Die Diagnose Demenz stellt Betroffene und ihre Familien vor große Herausforderungen. Im Raum Bad Mergentheim gibt es jedoch ein breites Spektrum an Hilfsangeboten, die darauf abzielen, die Lebensqualität von Menschen mit Demenz zu verbessern und Angehörige zu unterstützen. Dieser Artikel gibt einen Überblick über die verschiedenen Initiativen und Einrichtungen, die in Bad Mergentheim und Umgebung aktiv sind.
Netzwerk Demenz Main-Tauber-Kreis: Gemeinsam für ein kollektives Ziel
Das Netzwerk Demenz Main-Tauber-Kreis ist eine Vereinigung von Dienstleistern und Akteuren, die sich zusammengeschlossen haben, um Betroffenen und Angehörigen bei der Diagnose Demenz mit Rat und Tat zur Seite zu stehen. Im Rahmen der Veranstaltung "Demenz geht uns alle an" wurde das Netzwerk gegründet, um bestehende Angebote miteinander zu verknüpfen und Unklarheiten über Anlaufstellen im Landkreis zu beseitigen.
Ziele des Netzwerks:
- Sensibilisierung für das Thema Demenz
- Aufklärung über bestehende Hilfen
- Förderung des Austausches zwischen Betroffenen, Haupt- und Ehrenamtlichen
- Nutzung von Synergieeffekten zur Fort- und Weiterbildung des Personals
Die Koordination des Netzwerks erfolgt durch die Caritas Heilbronn-Hohenlohe in Bad Mergentheim. Neue Netzwerkpartner sind jederzeit willkommen.
Ökumenische Sozialstation Bad Mergentheim: Unterstützung im eigenen Zuhause
Die Ökumenische Sozialstation Bad Mergentheim, getragen von der katholischen Kirchengemeinde St. Johannes in Kooperation mit der evangelischen Kirchengemeinde, bietet medizinische und pflegerische Unterstützung direkt in den Haushalten der Betroffenen an. Diese Art der Versorgung fördert die Selbstständigkeit der Pflegebedürftigen und gibt den Angehörigen Sicherheit. Qualifizierte Pflegefachkräfte arbeiten eng mit Ärzten und Familien zusammen, um individuell auf die Bedürfnisse einzugehen.
Die Kreisbau Main-Tauber eG unterstützte die Ökumenische Sozialstation mit einer Spende, was die enge Verbindung zwischen den Leitgedanken der Wohnungsbaugenossenschaft und der Sozialstation verdeutlicht. Beide Institutionen eint das Ziel, den Menschen in der Region ein würdevolles Leben in Sicherheit und Geborgenheit zu ermöglichen.
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Häuslicher Betreuungsdienst Bad Mergentheim: Individuelle Betreuung in der vertrauten Umgebung
Der Häusliche Betreuungsdienst Bad Mergentheim ist eine Organisation der Evangelischen Kirchengemeinde, die es sich zum Ziel gesetzt hat, ihren Klienten möglichst lange ein eigenständiges Leben in ihrer vertrauten Umgebung zu ermöglichen. Der Dienst stellt sich ganz auf die Bedürfnisse der Klienten ein, berät und begleitet ganzheitlich - unabhängig von Konfession und Religion.
Leistungen des Häuslichen Betreuungsdienstes:
- Stundenweise Betreuung in der Häuslichkeit
- Unterstützung im Haushalt
- Fahrdienst
- Betreuungsgruppe
Der Häusliche Betreuungsdienst ist als Angebot zur Unterstützung im Alltag anerkannt und kann von den Pflegekassen erstattet werden.
Betreuungsgruppen: Gemeinschaft und Lebensqualität erleben
In Bad Mergentheim und Umgebung gibt es verschiedene Betreuungsgruppen für Menschen mit Demenz. Diese Gruppen bieten die Möglichkeit, Gemeinschaft zu erleben, sich auszutauschen und an verschiedenen Aktivitäten teilzunehmen.
Beispiele für Betreuungsgruppen:
- Betreuungsgruppe Bad Mergentheim: Trifft sich einmal im Monat und bietet ein abwechslungsreiches Programm mit Kaffee, Kuchen, Singen und Ausflügen.
- Betreuungsgruppe "Lebenslust": Beschäftigt sich mit verschiedenen Themen, wie z.B. Tieren der Heimat oder Erntedank.
- Betreuungsgruppe "Weinblüten" in Markelsheim: Freut sich über eine großzügige Sachspende der Kolpingsfamilie und nutzt Gymnastikbänder und -bälle für ihr Bewegungsprogramm.
- Betreuungsgruppe "Rose" in Igersheim: Bastelt zum Thema Herbst und feiert das Leben.
- Betreuungsgruppe "Kraftquellen" in Wachbach: Bietet themenspezifische Treffen zu St. Martin, Kürbis & Co. und Bingo & Co.
Die Betreuungsgruppen werden finanziell gefördert und können von den Pflegekassen erstattet werden.
Johann-Benedikt-Bembé-Stift: Ein Ort der Begegnung und Gemeinschaft
Das Johann-Benedikt-Bembé-Stift in Bad Mergentheim bietet Menschen mit Demenz einen beschützenden Wohnbereich namens "Waldblick". Hier werden sie von eigens ausgebildeten Mitarbeitern betreut und gepflegt, die auf ihre speziellen Bedürfnisse eingehen. Zwei Dachterrassen ermöglichen den Bewohnern einen gefahrlosen Aufenthalt im Freien.
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Das Stift legt großen Wert auf die Zusammenarbeit mit den Angehörigen und bietet vielfältige kulturelle und soziale Angebote für die Bewohner.
Engagement der Gemeinde und Vereine
Die Gemeinde Markelsheim unterstützt die Arbeit der Betreuungsgruppen finanziell. Die Kolpingsfamilie Markelsheim engagiert sich seit Jahren für ein solidarisches Miteinander und spendet regelmäßig an die Betreuungsgruppen. Frau Christine Lehr strickte 100 Paar Wollsocken und verkaufte sie, um den Erlös an die Betreuungsgruppen zu spenden.
Persönliche Erfahrungen und Herausforderungen
Ingrid Schreiner berichtet in ihrem Buch über das Leben mit ihren demenzkranken Eltern. Sie beschreibt die Schwierigkeiten, die mit der Diagnose einhergehen, und die Überforderung, die sowohl bei den Betroffenen als auch bei den Angehörigen entsteht. Ihr Bericht zeigt, wie wichtig es ist, Hilfe anzunehmen und sich Unterstützung zu suchen.
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