Die Anwendung von Elektrostimulation an bestimmten Körperpunkten, insbesondere bei Migräne, ist ein Thema, das in den letzten Jahren zunehmend an Bedeutung gewonnen hat. Dieser Artikel beleuchtet die verschiedenen Aspekte dieser Behandlungsmethode, von den Definitionen und Grundlagen der Elektrostimulation bis hin zu klinischen Anwendungen und Forschungsergebnissen. Ziel ist es, ein umfassendes Verständnis für die Möglichkeiten und Grenzen dieser Therapieform zu vermitteln.
Definitionen und Grundlagen
Um das Thema Elektrostimulation im Kontext von Migräne und anderen Schmerzzuständen besser zu verstehen, ist es wichtig, zunächst einige grundlegende Definitionen zu klären.
Elektrostimulation
Die Elektrostimulation umfasst die Anwendung von Niedrig- und Starkniederfrequenzimpulsen auf den Körper mittels Elektroden. Ein elektromagnetisches Feld begleitet den Durchgang des Stromes durch einen Draht, aber identische Impulse können dem Körper auch ohne Drähte mittels einer elektromagnetischen Spule zugeführt werden. Dies ist allgemein bekannt unter der Bezeichnung elektromagnetische Therapie.
Akupunktur und Elektroakupunktur
Im ursprünglichen Sinne bedeutet Akupunktur das Einführen von Nadeln in bestimmten Körperregionen. Elektroakupunktur führt dem Körper Niedrigvolt-Impulse mittels Oberflächenelektroden an den bestimmten Körperregionen oder über nicht spezifische Elektroden zu. Bei Patienten, die Bedenken gegen den Gebrauch der Nadeln haben, steht mit der Anwendung von elektrischen Impulsen über Oberflächenelektroden auf der Haut eine zufriedenstellende Alternative zur Verfügung.
Transkutane Elektrische Nervstimulation (TENS)
Transkutane, elektrische Nervstimulation (TNS oder TENS) ist seit Jahren bestens bekannt in der konventionellen Medizin. Obwohl die mit diesem Gerät hergestellten Impulse mit denen der Elektrostimulation nahezu identisch sind, gehen doch viele Ärzte davon aus, daß es sich hierbei um 2 getrennte Therapien handelt. Dies hat dazu geführt, daß TNS als eine alltägliche Therapie angesehen wurde, während Elektroakupunktur oder Elektrostimulation als “alternative Therapien” behandelt wurden. Abgesehen von der Tatsache, daß bei der Elektroakupunktur die elektrischen Impulse über Nadeln vermittelt werden, sollten jedoch beide Therapien als identisch betrachtet werden.
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Wirkmechanismen der Elektrostimulation
Klinische Untersuchungen haben bewiesen, daß es 2 spezifische Reaktionstypen auf Elektrostimulationen gibt:
- Spontane Reaktion: Die erste Reaktion ist spontan und abhängig von der Wahl der Körperregion. Die Stimulation dieses Teils ergibt eine Entladung, die mit der einer Batterie verglichen werden kann. Normalerweise geht dies einher mit einer sofortigen Verbesserung des Zustands des Patienten. Dieser Entladeeffekt kann eventuell durch nicht spezifische elektrische Stimulation erzielt werden.
- Verzögerte Reaktion: Die zweite normalerweise übliche Reaktion ist verzögerter Art, die in Entspannung und Schmerzkontrolle resultieren. Weiterhin folgen weitere bedeutende Effekte, die zwischen 10 und 20 Minuten nach Beginn der Behandlung einsetzen. Diese Reaktion wird in Verbindung mit verschiedenen Chemikalien gebracht wie Beta-Endorphine und 5-Hydroxytryptamine.
Bei der Anwendung von Niedrig- und äußerst Niedrigfrequenz-Stimulationen wird der 2. Effekt bei der Verwendung von spezifischen Frequenzen am Körper erzielt. Er ist nicht von der Wahl einer bestimmten Körperstelle abhängig, da das angeschlossene Elektromagnet die Induktion von sekundärem Strom im gesamten Körper möglich macht. Wenn man jedoch keine Elektrostimulation anwendet, dann erscheint die Wahl spezifischer Akupunkturpunkte doch als sehr ausschlaggebend zur Erreichung dieser Effekte.
Wir können also davon ausgehen, daß die Anwendung elektrischen Stroms an speziellen Körperpunkten beide Effekttypen hervorruft, unter der Voraussetzung, daß die Parameter sorgfältig ausgewählt wurden. Wenn die 2. Reaktion in Betracht gezogen wird und bei Auswahl der entsprechenden Frequenzen, können die gleichen Regeln für jede Form der Niedrigfrequenzstimulation angewendet werden, sei es nun TNS, Elektroakupunktur oder andere Therapien wie Magnetfeld, Kaltlaser und andere.
Ausrüstung für die Elektrostimulation
Die Ausrüstung für eine Elektrostimulationsbehandlung besteht normalerweise aus einem kleinen Gerät mit einer Batterie und einer Anzahl von Ausgangskanälen, an denen flexible Drähte befestigt werden können. Jeder Kanal hat 2 Leitungsdrähte, so daß ein Stromkreis aufgebaut werden kann. Er wird durch den Kreislauf durch den Körper komplettiert.
Die Drahtenden können über verschiedene Befestigungen für unterschiedliche Elektroden verfügen. Bei der Verwendung von Nadeln werden Krokodilclips angeschlossen. Bei Oberflächenelektroden greift man auf kleine Stifte zurück, die in Gummielektroden gesteckt werden können.
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Je nach Ausstattung des Gerätes können verschiedene Kontrollmöglichkeiten zur Einstellung der Frequenz, der Wellenform, Impulsbreite und Schwingungsweite vorhanden sein. Die einfachste Ausstattung wird jedoch immer über einen Stärkenregler verfügen, der den Stromfluß durch den Patienten reguliert.
Elektrostimulation und HIV: Fallstudien
Untersuchungen über die Auswirkung von Elektrostimulation auf Symptome bei HIV Freiwilligen und eventuell hierbei greifende Mechanismen Elektrostimulation und traditionelle Akupunktur können die Produktion einer Vielzahl von endogener Substanzen bewirken (1). Einige dieser Substanzen rufen Entspannung und Schmerzlinderung hervor. Erst kürzlich wurde davon berichtet (2), daß traditionelle Akupunkturtechniken, die bei 200 AIDS und ARC Patienten angewendet wurden, positive Auswirkung auf körperlicher und emotionaler Ebene hatten und wichtig für die Prophylaxe waren. Ursprünglich wandten wir Elektrostimulation zur Linderung von Stress-Symptomen bei HIV positiven Freiwilligen an.
Fall 1
Ein 25 Jahre alter heterosexueller junger Mann wurde im Sommer 1986 als HIV positiv diagnostiziert. Im Dezember 1986 wurde er wegen vermutlicher Pneumocystis, oraler Candidiasis, Nachtschweiß, PGL und gravierendem Gewichtsverlust vorstellig. Er wurde mit Septrin behandelt.
Der Patient erholte sich von diesen Infektionen, aber er konnte sein Gewicht nicht wieder stabilisieren und seine Vitalität zurückerlangen. Im Mai 1987 verschlimmerte sich sein damals relativ stabiler Zustand innerhalb von 4 Tagen auf ernsthafte Atembeschwerden und Kollaps. Er wurde mit Oro-Pharyngeal-Fäule und vermutlicher Pneumocystis ins Krankenhaus eingeliefert. Er erhielt Steroide, Oral Trimethroprim und i-v Pentamadine Isothionate über eine Woche hinweg. Er wurde mit Sauerstoff behandelt (2-3 Liter/min.) steigend bis auf 25 Liter/min. innerhalb einer Woche. Er verlor weitere 2 Stone Gewicht.
Er wurde Anfang Juni aus dem Krankenhaus entlassen unter dem Verdacht, er würde innerhalb der nächsten 24 Stunden zu Hause sterben. Der ihn behandelnde praktische Arzt willigte als letzte Möglichkeit in die Elektrotherapie ein. Innerhalb von 2 Tagen benötigte er keinen weiteren Sauerstoff mehr. Am nächsten Tag wurde er in seinem Bett getraut. Die Behandlung wurde täglich fortgesetzt.
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Nach 3 Monaten hatte er 3 Stones Gewicht zugenommen und weiterhin erhielt er nur noch sporadisch Medikamente gegen die orale Candidiasis. Er hat gelegentlich Dyspnoea in Verbindung mit emotionalem Stress. Die Behandlung wird fortgesetzt.
Fall 2
Ein männlicher Homosexueller, 43 Jahre alt, wurde im Sommer 1986 HIV positiv diagnostiziert. Im Dezember wurde er wegen Infektion der Atemwege, Gewichtsverlust, nächtlichen Schweißausbrüchen, PGL und Durchfall vorstellig. Nach Medikation stabilisierte sich sein Zustand etwas, aber er konnte den Gewichtsverlust nicht aufholen. Andere andauernde Symptome beinhalteten nächtliche Schweißausbrüche, PGL und Schlafstörungen.
März 1987 begann er mit der Elektrostimulationsbehandlung. Nach 2 Tagen waren alle Lymphschwellungen verschwunden, der Nachtschweiß hörte auf und sein Schlafrhythmus wurde wieder normal. Er nahm 2 Stones Gewicht innerhalb von 3 Monaten zu.
Während einer Ferienwoche verpaßte er die Elektrostimulationsbehandlung und dies zog einen Anfall von Atemnot am nächsten Wochenende nach sich. Nach 2-3 Behandlungen am Tag stabilisierte sich sein Zustand erneut. Im Spätsommer setzte er erneut während einer Ferienwoche mit der Behandlung aus und erneut stellten sich die obigen Symptome ein. Der Patient führt z.Z. ein normales Leben bei täglicher Behandlung.
Fall 3
Eine 24-jährige Frau wurde HIV positiv erklärt etwa Ostern 1986. Während der anfänglichen Seroconversion erlitt sie schwere Hautausschläge und häufige Grippeattaken. Weiterhin litt sie unter nächtlichen Schweißausbrüchen, momentanen Pneumocystis Carini Pneumonia (PCP) und Schlafstörungen.
Sie wurde mit Cotrimoxazole (SEPTRIN) und AZIDOTHYMIDINE (AZT) behandelt. Die Behandlung mit AZT mußte abgebrochen werden, da man eine allgemeine Myopathy vermutete, die zu gravierender Muskelschwäche, insbesondere der Beinmuskeln führte.
Bei ihrer ersten Konsultation, die auf Anraten ihres behandelnden praktischen Arztes durchgeführt wurde, saß die Patienten in einem Rollstuhl, geführt von ihrer Mutter. Nach Aufnahme ihrer Krankengeschichte und nach Durchführung einer Reihe von einfachen biophysikalischen Tests, wurde entsprechende Elektrostimulationsbehandlung durchfeführt. Es wurde ihr angeraten, täglichen Gebrauch vom Heimbehandlungsgerät zu machen.
Bei ihrem nächsten Besuch, ca. 1 Monat später, konnte die Patienten wieder alleine gehen. Der Nachtschweiß hatte aufgehört, ihr Appetit sich verbessert,obwohl kein nennenswerter Gewichtszuwachs zu verzeichnen war.
Ihre Schlafgewohnheiten hatten sich normalisiert. Ihre Schlafaufzeichnungen wiesen eine Verbesserung bereits nach der ersten Behandlung auf. Ihre Muskelschwäche, die sie in den Rollstuhl gezwungen hatte, hatte sich soweit erholt, daß sie alleine von London nach Liverpool (ca. 200 Meilen) reisen konnte.
Nach Diagnose und Behandlung erhielt sie eine geänderte Verschreibung zur Heimbehandlung.
Basierend auf den bei Freunden erzielten guten Resultaten, stellten sich mehrere HIV positive Patienten als Freiwillige zur Verfügung. Alle zeigten ähnliche Reaktionen.
Anmerkungen
Wir möchten hier folgende Anmerkungen einfließen lassen:
- Elektrostimulations-Behandlung unterdrücken scheinbar wichtige Symptome bei diesen Krankenbildern. Wird jedoch die Behandlung unterbrochen, und zwar für etwa 1 Woche, so können diese Symptome erneut auftreten.
- Der Symptomwegfall geht bei diesen Schwerkranken sehr schnell vonstatten. Im Schnitt erfuhr der Patient bereits nach einer Behandlung eine Reaktion. PGL verschwand nach 2-3 Tagen Behandlung. Der zugrunde liegende Mechanismus erscheint hierbei fundamental.
- Eine Behandlung zu Hause - eine Kombination von selbstzugeführter Elektrostimulation sowie durch den behandelnden Arzt- scheint die ideale Lösung darzustellen. Sie ist kostensparend, belasten nicht durch eventuelle Vorurteile gegen AIDS Kliniken und ermutigen weitere HIV positive Patienten zur Behandlung, die sonst den Weg zum Gesundheitsamt scheuen würden.
- Diese Methode scheint ebenso gut wie alle anderen zur Zeit verfügbaren Behandlungen zu sein. Sie hat keine Nebeneffekte und ist mit viel geringeren Kosten verbunden als gängige Drogentherapien.
- Wir empfehlen energisches Testen dieser Methode. Wir müssen hier jedoch darauf hinweisen, daß Elektrostimulation keine Methode ist, die sich leicht für klinische Versuche anbietet, da es unmöglich ist, ein gültiges Placebo zu erzielen. Der Patient kann den Niedrigfrequenz-Impuls fühlen. Diese Schwierigkeit kann eventuell durch verstärkten Einsatz von Einzelfall-Methodik und klinisch nachvollzogenen Serien ausgeschaltet werden.
Mögliche Mechanismen
Vielleicht können folgende Bereiche eine Erklärung für die zugrunde liegenden Mechanismen abgeben :
- Das Nerven-, Endocrin- und Immunsystem sind als “Psycho-Immun-Endocrin Geflecht” durch Reglerpeptide und andere Neurotransmitters miteinander verbunden. Die Anzahl beider Opioide und von 5-HT kann durch Elektrostimulation vergrößert werden, und es erscheint vermutlich ein klarer Mechanismus. Das Feld der Neurotransmitters ist jedoch kritisch übermächtig im Bezug auf excitatorische und inhibitorische Modulation der anderen Substanzen.
- Veränderungen des elektrischen Potentials, gemessen bei den AIDS Patienten, fiel zusammen mit Symptomveränderungen. Man ist auf Vermutungen angewiesen, wie diese extrem niedrigen Frequenzsignale mit den biologischen Systemen in Verbindung stehen. Es sieht jedoch so aus, als ob die Plasmamembrane hierbei behilflich ist. Der Rolle der Kalziumionen wurde einige Aufmerksamkeit beigemessen. Aber es ist noch ungewiß, ob die Signale an metabolische Abläufe über die Ione durch die Membrane gekoppelt sind oder über ein anderes Mittel, das den Ionenfluß reguliert. Auch ist nicht bekannt, ob eine Verstärkung der Signale über Moleküle erfolgt unter dem Einfluß der Außenfelder durch Schneckenporen, die in Zellmembranen (22) gefunden wurden.
Neue Schritte zur Behandlung von Schmerzen unbekannter Ursache
Die Einführung eines neuen Schmerzverständnisses und Behandlungsmethoden mittels Elektrostimulation auf Akupunktursystem Die Equinox Gruppe wude 1984 von einer Gruppe praktischer Ärzte und Wissenschaftler gegründet. Alle hatten gemeinsam eine Anzahl von Techniken entwickelt, die auf dem Gebrauch von Elektrostimulation auf Akupunktursystem basierten und für die Behandlung einer großen Anzahl von Beschwerden vorgesehen waren. Innerhalb der Equinox Gruppe war man besorgt darüber, daß Modelle zur Schmerzkontrolle weiter Anwendung fanden, obwohl sie klinischen Erfahrungen nicht standhielten. Kritische Analysen einiger Modelle waren veröffentlich, jedoch weitgehendst ignoriert worden. Zu diesem Ergebnis war man gelangt, nachdem man über Jahre hinweg Elektrostimulation in verschiedenen medizinischen Disziplinen gelehrt hatte. Organisationen waren angeschrieben worden und die Meinung von Menschen, die mit der Kontrolle sowohl akuter wie chronischer Schmerzen befaßt waren, eingeholt worden war.
Es besteht allgemein die Meinung, daß Schmerzen ohne augenscheinlichen Grund, psychologischer Art sind. Die Fähigkeit, die Verantwortung für unsachgemäße klinische Resultate dem Patienten anzulasten, indem er als psychologischer oder „überempfindlicher“ Fall abgetan wird, trübt insgesamt die Schmerzergebnisse. Als praktische Ärzte sind uns die Patienten geläufig, die bereits „ihre Runden“ vom GP zum Physiotherapeuten, zum Orthopäden,Neurologen und zurück zum GP absolviert haben und nun die Empfehlung für psychiatrische Behandlung erhalten haben, weil alle bekannten Tests und Untersuchungen keine Ergebnisse erbrachten.
Akupunktur bei Migräne und anderen Beschwerden
Die Akupunktur ist eine zentrale Säule der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM). Dabei werden feine Nadeln in bestimmte Körperpunkte, die Akupunkturpunkte, gestochen. Akupunktur soll gegen viele Beschwerden helfen, teils heilend, teils lindernd.
Wirkungsweise der Akupunktur
Nach dem Verständnis der TCM lassen sich durch das Setzen der Akupunkturnadeln Störungen im Energiefluss beheben, indem sie Blockaden lösen. Daraus ergeben sich verschiedene Wirkmechanismen, zum Beispiel:
- Schmerzlinderung
- Regulierung der Muskelspannung
- Wirkung auf das Immunsystem
- Einfluss auf Hormonkreisläufe
- abschwellende Wirkung
- durchblutungsfördernde Wirkung
- Wirkung auf das vegetative Nervensystem
- ausgleichende Wirkung im psychischen Bereich
Was genau nach naturwissenschaftlichen Prinzipien hinter der Akupunkturwirkung steckt, ist bisher noch nicht geklärt.
Beschwerden, bei denen Akupunktur wirksam sein kann
In den letzten Jahren lieferten verschiedene Studien Hinweise darauf, dass Akupunktur bei einer Reihe weit verbreiteter Beschwerden helfen könnte. Mitunter wirkt sie genauso gut oder sogar besser als herkömmliche Therapien (Medikamente, Krankengymnastik oder Massagen). Oft weisen diesbezüglich durchgeführte Studien jedoch darauf hin, dass weitere Untersuchungen notwendig seien, um die Ergebnisse zu bekräftigen.
Zu den Beschwerden, bei denen Akupunktur wirksam sein kann, gehören:
- Chronische Kopfschmerzen
- Chronische Rückenschmerzen
- Gelenkschmerzen
- Heuschnupfen
- Tennisellenbogen
- Menstruationsbeschwerden
- allergisches Asthma
- chronische Wirbelsäulenleiden
- Übelkeit
- Erbrechen
- Geburtsunterstützung
- Schlafstörungen
- Wechseljahrbeschwerden
Die Datenlage zur Wirksamkeit von Akupunktur ist sehr heterogen: Manchen Studien zufolge kann das Stimulieren von Akupunkturpunkten bei bestimmten Beschwerden durchaus helfen (z.B. bei Schmerzen infolge von Kniearthrose). In anderen Fällen ließ sich keine Wirksamkeit nachweisen.
Akupunktur gegen Stress
Oft nutzt man auch Akupunktur gegen Stress. Hier wird ebenfalls empfohlen, die Akupunktur mit einer chinesischen Kräutertherapie sowie einer Tuina-Behandlung oder einer Schröpftherapie zu kombinieren.
Akupunktur bei Migräne
Elf Nadel-Sitzungen binnen sechs Wochen waren wirksamer als eine vorbeugende medikamentöse Therapie von sechs Monaten, wie Studien zeigten. Die Migräneattacken verringerten sich um 50 Prozent.
Akupunktur bei Kindern
Vor allem bei Migräne, Spannungskopfschmerzen, Sportverletzungen, Heuschnupfen, Asthma und Schiefhals werde Akupunktur bei Kindern erfolgreich angewendet, so Dr. Raymund Pothmann, Spezialist für Laser- und Kinderakupunktur aus Hamburg. Die Ansprechrate liegt bei Kindern mit Heuschnupfen um 90 Prozent, für kleine Asthmatiker beträgt sie 50 bis 60 Prozent. Da Kinder oft Angst vor einem Einstichschmerz haben, bietet sich die Laser-Akupunktur als Alternative: Hierbei werden die Akupunkturpunkte wenige Sekunden lang mit Laser bestrahlt, also nicht genadelt.
Nebenwirkungen der Akupunktur
Akupunktur-Nebenwirkungen sind selten und niemals schwerwiegend. Am häufigsten kommt es zu Rötungen und leichten Blutungen an der Einstichstelle, manchmal auch zu einem leichten Bluterguss.
Entzündungen sind dank der Verwendung von Einmalnadeln sehr selten. Im Normalfall kommt es auch zu keinen gravierenden Schmerzen nach der Akupunktur.
Während der Behandlung können leichte Kreislaufreaktionen auftreten. Deshalb ist es sinnvoll, die Behandlung im Liegen zu machen und auch nach Entfernen der Nadeln noch etwas liegen zu bleiben.
Die Rolle der Lebensenergie Qi
Mittelpunkt der chinesischen Heilkunst ist eine fließende Lebenskraft, auch Lebensenergie Qi oder Lebensatem genannt. Aus chinesischer Sicht bezieht der Mensch "Qi" aus der Atemluft und der Nahrung sowie aus einer von den Eltern vererbten Lebensenergie.
Die Funktionen aller Organe richten sich nach diesem geheimnisvollen Qi: also Atmung, Herztätigkeit, Verdauung, Körperabwehr und Muskelbewegungen werden dadurch beeinflusst. Ist dieser Energiefluss gestaut, unterbrochen oder anderweitig behindert, können körperliche Störungen und Krankheiten auftreten.
Nach den Vorstellungen der chinesischen Medizin gelingt es mithilfe der Akupunktur, dass die Lebensenergie Qi wieder gleichmäßig fließt - im Körper also nirgends Mangel oder Überfluss entsteht. Und wo etwas fließen soll, braucht man Bahnen: Das Qi fließt nach chinesischer Lehre durch 14 Hauptmeridiane und einige Nebenleitbahnen. Die Hauptmeridiane - auf ihnen liegen 361 Akupunkturpunkte - sind bestimmten Funktionen oder Organen zugeordnet. Der Fluss des Qi wird verbessert, indem pro Akupunktursitzung fünf bis 20 individuell bedeutsame Punkte genadelt werden.
Qualitätsmerkmale der Akupunktur
Eine "hochwertige Qualitätsakupunktur" ist entscheidend für langfristige Effekte. Zu Kunstfehlern kann es kommen, wenn ein Akupunkteur keine seriöse Qualitätsakupunktur macht: Vielleicht ist er nicht gut ausgebildet, zu unerfahren oder betreibt nur kosteneffiziente Fließbandakupunktur. Bei kunstgerechter Anwendung sind Nebenwirkungen allerdings kaum zu erwarten.
Qualifikation des Akupunkteurs
Fragen Sie nach der Ausbildung des Therapeuten: Er sollte ein B-Diplom haben. Diese Ausbildung ist umfassender (350 Kursstunden) als beim A-Diplom (140 Stunden). Wer den Titel "Tätigkeitsschwerpunkt Akupunktur" trägt, hat 200 Ausbildungsstunden absolviert. Eine zusätzliche 80-stündige Fortbildung in Schmerztherapie und Psychosomatik ist die Voraussetzung, um eine Akupunktur-Behandlung von chronischen Knie- und Rückenschmerzen mit den gesetzlichen Krankenkassen abzurechnen.