Ursachen, Symptome und Behandlung von Gesichtsschmerzen, roten Wangen und Gehirnbeteiligung

Gesichtsschmerzen, begleitet von roten Wangen und neurologischen Symptomen wie Schmerzen hinter dem Auge, können auf verschiedene Erkrankungen hindeuten. Eine genaue Diagnose ist entscheidend, um die richtige Behandlung einzuleiten. Dieser Artikel beleuchtet einige der möglichen Ursachen, Symptome und Behandlungsansätze für dieses Beschwerdebild.

Gürtelrose (Herpes Zoster) im Gesicht

Die Gürtelrose, auch Herpes zoster genannt, ist eine Nervenerkrankung, die durch die Reaktivierung des Varizella-Zoster-Virus (VZV) verursacht wird, demselben Virus, das auch Windpocken auslöst. Nach einer durchgemachten Windpockeninfektion verbleibt das Virus in den Nervenzellen und kann Jahre später reaktiviert werden, insbesondere bei einem geschwächten Immunsystem.

Ursachen und Risikofaktoren

  • Reaktivierung des Varizella-Zoster-Virus: Nach einer Windpockeninfektion verbleibt das Virus in den Nervenzellen und kann bei Immunschwäche reaktiviert werden.
  • Geschwächtes Immunsystem: Alter, Krankheit oder Therapien, die das Immunsystem unterdrücken, erhöhen das Risiko einer Reaktivierung.
  • Alter: Ab dem 50. Lebensjahr steigt die Erkrankungshäufigkeit kontinuierlich an.

Symptome

  • Schmerzen: Brennende, juckende oder bohrende Schmerzen im Bereich des betroffenen Nervs, oft einseitig.
  • Hautausschlag: Rötliche Flecken, die sich schnell zu flüssigkeitsgefüllten Bläschen entwickeln. Der Ausschlag tritt typischerweise einseitig auf, beispielsweise auf Stirn, Nase oder Augenlid.
  • Weitere Symptome: Müdigkeit, Abgeschlagenheit, leichtes Fieber können dem Ausschlag vorausgehen.

Komplikationen

  • Augenbeteiligung (Zoster ophthalmicus): Entzündung der Bindehaut, Hornhaut, Regenbogenhaut oder des Sehnervs, was zu Sehstörungen bis hin zur Erblindung führen kann.
  • Ohrbeteiligung (Zoster oticus): Hörstörungen, Gleichgewichtsstörungen, Gesichtslähmung.
  • Postherpetische Neuralgie: Anhaltende Nervenschmerzen nach Abheilen des Ausschlags.
  • Weitere Komplikationen: Entzündung der Lunge, Leber, des Gehirns, der Hirnhäute oder des Rückenmarks (selten).

Diagnose

Die Diagnose erfolgt in der Regel anhand des typischen Erscheinungsbildes des Ausschlags und der begleitenden Schmerzen. Bei Beteiligung des Auges oder Ohres sollte ein Augenarzt bzw. HNO-Arzt hinzugezogen werden. In unklaren Fällen kann ein PCR-Test oder eine Zellkultur aus den Bläschen durchgeführt werden.

Behandlung

  • Antivirale Medikamente: Aciclovir oder Valaciclovir, idealerweise innerhalb von 72 Stunden nach Auftreten der ersten Symptome, um die Krankheitsdauer und das Risiko von Komplikationen zu verringern.
  • Schmerzmittel: Zur Linderung der Schmerzen.
  • Salben: Zur Hautpflege bei Ausschlag.
  • Antibiotika: Bei bakteriellerSuperinfektion der Bläschen.
  • Postherpetische Neuralgie:
    • Schmerzmittel: Opioide, Antidepressiva, Antikonvulsiva.
    • Topische Behandlung: Capsaicin-Pflaster.
    • Rückenmarksstimulation: In schweren Fällen.
    • Verfahren zur Entspannung und Schmerzbewältigung.

Vorbeugung

  • Impfung gegen Windpocken: Für Kinder empfohlen.
  • Impfung gegen Gürtelrose: Für Menschen ab 50 Jahren empfohlen, insbesondere für immungeschwächte Personen.

Systemische Sklerose (Sklerodermie)

Die systemische Sklerose (SSc) ist eine seltene Autoimmunerkrankung, die durch eine Verdickung und Verhärtung der Haut sowie eine Entzündung der Blutgefäße gekennzeichnet ist. Sie kann auch andere Organe wie Lunge, Verdauungstrakt und Nieren betreffen.

Ursachen und Risikofaktoren

Die genaue Ursache der SSc ist unbekannt. Es wird vermutet, dass eine Kombination aus genetischen, immunologischen und Umweltfaktoren eine Rolle spielt. Das Immunsystem arbeitet fehlerhaft und stimuliert die Fibroblasten, Zellen, die Bindegewebsfasern bilden. Zusätzlich wird das Endothel, die Innenschicht der Gefäße, geschädigt.

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Symptome

  • Hautbeteiligung: Diffuse Schwellung, Hautverdickung und das Gefühl eines zu engen Handschuhs an den Händen. Die Haut wird straffer, Hautfältelungen lassen sich schwer abheben. Oft ist auch das Gesicht betroffen, wo die Hautverdickung die Mimik einschränken kann. Teleangiektasien (kleine, rote Gefäßchen) können im Gesicht und Dekolleté auftreten.
  • Raynaud-Syndrom: Durch Kälte oder Stress ausgelöste Verkrampfungen der Blutgefäße, die zu einer bläulichen oder weißen Verfärbung der Finger führen.
  • Lungenbeteiligung: Lungenfibrose, pulmonal-arterielle Hypertonie, Atemnot und Husten.
  • Herz Beteiligung: Muskelentzündung (Myositis), Herzbeutelentzündung (Perikarditis), Herzschwäche und Herzrhythmusstörungen.
  • Nierenbeteiligung: Bluthochdruck oder in seltenen Fällen ein rasches Nierenversagen (renale Krise).
  • Verdauungstraktbeteiligung: Sodbrennen (Reflux), Völlegefühl, Blähungen und Verstopfung.

Diagnose

Die Diagnose basiert auf den Symptomen, insbesondere der Hautbeteiligung und dem Raynaud-Syndrom, sowie auf Laboruntersuchungen. Im Labor lässt sich häufig eine Erhöhung der Blutsenkung und des CRP nachweisen. Fast alle Betroffenen weisen erhöhte Kernantikörper (ANA) auf. Typisch ist der Nachweis von speziellen Antikörpern, den Anti-Scl-70 (Anti-Topoisomerase-I-) oder den Anti-Zentromer-Antikörpern, der aber nicht bei allen Betroffenen gelingt. Laborwerte weisen auch auf Organbeteiligung hin, zum Beispiel veränderte Nierenwerte oder Muskelenzyme. Röntgenuntersuchungen können auf Knochenveränderungen an den Fingerspitzen und Verkalkungen im Bindegewebe hinweisen. Eine Lungenbeteiligung ist am besten durch CT nachweisbar.

Behandlung

Die Therapie der SSc richtet sich in erster Linie nach den betroffenen Organen. Eine Therapie der gesamten Erkrankung gibt es leider noch nicht. In hochaktiven frühen Fällen können Medikamente, die das Immunsystem modulieren beziehungsweise supprimieren (zum Beispiel Methotrexat MTX), versucht werden.

Allgemeine Maßnahmen:

  • Hautpflege und sorgsame Behandlung von Hautverletzungen
  • Nikotinabstinenz
  • CO2-Bäder
  • Regelmäßige Bewegungstherapie, Ergotherapie, Lymphdrainage und leichte Massagen
  • Augen und Schleimhäute regelmäßig mit entsprechenden Präparaten befeuchten.

Raynaud-Syndrom und Gefäßentzündungen: Blutgefäß erweiternde Substanzen.

Formen

  1. Diffuse Form: Die Hautsklerose ist an allen Körperpartien möglich und oft sind Anti-ScL-70 Antikörper nachweisbar.
  2. Limitierte Form: Bei dieser meist langsamer fortschreitenden Form reicht die Hautsklerose nicht über die Ellbogen und Knie hinaus, der Körperstamm wird nicht, der Kopf selten befallen. Oft können Anti-Zentromer-Antikörper nachgewiesen werden. Zur limitierten Form gehört auch das CREST-Syndrom.

Bei beiden Formen kann eine schwere Beteiligung aller inneren Organe auftreten. Diese sollten daher von internistischen Rheumatologen sowie spezialisierten Zentren mindestens einmal pro Jahr kontrolliert werden.

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Borreliose

Die Borreliose ist eine durch Zecken übertragene Infektionskrankheit, die durch Bakterien (Borrelien) verursacht wird. Sie kann verschiedene Organe betreffen, darunter Haut, Nervensystem, Gelenke und Herz.

Symptome

  • Erythema migrans (Wanderröte): Eine typische rötlich-bläuliche Hautverfärbung an der Stichstelle, die sich ringförmig ausbreitet.
  • Allgemeine Symptome: Fieber, Muskel-, Gelenk- und Kopfschmerzen, Bindehautentzündung, Schweißausbrüche, Schwellungen der Lymphknoten, Abgeschlagenheit und Magen-Darm-Beschwerden.
  • Neuroborreliose:
    • Bannwart-Syndrom: Brennende Nervenschmerzen mit Störungen der sensiblen Wahrnehmung sowie Lähmungserscheinungen.
    • Gesichtsnervenlähmung (Fazialisparese): Vor allem bei Kindern.
    • Seh- oder Hörstörungen.
  • Lyme-Arthritis: Schmerzen und Schwellungen in den Gelenken, vorwiegend in den Knie- und Sprunggelenken.
  • Acrodermatitis chronica atrophicans Herxheimer: Chronische Hautveränderung mit dünner, haarloser Haut an den Endgliedern und Streckseiten von Füßen, Beinen, Armen und Händen.

Diagnose

Die Diagnose basiert auf der Krankengeschichte (Zeckenstich), den Symptomen und serologischen Tests (Antikörpernachweis im Blut). Bei Verdacht auf Neuroborreliose kann eine Lumbalpunktion (Entnahme von Gehirnwasser) erforderlich sein.

Therapie

Die Borreliose wird mit Antibiotika behandelt. Dosis und Dauer der Therapie richten sich nach dem Stadium und der Schwere der Erkrankung.

Streptokokken-Infektionen

Streptokokken sind eine große Gruppe von Bakterien, die verschiedene Krankheiten auslösen können, darunter Mandelentzündung, Scharlach und Hautinfektionen.

Symptome

Die Symptome variieren je nach Art der Streptokokken und dem betroffenen Körperteil. Häufige Symptome sind:

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  • Rachenentzündung (Pharyngitis): Halsschmerzen, Schluckbeschwerden, Fieber, geröteter Rachen.
  • Scharlach: Rachenentzündung, roter Hautausschlag, Himbeerzunge.
  • Hautinfektionen: Eitrige Wunden, Rötung, Schwellung, Schmerzen.
  • Weitere Symptome: Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen.

Diagnose

Die Diagnose erfolgt in der Regel anhand der Symptome und eines Rachenabstrichs oder einer Blutuntersuchung.

Therapie

Streptokokken-Infektionen werden in der Regel mit Antibiotika behandelt, meist Penicillin.

Lupus Erythematodes

Lupus erythematodes (LE) ist eine seltene Autoimmunerkrankung, bei der das Immunsystem körpereigene Strukturen angreift und Entzündungen verursacht. Es gibt verschiedene Formen von Lupus, die entweder nur die Haut (kutaner Lupus) oder auch andere Organe (systemischer Lupus) betreffen können.

Symptome

Die Symptome sind vielfältig und können von Person zu Person variieren. Häufige Symptome sind:

  • Hautbeteiligung: Schmetterlingsförmige Rötung im Gesicht, Hautausschläge an anderen Körperregionen.
  • Gelenkschmerzen oder -schwellungen.
  • Muskelschmerzen.
  • Fieber.
  • Müdigkeit und Abgeschlagenheit.
  • Weitere Symptome: Kopfschmerzen, Migräne, Konzentrationsstörungen, Übelkeit, Durchfall, trockene Augen, schaumiger Urin, Blut im Urin, ungewollter Gewichtsverlust, Raynaud-Syndrom, Schmerzen beim Atmen.
  • Neurologische Symptome: Kopfschmerzen, Depressionen, Psychosen, Krampfanfälle, Missempfindungen oder Sehstörungen.

Diagnose

Die Diagnose ist komplex und erfordert eine sorgfältige Anamnese, körperliche Untersuchung und verschiedene Laboruntersuchungen. Typische Blutwerte bei Lupus sind:

  • ANA-Bluttest: Nachweis antinuklearer Antikörper.
  • aPL-Tests: Nachweis von Antiphospholipid-Antikörpern.
  • Allgemeines Blutbild: Um andere Erkrankungen auszuschließen.

Therapie

Lupus ist nicht heilbar, aber die Symptome können mit verschiedenen Medikamenten gelindert werden. Dazu gehören:

  • Spezielle Salben zur Behandlung von Hautbeschwerden.
  • Glukokortikoide (Kortison): Um das Immunsystem zu hemmen.
  • Malariamittel: Wirken entzündungshemmend.
  • Immunsuppressiva: Hemmen das Immunsystem.

Fazialisparese (Gesichtslähmung)

Eine Fazialisparese ist eine Lähmung des Gesichtsnervs (Nervus facialis), die zu einer Schwäche oder vollständigen Lähmung der Gesichtsmuskulatur führt. Es gibt verschiedene Ursachen für eine Fazialisparese, darunter:

  • Idiopathische Fazialisparese (Bell-Lähmung): Die häufigste Ursache, deren Ursache unbekannt ist.
  • Infektionen:
    • Herpes Zoster Oticus (Ohrherpes): Gürtelrose des Ohrs, die den Gesichtsnerv betreffen kann.
    • Lyme-Borreliose: Durch Zecken übertragene Infektion.
    • Akute Mittelohrentzündung mit Mastoiditis.
    • Chronische Mittelohrentzündung mit Cholesteatom.
  • Guillain-Barré-Syndrom: Eine seltene Autoimmunerkrankung, die die Nervenwurzeln und peripheren Nerven betrifft.
  • Verletzungen und andere Schäden im Bereich des Gesichtsnervs.
  • Sarkoidose: Eine systemische Erkrankung, die verschiedene Organe betreffen kann, einschließlich des Nervensystems.

Symptome

  • Schwäche oder Lähmung der Gesichtsmuskulatur: Meist einseitig, kann aber auch beidseitig auftreten.
  • Herabhängender Mundwinkel.
  • Unfähigkeit, das Auge vollständig zu schließen.
  • Schwierigkeiten beim Sprechen, Essen und Trinken.
  • Veränderter Geschmackssinn.
  • Trockene Augen oder vermehrter Tränenfluss.
  • Schmerzen im Ohr oder hinter dem Ohr.
  • Empfindlichkeit gegenüber Geräuschen.

Diagnose

Die Diagnose erfolgt anhand der körperlichen Untersuchung und neurologischen Tests. Je nach vermuteter Ursache können weitere Untersuchungen erforderlich sein, wie z. B. Blutuntersuchungen, Lumbalpunktion, MRT oder CT.

Therapie

Die Therapie richtet sich nach der Ursache der Fazialisparese. Mögliche Behandlungen sind:

  • Kortikosteroide: Bei idiopathischer Fazialisparese.
  • Antivirale Medikamente: Bei Herpes Zoster Oticus.
  • Antibiotika: Bei Lyme-Borreliose oder bakteriellen Infektionen.
  • Physiotherapie: Um die Gesichtsmuskulatur zu stärken und die Funktion wiederherzustellen.
  • Chirurgische Eingriffe: In seltenen Fällen, um den Gesichtsnerv zu dekomprimieren oder zu reparieren.

Sinusitis

Eine Sinusitis ist eine Entzündung der Nasennebenhöhlen, die durch Bakterien, Viren oder Pilze verursacht werden kann. In seltenen Fällen kann sich die Entzündung auf die Augenhöhlen, die Hirnhaut (Meningitis) oder das Gehirn selbst (Enzephalitis) ausbreiten.

Symptome

  • Gesichtsschmerzen oder Druckgefühl: Vor allem im Bereich der Stirn, Wangen oder Nase.
  • Verstopfte Nase.
  • Nasenausfluss: Klar, eitrig oder blutig.
  • Kopfschmerzen.
  • Fieber.
  • Weitere Symptome: Müdigkeit, Husten, Geruchsverlust.

Diagnose

Die Diagnose erfolgt anhand der Symptome und einer körperlichen Untersuchung. In einigen Fällen kann eine Nasenendoskopie oder eine CT-Aufnahme der Nasennebenhöhlen erforderlich sein.

Therapie

Die Therapie richtet sich nach der Ursache der Sinusitis. Mögliche Behandlungen sind:

  • Abschwellende Nasensprays oder -tropfen.
  • Schmerzmittel.
  • Antibiotika: Bei bakterieller Sinusitis.
  • Kortikosteroide: Um die Entzündung zu reduzieren.
  • Nasenspülungen.
  • Chirurgische Eingriffe: In schweren Fällen, um die Nasennebenhöhlen zu öffnen und zu drainieren.

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