Selbsthilfegruppen für Hirntumorpatienten und ihre Angehörigen in Schleswig-Holstein: Ein umfassender Überblick

Eine Hirntumordiagnose stellt Betroffene und ihre Familien vor immense Herausforderungen. Neben der medizinischen Behandlung ist der Austausch mit anderen Betroffenen und Angehörigen ein wichtiger Bestandteil der Krankheitsbewältigung. Selbsthilfegruppen bieten hier eine wertvolle Plattform, um Erfahrungen zu teilen, sich gegenseitig zu unterstützen und gemeinsam Strategien zur Lebensbewältigung zu entwickeln. In Schleswig-Holstein gibt es eine Vielzahl von Selbsthilfegruppen, die sich an Hirntumorpatienten und ihre Angehörigen richten. Dieser Artikel bietet einen umfassenden Überblick über diese Angebote und soll Betroffenen und ihren Familien helfen, die passende Unterstützung zu finden.

Bedeutung von Selbsthilfegruppen bei Hirntumoren

Eine Krebsdiagnose, insbesondere die eines Hirntumors, kann für Betroffene und ihre Nächsten ein Schock sein. Die Krankheit wirft viele Fragen auf, und oft bleibt am Anfang wenig Zeit, um die Nachricht zu begreifen und zu verarbeiten. Viele Betroffene haben das Gefühl, in dieser Situation keine Entscheidungsfreiheit mehr zu haben, was Verunsicherung und Angst auslösen kann.

In dieser Situation können Selbsthilfegruppen eine wichtige Stütze sein. Sie bieten einen geschützten Raum, in dem Betroffene und Angehörige ihre Erfahrungen austauschen, sich gegenseitig Mut zusprechen und gemeinsam nach Wegen suchen können, mit der Krankheit umzugehen. Der Austausch mit anderen, die ähnliche Sorgen und Ängste haben, kann sehr entlastend sein und das Gefühl der Isolation verringern.

Selbsthilfegruppen dienen nicht nur dem Erfahrungsaustausch, sondern auch der praktischen Lebenshilfe sowie der gegenseitigen emotionalen Unterstützung und Motivation. Sie können helfen, den Alltag besser zu bewältigen, neue Perspektiven zu entwickeln und die Lebensqualität trotz der Erkrankung zu verbessern.

Vielfalt der Selbsthilfegruppen in Schleswig-Holstein

In Schleswig-Holstein gibt es eine breite Palette von Selbsthilfegruppen, die sich an unterschiedliche Zielgruppen und Bedürfnisse richten. Einige Gruppen sind speziell auf Hirntumorpatienten zugeschnitten, während andere sich an Menschen mit Krebserkrankungen im Allgemeinen oder an Angehörige richten.

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Die Gruppen unterscheiden sich auch in ihrer Ausrichtung und ihren Schwerpunkten. Einige Gruppen legen den Fokus auf den Erfahrungsaustausch und die emotionale Unterstützung, während andere eher praktische Informationen und Tipps zur Krankheitsbewältigung vermitteln. Wieder andere Gruppen bieten zusätzliche Aktivitäten wie gemeinsame Ausflüge oder kreative Angebote an.

Angebote und Themen in Selbsthilfegruppen

Die Themen, die in Selbsthilfegruppen behandelt werden, sind vielfältig und richten sich nach den Bedürfnissen der Teilnehmer. Häufige Themen sind:

  • Umgang mit der Diagnose: Wie gehe ich mit der Diagnose um? Wie verarbeite ich meine Ängste und Sorgen?
  • Therapie und Behandlung: Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es? Wie kann ich mich auf die Therapie vorbereiten? Wie gehe ich mit den Nebenwirkungen um?
  • Alltagsbewältigung: Wie gestalte ich meinen Alltag trotz der Erkrankung? Wie gehe ich mit Einschränkungen um? Wie kann ich meine Lebensqualität verbessern?
  • Kommunikation: Wie spreche ich mit meiner Familie, meinen Freunden und meinem Arbeitgeber über die Erkrankung?
  • Sozialrechtliche Fragen: Welche Ansprüche habe ich? Wo bekomme ich Unterstützung?
  • Zukunftsperspektiven: Wie plane ich meine Zukunft? Was ist mir wichtig?

Neben diesen Themen bieten viele Selbsthilfegruppen auch Raum für persönliche Gespräche und den Austausch über alltägliche Probleme und Freuden.

Überblick über Selbsthilfegruppen in Schleswig-Holstein

Die folgenden Informationen basieren auf den vom Benutzer bereitgestellten Daten und geben einen Einblick in die Vielfalt der Selbsthilfegruppen in Schleswig-Holstein. Es ist wichtig zu beachten, dass dies keine vollständige Liste ist und es möglicherweise weitere Gruppen gibt, die hier nicht aufgeführt sind.

Allgemeine Krebs-Selbsthilfegruppen

  • Psychosoziale Krebsberatung der Caritas Lübeck: Bietet Einzel-, Paar- oder Familiengespräche, psychoonkologische Unterstützung, Informationsvermittlung, psychosoziale und sozialrechtliche Beratung. Ergänzend gibt es Selbsthilfegruppen und themenspezifische Gruppen wie Malerei und Sport.
  • Selbsthilfegruppe Leben mit Krebs: Regelmäßige Treffen zum Erfahrungsaustausch und zur gegenseitigen Unterstützung.
  • Selbsthilfegruppe für Brustkrebspatientinnen: Spezielles Angebot für Frauen mit Brustkrebs.
  • Angehörigentreff: Unterstützung für Angehörige von Krebspatienten.
  • Café Zeitenwende - Selbsthilfegruppe für Hinterbliebene: Angebot für Menschen, die einen geliebten Menschen durch Krebs verloren haben.
  • Gruppe für Krebspatient*innen: Gemischte Gruppe für Krebspatienten verschiedener Krebsarten.
  • Gruppe für Angehörige: Unterstützung für Angehörige von Krebspatienten.
  • Gruppe für Brustkrebspatient*innen: Spezielles Angebot für Frauen mit Brustkrebs.
  • Brustkrebssprotten: Gruppe für Brustkrebspatientinnen vor der Menopause.
  • SprottenPlus: Gruppe für Brustkrebspatientinnen zwischen 50 und 60 Jahren.
  • Gruppe für Fatigue-Betroffene: Unterstützung für Menschen, die unter Fatigue im Zusammenhang mit Krebs leiden.
  • Gruppe für Krebspatient*innen (gemischt): Gemischte Gruppe für Krebspatienten verschiedener Krebsarten.
  • Gruppe für Menschen mit Leukämie & Lymphom: Spezielles Angebot für Menschen mit Leukämie oder Lymphom.
  • Gruppe für Patient*innen mit schwarzem Hautkrebs: Spezielles Angebot für Menschen mit schwarzem Hautkrebs (Melanom).
  • Selbsthilfegruppe Lungenkrebs: Spezielles Angebot für Menschen mit Lungenkrebs.
  • Selbsthilfegruppe Melanom: Spezielles Angebot für Menschen mit Melanom.
  • Selbsthilfegruppe Fatigue: Unterstützung für Menschen, die unter Fatigue im Zusammenhang mit Krebs leiden.
  • Patient*innen-Café: Informeller Treffpunkt für Krebspatienten zum Austausch und Verweilen.

Weitere Selbsthilfegruppen und Anlaufstellen

Neben den Krebs-spezifischen Selbsthilfegruppen gibt es in Schleswig-Holstein auch eine Vielzahl weiterer Angebote, die für Hirntumorpatienten und ihre Angehörigen relevant sein können:

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  • ACHSE - Allianz Chronischer Seltener Erkrankungen e.V.: Vertritt die Interessen von Menschen mit seltenen Erkrankungen, zu denen auch bestimmte Hirntumorarten gehören können.
  • Deutscher Kinderschutzbund Segeberg gGmbH: Bietet Beratung und Unterstützung für Kinder und Jugendliche im Kreis Segeberg.
  • Die Muschel e.V. (Ambulanter Kinder- u. Jugendhospizdienst): Begleitet Familien, die sich durch eine schwere Erkrankung, das Sterben oder den Tod eines geliebten Familienmitglieds in einer schwierigen Lebenssituation befinden. Bietet auch Trauergruppen für Kinder und Jugendliche an.
  • DaSein Ambulanter Hospizdienst Oldesloe und Umgebung e.V.: Begleitet Schwerkranke und ihre Angehörigen in der letzten Lebensphase.
  • Gesprächsgruppen für Angehörige von Menschen mit Demenz: Angeboten über den Pflegstützpunkt Kreis Segeberg.
  • Blinden- und Sehbehindertenverein S.-H.: Bietet regionale Treffs für blinde und sehbehinderte Menschen an.
  • Bundesverband für Menschen mit Arm- und Beinamputationen e.V.: Kann relevant sein, wenn der Hirntumor zu körperlichen Einschränkungen führt.
  • Deutsche Angst-Hilfe e.V.: Bietet Selbsthilfegruppen und Peer-Beratung für Menschen mit Angststörungen, die im Zusammenhang mit der Hirntumordiagnose auftreten können.

Lokale Selbsthilfegruppen (Beispiele aus den Nutzerdaten)

  • Treffen bei KIS, Kurhausstr.: Nachsorge-Gruppe für Patienten nach einer Therapie, Austausch über Alltagsfragen und gegenseitige Stärkung.
  • Gesprächskreis für Blinde und Sehbehinderte: Austausch über Alltagsprobleme und Hilfsmittel.
  • Café Vielfalt in Kaltenkirchen: Offener Treffpunkt für Begegnungen und Gespräche.
  • Selbsthilfegruppe Diabetes: Austausch über Blutzuckerspiegel, Medikamente, Ernährung und Bewegung.

Wie finde ich die passende Selbsthilfegruppe?

Die Wahl der richtigen Selbsthilfegruppe ist eine individuelle Entscheidung. Es ist wichtig, eine Gruppe zu finden, in der man sich wohl und verstanden fühlt. Die folgenden Tipps können bei der Suche helfen:

  • Informieren Sie sich: Recherchieren Sie im Internet, bei Beratungsstellen oder bei Ihrem Arzt nach Selbsthilfegruppen in Ihrer Nähe.
  • Nehmen Sie Kontakt auf: Rufen Sie bei den Gruppen an oder besuchen Sie ein Treffen, um sich einen ersten Eindruck zu verschaffen.
  • Hören Sie auf Ihr Bauchgefühl: Fühlen Sie sich in der Gruppe wohl? Können Sie sich vorstellen, sich hier zu öffnen und Ihre Erfahrungen zu teilen?
  • Seien Sie offen für Neues: Probieren Sie verschiedene Gruppen aus, bis Sie die passende gefunden haben.

Unterstützung durch das Rote Kreuz

Das Rote Kreuz engagiert sich ebenfalls in der Unterstützung von Krebspatienten und ihren Angehörigen. Ehrenamtliche Mitarbeiter begleiten Selbsthilfegruppen oder bieten Einzelgespräche an. Sie werden durch vorbereitende Seminare und Fortbildungsangebote auf diese Aufgabe vorbereitet.

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