakultät der Universität Leipzig): Eine Fördersumme von 126.144 € erhält das Projekt „Entwicklung eines Instrumentes für die differenzierte Erfassung von Alltagsbeeinträchtigungen aufgrund kognitiver Abbauprozesse - Ein Ansatz zur Verbesserung der Früherkennung und Diagnostik von Demenzen und deren Vorstufen Leichter Neurokognitiver Störungen in Forschung und Praxis“.

  • Dr. rer. med. Susanne Röhr und Prof. Dr. med. Steffi G. Riedel-Heller (Institut für Sozialmedizin, Arbeitsmedizin und Public Health der Universität Leipzig): Die Fördersumme von 61.560 € erhält das Forschungsvorhaben „Validierung der Checkliste für leichte Verhaltensbeeinträchtigungen (C-LVB)“.

  • Prof. Dr. Josef Kessler und Prof. Dr. Elke Kalbe (Universität Köln): Die Fördersumme von 6.100 € erhält das Projekt „DemTect Eye+Ear - Kognitives Screening bei Menschen mit sensorischen Einschränkungen“.

  • Dr. med. Ayda Rostamzadeh und Lena Sannemann (Universitätsklinikum Köln): Das Projekt „Zusammenhang zwischen einer Ernährungsintervention und Epigenetik zur Prävention von Demenzerkrankungen“ wird mit 55.000 Euro gefördert.

  • Dr. Mona Abdel-Hamid, Dr. Claudia Bartels, Dr. Michael Belz, PD Dr. Philipp Heßmann und Prof. Dr. Nicola Strenzke (Universitätsmedizin Göttingen): Mit 102.242 Euro fördert die DAlzG das Projekt „Demenzprävention durch Verbesserung der Hörgeräteversorgung - AD-HEARING“.

  • Dr. Martin N. Dichter und Prof. Dr. Sascha Köpke (Uniklinik Köln): Für ihr Projekt „Übersetzung, Evaluation und Dissemination des Dementia Isolation Toolkit (DIT-G)“ erhalten sie 72.520,00 Euro.

  • Dr. Marion Eisele und Dr. med Dagmar Lühmann (Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf): Eine Fördersumme von 75.548,00 Euro erhalten sie für das Projekt „EMPOR - Entwicklung eines Leitfadens für Gespräche zwischen Pflegefachpersonen und Angehörigen von Menschen mit Demenz in Pflegeheimen zum sinnvollen und zielgerichteten Einbezug dieser in die Versorgung.“

  • Prof. Dr. Elke Kalbe, Dr. Ann-Kristin Folkerts, Prof. Dr. Sascha Köpke und Dr. Martin Dichter (Universitätsmedizin Köln): Die Summe von 138.456 Euro erhält das Projekt „Kognitive Stimulation in der stationären Langzeitpflege: Entwicklung und Pilotierung eines 24-Stunden Ansatzes im Rahmen einer Mixed-Methods-Studie“.

  • Dr. Julia Schröder und Dr. Carolin Oppermann (Universität Hildesheim): Eine Fördersumme von 87.370 € erhält das Projekt „Sichere Orte? - Schutzkonzepte in Pflegeheimen für Demenzkranke“.

  • Prof. Dr. Janine Diehl-Schmid (Technische Universität München): Die Summe von 100.871 Euro erhält das Forschungsprojekt: „Optimierung der Medikation bei Heimbewohnern mit fortgeschrittener Demenz - eine Interventionsstudie zur Reduktion von Antipsychotika“.

  • Gerrit Beyer und Rico Hampel (Städtisches Altenheim Glauchau): Für ihr Projekt zum Thema „Harninkontinenz bei Demenzkranken in stationären Einrichtungen“ wurden 3.000 Euro zur Verfügung gestellt.

  • Christin Hinrichs und Julia Oswald (Universität Osnabrück): Das Projekt, das sich mit Risiko-Management in stationären Altenpflegeeinrichtungen beschäftigt, erhielt 5.600 Euro.

  • Jürgen Dettbarn-Reggentin (Institut für sozialpolitische und gerontologische Studien (ISGOS) in Berlin): Er erhielt 8.000 Euro für die „Evaluation des Modellprojektes Wohnhof Schönholzer Heide mit Zentrum für Pflege, Fortbildung und Praxisforschung bei Demenzerkrankungen“.

  • Prof. Dr. med. Stefanie Schreiber, Dr. Katja Neumann, Prof. Dr. med. Daniel Behme, Dr. Hendrik Mattern, Marc Günther Pawlitzki und Prof. Dr. Dr. Sven Günther Meuth (Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg): 145.000 Euro erhalten sie für ihr Projekt „BB-DARS: Blut-Biomarker-DrAinage-Reserve-Score zur personalisierten Risikoabschätzung einer ARIA unter Aß-Immuntherapie“.

  • Prof. Dr. Stefanie Schreiber, PD Dr. Daniel Behme und Dr. Hendrik Mattern (Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg): Von der Förderstiftung Dierichs erhält das Projekt „MagDeburger DrAinage-Reserve-Score zur individualisierten, MRT-basierten Vorhersage der perivaskulären zerebralen Drainage bei Patienten entlang des Alzheimer-Kontinuums“ eine Summe von 115.000,00 Euro.

Weitere Auszeichnungen und Ehrungen

  • Dr. Benjamin Ryskeldi-Falcon (MRC Laboratory of Molecular Biology (LMB) in Cambridge, England) und Dr. Susanne Röhr: Sie wurden für ihre herausragenden wissenschaftlichen Leistungen im Bereich der Demenzforschung geehrt. Ryskeldi-Falcon erhielt 325.000 Euro für die Grundlagenforschung und Röhr 50.000 Euro für die Versorgungsforschung.

  • Fünf Nachwuchsforscher: Sie wurden mit Sonderpreisen für herausragende Publikationen im Forschungsbereich Demenz ausgezeichnet.

  • Prof. Dr. Steffi Riedel-Heller: Sie erhielt den Alzheimer-Forschungspreis der Hans und Ilse Breuer-Stiftung für ihre Verdienste für das Verständnis der demenziellen Erkrankungen in Forschung und Klinik, aber auch in der Allgemeinbevölkerung.

  • Prof. Heiko Braak: Er erhielt den Alzheimer-Forschungspreis für seine Erkenntnisse über die sich ausbreitenden pathologischen Strukturen im Gehirn von Alzheimerpatienten.

Bedeutung der Auszeichnungen für die Alzheimer-Forschung

Die verschiedenen Alzheimer-Forschungspreise und Förderprogramme spielen eine entscheidende Rolle bei der Unterstützung und Weiterentwicklung der Forschung im Bereich der Demenzerkrankungen. Sie ermöglichen es Wissenschaftlern, innovative Projekte zu realisieren, neue Therapieansätze zu entwickeln und die Lebensqualität von Menschen mit Demenz und ihren Angehörigen zu verbessern. Durch die öffentliche Anerkennung herausragender Leistungen tragen die Preise auch dazu bei, das Bewusstsein für die Bedeutung der Demenzforschung zu schärfen und weitere Investitionen in diesem wichtigen Bereich zu fördern.

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