Hirntumoren sind Geschwülste im Gehirngewebe oder den Hirnhäuten, die sowohl gut- als auch bösartig sein können. Obwohl sie insgesamt selten auftreten (etwa einer von 10.000 Menschen ist betroffen), ist eine frühzeitige Erkennung entscheidend für die Heilungschancen. Oftmals werden Hirntumoren jedoch erst spät erkannt, da sie zu Beginn keine oder nur sehr unspezifische Beschwerden verursachen. Diese Beschwerden können je nach Größe und Lage des Tumors stark variieren.
Hirntumoren: Eine Übersicht
Primäre Tumoren des Gehirns und Rückenmarks sind Neubildungen, die direkt im zentralen Nervensystem entstehen. Diese Erkrankung betrifft vor allem Menschen ab dem 60. Lebensjahr, kann aber prinzipiell in jedem Alter auftreten und sogar bei Kindern entstehen. In den westlichen Industrieländern tritt die Erkrankung neu bei einem von 10.000 Einwohnern auf. Damit zählen Gehirntumoren zu den seltenen Tumorerkrankungen. Sowohl Erwachsene als auch Kinder können betroffen sein. Risikogruppen lassen sich nicht benennen, denn auslösende Faktoren sind nicht bekannt. Risiken und Lebensgewohnheiten, wie z.B. Rauchen oder übermäßiger Alkoholkonsum, spielen offensichtlich keine Rolle. Auch Umwelteinflüsse, Stress oder außergewöhnliche seelische Belastungen scheinen die Entwicklung eines Hirntumors nicht zu begünstigen.
Gutartige vs. Bösartige Tumoren
Gutartige Tumoren wachsen sehr langsam, dringen nicht in umliegende Gewebe ein und bilden keine Tochtergeschwülste. Bösartige Tumoren vergrößern sich sehr schnell, verwachsen häufig mit angrenzenden Strukturen oder bilden Metastasen.
Primäre und Sekundäre Hirntumoren
Mediziner unterscheiden grundsätzlich primäre und sekundäre Hirntumoren. Während ersterer direkt aus Hirngewebe entsteht, ist ein sekundärer Tumor eine Absiedelung einer Krebserkrankung anderswo im Körper - eine Metastase. Häufige Ursachen für Metastasen im Gehirn sind Lungen-, Brust-, Haut-, Nieren- und Blutkrebs.
Kopfschmerzen als mögliches Symptom
Eines der häufigsten Frühsymptome bei Gehirntumoren sind Kopfschmerzen. Wenn der Hirntumor wächst und das gesunde Gehirngewebe verdrängt, treten Symptome auf, die Fachleute Hirndruckzeichen nennen. Dazu zählen zum Beispiel Kopfschmerzen, die vor allem nachts und am frühen Morgen auftreten, da sie sich im Liegen verstärken. Innerhalb weniger Tage oder Wochen werden die Schmerzen heftiger. Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass Kopfschmerzen in den seltensten Fällen durch einen Hirntumor verursacht werden. Sie können auch andere Ursachen wie Entzündungen im Kopf, Probleme mit den Nasennebenhöhlen, den Augen oder hohen Blutdruck haben.
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Charakteristische Merkmale von Hirntumor-bedingten Kopfschmerzen
Kopfschmerzen bei Hirntumoren treten typischerweise nachts oder in den frühen Morgenstunden auf und bessern sich im Laufe des Tages. Sie können in relativ kurzer Zeit an Stärke zunehmen und sind nicht selten mit Übelkeit und Erbrechen verbunden. Für die meisten Patienten sind diese Beschwerden neu und anders als die bisher erlebten Kopfschmerzen.
Alarmsymptome bei Kopfschmerzen
Als Alarmsymptome im Hinblick auf eine Raumforderung gelten üblicherweise Symptome, die auf einen erhöhten Hirndruck hinweisen, also Kopfschmerzen gepaart mit Übelkeit und Erbrechen, die morgens gravierender sind als abends und die sich durch Husten oder Pressen sowie durch körperliche Aktivität weiter verstärken. Es kann auch ein lokalisierter Schmerz vorliegen, der ebenfalls morgens stärker ist als abends, insgesamt dabei aber progredient verläuft und sich beim Husten und Vornüberbeugen noch verschärft.
Kopfschmerzen und erhöhter Hirndruck
Allerdings ist ein erhöhter Hirndruck keinesfalls zwingend bei einem Gehirntumor, so dass man sich auf diese vermeintlich charakteristische Symptomatik nicht verlassen darf.
Kopfschmerzen bei Menschen mit häufigen Kopfschmerzen
So treten Hirntumoren überproportional bei Menschen auf, die allgemein oft unter Kopfschmerzen leiden, die dem typischen Spannungskopfschmerz und/oder der Migräne ähneln. Entsprechend den aktuellen Daten reagieren Menschen, die per se häufig unter Kopfschmerzen leiden, offenbar eher auch mit Kopfschmerzen auf einen Hirntumor. Das gilt für den Spannungskopfschmerz genauso wie für die Migräne. Menschen, die ansonsten aber eigentlich nie Kopfschmerzen haben, entwickeln in aller Regel auch im Falle eines Hirntumors keine Kopfschmerzen.
Weitere Symptome eines Hirntumors
Ein Hirntumor kann sich je nach Lage, Größe und Wachstum auf unterschiedlichste Art und Weise bemerkbar machen. Nehmen Sie die Signale Ihres Körpers ernst und lassen Sie etwaige Beschwerden zeitnah ärztlich abklären:
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- Übelkeit und Erbrechen: Eine weitere Folge des erhöhten Hirndrucks sind Übelkeit und schwallartiges Erbrechen, die häufig zeitgleich mit den Kopfschmerzen auftreten und ebenfalls innerhalb kurzer Zeit stärker werden. Typisch ist vor allem Übelkeit auf nüchternem Magen.
- Sehstörungen: Sehstörungen können Anzeichen für einen erhöhten Hirndruck sein oder durch die Lokalisation des Tumors selbst ausgelöst werden. Als Symptome treten Flimmern vor den Augen, Gesichtsfeldausfälle oder die Wahrnehmung von Doppelbildern auf. Insbesondere bei dem sogenannten Hypophysenadenom kann es zu Sehstörungen kommen: Die gutartige Geschwulst wächst in der Hirnanhangdrüse. Überschreitet sie eine gewisse Größe, kann sie auf den Sehnerv drücken und Beschwerden wie einen Gesichtsfeldausfall oder Doppelbilder auslösen.
- Neurologische Ausfälle: Je nach Größe und Lage des Tumors kann es zu verschiedensten neurologischen Ausfällen kommen: Dazu zählen beispielsweise Lähmungen, Sensibilitätsstörungen wie Kribbeln auf der Haut oder Berührungsempfindlichkeiten, Seh- und Koordinationsstörungen sowie sprachliche und kognitive Einschränkungen. Störungen der Bewegungsfähigkeit oder der Empfindungsfähigkeit allein sind bei Hirntumoren, insbesondere im Frühstadium, eher selten, können aber vorkommen und je nach Lokalisation eine Extremität oder eine Körperseite betreffen. Bei Tumoren im Bereich des Rückenmarks kann es zu einer Querschnittssymptomatik kommen, bei der in Abhängigkeit von der Höhe des Prozesses eine Atemstörung, eine Lähmung aller Extremitäten oder eine Lähmung der Beine auftreten kann.
- Epileptische Anfälle: Bei einigen Patienten treten als erste Symptome eines Tumors epileptische Anfälle auf. Der Anfall kann aus völligem Wohlbefinden heraus auftreten. Manchmal geht eine so genannte „Aura“ voraus, bei der der Betroffene ungewohnte, besondere Wahrnehmungen hat. Es kann auch zu Empfindungsstörungen oder Zuckungen einer Extremität oder Körperseite kommen („fokale Anfälle“). Kurze Episoden geistiger Abwesenheit können auftreten, in denen die Patienten immer wieder die gleichen Bewegungen durchführen („komplex-fokale Anfälle“).
- Hormonelle Störungen: Ein Hypophysenadenom kann zusätzlich mit hormonellen Störungen einhergehen. Denn diese Form des Hirntumors zeichnet sich durch eine Überproduktion von Hormonen aus. Das führt bei Männern zum Beispiel zu Funktionsstörungen der Hoden, bei Frauen kommt es zu Zyklusstörungen und einem krankhaften Milchfluss aus den Brüsten (Galaktorrhoe).
- Schwerhörigkeit: Schwerhörigkeit, oft begleitet von Ohrgeräuschen (Tinnitus), kann auf einen Hirntumor hindeuten - insbesondere, wenn sich die Hörleistung einseitig verschlechtert.
- Sprach- und Schluckstörungen: Ein weiteres neurologisches Symptom, das Folge eines Hirntumors sein kann, sind Sprachstörungen (Aphasie). Je nach Lage und Art des Tumors kann es außerdem zu Schluckbeschwerden (Dysphagie) kommen.
- Wesensveränderungen: Plötzlich leicht reizbar, schnell abgelenkt oder in sich gekehrt: Ein Hirntumor kann zu Persönlichkeitsveränderungen der betroffenen Person führen. Verhaltensänderungen ohne erkennbaren Auslöser können auf eine solche Krebserkrankung hindeuten. Ein Hirntumor kann nicht nur zu einer Wesensveränderung führen, sondern auch die psychische Gesundheit der Betroffenen beeinträchtigen. So entwickeln einige Erkrankte etwa Depressionen.
- Sonstige Symptome: Müdigkeit, Erschöpfung und Antriebslosigkeit sind als Krankheitszeichen unspezifisch und können allgemein bei schweren Erkrankungen auftreten.
Besondere Symptome bei Kindern
Babys und Kleinkinder, die bereits an einem Hirntumor leiden, haben oft einen vergrößerten Kopf (Hydrozephalus), im Volksmund Wasserkopf genannt. Dieser entsteht durch Flüssigkeitsansammlungen im Gehirn und zwischen den Hirnhäuten. Dadurch benötigt das Gehirn mehr Platz und der Schädel vergrößert sich. Kinder mit einem Hydrozephalus sind meist zusätzlich durch Entwicklungsstörungen wie geistige Behinderungen gekennzeichnet. Für einen vergrößerten Kopf kommen aber auch andere Erkrankungen als Ursache infrage.
Ein Medulloblastom kann bereits im frühen Kindesalter entstehen und ist in der Regel sehr aggressiv. Holen Sie umgehend ärztlichen Rat ein, wenn Ihr Kind unter unerklärlicher morgendlicher Übelkeit und Kopfschmerzen leidet oder plötzlich Schwierigkeiten hat, aufrecht zu sitzen und zu stehen. Eine frühe Diagnose und Behandlung steigern die Heilungschancen Ihres Kindes.
Diagnose von Hirntumoren
Bei Verdacht auf einen Hirntumor stehen dem behandelnden Arzt mehrere diagnostische Methoden zur Verfügung. Die präzise Schilderung der Beschwerden und die Erhebung der Krankengeschichte geben wichtige Informationen, die zur richtigen Diagnose führen können.
Neurologische Untersuchung: Während einer körperlichen Untersuchung kann der Facharzt etwaige neurologische Ausfälle feststellen, die den Verdacht auf einen Hirntumor stützen.
Bildgebende Verfahren:
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- Computertomographie (CT): Bei diesem Verfahren wird das Gehirn mit Hilfe von Röntgenstrahlen durchleuchtet und in Schnittbildern dargestellt. Damit ist es möglich, Tumoren, Verkalkungen und Blutungen zu erkennen.
- Magnetresonanztomographie (MRT): Untersuchungsverfahren der Wahl zum Nachweis und zur Darstellung eines Hirntumors ist allerdings die Kernspintomographie (MRT). Diese hat im letzten Jahrzehnt die Computertomographie in der Diagnostik von Hirntumoren verdrängt, da sie Unregelmäßigkeiten im Gehirn noch detaillierter sichtbar macht als die Computertomographie. Sie wird selbst dann durchgeführt wenn die Computertomographie trotz entsprechenden Verdachts keinen auffälligen Befund erbracht hat. Moderne Untersuchungen können beispielsweise zeigen, wie aktiv Stoffwechsel und Durchblutung des Tumors sind.
Weitere Diagnostische Methoden:
- Elektroencephalogramm (EEG): Mit dem EEG ist eine grobe Lokalisation eines Hirntumors möglich und kann die Anfallsgefährdung ermittelt werden.
- Liquor-Untersuchung: Die Liquor-Untersuchung dient in manchen Fällen zum Ausschluss einer entzündlichen Erkrankung des Nervensystems. Manche Hirntumoren können Krebszellen in das Hirnwasser - den sogenannten Liquor - schwemmen. Indem eine Probe dieser Flüssigkeit entnommen und untersucht wird, kann eine solche Streuung festgestellt und in Ihrer Therapie berücksichtigt werden.
- Biopsie: Nach einer Diagnose gibt eine Gewebeprobe Aufschluss darüber, ob der Tumor gut- oder bösartig ist. In der Regel wird diese im Rahmen einer Operation gewonnen, deren Ziel es ist, den Tumor vollständig zu entfernen. Je nach Lage und Ausprägung kann ein Neurochirurg die Gewebeprobe alternativ mit einer Nadel durch ein kleines Loch im Schädel entnehmen. Nach dem Eingriff werden mehrere Zellproben des entnommenen Tumors mikroskopisch auf ihre Gut- oder Bösartigkeit sowie ihren Ursprung untersucht. Erst mit diesen Informationen kann ein Team aus Ärzten verschiedener Fachrichtungen Ihre weitere Behandlung optimal planen.
Behandlung von Hirntumoren
Welche Behandlungsmaßnahmen zur Anwendung kommen, richtet sich nach der Art, der Lage, dem Schweregrad und dem Fortschrittslevel des Gehirntumors. Darüber hinaus werden das Alter und die Wünsche des Patienten berücksichtigt. Grundsätzlich kommen ein chirurgischer Eingriff, eine Strahlentherapie oder eine Chemotherapie infrage. Drei verschiedene Therapiemöglichkeiten können alleine oder auch in Kombination zum Einsatz kommen:
- Operation: Im Idealfall, der sehr selten auftritt, kann der Gehirntumor vollständig operativ entfernt werden, ohne Tumorzellen zurückzulassen. Häufig gelingt es jedoch nur, einen Grossteil des Tumors zu entfernen. In manchen Fällen, z.B. bei schlechtem Allgemeinzustand des Patienten oder ungünstiger Tumorlage, kann auch nur die Entnahme einer kleinen Gewebeprobe (Biopsie) zur Diagnosesicherung möglich sein. Einen oberflächlichen, klar abgegrenzten Hirntumor kann Ihr Neurochirurg im Optimalfall vollständig entfernen und somit heilen. Durch modernste Behandlungstechniken wie Neuronavigation und intraoperative Ultraschall- und MRT-Aufnahmen erzielt er dabei äußerst präzise Behandlungsergebnisse. Gesundes Hirngewebe wird dabei bestmöglich geschont.
- Strahlentherapie: Da in den allermeisten Fällen keine vollständige Entfernung der Tumorzellen möglich ist und durch eine ausgedehnte Operation lebenswichtige Strukturen des Gehirns verletzt werden würden, ist eine Nachbehandlung mittels Strahlentherapie und/oder Chemotherapie angeraten. Auch bei vollständiger Tumorentfernung ist in Abhängigkeit vom WHO-Grad des Tumors eine Nachbehandlung sinnvoll. Eine Strahlentherapie als Ersttherapie wird insbesondere dann eingesetzt, wenn der Tumor an einer besonders kritischen Stelle im Gehirn liegt und deswegen nur eine Biopsieentnahme und keine Operation möglich ist. Die Anzahl der Bestrahlungssitzungen und die Bestrahlungsintensität sind abhängig vom Gewebetyp. Während der Strahlentherapie können Nebenwirkungen wie Kopfdruck, Kopfschmerzen, Übelkeit, Haarausfall und ggf. Müdigkeit auftreten. Die meisten Nebenwirkungen können jedoch häufig durch den Einsatz von verschiedenen Medikamenten gemildert werden. Die Strahlentherapie hat, wie auch die Chemotherapie, die Vernichtung der Krebszellen zum Ziel. Durch eine gezielte Strahlenkonzentration sollen die Krebszellen geschädigt, das gesunde Gewebe aber verschont werden. Da bei den Tumoren des Gehirns operativ meist keine komplette Entfernung des Tumors möglich ist, sollen durch eine Bestrahlung im Anschluss an eine operative Tumorentfernung oder Biopsie die restlichen noch verbliebenen Tumorzellen zerstört werden. Somit soll ein erneutes lokales Tumorwachstum bzw. eine weitere Tumorausbreitung mit Wiederauftreten von Beschwerden verhindert werden. Aus diesem Grund erfolgt meist nach der Operation von Gehirntumoren eine Strahlentherapie, die häufig ambulant durchgeführt werden kann. Durch eine Bestrahlung kann das Risiko eines erneuten Tumorwachstums vermindert werden. Auch bei weit fortgeschrittenen Tumorerkrankungen mit großen Tumoren oder Metastasen kann die Strahlentherapie eingesetzt werden, in diesem Fall insbesondere zur Kontrolle der Beschwerden und zur Schmerzlinderung.
- Chemotherapie: Eine Chemotherapie alleine, ohne Operation und Strahlentherapie, zeigt bei den meisten Gehirntumoren eine nur geringe Wirkung. Jedoch kann eine Chemotherapie bei kombiniertem Einsatz mit der Strahlentherapie die Wirkung der Strahlentherapie verbessern. Die Chemotherapie kann nach Ende der Bestrahlung bei nachgewiesener Wirksamkeit fortgesetzt werden, um die bis dahin erreichte Wirkung (Symptomkontrolle, Größenstabilisierung oder Größenreduktion) aufrecht zu erhalten und weiter zu verbessern. Auch bei Einsatz einer Chemotherapie nach einer Strahlentherapie, wenn diese nicht mehr möglich ist, z.B. im Falle eines erneuten Auftretens eines Tumors, kann durch verschiedene Substanzen und durch verschiedene Kombinationen eine Symptomkontrolle ggf. mit Ansprechen des Tumors (Größenstabilisierung oder Größenreduktion) erreicht werden. Seit kurzem stehen zur Chemotherapie von Gehirntumoren neuere gutverträgliche Substanzen zur Verfügung, für die eine Wirksamkeit bei verschiedenen Tumoren des Gehirns gezeigt werden konnte und für andere Tumoren im Weiteren noch gezeigt werden muss. Da aufgrund neuer Erkenntnisse die Wirksamkeit vieler bekannter und neuentwickelter Substanzen in der Therapie der Gehirntumoren untersucht werden, ist es grundsätzlich für Patienten mit einem Gehirntumor ratsam, diese tumorspezifischen Therapien von spezialisierten Ärzten an "Therapiezentren" und falls möglich innerhalb "klinischer Studien" durchführen zu lassen. Ein Teil dieser Therapien kann ambulant durchgeführt werden. Um bei einem Gehirntumor wirken zu können, müssen die Substanzen erst die Blut-Hirn-Schranke überwinden. Da das nicht so einfach ist, werden sie manchmal direkt in den Rückenmarkskanal injiziert. Wie die Bestrahlung erfasst die Chemotherapie neben den Tumorzellen auch gesundes Gewebe.
Palliativtherapie
Ist der Krebs nicht heilbar, liegt der Schwerpunkt der Behandlung darauf, die Beschwerden zu lindern. So können beispielsweise stärkere Schmerzmittel oder Medikamente gegen epileptische Anfälle und Übelkeit helfen, die Symptome der Erkrankung abzuschwächen. Sie sind in dieser schweren Zeit nicht allein: Wenden Sie sich als Patient oder als Angehöriger an einen Psychoonkologen und sprechen Sie über Ihre Ängste, Sorgen und Hoffnungen.
Prognose bei Hirntumoren
Die Überlebenschance bei einem Gehirntumor hängt von seiner Art, der Ausbreitung, der Wachstumsgeschwindigkeit und der Aggressivität ab. Grundsätzlich gilt auch hier, je früher ein Gehirntumor erkannt wird, umso günstiger ist die Prognose für den Patienten. In Abhängigkeit von der WHO-Klassifikation des Tumors ist meist jedoch keine Heilung, sondern eine Symptomkontrolle ggf. mit Verlängerung des Überlebens und Stabilisierung bzw. Reduktion der Tumorgröße möglich. Viele Hirntumoren können geheilt oder langfristig in Schach gehalten werden.
Wann sollte man einen Arzt aufsuchen?
Sollten Sie unter solchen Beschwerden leiden, ist es dringend geboten, einen Neurologen aufzusuchen, der die erforderlichen diagnostischen Schritte einleitet. Dringend untersuchen lassen sollte man sich daher, wenn die Schmerzen sehr stark sind, plötzlich oder erstmalig auftreten.
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