Periradikuläre Therapie (PRT) bei Bandscheibenvorfall und Spinalkanalstenose: Erfahrungen, Anwendung und Alternativen

Rückenschmerzen sind weit verbreitet und können die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen. Häufige Ursachen sind Bandscheibenvorfälle und Spinalkanalstenosen, also Verengungen des Wirbelkanals, die Druck auf die Nerven ausüben. Eine mögliche Behandlungsoption ist die periradikuläre Therapie (PRT), bei der entzündungshemmende und schmerzlindernde Medikamente direkt an die betroffene Nervenwurzel gespritzt werden. Dieser Artikel beleuchtet die PRT im Zusammenhang mit Bandscheibenvorfällen und Spinalkanalstenosen, basierend auf Erfahrungsberichten, medizinischen Informationen und Expertenmeinungen.

Was ist eine PRT?

Die periradikuläre Therapie (PRT) ist eine minimal-invasive Schmerztherapie, bei der Medikamente unter bildlicher Kontrolle (meist CT oder Röntgen) präzise an die gereizte Nervenwurzel injiziert werden. Ziel ist es, Entzündungen zu reduzieren, Schwellungen zu mindern und so den Druck auf den Nerv zu verringern. Dies kann zu einer deutlichen Schmerzlinderung führen und in manchen Fällen eine Operation vermeiden.

Anwendungsbereiche der PRT

Die PRT wird häufig bei folgenden Beschwerden eingesetzt:

  • Bandscheibenvorfälle: Wenn Bandscheibenmaterial auf eine Nervenwurzel drückt und Schmerzen verursacht.
  • Spinalkanalstenose: Bei Verengung des Wirbelkanals, die zu Nervenkompression und Schmerzen führt.
  • Nervenwurzelreizungen: Durch andere Ursachen wie Entzündungen oder Narbengewebe.

Erfahrungsberichte von Patienten

Viele Patienten berichten von positiven Erfahrungen mit der PRT. Einige Beispiele:

  • Ein Patient mit jahrelangen, extremen Kopfschmerzen stellte sich bei einem Arzt vor, der nach MRT-Bildern das Problem erkannte und die PRT empfahl. Nach der ersten Spritze ging es dem Patienten sofort besser, und er konnte auf Schmerzmittel verzichten.
  • Ein anderer Patient mit wiederkehrenden Schmerzen in der Lendenwirbelsäule erhielt nach drei PRT-Spritzen eine Schmerzlinderung von über 50%.
  • Ein Patient, der voroperiert war und nur noch unter Schmerzen kurze Strecken gehen konnte, erhielt von einem Arzt den Rat, keine Operation durchführen zu lassen, sondern stattdessen eine PRT-Behandlung zu machen.
  • Ein Patient mit akuten Nacken- und Armschmerzen wurde nach einer MRT-Untersuchung ohne Operation mit PRT behandelt und war sehr zufrieden mit dem Ergebnis.
  • Ein Patient mit einem Bandscheibenvorfall erhielt PRT-Spritzen und Physiotherapie, nachdem ein schnelles MRT vor Ort durchgeführt wurde.
  • Ein Patient wurde vor drei Jahren am Rücken operiert (Spinalkanalstenose und Bandscheibenvorfall) und nun in einem anderen Lendenwirbelbereich mit PRT-Spritzen behandelt.

Diese Berichte zeigen, dass die PRT bei verschiedenen Arten von Rückenbeschwerden zu einer deutlichen Verbesserung der Lebensqualität führen kann. Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass die Erfahrungen individuell variieren können.

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Ablauf einer PRT-Behandlung

Eine PRT-Behandlung umfasst in der Regel folgende Schritte:

  1. Aufklärung und Untersuchung: Der Arzt klärt den Patienten über die Behandlung auf und führt eine gründliche Untersuchung durch, um die Ursache der Beschwerden zu ermitteln.
  2. Bildgebung: Mithilfe von CT oder Röntgen wird die genaue Position der Nervenwurzel bestimmt.
  3. Injektion: Unter sterilen Bedingungen wird eine dünne Nadel an die Nervenwurzel vorgeschoben. Die korrekte Lage wird durch Kontrastmittelgabe überprüft. Anschließend werden Entzündungshemmer (meist Kortison) und ein Lokalanästhetikum injiziert.
  4. Nachbeobachtung: Der Patient wird nach der Injektion für kurze Zeit überwacht, um eventuelle Nebenwirkungen zu erkennen.

Die Behandlung dauert in der Regel nur wenige Minuten und wird ambulant durchgeführt.

Mögliche Risiken und Nebenwirkungen

Wie bei jedem medizinischen Eingriff birgt auch die PRT gewisse Risiken, die jedoch selten sind:

  • Infektionen: An der Einstichstelle kann es zu Infektionen kommen.
  • Nervenverletzungen: In seltenen Fällen kann die Nadel eine Nervenwurzel verletzen.
  • Allergische Reaktionen: Auf die injizierten Medikamente kann es zu allergischen Reaktionen kommen.
  • Blutdruckanstieg: Insbesondere bei Patienten mit Bluthochdruck kann Kortison den Blutdruck erhöhen.
  • Erhöhung des Augeninnendrucks (Glaukom): Kortison kann bei anfälligen Personen den Augeninnendruck erhöhen. Patienten mit Glaukom sollten dies vor der Behandlung mit ihrem Augenarzt besprechen.
  • Taubheitsgefühl oder Schwäche: Nach der Injektion kann es vorübergehend zu Taubheitsgefühl oder Schwäche in den Beinen kommen.

Kontraindikationen

Es gibt bestimmte Umstände, unter denen eine PRT nicht durchgeführt werden sollte (Kontraindikationen):

  • Infektionen im Bereich der Einstichstelle
  • Blutgerinnungsstörungen
  • Allergie gegen die verwendeten Medikamente
  • Schwere Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Alternativen zur PRT

Neben der PRT gibt es verschiedene andere Behandlungsmöglichkeiten bei Bandscheibenvorfällen und Spinalkanalstenosen:

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  • Konservative Therapie: Physiotherapie, Schmerzmittel, entzündungshemmende Medikamente, Wärme- oder Kälteanwendungen,Injektionen
  • Operation: In schweren Fällen, wenn konservative Maßnahmen nicht ausreichend helfen, kann eine Operation erforderlich sein, um den Druck auf die Nerven zu beseitigen.

PRT und Glaukom

Einige Patienten berichten, dass ihr Glaukom nach Kortisonspritzen (intravenös oder in den Rücken) begann oder sich verschlimmerte. Kortison kann den Augeninnendruck erhöhen und somit ein Glaukom auslösen oder verschlimmern. Es ist daher wichtig, dass Patienten mit Glaukom ihren Augenarzt vor einer PRT-Behandlung informieren und ihren Augeninnendruck regelmäßig kontrollieren lassen. In manchen Fällen kann es notwendig sein, zusätzliche Augentropfen zur Senkung des Augeninnendrucks zu verwenden.

Die Rolle der Physiotherapie

Physiotherapie spielt eine wichtige Rolle bei der Behandlung von Rückenbeschwerden, sowohl als eigenständige Therapie als auch in Kombination mit der PRT. Durch gezielte Übungen können die Rückenmuskulatur gestärkt, Fehlhaltungen korrigiert und die Beweglichkeit verbessert werden. Dies kann dazu beitragen, Schmerzen zu lindern und die Wirbelsäule zu stabilisieren.

Wann ist eine Operation notwendig?

In den meisten Fällen können Bandscheibenvorfälle und Spinalkanalstenosen konservativ behandelt werden. Eine Operation ist in der Regel nur dann erforderlich, wenn:

  • Starke Schmerzen trotz konservativer Behandlung bestehen.
  • Neurologische Ausfälle wie Lähmungen oder Taubheitsgefühle auftreten.
  • Harn- oder Stuhlinkontinenz vorliegt.

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