Die Nerven Live: Ein Rückblick auf das Konzert in der UT Connewitz und mehr

Die Nerven, ein Trio, das seit seiner Gründung Anfang der 2010er Jahre im Raum Stuttgart die deutschsprachige Musikszene maßgeblich beeinflusst hat, präsentierte am 12. Dezember 2019 in der Leipziger UT Connewitz eine energiegeladene Show. Dieser Artikel wirft einen Blick zurück auf dieses Konzert, beleuchtet die Entwicklung der Band und gibt Einblicke in die Wahrnehmung ihrer Musik.

Ein Abend in der UT Connewitz

Der Abend begann mit einer erwartungsvollen Atmosphäre. Trotz einer leichten Verspätung und einer etwas aufdringlichen Hintergrundmusik füllte sich der Raum mit Gesprächen über Wertschätzung, Vergangenheit und Indiebands. Als der Nebel dichter wurde und schnelle Schatten an den Wänden entlanghuschten, startete die Intromelodie.

Die Nerven eröffneten das Konzert mit "Niemals" vom Album "Fake". Der treibende Rhythmus und die eingängigen Klänge zogen das Publikum sofort in ihren Bann. Wippende Köpfe und hingerissene Münder formten die Worte des Refrains: "Finde niemals zu Dir selbst, niemals, niemals!" Der Funke sprang ohne Vorband, große Worte oder bemühte Animation über.

Das Publikum, auffallend altersdivers, zappelte im Takt aus Punk und moderner Ironie. Kevin Kuhn, bekannt für seinen Bewegungs- und Mimeneifer, präsentierte sich in Höchstform. Headbangen hier, Moshpit da - die Energie war spürbar. Die schrillen Zwischenrufe störten niemanden, und Mobiltelefone blieben weitgehend in den Taschen.

Die Band performte sich gemeinsam mit dem Publikum alles ab, was ging. Nach einer langen Zugabe-Pause wurden die Fans mit einem besinnlichen, rhythmischen Fake, einer Minute Schweben und dem finalen Vorgesängen von "We Are The Champions" belohnt.

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Setlist DIE NERVEN - Leipzig, UT Connewitz (12.12.2019)

  1. Niemals
  2. Frei
  3. Albtraum
  4. 15 Sekunden (Neuer Song vom nächsten Album)
  5. Pink Floyd Cover
  6. Barfuß Durch Die Scherben
  7. Der Einzige
  8. Explosionen
  9. Skandinavisches Design
  10. Roter Sand
  11. Aufgeflogen
  12. Ich Erwarte Nichts mehr
  13. Gigi D’Agostino Cover
  14. Der letzte Tanzende
  15. Angst
  16. Fake (Z)
  17. Eine Minute Schweben (Z)
  18. Kevin Kuhns exlusives Queen Cover inkl.

Die Entwicklung von Die Nerven

Die Nerven haben sich seit ihrer Gründung stetig weiterentwickelt. Ihr sechstes Album, "WIR WAREN HIER", entstand in einer vierwöchigen Session in einem ehemaligen Sterne-Restaurant am Stuttgarter Schlossgarten. Die neuen Songs spiegeln die musikalische Spontaneität und Improvisationsfreude der Band wider, die man sonst nur von ihren Live-Auftritten kennt.

Ihre Musik ist immer noch zornig, laut und dramatisch, aber der Nihilismus ist reifer geworden. Über den Halden voll Schrott und den dürren Heiden schillern nun auch schöne Klangtupfer wie von den letzten Sonnenstrahlen vor einer ewigen Nacht.

Das Album "Fake" zeigte die Band variabler, aber auch gezähmter. Die Wut der Anfangsjahre ist gewichen, und Zeilen wie "Immer nur dagegen, aber gegen was?" lassen das Frühwerk der Band in einem neuen Licht erscheinen.

Die Nerven haben sich nicht nur musikalisch, sondern auch in ihrer Bühnenpräsenz weiterentwickelt. Ihre Konzerte leben von der spielerischen Selbstinszenierung, die bisweilen schon fast Rockshowartig wirkt.

Die Nerven und die Post-Punk-Szene

Die Nerven werden oft als Pioniere des Post-Punk-Revivals bezeichnet. Viele genretreue Bands weisen unüberhörbare Ähnlichkeiten mit ihnen auf. Das liegt weniger daran, dass Die Nerven sich besonders häufig musikalisch irgendwo bedient hätten, sondern daran, dass sie in den engen Grenzen hallig-verzerrter Punkmusik tatsächlich neue Maßstäbe gesetzt haben.

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Ihre Musik ist eine Identifikationsfläche eigener unerwünschter Träume und Probleme. Sie sind kein Lebensratgeber, sondern eine Band, die die Fragen ihrer Generation aufwirft: "Wo gehst du hin, wenn du überall schon warst?"

Persönliche Erfahrungen und Erinnerungen

Der Artikel verwebt die Konzertbeschreibung mit persönlichen Erfahrungen und Erinnerungen des Autors. Er beschreibt seine musikalische Sozialisation in der DDR, seine Suche nach Lärm, Entgrenzung und Ekstase. Er erzählt von Konzertbesuchen, Mixtapes und dem "Parocktikum" auf DT64.

Er berichtet von seinem Engagement in der Leipziger Underground-Szene, von seinem Fanzine "URGH!" und seiner Arbeit in der Grafikabteilung der Universität Leipzig. Diese persönlichen Anekdoten verleihen dem Artikel eine besondere Note und machen ihn zu einem authentischen Zeitdokument.

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