Selbsthilfegruppen für Hirntumorpatienten in Chemnitz: Unterstützung und Austausch

Die Diagnose Krebs stellt das gesamte Leben auf den Kopf. Neben den körperlichen Folgen der Erkrankung sind Betroffene auch mit seelischen Auswirkungen, finanziellen Sorgen und sozialrechtlichen Fragen konfrontiert. Umso wichtiger ist es, umfassende Beratungs- und Betreuungsmöglichkeiten in Anspruch zu nehmen. Dieser Artikel beleuchtet die vielfältigen Unterstützungsangebote für Hirntumorpatienten und ihre Angehörigen in Chemnitz, mit besonderem Fokus auf Selbsthilfegruppen.

Die Diagnose Hirntumor: Eine Herausforderung für Betroffene und Angehörige

Die Diagnose einer Krebserkrankung, insbesondere eines Hirntumors, verändert das Leben grundlegend und stellt Betroffene vor große Herausforderungen. Beratungsgespräche und professionelle Unterstützung können dabei helfen, erkrankungsbedingte Belastungen, Emotionen und Sorgen erfolgreicher zu bewältigen. Der Kontakt zu einer regionalen Gruppe ist für viele Betroffene eine Chance, Probleme zu bewältigen und einander Beistand zu leisten. Hier können Patienten und Angehörige über ihre Erfahrungen mit der medizinischen Versorgung sprechen und sich über die alltäglichen, persönlichen und sozialen Begleiterscheinungen ihrer Erkrankung austauschen. Regionale Patientengruppen geben Betroffenen Unterstützung und vermitteln Solidarität.

Das Onkologische Centrum Chemnitz (OCC): Umfassende Betreuung für Krebspatienten

Das Onkologische Centrum Chemnitz (OCC) bietet Patienten und Angehörigen umfassende Beratungs- und Betreuungsmöglichkeiten an. Alle Krebspatienten des Klinikums Chemnitz erhalten auf Wunsch psychologische Hilfe. Während der gesamten Behandlungszeit, aber auch darüber hinaus steht Betroffenen und Angehörigen der Psychoonkologische Dienst (POD) zur Verfügung. Patienten, die sich in stationärer Behandlung befinden, können den Kontakt zum Psychoonkologischen Dienst direkt über den behandelnden Arzt im Klinikum Chemnitz herstellen. Die ambulante Psychotherapie findet in den Praxen für Psychotherapie am Standort Küchwald bei Susan Diez oder am Standort Flemmingstraße bei Dr. statt.

Sozialdienstliche Beratung

Die Beratung durch den Sozialdienst wird in allen Phasen der Krebserkrankung benötigt: Bei der Erstdiagnose und -behandlung, in der Nachsorge, beim Fortschreiten der Erkrankung oder in der Palliativphase. Sie richtet sich an alle onkologischen Patienten, unabhängig von der Art der Erkrankung, Alter, sozialer Situation und Herkunft. Aufgaben der Arbeitsgruppe sind u.a..

Onkologische Trainings- und Bewegungstherapie (OTT®)

Zahlreiche Wissenschaftler sind sich einig: Krebspatienten profitieren in fast jeder Erkrankungssituation erheblich von sportlicher Betätigung oder körperlicher Aktivität. Selbst moderate Bewegung verbessert die Lebensqualität der Betroffenen nachweislich, beschleunigt ihre Genesung und verringert die krebsbedingte Müdigkeit. Ein einzigartiges Angebot des Klinikums Chemnitz ist die Onkologische Trainings- und Bewegungstherapie (OTT®), die das OCC als erstes sächsisches Krebszentrum eingeführt hat. Die Therapie ist gezielt auf die Bedürfnisse der Patienten zugeschnitten und basiert auf neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen. Das personalisierte Einzeltraining umfasst Kraft-, Ausdauer-, Beweglichkeits- und Koordinationsübungen und eignet sich für alle Krebspatienten ab 18 Jahren, die eine medizinische Unbedenklichkeits- oder Sporttauglichkeitsbescheinigung des behandelnden Arztes vorweisen können. Eine weitere Leistung des Physiotherapeutischen Zentrums ist der Onkologische Rehabilitationssport. Dieser ergänzt die medizinische und psychologische Betreuung. Zudem erhöht der Rehasport die Leistungsfähigkeit und Beweglichkeit der krebskranken Patienten.

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Digitale Bewegungsförderung

Die Sächsische Krebsgesellschaft e. V. führt in Zusammenarbeit mit der TU Chemnitz das Projekt „Digitale Bewegungsförderung in sächsischen Krebsselbsthilfegruppen - DiBiS“ durch. Ziel des Projektes ist es, durch selbständiges Training unter digitaler Videoanleitungen die körperliche Aktivität im häuslichen Umfeld zu erhöhen und damit die Gesundheit zielgerichtet zu stärken.

Ernährungsberatung

Eine gesunde, ausgewogene Ernährung beeinflusst die persönliche Lebensqualität und den Krankheitsverlauf vieler Tumorpatienten positiv. Sie unterstützt die Therapie und verleiht dem Körper neue Kraft und Energie. Grundsätzlich wird empfohlen, vollwertige, abwechslungsreiche Kost zu verzehren und eine ausreichende Menge an Flüssigkeit zuzuführen. Speziell bei viszeralonkologischen Erkrankungen wie Darm-, Bauchspeicheldrüsen-, Leber- oder Speiseröhrenkrebs bietet das OCC ausführliche Beratungsgespräche mit professionellen Ernährungsberatern und Diabetesberatern DDG an.

Krankenhausseelsorge

Die Krankenhausseelsorge des Klinikums Chemnitz ist für alle Patienten da - unabhängig von ihrer Weltanschauung. Auch Krebspatienten erhalten hier die Möglichkeit, offene Gespräche zu führen. Bei Ängsten, Sorgen, Fragen nach der Zukunft oder dem Sinn des Lebens hilft und unterstützt das Seelsorgeteam. Die Seelsorge ermöglicht eine religiöse Begleitung der Patienten in schwierigen Zeiten und steht ihnen mit Gebeten und Segnungen zur Seite.

Schmerztherapie und Palliativmedizin

In Kooperation mit der Abteilung für interdisziplinäre Schmerztherapie des Klinikums Chemnitz betreut das OCC krebskranke Patienten mit akuten und chronischen Schmerzen. Durch eine vorausgehende persönliche Beratung berücksichtigen die Schmerztherapeuten körperliche, soziale und psychische Faktoren und stimmen die Therapie gezielt auf die individuellen Bedürfnisse unserer Patienten ab. Die palliativmedizinische Versorgung ist eine ganzheitliche Behandlung und individuelle Pflege von Patienten mit einer fortgeschrittenen, nicht heilbaren Erkrankung. Sie trägt entscheidend dazu bei, die Lebensqualität zu verbessern, körperliche Beschwerden zu lindern und das Leben zu verlängern. Teil der palliativen Versorgung sind auch Hospizdienste, die ebenfalls eine Begleitung schwerstkranker Menschen anbieten. Das OCC kooperiert mit verschiedenen Palliativ- und Hospizdiensten aus der Umgebung.

Selbsthilfegruppen: Ein wichtiger Baustein der Unterstützung

Neben der professionellen medizinischen und therapeutischen Betreuung spielen Selbsthilfegruppen eine entscheidende Rolle bei der Krankheitsbewältigung. Sie bieten einen geschützten Raum für Austausch, Information und gegenseitige Unterstützung.

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IKOS Neuroonkologie

IKOS Neuroonkologie (Informations- und Kontaktstelle für Selbsthilfeaktivitäten) ist die bundesweit zentrale Anlaufstelle für Hirntumor- und Hirnmetastasenpatienten. Sie wird zu 100% von der Deutschen Hirntumorhilfe gefördert. Seit 1998 werden über diese Kontaktstelle Patienten und deren Angehörige bei der Krankheitsbewältigung unterstützt und zum Beispiel bundesweit Leiter regionaler Patientengruppen und tumorspezifisch telefonische Ansprechpartner an interessierte Betroffene vermittelt. Die regionale Hilfe und Betreuung sowie der Informationsaustausch zum Thema Hirntumor erfolgen telefonisch, über das Internet und in örtlichen Gesprächsgruppen. Darüber hinaus trifft man sich zum regelmäßigen Informations- und Erfahrungsaustausch z.B. Hilfe für Patienten und Angehörige

Regionale Patientengruppen

Der Kontakt zu einer regionalen Gruppe ist für viele Betroffene eine Chance, Probleme zu bewältigen und einander Beistand zu leisten. Hier können Patienten und Angehörige über ihre Erfahrungen mit der medizinischen Versorgung sprechen und sich über die alltäglichen, persönlichen und sozialen Begleiterscheinungen ihrer Erkrankung austauschen. Regionale Patientengruppen geben Betroffenen Unterstützung und vermitteln Solidarität.

Selbsthilfegruppe Hautkrebs (Beispiel)

Die Selbsthilfegruppe Hautkrebs trifft sich in regelmäßigen Abständen und sucht weiterhin neue, interessierte Mitglieder. Die Ziele dieser Selbsthilfegruppe sind:

  • Uns gegenseitig Mut machen, aber auch Ängste und Zweifel ansprechen dürfen
  • In der Gemeinschaft Gleichbetroffener Erfahrungen austauschen
  • Aufeinander zugehen, einander zuhören und uns gegenseitig Halt geben
  • Gemeinsam Rat und Hilfe suchen und uns informieren (auch mit professioneller Hilfe)
  • Gemeinsam feiern und gemeinsam etwas unternehmen

Alles, was innerhalb der Gruppe zur Sprache kommt, wird selbstverständlich streng vertraulich behandelt.

Termine: Von Januar bis Juni und von September bis November treffen wir uns jeden 2. Dienstag im Monat.

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Treffen am 9. September 2025: Am Dienstag, dem 9. September wird Frau Richter vom Melanom Info Deutschland-MID e.V. zu Gast sein. (Bitte beachten: Das Datum 9. September 2025 dient hier lediglich als Beispiel und sollte durch aktuelle Informationen ersetzt werden).

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