Die Alzheimer-Krankheit und andere Demenzerkrankungen stellen eine wachsende Herausforderung für unsere Gesellschaft dar. Im Saarland leben etwa 23.600 Menschen mit Demenz, und diese Zahl wird aufgrund der demografischen Entwicklung in den kommenden Jahren deutlich ansteigen. Die Deutsche Alzheimer Gesellschaft engagiert sich für ein besseres Leben mit Demenz und unterstützt und berät Menschen mit Demenz und ihre Familien.
Die Deutsche Alzheimer Gesellschaft: Ein starker Partner
Die Deutsche Alzheimer Gesellschaft e.V. Selbsthilfe Demenz (DAlzG) ist der Dachverband von mehr als 130 örtlichen Alzheimer-Gesellschaften und Landesverbänden. Hier erfahren Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen wertvolle Hilfe vor Ort. Die DAlzG unterstützt das Engagement ihrer Mitgliedsgesellschaften seit 1989 auf vielfältige Weise.
Unterstützung durch Informationen
Die DAlzG informiert ihre Mitgliedsgesellschaften regelmäßig über die Tätigkeiten des Bundesverbandes, anstehende Veranstaltungen, neue Gesetzentwürfe und Förderprogramme. Die Nachrichten der DAlzG - das Alzheimer Info - erscheinen zwei Mal im Jahr. Auf INDAG, der Informations- und Austauschplattform der Deutschen Alzheimer Gesellschaft, werden kontinuierlich wichtige und interessante Informationen eingestellt.
Unterstützung bei Vernetzung und Austausch
Mit INDAG bietet der Bundesverband den Mitgliedsgesellschaften die Möglichkeit, sich untereinander schnell und datengeschützt zu vernetzen, sich zu informieren und sich untereinander auszutauschen. Die DAlzG lädt regelmäßig zum (virtuellen) Erfahrungsaustausch der Alzheimer-Gesellschaften ein. Im Rahmen der jährlichen Delegiertenversammlung sind Mitgliedsgesellschaften eingeladen, durch ihre Stimmenabgabe maßgeblich den Weg und die weitere Arbeit des Bundesverbandes mitzugestalten.
Unterstützung bei der politischen Arbeit
Hand in Hand wird auf Bundes-, Landes- und Ortsebene zusammengearbeitet, um eine gemeinsame Stimme gegenüber der Politik zu vertreten. Politische Anliegen der Mitgliedsgesellschaften bringt die DAlzG auf Bundesebene ein. Mitgliedsgesellschaften wird die Möglichkeit zur aktiven Beteiligung eingeräumt: zum Beispiel durch Rückmeldungen zu Stellungnahmen bei Gesetzesänderungen oder der gemeinsamen Ansprache von politisch Verantwortlichen.
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Unterstützung durch Fortbildungsmöglichkeiten
Die DAlzG bietet Gruppentrainings für Moderatorinnen und Moderatoren von Angehörigengruppen an, sowie Beratungsseminare für (ehrenamtliche) Beraterinnen und Berater. Speziell für die Vorstandsmitglieder gibt es das Seminar „Leiten und Gestalten“. Mitgliedsgesellschaften und ihre Mitglieder erhalten für den alle zwei Jahre stattfindenden Kongress der DAlzG ermäßigten Eintritt.
Unterstützung bei der Öffentlichkeitsarbeit
Die Mitgliedsgesellschaften werden auf der Internetseite der DAlzG nach Bundesländern sortiert aufgelistet. Auch können auf der Internetseite der DAlzG besondere Gruppenangebote und Veranstaltungen veröffentlicht werden. Mitgliedsgesellschaften ist die Nutzung des DAlzG-Logos erlaubt. Materialien zum Welt-Alzheimertag werden jedes Jahr für die Mitgliedsgesellschaften kostenlos bereitgestellt.
Unterstützung bei der Umsetzung von Schulungen und Veranstaltungen
Die von der DAlzG entwickelten Schulungsmaterialien „Hilfe beim Helfen“ und die Materialien zur Umsetzung der Demenz Partner-Kurse stehen Mitgliedsgesellschaften kostenfrei zur Verfügung. Jährlich besteht die Möglichkeit projektbezogen eine Förderung von bis zu 1.000 Euro bei der DAlzG zu beantragen.
Unterstützung bei der Versicherung
Mitgliedsgesellschaften haben die Möglichkeit der Sammelhaftpflichtversicherung der DAlzG für ihre Mitarbeitenden und ehrenamtlich Aktiven beizutreten.
Das Netzwerk Demenz im Regionalverband Saarbrücken
Das Netzwerk Demenz im Regionalverband Saarbrücken ist eine Zusammenarbeit zahlreicher Partner zur Verbesserung der Pflege- und Versorgungsqualität. Übergeordnetes Ziel des Netzwerkes ist es, für eine bestmögliche Qualität in der Begleitung von Menschen mit Demenz und deren Angehörigen zu sorgen. Vorhandene Hilfen für Menschen mit Demenz sollen vernetzt und optimiert werden. Darüber hinaus sollen Impulse gesetzt werden, um neue Hilfen zu etablieren und auszubauen. Die Lebensqualität aller Beteiligten soll so erhalten werden.
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Telefon-Beratung für pflegende Angehörige Demenzkranker
Frau Dr. R. A. Fehrenbach (Landesärztin für an Demenz erkrankte Menschen) bietet eine Telefon-Beratung für pflegende Angehörige Demenzkranker an. Eine Anmeldung ist erforderlich.
Angebote zu "Pflege und Demenz"
Es gibt zahlreiche Angebote zu "Pflege und Demenz", wie Pflegekurse, Pflege und Betreuung demenzkranker Menschen, Selbstfürsorge im Alltag, geschlechtsspezifische Betreuungsangebote unter Einbezug der Biographie, Sturzprophylaxe, Ernährung bei Demenz, Aktivierung von Menschen mit Demenz anhand des Jahreskreislaufes, Erste-Hilfe-Fortbildung, Grundausbildung Demenzbegleiter, Kursleiterausbildung für Demenzkurse.
Gesprächsgruppe für pflegende Angehörige
Eine Selbsthilfegruppe für alle, die mit dem Thema der Demenz in Berührung kommen, bietet Raum für den gemeinsamen Austausch und gegenseitige Unterstützung. Für Angehörige werden individuelle Beratungsgespräche oder auch ein gemeinschaftlicher Demenz-Gesprächskreis angeboten.
Medizinischer Dienst Saarland - Pflegeforum
Der Medizinische Dienst Saarland bietet im Rahmen der Veranstaltungsreihe Pflegeforum interessante Themen und Referenten aus den vielfältigsten pflegefachlichen und inhaltlich übergreifenden Bereichen an. Die Vortragsreihe zielt darauf ab, den fachlichen Austausch der verschiedenen Berufsgruppen und Bereiche zu fördern und diese zu informieren.
Tanzen gegen das Vergessen - das Tanzcafé
Die Veranstaltung findet jeden 1. Dienstag im Monat statt und ist kostenlos. Die Verbindung von Musik und ungezwungenen rhythmischen Bewegungen erzeugt gute Laune und körperliches Wohlbefinden. Im Tanz lassen sich häufig verloren geglaubte Fähigkeiten wieder aktivieren. Darüber hinaus wird die Motorik gefördert, was eine Sturzprophylaxe darstellt.
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Die Saarländische Demenzstrategie: "Demenz geht uns alle an!"
Die saarländische Demenzstrategie lautet: "Demenz geht uns alle an!" Warum? Weil Demenz jeden von uns treffen kann. Im Alter ist Demenz die häufigste und schwerwiegendste psychiatrische Erkrankung. Im Saarland leben etwa 23.600 Menschen mit einer Demenzerkrankung. Betroffen sind nicht nur sie selbst, sondern auch ihre Angehörigen sowie Fachkräfte im Pflegebereich, sowohl beruflich als auch ehrenamtlich.
Anzeichen von Demenz
Menschen mit Demenz haben oft zunächst Probleme mit dem Kurzzeitgedächtnis. Im Verlauf der Erkrankung treten zunehmend Schwierigkeiten auf, sich zu konzentrieren, sich sprachlich auszudrücken, die Mitteilungen anderer zu verstehen, Situationen zu überblicken, zu planen und zu organisieren, sich räumlich oder zeitlich zurechtzufinden, sowie den Umgang mit Gegenständen zu bewältigen. Zu den geistigen Einschränkungen gesellen sich oft Veränderungen im Verhalten und in der Persönlichkeit. Menschen mit Demenz können sich unpassend verhalten und impulsiv reagieren oder sich zurückziehen. Sie können traurig, wütend oder verzweifelt wirken.
Diagnose und Behandlung
Je nach Ursache der Demenzerkrankung unterscheiden sich die Symptome, ihr Schweregrad und der Krankheitsverlauf. Zwei Drittel aller Demenzerkrankungen gehören zum Alzheimer-Typ. Vaskuläre Demenzerkrankungen entstehen durch Durchblutungsstörungen im Gehirn, beispielsweise nach Schlaganfällen. Eine genaue Diagnose ist von großer Bedeutung, um andere Krankheiten auszuschließen und gegebenenfalls eine angemessene Behandlung einzuleiten sowie Unterstützungsmaßnahmen zu planen. In der Regel erfolgt dies über den Hausarzt hin zum Facharzt. Es existieren medikamentöse und nicht-medikamentöse Behandlungsmöglichkeiten.
Unterstützung für Betroffene und Angehörige
Es ist wichtig, sich qualifizierte Beratung einzuholen, da das Krankheitsbild Demenz spezielle Kenntnisse erfordert. Im Saarland gibt es viele Hilfsangebote, aber kaum einer kennt sie. Trotz der enormen Tragweite fällt es in unserer Gesellschaft schwer, über Demenz zu sprechen und frühzeitig Beratung und Hilfe anzunehmen.
Maßnahmen des Saarländischen Demenzplanes
Der 2015 im Saarland begonnene Weg „Gemeinsam für ein demenzfreundliches Saarland“ hat in einem beteiligungsorientierten Prozess zu 29 ganz konkreten Maßnahmen geführt, die in den nächsten Jahren weiter umgesetzt werden sollen. Ziel ist es, die Würde der an Demenz erkrankten Menschen und ihre Angehörigen in den Mittelpunkt zu stellen.
Erste Hilfe Kurse Demenz
Kurze Schulungskonzepte für die „Erste Hilfe Kurse Demenz“ für einzelne bestimmte Berufsgruppen wurden erarbeitet. Bei den Pflegestützpunkten, Banken, Kranken- und Pflegekassen sowie der Polizei werden sie von unterschiedlichen Partnern durchgeführt.
Öffentlichkeitswirksame Veranstaltungen
Zahlreiche öffentlichkeitswirksame Veranstaltungen wurden bereits mit bzw. von unterschiedlichen Partnern, z.B. in Schengen oder bei den Lokalen Allianzen für Demenz im Saarland, durchgeführt.
Fax von Ärzten an die Pflegestützpunkte
Der Einsatz eines Faxes von Ärzten an die Pflegestützpunkte konnte mit der Saarländischen Krankenhausgesellschaft und der Ärztekammer auf Schiene gesetzt werden, damit Betroffene schneller Beratungsangebote erhalten können.
Angehörigenbefragung zum Thema „Demenz“
Das iso-Institut stellte die Ergebnisse einer Angehörigenbefragung zum Thema „Demenz“ vor. Angehörige bestätigen den hohen Bedarf für die entwickelten Maßnahmen des Demenzplanes. Sie bewerten sie größtenteils als wichtig bis sehr wichtig. Angehörige setzen ihre Prioritäten insbesondere auch auf die Stärkung der Kompetenz professionell Tätiger. Informations-, Beratungs- und Präventionsangebote sind für sie von hoher Bedeutung.
Neue Mitglieder der „Allianz für Demenz - Netzwerk Saar“
Am 8. Dezember 2016 traten sechs neue Mitglieder der „Allianz für Demenz - Netzwerk Saar“ bei. Dies zeigt auch: Der mit dem Demenzplan gestartete Beteiligungsprozess trägt zu einer weiteren gesellschaftlichen Mobilisierung und Sensibilisierung bei.
Landesfachstelle Demenz Saarland
Die Landesfachstelle Demenz, die sich in Trägerschaft des Demenz-Verein Saarlouis e.V. befindet, hat zur Aufgabe:
- Koordination der Maßnahmen des saarländischen Demenzplans
- Öffentlichkeitsarbeit zur Enttabuisierung des Themenfeldes Demenz
- Verbesserung der Versorgungsstrukturen im Saarland durch institutionelle Beratung interessierter Träger und Kommunen zur demenzsensiblen Ausrichtung und Erweiterung der spezifischen Angebote
- Steigerung der demenzbezogenen Kompetenz verschiedener Adressatengruppen
- Durchführung und Organisation der internen Kooperation und Koordination zur Förderung der Vernetzung aller mit dem Thema „Demenz“ beschäftigten Akteure im Land, insbesondere Geschäftsführung und Ausbau der Allianz für Demenz Netzwerk Saar
- Netzwerkarbeit unter Berücksichtigung regionaler Strukturen und Kontaktvermittlung, Kooperation mit regionalen Hilfsangeboten
- Fachlich-organisatorische unterstützende Begleitung regionaler Demenznetzwerke
- Stärkung der Demenz-Beratung im Saarland
- Unterstützung interessierter Träger und Einzelpersonen bei der Bildung örtlicher Gesprächsgruppen / -kreise für pflegende Angehörige
- Durchführung und Moderation von Arbeitsgruppen
- Planung und Durchführung von Veranstaltungen/Tagungen mit unterschiedlichen thematischen Schwerpunkten aus den Bereichen Pflege, Betreuung, Gesundheit & Medizin
- Fachliche Unterstützung spezieller Demenzprojekte
- Vorstellung der Landesinitiative und der Arbeit der Landesfachstelle Demenz auf Kongressen, Tagungen etc.
- Erstellung von Literatur- und Medienübersichten für privat und beruflich Interessierte und Veröffentlichung
Hilfsangebote im Saarland
Im Saarland gibt es zahlreiche Hilfsangebote für Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen. Dazu gehören:
- Demenz-Vereine/Alzheimer Gesellschaften
- Pflegedienste
- Heime
- Häusliche Betreuung
- Neurologen
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