Ein Hirnaneurysma ist eine beerenförmige Ausbuchtung einer Schlagader (Arterie) im oder nahe am Gehirn. Normalerweise sind Arterien fest und elastisch, ähnlich wie Schläuche. Wenn die Wand einer Arterie aber an einer Stelle nachgibt, sich nach außen wölbt und eine Ausbuchtung bildet, spricht man von einem Aneurysma. Aneurysmen können an verschiedenen Stellen im Körper entstehen, etwa an der großen Schlagader im Bauch (Bauchaortenaneurysma) oder einer Schlagader im Kopf (Hirnaneurysma). Hirnaneurysmen bilden sich häufig an Verzweigungsstellen der Arterien, die das Gehirn mit Blut versorgen.
Viele Menschen bemerken ihr gesamtes Leben lang nicht, dass sie ein Hirnaneurysma haben. Bei anderen verursacht es jedoch Beschwerden - oder sie haben ein erhöhtes Risiko, dass ihr Aneurysma irgendwann reißt und eine lebensbedrohliche Hirnblutung auslöst. Etwa 3 von 100 Erwachsenen haben ein Hirnaneurysma. Bei einigen Menschen entwickeln sich mehrere Aneurysmen im Gehirn.
Was ist ein Aneurysma?
Ein Aneurysma ist eine krankhafte Gefäßausstülpung - also eine örtlich begrenzte Erweiterung einer Arterie. Dazu kommt es, wenn die Gefäßwand an einer Stelle nach außen gewölbt ist und eine bleibende, ballonartige Aussackung bildet.
Grundsätzlich kann ein Aneurysma an jeder Arterie auftreten, zum Beispiel:
- im unteren Bereich der Hauptschlagader (Bauchaorta)
- im oberen Teil der Hauptschlagader (Brustaorta, thorakale Aorta)
- an den Hirngefäßen
- im Bereich der Arm- und Beinarterien
Ein Aneurysma darf nicht verwechselt werden mit der Erweiterung einer Vene, der sogenannten Krampfader.
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Aneurysmen werden nach ihrer Form unterschieden in:
- Sacculäre Aneurysmen: Am betroffenen Gefäßabschnitt ist die Gefäßwand nur an einer Seite sackförmig erweitert.
- Fusiforme Aneurysmen: Das Blutgefäß ist spindelförmig erweitert, der betroffene Gefäßabschnitt weitet sich sozusagen rundherum.
- Aneurysma verum, echtes Aneurysma: Die Erweiterung betrifft alle Wandschichten der Arterie.
- Aneurysma spurium oder falsum, ein falsches Aneurysma: Es entsteht zum Beispiel durch eine Verletzung der Arterie. Dabei tritt etwas Blut aus. Neben der Arterie bildet sich eine Art Blutgerinnsel, das nach einiger Zeit von einer Bindegewebskapsel überzogen wird. Das sieht aus wie ein Aneurysma, ist aber kein echtes Aneurysma. Denn die Arterienwand ist nicht erweitert.
- Aneurysma dissecans: Die verschiedenen Wandschichten der Arterie können sich längs aufspalten. So bildet sich neben dem normalen Gefäßschlauch ein zweiter Hohlraum zwischen den Wandschichten der Arterie. Dieser Vorgang wird Dissektion genannt, im Bereich der Hauptschlagader Aortendissektion. Bildet sich im Bereich der Dissektion eine Gefäßaussackung, sprechen Fachleute von einem Aneurysma dissecans.
Fließt Blut in den neuen Hohlraum, können abzweigende Gefäße abgedrückt werden. So kommt es zu Durchblutungsstörungen. Auch ein Wandriss mit inneren Blutungen ist möglich.
Ursachen und Risikofaktoren
Ein Hirnaneurysma entwickelt sich meist im Laufe des Lebens, weil an der betroffenen Stelle die Elastizität der Gefäßwand nachlässt. Bei Menschen, die Bluthochdruck haben oder rauchen, bildet sich häufiger ein Hirnaneurysma als bei anderen. Frauen haben ein höheres Risiko für Hirnaneurysmen als Männer - ebenso Menschen, die Eltern oder Geschwister mit einem Aneurysma im Kopf haben. Außerdem steigt das Risiko mit zunehmendem Alter. Diese Faktoren machen es auch wahrscheinlicher, dass ein Aneurysma irgendwann reißt.
Ein Aneurysma kann sich bilden, wenn die Gefäßwand durch Krankheiten oder Verletzungen geschwächt ist.
Mögliche Ursachen und Risikofaktoren sind zum Beispiel:
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- Alter: Ältere Menschen haben öfter Aneurysmen als jüngere. Das Risiko für ein Aortenaneurysma steigt mit dem Lebensalter. Der Grund ist, dass sich der Aufbau der Gefäßwand mit den Jahren verändert. Sie wird weniger elastisch und fängt den hohen Druck in der Hauptschlagader weniger gut ab. Es entwickeln sich Schwachstellen in der Gefäßwand, die schließlich nachgeben - ein Aneurysma entsteht.
- familiäre Veranlagung: Ein Aneurysma ist nicht direkt vererbbar. Haben allerdings enge Verwandte ein Aneurysma der Hauptschlagader oder im Gehirn, erhöht sich das eigene Risiko. Es kann eine erblich bedingte Risikoerhöhung geben. Mitunter treten Aneurysmen gehäuft innerhalb einer Familie auf, beispielsweise aufgrund einer erblich bedingten Bindegewebsschwäche. So steigt das Risiko eines Aneurysmas von ein auf zwei Prozent, wenn bei einem Verwandten ersten Grades bereits ein Aneurysma entdeckt wurde, und auf vier Prozent, wenn zwei nahe Verwandte betroffen sind. Auch genetische Erkrankungen wie das Marfan-Syndrom oder das Ehlers-Danlos-Syndrom kommen als Ursache eines Aneurysmas infrage. Viele Aneurysmen treten aufgrund einer angeborenen Fehlbildung der Blutgefäße auf, ohne dass es eine familiäre Häufung gibt. Bei etwa jedem zehnten diagnostizierten Aneurysma liegt eine familiäre Häufung vor.
- geschlechtsspezifische Veranlagung: Männer haben häufiger Aneurysmen der Bauchaorta als Frauen. Frauen haben häufiger Hirnaneurysmen als Männer. Generell haben Frauen ein höheres Risiko für Hirnaneurysmen als Männer. Auch Menschen, deren Eltern oder Geschwister bereits ein Hirnaneurysma hatten, entwickeln mit größerer Wahrscheinlichkeit ein Aneurysma.
- rauchen: Rauchen ist einer der Hauptrisikofaktoren für die Entwicklung von Hirnaneurysmen. Betroffene sollten unbedingt versuchen, das Rauchen aufzugeben.
- hoher Blutdruck: Ein weiterer wichtiger Risikofaktor für ein Aneurysma ist Bluthochdruck (Hypertonie). Mit jedem Herzschlag rollt eine Druckwelle über die Arterien des Körpers hinweg. Übt das Blut dabei von innen besonders hohen Druck aus, schädigt es die Gefäßwände. Ebenfalls wichtig ist die Behandlung von Bluthochdruck.
- hoher Alkoholkonsum: Übermäßiger Alkoholkonsum kann den Blutdruck erhöhen und das Risiko für Hirnaneurysmen erhöhen.
- Arteriosklerose: In mehr als 50 Prozent der Fälle ist eine Gefäßverkalkung (Arteriosklerose) die Ursache für ein Aneurysma. Kalk- und Fettablagerungen (Plaques) an den Gefäßwänden sorgen dafür, dass sie an Elastizität verlieren. Die Gefäße federn den Druck mit zunehmendem Alter immer schlechter ab.
- angeborene Fehlbildungen der Blutgefäße
- Bindegewebserkrankungen wie das Marfan-Syndrom oder das Ehlers-Danlos-Syndrom
- bakterielle Infektionen wie Syphilis oder Tuberkulose. Selten sind bakterielle Infektionen an der Entstehung eines Aneurysmas beteiligt - beispielsweise bei Syphilis oder Tuberkulose. Im Verlauf der Infektion entzündet sich die Gefäßwand. Schließlich entsteht eine Gefäßaussackung. Diese wird als mykotisches Aneurysma bezeichnet.
- Gefäßentzündungen, wie das Kawasaki-Syndrom
- Herzinfarkt: mögliche Ursache für ein Aneurysma der Herzwand
- Mechanische Verletzungen der Gefäßwände: Die häufigste Ursache für ein Aneurysma spurium - das sogenannte „falsche Aneurysma“ - sind Verletzungen der Gefäßwand. So besteht das Risiko, dass im Rahmen einer Herzkatheteruntersuchung die Gefäßwand beschädigt wird.
- Bewegungsmangel und ungesunde Ernährung können generell den Blutgefäßen schaden und damit auch das Aneurysmarisiko erhöhen.
Symptome
Ein Aneurysma verursacht häufig keine Beschwerden. In diesem Fall wird es als „asymptomatisches“ Aneurysma bezeichnet. Viele Menschen mit einem Aneurysma haben keine Beschwerden. Ärztinnen und Ärzte sprechen dann von einem asymptomatischen Aneurysma. Vermutlich leben viele Menschen mit einem Aneurysma, ohne je davon zu erfahren. Ein symptomloses Aneurysma kann bei einer Untersuchung aus anderen Gründen oder zum Beispiel bei einer vorsorglichen Ultraschalluntersuchung der Bauchschlagader auffallen.
Ein intaktes Aneurysma verursacht oft gar keine Beschwerden. Ein Aneurysma kann ein Leben lang unbemerkt bleiben.
Zu Beschwerden kann es kommen, wenn ein Aneurysma besonders groß ist oder ungünstig liegt. Es kann dann auf das Gehirn oder auf Nerven drücken, die vom Gehirn wegziehen - zum Beispiel auf den Sehnerv. Wenn ein Hirnaneurysma besonders groß ist oder an einer ungünstigen Stelle liegt, kann es auf das Gehirn oder auf Nerven drücken, beispielsweise auf den Sehnerv.
Ein Hirnaneurysma, das mit der Zeit größer wird, kann Beschwerden verursachen. Wenn das Hirnaneurysma im Lauf der Zeit wächst, sind Beschwerden möglich.
Mögliche Frühzeichen und Beschwerden sind:
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In manchen Fällen machen auch intakte Aneurysmen durch Symptome auf sich aufmerksam. So kann das Aneurysma zum Beispiel auf benachbarte Strukturen drücken oder die Durchblutung beeinträchtigen. Mögliche Folgen sind je nach Lage des Aneurysmas beispielsweise Schluckbeschwerden, Husten, Heiserkeit, Atembeschwerden, Bauch- oder Rückenschmerzen, Durchblutungsstörungen in den Armen, Kopfschmerzen oder Sehstörungen. Manche Betroffene spüren ein Pulsieren an einer ungewöhnlichen Stelle, etwa im Bauch.
Ein Aneurysma der Herzwand verursacht möglicherweise Herzrhythmusstörungen, die zum Beispiel als Herzstolpern oder schneller Herzschlag wahrnehmbar sind. Außerdem kann sich eine Herzschwäche entwickeln, die zu Luftnot oder Leistungsschwäche führt.
Achtung: Alle genannten Symptome können auch andere Ursachen haben und sollten ärztlich abgeklärt werden.
Aneurysma-Ruptur
Aneurysmen können reißen. Man spricht dann auch von einer Aneurysma-Ruptur. Durch das Einreißen kommt es zu einer Hirnblutung - genauer gesagt zu einer sogenannten Subarachnoidalblutung. Dies ist ein lebensbedrohlicher Notfall, der so schnell wie möglich notärztlich behandelt werden muss. Durch die Blutung steigt der Druck im Schädel und das empfindliche Hirngewebe wird geschädigt. Wie wahrscheinlich es ist, dass ein Hirnaneurysma reißt und eine Blutung auslöst, hängt neben den erwähnten Risikofaktoren vor allem von seiner Größe ab. Zudem steigt mit zunehmender Größe des Aneurysmas das Risiko für Komplikationen wie einem Riss (Aneurysma-Ruptur).
Plötzliche sehr starke Kopfschmerzen sind typische Anzeichen. Viele Betroffene sprechen von dem stärksten Kopfschmerz, den sie jemals erlebt haben. Zu Beginn tun oft vor allem der Hinterkopf und Nacken weh. Dann zieht der Schmerz in den gesamten Kopf und bis in den Rücken.
Weitere Symptome einer Hirnblutung sind:
- Nackensteifigkeit
- Übelkeit, Erbrechen
- Bewusstseinsstörungen, Bewusstlosigkeit
Wichtig zu wissen: Eine Hirnblutung ist ein lebensbedrohlicher Notfall, der so schnell wie möglich notärztlich behandelt werden muss.
Warnsignal: Plötzliche Schmerzen - ein absoluter Notfall
Vor allem große Aneurysmen können reißen. Besteht der Verdacht, dass ein Aneurysma gerissen ist, muss sofort die Notärztin oder der Notarzt unter der Nummer 112 verständigt werden. Die Betroffenen haben typischerweise plötzliche, sehr starke, anhaltende Schmerzen. Wo sie auftreten, hängt von der Lage des Aneurysmas ab.
Mögliche Symptome sind beispielsweise:
- Bauch: Bei einem Aneurysma der Bauchaorta kommt es häufig zu Flankenschmerzen, die in den Rücken oder in die Beine ausstrahlen, und/oder zu Schmerzen im Bauch.
- Brust: Typisch für ein Aneurysma im Brustbereich sind starke Brustschmerzen, die den Symptomen eines Herzinfarktes ähneln. Manche Betroffene haben auch einen stechenden oder reißenden Rückenschmerz.
- Gehirn: Blutungen aus einem Hirnaneurysma verursachen schlagartige, sehr starke Kopf- oder Gesichtsschmerzen. Betroffene beschreiben sie oft als die schlimmsten Kopfschmerzen, die sie je hatten. Weitere mögliche Symptome sind zum Beispiel Nackensteifigkeit, Übelkeit und Erbrechen. Betroffene können einen Krampfanfall erleiden oder bewusstlos werden.
Der Blutdruck kann bei einer starken inneren Blutung abfallen, was sich mit Symptomen wie schnellem Herzschlag, Atemnot oder Benommenheit zeigen und zum Kreislaufschock führen kann.
Diagnose
Viele Menschen erfahren zufällig, dass sie ein Hirnaneurysma haben, weil ihr Kopf wegen einer anderen Erkrankung untersucht wurde. Oft wird ein Hirnaneurysma zufällig entdeckt, wenn der Kopf aufgrund einer anderen Erkrankung untersucht wird. In der Regel ist ein Aneurysma ein Zufallsbefund bei einer Untersuchung aus einem anderen Grund - etwa einem Bauchultraschall, Röntgenbildern oder CT- oder MRT-Untersuchung des Gehirns. Wer der Risikogruppe entspricht oder familiär vorbelastet ist, kann seine Hauptschlagader durch Ultraschall überprüfen lassen.
Bei Beschwerden wie Kopfschmerzen oder Sehstörungen kann die Ärztin oder der Arzt zu einer Magnetresonanztomografie (MRT) oder Computertomografie (CT) raten. Bei häufigen Kopfschmerzen oder Sehstörungen kann man mit einer Magnetresonanztomographie (MRT) oder eine Computertomographie (CT) die Ursache für die Beschwerden ermitteln.
Besonders gut sichtbar werden Aneurysmen bei der sogenannten digitalen Substraktionsangiografie (DSA). Dabei wird eine Röntgenaufnahme mit und eine ohne Kontrastmittel gemacht. Ein Computer errechnet daraus ein Bild, das nur noch die Blutgefäße zeigt - andere Strukturen wie Knochen sind nicht mehr zu sehen. Mit einer digitalen Subtraktionsangiographie (DSA) lassen sich Aneurysmen besonders gut sichtbar machen: Dabei wird eine Röntgenaufnahme mit und eine Aufnahme ohne Kontrastmittel gemacht.
Gespräch: Die Ärztin oder der Arzt erkundigt sich nach den Beschwerden, der Krankengeschichte und Krankheiten in der Familie.
Körperliche Untersuchung: Manchmal ist bei einem Bauchaneurysma eine pulsierende Verdickung tastbar, wenn das Aneurysma groß und der Patient oder die Patientin schlank ist. Eventuell fallen beim Abhören Strömungsgeräusche im Rhythmus des Herzschlags auf. Solche Auffälligkeiten können Hinweise auf ein Aneurysma geben.
Um die Diagnose zu stellen, sind in der Regel bildgebende Untersuchungsverfahren nötig, beispielsweise:
- Ultraschall: Oft sind Aneurysmen mithilfe einer Ultraschalluntersuchung nachweisbar. Am Herz kommt eine spezielle Ultraschallmethode infrage, die Echokardiografie.
- Röntgen: Zur Diagnose wird oft die Computertomografie mit Kontrastmittel (CT-Angiografie) eingesetzt. Bei der Katheterangiografie wird ein dünner Schlauch (Katheter) in eine Arterie eingeführt, meist in der Leiste oder am Arm. Dadurch werden die Blutgefäße und ein mögliches Aneurysma auf dem Röntgenbild sichtbar.
- Magnetresonanz-Untersuchung (MRT): Auch dieses Verfahren wird manchmal eingesetzt.
Zur Diagnose eines Aneurysmas ist eine CT eine schnelle und präzise Methode. Mithilfe von Kontrastmitteln kann jedes Blutgefäß genau dargestellt werden. Die MRT bietet eine strahlungsfreie Alternative zur CT und wird häufig zur Abklärung kleinerer oder komplizierter Aneurysmen genutzt. Sie eignet sich besonders zur Darstellung von Gefäßstrukturen im Gehirn oder bei Verdacht auf eine Aortendissektion. Beide Verfahren bieten eine zuverlässige Möglichkeit, ein Aneurysma frühzeitig zu erkennen, was die Grundlage für eine effektive Therapie bildet.
Behandlung
Wer keine Beschwerden hat und kein erhöhtes Risiko, dass das Aneurysma reißt, benötigt nicht unbedingt eine Behandlung. Die Entscheidung für oder gegen eine Behandlung ist aber oft schwierig, da viele Faktoren eine Rolle spielen - etwa die Lage des Aneurysmas und der allgemeine Gesundheitszustand. Wichtig zu wissen: Eine Behandlung ist nur dann unbedingt nötig, wenn Beschwerden oder ein erhöhtes Risiko für ein Einreißen des Aneurysmas bestehen. Da aber viele Faktoren dieses Risiko beeinflussen können, ist die Entscheidung für oder gegen eine Behandlung nicht immer einfach.
Auf jeden Fall ist es sinnvoll, Risikofaktoren für Komplikationen zu vermeiden - also zum Beispiel einen Bluthochdruck zu behandeln und nicht zu rauchen. Es ist in jedem Fall sinnvoll, Risikofaktoren so weit wie möglich zu vermeiden. Wichtige Maßnahmen sind deshalb die Behandlung eines zu hohen Blutdrucks und Rauchverzicht.
Bei einem unbehandelten Aneurysma wird in 1- bis 3-jährigen Abständen ein MRT oder CT gemacht. Wenn man sich zusammen mit der Ärztin oder dem Arzt gegen eine Behandlung entscheidet, wird in 1- bis 3-jährigen Abständen eine Magnetresonanztomographie (MRT) oder Computertomographie (CT) gemacht. So lässt sich erkennen, ob sich das Aneurysma verändert hat und ob das Risiko für eine Hirnblutung steigt.
Wächst das Aneurysma rasch, erreicht es eine bestimmte Größe oder besteht aus anderen Gründen ein hohes Risiko für einen Riss, kann eine Operation sinnvoll sein. Allerdings birgt auch der medizinische Eingriff Risiken. Deshalb müssen mögliche Vor- und Nachteile mit den Ärztinnen oder Ärzten abgewogen werden. Der zu erwartende Nutzen muss die möglichen Risiken überwiegen.
Beispielsweise erwägen Fachleute bei Männern mit einem Aneurysma der Bauchaorta ab einem Durchmesser von 5,5 Zentimetern oft eine vorsorgliche Operation. Der Operationszeitpunkt muss jedoch immer individuell festgelegt werden. Ein Eingriff kann auch schon bei einem kleineren oder erst bei einem größeren Durchmesser sinnvoll sein. Bei der Entscheidung spielen viele Faktoren eine Rolle, etwa persönliche Risikofaktoren.
Es gibt verschiedene Behandlungsverfahren. Welches geeignet ist, welche Vor- und Nachteile es hat, besprechen die Ärztinnen und Ärzte mit den Betroffenen. Stark vereinfacht gibt es zwei Möglichkeiten: Das Aneurysma wird in einer offenen Operation behandelt. Oder die Therapie erfolgt sozusagen von innen - mithilfe eines Katheters, einer Art dünnem Schlauch.
Wie behandelt wird, hängt unter anderem von der Lage des Aneurysma ab:
Aneurysma der Aorta
- Chirurgische Versorgung: Bei der offenen Operation wird das Gefäß aufgeschnitten, der erweiterte Teil entfernt und durch eine rohr- oder Y-förmige Kunststoffprothese ersetzt. Anschließend wird die Gefäßwand, soweit möglich, als natürliche Hülle wieder über der Prothese geschlossen.
- Endovaskuläre Aortenreparatur: In bestimmten Fällen kann eine Stentprothese in das Blutgefäß eingesetzt werden. Sie besteht aus einem Metallgitter (Stent), das von einer Gefäßprothese umgeben ist. Die Prothese wird zusammengefaltet über den Katheter in die Leistenarterie eingeführt. Von dort wird sie zum Aneurysma geschoben. Im Aneurysma wird die Prothese entfaltet. So trennt sie die Gefäßaussackung vom Blutstrom. Das Verfahren heißt im Bereich der Bauchaorta EVAR - für endovaskuläre Aortenreparatur. Im Bereich der Brustaorta lautet die Abkürzung TEVAR - für thorakale endovaskuläre Aortenreparatur.
Aneurysma im Kopf
- Coiling: Oft wird eine endovaskuläre Technik angewendet. Mit einem dünnen Katheter werden Mikrospiralen aus Platin unter Röntgenkontrolle über die Leistenarterie in das Aneurysma eingebracht. Die Mikrospiralen füllen das Aneurysma nicht vollständig aus. Sie bewirken aber, dass sich ein Blutgerinnsel bildet, das das Aneurysma ausschaltet. Die Mikrospirale heißt Coil, das Verfahren Coiling. Beim Coiling werden die Aneurysmen von den Kollegen der Neuroradiologie mittels Katheter-Technik über einen Zugang der Leistenarterie versorgt. Dabei wird ein Mikrokatheter kurz vor das Aneurysma platziert und Platin-Coils in das Aneurysma eingebracht, das dadurch von innen thrombosiert.
- Clipping: Ein Aneurysma der Hirnarterien kann auch offen operiert werden. Das Aneurysma wird dabei durch einen Clip abgeklemmt. Das Verfahren heißt deshalb Clipping.
Bei Beschwerden oder einem erhöhten Risiko für Komplikationen kommt meist eine der beiden folgenden Behandlungsmöglichkeiten zum Einsatz:
- Katheter-Verfahren: Bei dieser Methode werden feine Spiralen aus Platin durch das Blutgefäß bis in das Hirnaneurysma geschoben. Dadurch gerinnt das Blut im Aneurysma und es verschließt sich.
- Operation: Hier klemmen Chirurginnen und Chirurgen das Aneurysma mit einem kleinen Metallclip ab. Das Aneurysma wird dabei mit einem kleinen Metall-Clip abgeklemmt.
Beide Verfahren können dauerhaft verhindern, dass das Aneurysma weiter durchblutet wird. Das beugt einem Reißen vor, ist jedoch selbst mit Risiken verbunden. Beide Verfahren stoppen die Durchblutung des Aneurysmas und beugen damit einem Reißen vor. Die Eingriffe sind jedoch mit einem gewissen Risiko verbunden.
Vorbeugung
Einige Risikofaktoren für ein Aneurysma sind nicht beeinflussbar - zum Beispiel eine familiäre Veranlagung oder zunehmendes Alter.
Eine gesunde Lebensweise trägt allgemein dazu bei, die Blutgefäße gesund zu erhalten und kann das Aneurysma-Risiko zumindest indirekt senken.
Folgende Tipps gehören dazu:
- nicht rauchen
- Blutdruck, Blutfette und Blutzucker im Blick behalten, zum Beispiel regelmäßig den Gesundheits-Check-up nutzen
- Sport und Bewegung - Wichtig: Das passende Maß sollte unbedingt vorab individuell mit dem Arzt oder der Ärztin abgesprochen werden. Denn die Sportart und das Trainingspensum müssen zur persönlichen Situation passen und dürfen Betroffene mit einem Aneurysma nicht überlasten und damit womöglich gefährden.
- ausgewogene Ernährung, Ärztinnen und Ärzte raten oft zur mediterranen Ernährung
- keinen Alkohol trinken
- lernen, gut mit Stress umzugehen
- Übergewicht auf gesunde Weise abbauen
Früherkennung: Männern ab 65 Jahren zahlen die gesetzlichen Krankenkassen eine vorsorgliche Ultraschalluntersuchung der Bauchschlagader. So lässt sich ein Aneurysma in diesem Bereich früh erkennen und falls nötig behandeln.