Ärztin für Psychiatrie und Neurologie mit Spezialisierung auf Epilepsie: Ein umfassender Überblick

Die Behandlung von Epilepsie erfordert hochspezialisiertes Fachwissen und eine interdisziplinäre Herangehensweise. Eine Ärztin für Psychiatrie und Neurologie mit Spezialisierung auf Epilepsie, auch Epileptologin genannt, ist eine Expertin auf diesem Gebiet. Dieser Artikel bietet einen umfassenden Überblick über die Aufgaben, Schwerpunkte und Behandlungsmöglichkeiten, die eine solche Spezialistin bietet.

Einführung

Epilepsie ist eine neurologische Erkrankung, die durch wiederholte Anfälle gekennzeichnet ist. Diese Anfälle entstehen durch eine vorübergehende Störung der elektrischen Aktivität im Gehirn. Die Diagnose und Behandlung von Epilepsie erfordert umfassendes Fachwissen in den Bereichen Neurologie und Psychiatrie, da die Erkrankung sowohl neurologische als auch psychische Auswirkungen haben kann.

Epilepsiezentrum Aachen: Ein Beispiel für spezialisierte Versorgung

Ein herausragendes Beispiel für eine hochspezialisierte Behandlungsstruktur ist das "Epilepsiezentrum Aachen" an der Uniklinik RWTH Aachen. Seit seiner Anerkennung durch die Deutsche Gesellschaft für Epileptologie (DGfE) in diesem Jahr hat sich das Zentrum als erste Anlaufstelle dieser Art in der Region etabliert. Ziel ist es, die flächendeckende medizinische Versorgung von Menschen mit Epilepsie kontinuierlich zu verbessern und weiterzuentwickeln.

Interdisziplinäre Kompetenzbündelung

Im Epilepsiezentrum Aachen werden die Kompetenzen verschiedener Akteure gebündelt. Das Direktorium besteht aus der Leiterin der Sektion Epileptologie an der Klinik für Neurologie, Prof. Weber, dem Leiter der Sektion Neuropädiatrie und Sozialpädiatrie, Prof. Häusler, an der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin und dem Leiter der Klinik für Neurochirurgie, Prof. Clusmann.

Zudem arbeiten Experten aus kooperierenden Kliniken der Uniklinik RWTH Aachen zusammen, darunter:

Lesen Sie auch: Patientenfeedback zu Angelika Haus

  • Medizinisches Zentrum für Erwachsene mit Behinderung (MZEB)
  • Sozialpädiatrisches Zentrum (SPZ)
  • Kinder- und Jugendmedizin
  • Diagnostische und Interventionelle Neuroradiologie
  • Neuropathologie
  • Humangenetik
  • Nuklearmedizin
  • Gynäkologie und Geburtsmedizin
  • Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik
  • Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie des Kindes- und Jugendalters
  • Forschungszentrum Jülich (Physik der Medizinischen Bildgebung)

Schwerpunkte in der Patientenversorgung

Das Zentrum bietet ein breites Spektrum an klinischen Schwerpunkten:

  • Prächirurgische Diagnostik und Epilepsiechirurgie für Erwachsene und Jugendliche (Versorgung von jüngeren Kindern wird angestrebt)
  • Differentialdiagnostik (Abgrenzung zu nicht-epileptischen Anfällen)
  • Klinisch integrierte Beratung von Patienten mit genetisch bedingten Epilepsien
  • Beratung und Behandlung von Patientinnen mit Epilepsie hinsichtlich Kontrazeption und Schwangerschaft
  • Behandlung von Patienten mit psychogenen nicht-epileptischen Anfällen im Erwachsenen- sowie Kindes- und Jugendalter
  • Ketogene Diät
  • Behandlung von Epilepsiepatienten mit Mehrfachbehinderung

Aktuelles aus dem Epilepsiezentrum Aachen

Univ.-Prof. Dr. med. Yvonne Weber übernimmt Kongresspräsidentschaft der DGN 2025. Die Uniklinik RWTH Aachen freut sich über diese Auszeichnung für die Leiterin der Sektion Epileptologie.

Das neue Epilepsiezentrum Aachen wurde eröffnet, um die Versorgung von bis zu 800.000 Menschen mit Epilepsie in Deutschland zu verbessern.

Aufgaben einer Ärztin für Psychiatrie und Neurologie mit Epilepsie-Spezialisierung

Eine Epileptologin übernimmt vielfältige Aufgaben in der Diagnose, Behandlung und Betreuung von Menschen mit Epilepsie. Dazu gehören:

  • Detaillierte Anamnese: Erhebung der Krankengeschichte, einschließlich der Beschreibung der Anfälle, Begleiterkrankungen und Medikamenteneinnahme.
  • Neurologische Untersuchung: Überprüfung der neurologischen Funktionen, wie z.B. Reflexe, Koordination und Sensibilität.
  • Elektroenzephalographie (EEG): Aufzeichnung der elektrischen Aktivität des Gehirns, um epileptischePotenziale zu identifizieren.
  • Bildgebende Verfahren: Magnetresonanztomographie (MRT) des Gehirns, um strukturelle Ursachen der Epilepsie auszuschließen oder zu identifizieren.
  • Diagnosestellung: Beurteilung der Untersuchungsergebnisse und Festlegung der Epilepsieform und -ursache.
  • Medikamentöse Behandlung: Auswahl und Anpassung der antiepileptischen Medikamente, um die Anfälle zu kontrollieren.
  • Beratung: Aufklärung der Patienten und ihrer Angehörigen über die Erkrankung, Behandlungsmöglichkeiten und Verhaltensmaßnahmen im Alltag.
  • Psychosoziale Betreuung: Unterstützung bei psychischen Problemen, die im Zusammenhang mit der Epilepsie auftreten können, wie z.B. Depressionen, Angststörungen oder soziale Isolation.
  • Epilepsiechirurgie: Beurteilung der Eignung für einen epilepsiechirurgischen Eingriff und Durchführung der prächirurgischen Diagnostik.
  • Spezielle Therapien: Anwendung spezieller Therapien wie die ketogene Diät oder Vagusnervstimulation bei bestimmten Epilepsieformen.

Bedeutung der Spezialisierung auf Epilepsie

Die Spezialisierung auf Epilepsie ist von großer Bedeutung, da die Erkrankung sehr komplex sein kann und eine individuelle Betreuung erfordert. Eine Epileptologin verfügt über das notwendige Fachwissen, um:

Lesen Sie auch: Bewertungen zu Angelika Haus

  • Verschiedene Epilepsieformen zu differenzieren
  • Geeignete Medikamente auszuwählen und anzupassen
  • Komplexe Fälle zu behandeln, die auf Medikamente nicht ansprechen
  • Psychische Begleiterkrankungen zu erkennen und zu behandeln
  • Die Lebensqualität der Patienten zu verbessern

Diagnostik und Behandlungsspektrum

Das diagnostische und therapeutische Spektrum einer Ärztin für Psychiatrie und Neurologie mit Epilepsie-Spezialisierung umfasst:

  • EEG (Elektroenzephalographie): Standard-EEG, Schlaf-EEG, Langzeit-EEG, Video-EEG-Monitoring
  • MRT (Magnetresonanztomographie): Hochauflösende MRT des Gehirns, spezielleSequenzen zurAnfalldiagnostik
  • PET (Positronenemissionstomographie): Bei Bedarf zurAnfalldiagnostik
  • Neuropsychologische Testung: Zur Beurteilung kognitiverFunktionen
  • Medikamentöse Therapie: Anpassung der antiepileptischenMedikation,Berücksichtigung von Wechselwirkungen undNebenwirkungen
  • Ketogene Diät: Beratung und Begleitung bei ketogenerDiät als alternativeBehandlungsmethode
  • Vagusnervstimulation (VNS):Indikationsprüfung undNachsorge beiVNS-Therapie
  • Epilepsiechirurgie:Prächirurgische Diagnostik undZusammenarbeit mitEpilepsiezentren
  • Psychotherapie: Behandlung von psychischen Begleiterkrankungen wieDepressionen undAngststörungen
  • Beratung: Umfassende Beratung zu allen Aspekten derEpilepsie, einschließlichFührerschein, Berufswahl,Schwangerschaft undsoziale Unterstützung

Epilepsie im Kindes- und Jugendalter

Bei Epilepsien im Kindes- und Jugendalter stehen insbesondere die möglichen Folgen der Epilepsie für die allgemeine Entwicklung und die Zukunftsperspektiven der Betroffenen im Fokus. Eine spezialisierte Ärztin berücksichtigt die besonderen Bedürfnisse dieser Altersgruppe und arbeitet eng mit den Eltern und anderen Fachkräften zusammen, um eine optimale Entwicklung zu fördern. Die Epilepsieambulanz für Kinder und Jugendliche, die von Frau OÄ Dr. Steffi Patzer geleitet wird, bietet hier eine spezialisierte Betreuung.

Epilepsie im Erwachsenenalter

Epilepsien im erwerbsfähigen Alter haben häufig Auswirkungen auf die soziale und berufliche Situation, für die Lösungen erarbeitet werden müssen. Eine Epileptologin unterstützt die Patienten bei der Bewältigung dieser Herausforderungen und hilft ihnen, ein selbstbestimmtes Leben zu führen.

Epilepsie im höheren Lebensalter

Epilepsien im höheren Lebensalter treten häufig in Folge anderer Erkrankungen (zum Beispiel eines Schlaganfalls) auf und sind in der Regel gut behandelbar. Eine spezialisierte Ärztin berücksichtigt die besonderen Bedürfnisse älterer Menschen und passt die Behandlung entsprechend an.

Bedeutung von Epilepsie-Zentren und -Ambulanzen

Epilepsie-Zentren und -Ambulanzen spielen eine wichtige Rolle bei der Versorgung von Menschen mit Epilepsie. Sie bieten eine hochspezialisierte Diagnostik und Behandlung sowie eine umfassende Beratung und Betreuung. In Deutschland gibt es eine Vielzahl von Epilepsie-Zentren und -Ambulanzen, die sich auf verschiedene Schwerpunkte spezialisiert haben.

Lesen Sie auch: Bewertungen zu Sedigheh Haghighi: Was Patienten sagen

Schwerpunktpraxen Epileptologie

Neben den Epilepsiezentren gibt es in Deutschland auch Schwerpunktpraxen Epileptologie. Diese Praxen bieten eine spezialisierte ambulante Versorgung für Menschen mit Epilepsie.

Epilepsie-Ambulanzen

Epilepsie-Ambulanzen sind spezialisierte Einrichtungen, die eine ambulante Versorgung für Menschen mit Epilepsie anbieten. Es gibt separate Ambulanzen für Kinder und Jugendliche sowie für Erwachsene.

Psychische Erkrankungen im Kontext der Neurologie und Psychiatrie

In der Praxis für Neurologie, Psychiatrie und Psychotherapie werden vielfältige psychische Erkrankungen diagnostiziert und behandelt. Dazu gehören:

  • Angststörungen: Phobische Störungen (Panikstörung, generalisierte Angststörung, Agoraphobie, soziale Phobie, spezifische Phobien), Belastungsstörungen (akute Belastungsreaktion, posttraumatische Belastungsstörung, Anpassungsstörung, Zwangserkrankung), somatoforme Störungen (hypochondrische Störung, anhaltende somatoforme Schmerzstörung).
  • Depressionen: Eine häufige Erkrankung mit vielfältigen Symptomen wie Stimmungsstörung, Antriebsmangel, Schlafstörungen, Schuldgefühle und körperliche Beschwerden.
  • Psychosen: Erkrankungen aus dem schizophrenen Formenkreis, wahnhafte Erkrankungen, drogeninduzierte Psychosen.

Die Behandlung dieser Erkrankungen erfolgt sowohl pharmakologisch als auch psychotherapeutisch, stationär und ambulant.

Weitere neurologische Erkrankungen

Neben der Epilepsie behandelt eine Ärztin für Psychiatrie und Neurologie auch andere neurologische Erkrankungen, wie z.B.:

  • Schlaganfall: Erkrankungen des zentralen Nervensystems, die durch Durchblutungsstörungen oder Herzrhythmusstörungen entstehen können.
  • Multiple Sklerose (MS): Eine chronisch-entzündliche Erkrankung des zentralen Nervensystems.
  • Parkinson-Erkrankung: Eine neurodegenerative Erkrankung des extrapyramidal-motorischen Systems.
  • Demenz: Eine Erkrankung mit fortschreitender Abnahme geistiger Leistungsfähigkeiten.
  • Kopfschmerzen: Primäre Kopfschmerzerkrankungen (Migräne, Spannungskopfschmerz, Clusterkopfschmerz) und sekundäre Kopfschmerzerkrankungen.
  • Periphere Neurologie: Erkrankungen der peripheren Nerven, wie z.B. Carpaltunnelsyndrom, Kubitaltunnelsyndrom, Polyneuropathie.

Die Rolle der Empathie und des Verständnisses

Die Geschichte von der kleinen alten Frau und der Traurigkeit verdeutlicht die Bedeutung von Empathie und Verständnis im Umgang mit Menschen, die unter psychischen Problemen leiden. Eine Ärztin für Psychiatrie und Neurologie sollte nicht nur über Fachwissen verfügen, sondern auch in der Lage sein, sich in die Patienten hineinzuversetzen und ihnen mitfühlend zur Seite zu stehen.

Datenschutz

Der Schutz der persönlichen Daten der Patienten ist von großer Bedeutung. Die Betreiber von Webseiten und Praxen nehmen den Datenschutz sehr ernst und behandeln die personenbezogenen Daten vertraulich. Die Datenschutzerklärung erläutert, welche Daten erhoben und wofür sie genutzt werden.

Helios Kliniken: Ein Beispiel für umfassende Versorgung

Die Helios Kliniken bieten eine flächendeckende medizinische Versorgung in ganz Deutschland. Sie bieten ein breites Spektrum an medizinischen Leistungen, einschließlich der Behandlung von Epilepsie und anderen neurologischen Erkrankungen.

Asklepios Fachklinikum Lübben

Das Asklepios Fachklinikum Lübben ist ein weiteres Beispiel für eine Klinik, die eine umfassende Versorgung von Patienten mit neurologischen Erkrankungen anbietet. Das multiprofessionelle Team stimmt moderne diagnostische und therapeutische Verfahren exakt auf die individuellen Bedürfnisse der Patienten ab.

tags: #arztin #fur #psychiatrie #und #neurologie #epilepsie