Olivenöl und Parkinson: Ernährung als unterstützende Therapie

Eine angepasste Ernährung kann das Risiko einer Parkinsonerkrankung senken, den Verlauf verlangsamen und die Wirksamkeit von Medikamenten verbessern. Die Bedeutung der Ernährung bei Parkinson wird zunehmend erkannt.

Die Rolle der Ernährung bei der Entwicklung von Parkinson

Bestimmte Ernährungsweisen sind mit einer geringeren Inzidenz, einem späteren Krankheitsbeginn und einem günstigeren Verlauf der Parkinsonkrankheit verbunden. Dies ist vergleichbar mit der Bedeutung der Ernährung bei Alzheimer, wo beispielsweise die MIND-Diät ("Mediterranean DASH Intervention for Neurodegenerative Delay") eine Rolle spielt. Die MIND-Diät, eine Abwandlung der klassischen mediterranen Diät, legt den Fokus auf grünes Blattgemüse und Beeren, während bestimmte Milchprodukte, insbesondere Käse, kritischer betrachtet werden.

Warum Käse kritisch gesehen wird

Die in Käse enthaltenen Fette scheinen epidemiologisch ungünstig zu sein. Stattdessen werden Fisch, Hülsenfrüchte, Nüsse und Blattgemüse empfohlen, da sie mit ihren Antioxidantien und Flavonoiden neuroprotektive Eigenschaften haben sollen. Diese Empfehlungen decken sich mit den aktuellen Ernährungsempfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung, die zusätzlich Wert auf Nachhaltigkeit sowie regionale und saisonale Produkte legt. Studien aus Australien deuten darauf hin, dass die MIND-Diät mit einer bis zu 50 Prozent geringeren Inzidenz von Alzheimer einhergehen kann. Es gibt Hinweise darauf, dass eine passende Ernährung den Verlauf neurodegenerativer Erkrankungen verlangsamen kann, obwohl die Datenlage hierzu noch begrenzt ist.

Die Bedeutung des Darms bei Parkinson

Der Darm spielt eine zentrale Rolle bei der Entstehung und dem Verlauf von Parkinson. Chronische Verstopfung stellt ein Risiko dar, später im Leben Parkinson zu entwickeln. Eine darmgesunde Ernährung ist für bereits Erkrankte von großer Bedeutung, da sie häufig unter Verstopfung leiden, was die Lebensqualität beeinträchtigt und die Aufnahme von Medikamenten beeinflusst. Wenn der Darm träge ist, kann das Medikament Levodopa nicht richtig resorbiert werden.

Ernährungsempfehlungen für Parkinsonpatienten

Eine Ernährung mit viel Obst, Gemüse und Hülsenfrüchten als Proteinquelle ist empfehlenswert. Beeren und Nüsse sind ebenfalls sinnvoll. Anstelle von tierischen Fetten sollten pflanzliche Öle wie Olivenöl bevorzugt werden. Rohkost und Ballaststoffe sind wichtig, wobei auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr geachtet werden muss, damit die Ballaststoffe quellen und die Darmbewegung fördern können. Parkinsonpatienten trinken oft zu wenig.

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Bei der Planung der Mahlzeiten ist zu beachten, dass das Medikament Levodopa idealerweise mindestens eine halbe Stunde vor oder frühestens anderthalb Stunden nach einer Mahlzeit mit ausreichend Flüssigkeit eingenommen werden sollte. Bei fortgeschrittener Erkrankung und häufiger Levodopa-Einnahme sind diese Karenzzeiten jedoch oft nicht praktikabel, sodass Kompromisse gefunden werden müssen.

Individuelle Anpassung der Ernährung

Die ideale Ernährung ist individuell und hängt vom Erkrankungsstadium sowie dem Ansprechen auf Levodopa ab. In Phasen von Wirkungsschwankungen kann eine Mahlzeit eine "Off-Phase" auslösen, in der die Symptomkontrolle schlecht ist. Levodopa benötigt freie Bahn im Dünndarm. Ein schwer verdauliches Gericht wie Schweinsbraten kann den Magen über Stunden blockieren.

Obwohl bestimmte Lebensmittel vermieden werden sollten, ist es wichtig zu berücksichtigen, dass Essen auch eine Quelle der Lebensfreude und -qualität ist. Es ist entscheidend, ein Gleichgewicht zu finden und die Lebensqualität nicht unnötig einzuschränken. Patienten sollten sich bewusst sein, wie sie den besten Nutzen aus Levodopa ziehen können.

Problematische Lebensmittel

Fleisch und Wurst können problematisch sein, da sie schwer verdaulich sind und viel Eiweiß enthalten. Auch Joghurt und Fisch können die Aufnahme von Levodopa erschweren, sind aber schneller verdaut. Patienten mit Wirkungsschwankungen sollten mehrere kleinere Mahlzeiten zu sich nehmen oder eine Protein-Redistributionsdiät in Betracht ziehen, bei der die Proteine vorwiegend abends eingenommen werden. Auf Proteine sollte jedoch nicht verzichtet werden.

Zucker und Süßigkeiten

Zucker, verarbeitete und frittierte Lebensmittel sowie rotes Fleisch gelten als schädlich bei Parkinson. Viele Patienten haben jedoch Heißhunger auf Süßigkeiten, was möglicherweise auf den Dopaminmangel oder Impulskontrollstörungen durch Dopaminagonisten zurückzuführen ist. Parkinsonpatienten haben eine höhere Inzidenz von Diabetes und umgekehrt. Einige Patienten berichten, dass Levodopa-Tabletten in Kombination mit Cola schneller wirken, was auf den niedrigen pH-Wert und die Kohlensäure zurückgeführt wird, die die Levodopa-Resorption erleichtern sollen, obwohl es hierzu keine Studien gibt.

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Medikamentenpumpen

Es gibt eine neue Art von Medikamentenpumpe zur subkutanen Infusion von Foslevodopa/Foscarbidopa, die die Aufnahme der Dopaminersatzstoffe vom oberen Gastrointestinaltrakt unabhängig machen und somit Wirkungsschwankungen von Levodopa ausgleichen soll.

Umgang mit Schluckstörungen

Bei Schluckstörungen sollte zunächst abgeklärt werden, ob die Patienten auf Levodopa ansprechen. Schluckstörungen im frühen Verlauf können auf ein atypisches Parkinson-Syndrom hinweisen. Es gibt Schlucktrainings durch Logopäden und Schluckwecker, die an das Schlucken erinnern. Studien haben gezeigt, dass bestimmte Übungen die Schlucksicherheit und Schluckfrequenz verbessern können. Die Konsistenz der Kost kann angepasst werden, wobei leicht zu schluckende, ballaststoffreiche Speisen wie Hummus geeignet sein können.

Weitere Lebensstilfaktoren

Neben der Ernährung spielen auch andere Lebensstilfaktoren eine Rolle. Aerobes Training und Krafttraining können den Verlauf der Erkrankung günstig beeinflussen. Die Schwierigkeit besteht darin, die Patienten zur Aktivität zu motivieren, da Parkinsonkranke zur Inaktivität neigen. Aktivierung und Strukturierung des Alltags sind daher wichtig.

Aktuelle Forschung

Die Forschung konzentriert sich zunehmend auf die Modifikation des Krankheitsverlaufs. Studien suchen nach Probanden mit bestimmten genetischen Varianten oder Mutationen, die mit vermehrten Alpha-Synuclein-Ablagerungen in Nervenzellen assoziiert sind.

Nahrungsergänzungsmittel und Gewürze

Aktuell ist eine ursächliche Therapie von Parkinson-Syndromen nicht möglich. Viele Betroffene erhoffen sich eine präventive Wirkung oder eine Verlangsamung des Fortschreitens der Erkrankung durch Nahrungsergänzungsmittel und Gewürze, die den zellzerstörenden oxidativen Stress reduzieren sollen.

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Nahrungsergänzungsmittel ergänzen die allgemeine Ernährung durch Mikronährstoffe in konzentrierter Form und müssen kein behördliches Zulassungsverfahren durchlaufen. Sie sind für gesunde Menschen meist nutzlos, können aber für bestimmte Risikogruppen, einschließlich Parkinson-Patienten, sinnvoll sein. Gewürze sind Pflanzenteile, die in geringer Menge als Geschmacks- und Geruchsgeber verwendet werden.

Studienergebnisse zu Nahrungsergänzungsmitteln

Eine Studie aus dem Jahr 2017 untersuchte die Ernährungsgewohnheiten von Parkinson-Patienten. Es zeigte sich, dass der Konsum von frischem Gemüse, frischem Obst, Nüssen, Samen, Olivenöl, Wein, Kokosöl, frischen Kräutern und Gewürzen mit einem langsameren Krankheitsverlauf assoziiert war. Von den eingenommenen Supplements war nur Fischöl mit einer langsameren Progression assoziiert. Es ist reich an Omega-3-Fettsäuren, denen entzündungshemmende und zellschützende Effekte zugesprochen werden.

Eine Übersichtsarbeit aus dem Jahr 2020 wies auf den drohenden Eiweißmangel bei Parkinson hin und empfahl 20 mg Molkenprotein über den Tag verteilt. Ebenso wurde auf die Bedeutung einer guten Verdauung hingewiesen, welche durch eine ballaststoffreiche Kost und Bewegung unterstützt werden kann. Der negative Einfluss von Schlafmangel und Stress wurde abschließend diskutiert.

Vitamin-D- und B-Vitamine

Ein Mangel an Vitamin D ist bei Parkinson-Patienten häufig und mit einem erhöhten Sturzrisiko verbunden. Eine orale Nahrungsergänzung mit Vitamin D kann Frakturen reduzieren. Bei nachgewiesener Osteoporose sollte zusätzlich Kalzium gegeben werden. Moderne Vitamin-D-Präparate sind mit Vitamin K2 kombiniert, um die richtige Verwertung von Kalzium zu unterstützen. Eine Vitamin-D-Überdosierung kann jedoch zu Nierenschäden führen.

Aufgrund der Risikofaktoren kann es bei Parkinson-Betroffenen zu einem Mangel an B-Vitaminen kommen, insbesondere Vitamin B12, Vitamin B6 und Folsäure. Eine ungezielte "Gießkannenbehandlung" mit Vitamin-B-Komplex-Präparaten kann jedoch schädlich sein. Insbesondere eine Überdosierung mit Vitamin B6 kann zu einer Hemmung der L-DOPA-Wirkung führen! Eine Ersatztherapie mit B-Vitaminen sollte erst nach Feststellung eines Mangels durch eine Blutuntersuchung erfolgen.

Weitere Vitalstoffe

Eine mediterrane Ernährung ist reich an Antioxidantien und soll vor Parkinson schützen. Für entsprechende Nahrungsergänzungsmittel konnte bisher jedoch keine solche neuroprotektive Wirksamkeit nachgewiesen werden. Coenzym Q10 zeigte in einer Studie keine Verlangsamung der Krankheit in einem frühen Stadium.

Für nikotinhaltige Nahrungsmittel, einschließlich Tomaten, Kartoffeln, Auberginen, Chili und Paprika, konnte ein reduziertes Parkinson-Risiko bei Nichtrauchern nachgewiesen werden. Lycopin, der rote Farbstoff der Tomate, konnte im Tierversuch dopaminerge Nervenzellen vor oxidativem Stress schützen. Senfölglykoside in Kreuzblütengewächsen verfügen im Tierversuch über einen antioxidativen Effekt. Anthocyane in roten Beeren und Gemüse zeigten eine hemmende Wirkung auf die Monoaminooxidasen (MAO) A und B. Auch für carotinhaltige Lebensmittel wurde in epidemiologischen Studien ein neuroprotektiver Effekt nachgewiesen.

Spurenelemente und weitere Substanzen

Mehrere Studien fanden bei Parkinson-Patienten niedrigere Spiegel von Eisen, Kupfer und Zink. Die Wirksamkeit von Nahrungsergänzungsmitteln bei Patienten mit einem bestehenden, laborchemisch nachgewiesenen Eisenmangel oder Restless-Legs-Syndrom ist unbestritten. Ein Zinkmangel kann zu Wundheilungsstörungen führen. Ob jedoch eine Substitution bei allen Patienten zu einer Verbesserung der Krankheitssymptome oder der Prognose führt, ist nicht systematisch untersucht.

Curcumin, ein Bestandteil von Kurkuma, zeigte in Parkinson-Labormodellen eine neuroprotektive Wirkung.

Zusammenfassend können Nahrungsergänzungsmittel aufgrund der durchwachsenen Studienlage zur Wirksamkeit speziell bei Parkinson nur bei einem bereits bestehenden Mangel uneingeschränkt empfohlen werden. Gewürze und eine ausgewogene Ernährung mit Vitaminen, Mineralien und sekundären Pflanzenstoffen sind jedoch unbedenklich und nachgewiesenermaßen von Vorteil. Gegen den drohenden Muskelabbau (Sarkopenie) scheint neben regelmäßiger Bewegung eine Nahrungsergänzung mit Molkeprotein nützlich, zudem sollte von der über Jahre empfohlenen eiweißarmen Kost Abstand genommen werden.

Die Bedeutung von Olivenöl

Olivenöl ist ein Hauptbestandteil der gesunden mediterranen Ernährung und somit ein wichtiger Fettlieferant. Es konnte gezeigt werden, dass bestimmte Inhaltsstoffe im Olivenöl der Zellalterung entgegenwirken und die Häufigkeit von altersbedingten kognitiven Einbußen wie Alzheimer und Parkinson verringern. Olivenöl spielt eine wichtige Rolle bei der Reifung von neuen Nervenzellen.

Es ist wichtig zu beachten, dass viele dieser Eigenschaften isoliert im Labor untersucht wurden und nicht bei der Heilung von Krankheiten getestet wurden. Besonders gesund ist die Verbindung mit den anderen Zutaten der mediterranen Ernährung: viel frisches Gemüse, wenig rotes Fleisch, dafür eher Fisch, Nüsse und Getreide.

Hersteller dürfen seit 2011 ausdrücklich auf die gesundheitsfördernden Wirkungen von Olivenöl hinweisen, jedoch nur, wenn bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind. Diese Voraussetzungen regelt die Health-Claim-Verordnung der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA). Olivenöle mit einem hohen Anteil an Ölsäure tragen zur Aufrechterhaltung eines normalen Cholesterinspiegels im Blut bei. Diese Angabe darf aber nur für Olivenöl verwendet werden, das mindestens 5 mg Hydroxytyrosol und dessen Derivate je 20 g Olivenöl enthält.

Weitere Ernährungsempfehlungen

  • Milch und Milchprodukte: Täglich Milch und Milchprodukte wie Joghurt und Käse konsumieren.
  • Fisch: Ein- bis zweimal pro Woche Fisch essen, insbesondere fettreichen Fisch.
  • Fleisch und Wurst: Selten Fleisch und Wurst essen.
  • Eier: Ab und zu Eier als Teil einer vollwertigen Ernährung.

Ernährungstherapeutische Maßnahmen

Bei der Frage, welche Ernährung bei Parkinson die richtige ist, geht es vor allem darum, durch ausgewählte Lebensmittel aber auch ernährungstherapeutische Maßnahmen, die Freude am Essen beizubehalten und die Lebensqualität der Betroffenen zu steigern. Eine gesunde Ernährung sollte abwechslungsreich und ausgewogen sein. Die Mahlzeiten sollten über den Tag gut verteilt sein, wobei mehrere kleine Mahlzeiten oft bekömmlicher sind.

Energiezufuhr und Gewichtsmanagement

Eine ausreichende Energiezufuhr ist wichtig, um Gewichtsverlust zu vermeiden. Als Faustregel gelten 25 bis 30 Kalorien pro Kilogramm Körpergewicht. Gründe für ungewollte Gewichtsabnahme können Magenentleerungsstörungen, Verstopfung, Schluckbeschwerden oder Riechstörungen sein. Parkinsonerkrankte haben außerdem einen erhöhten Energieverbrauch.

Bei unerwünschtem Gewichtsverlust sollte rechtzeitig gehandelt werden, indem der Kaloriengehalt der Speisen erhöht wird, vor allem durch fettreiche Lebensmittel.

Eiweißzufuhr

Eiweiß ist wichtig für den Aufbau und Erhalt von Muskulatur sowie für das Immunsystem. Bei der Einnahme von Medikamenten mit dem Wirkstoff Levodopa (L-Dopa) ist auf den Eiweißgehalt der Mahlzeit zu achten. Proteinreiche Mahlzeiten können die Wirksamkeit des Medikaments vermindern. Daher empfiehlt es sich, das Medikament 30 bis 45 Minuten vor der Mahlzeit oder 60 bis 90 Minuten nach der Mahlzeit einzunehmen.

Es gibt unterschiedliche Meinungen bezüglich der Eiweißverteilung über den Tag. Manche Experten empfehlen, insgesamt weniger Protein aufzunehmen und es gleichmäßig auf die Mahlzeiten zu verteilen, während andere den Hauptteil der eiweißhaltigen Lebensmittel am Abend empfehlen.

Ballaststoffe und Flüssigkeitszufuhr

Ballaststoffe und eine ausreichende Trinkmenge sind für die Verdauung besonders wichtig. Viele Parkinsonpatienten haben Probleme mit ihrer Verdauung, sie klagen über Darmträgheit und Verstopfung (Obstipation). Die DGE empfiehlt 30 g Ballaststoffe am Tag. Über den Tag verteilt sollten Parkinsonerkrankte 1,5 bis 2 Liter trinken.

Umgang mit Schluckproblemen

In allen Phasen der Parkinson-Erkrankung kann es zu Schluckproblemen kommen. Diese Probleme können tageszeitlich sehr unterschiedlich ausgeprägt sein. Durch eine Mangelernährung kann sich außerdem der Behandlungserfolg einer Schluckstörung verlangsamen. Eine gezielte Ernährungstherapie ermöglicht die Aufrechterhaltung beziehungsweise Verbesserung des Ernährungszustandes.

Schwierigkeiten beim Kauen und Schlucken lassen sich durch ein Anpassen der Konsistenz verbessern. Parkinson-Erkrankte mit starken Schluckbeschwerden haben häufig Probleme bei Gerichten mit unterschiedlichen Konsistenzen (z. B. Eintöpfen), was die Gefahr von Aspirationen (Eindringen von Nahrung in die Atemwege) steigert. Auch dünnflüssige Konsistenzen sind im Mund aufgrund ihrer hohen Fließgeschwindigkeit nur schwer kontrollierbar. Gerichte mit stückigen Einlagen sowie Fasern, Krümeln und Kernen sollten Betroffene meiden.

Ernährungsempfehlungen für Parkinson-Erkrankte mit einer Schluckstörung:

  • Abschneiden der Rinde am Brot
  • Speisen besonders weich kochen, zerkleinern und/oder pürieren
  • Gegebenenfalls die Getränke und Suppen andicken (es gibt geschmacksneutrale Verdickungsmittel in der Apotheke oder im Internet)
  • Einsatz von individuell geeigneten Trink- und Esshilfen

Studie zum Konsum von Ölen und Mayonnaise

Eine Studie im Iran analysierte den Zusammenhang zwischen dem Konsum von verschiedenen Ölen und Mayonnaise bei Parkinson-Patienten und gesunden Personen. Die Ergebnisse zeigen, dass Patienten mit Parkinson mehr nicht-hydrierte pflanzliche Öle, Olivenöl und Mayonnaise konsumieren, während sie weniger hydrierte pflanzliche und tierische Fette zu sich nehmen. Interessanterweise stand der Konsum von Olivenöl und Mayonnaise nicht mit der Schwere der Parkinson-Symptome in Verbindung.

Tipps vom Koch mit Parkinson

Der flämische Koch Yves Meersman, der selbst an Parkinson erkrankt ist, bietet praktische Informationen und nützliche Tipps rund um die Ernährung für Parkinson-Patienten. Er empfiehlt, alle Zutaten separat klein zu hacken, beim Garen von Fleisch, Fisch oder Geflügel entstehende Soße oder Brühe zu verwenden und nach dem Zermahlen und kurz vor dem Servieren einen Esslöffel extra kalt gepresstes Olivenöl, reines Sonnenblumenöl oder Leinsamenöl der warmen oder kalten Masse beizufügen. Verwenden Sie fein gemahlene Gewürze.

Symptome und Diagnose von Parkinson

Parkinson ist eine Erkrankung des Nervensystems, die zur Schädigung der Nervenzellen im Gehirn führt, die das Hormon Dopamin produzieren. Zu den Symptomen gehören Bewegungsstörungen, Sprach- und Schluckschwierigkeiten, Schlafstörungen und Demenz. Parkinson ist leider nicht heilbar.

Ursachen und Risikofaktoren

Warum die Nervenzellen bei Parkinson-Betroffenen absterben, ist noch nicht vollständig geklärt. Es wird angenommen, dass mehrere Faktoren zusammenkommen müssen, darunter genetische Defekte, eine schlechtere Reaktion der Nervenzellen auf Wachstumsfaktoren und das Alter.

Die Rolle des Darms

Viele Betroffene mit dem idiopathischen Parkinson-Syndrom leiden zehn bis dreißig Jahre vor der Diagnose an Magen-Darm-Problemen. Es gibt Hinweise darauf, dass krankmachende Eiweiße über den Vagus-Nerv vom Darm ins Gehirn aufsteigen können. Die Darmflora von Menschen mit Parkinson unterscheidet sich von einer gesunden Darmflora. Viele Menschen mit Parkinson leiden unter dem sogenannten Leaky-Gut-Syndrom, bei dem Entzündungsstoffe vom Darm in das Gehirn gelangen können.

Symptome und Verlauf

Das idiopathische Parkinson-Syndrom entwickelt sich schleichend. Erste Anzeichen zeigen sich oft schon Jahre, bevor Betroffene die Diagnose erhalten. Zu den Hauptsymptomen gehören Zittern (Tremor), Muskelsteifheit (Rigor), Bewegungsstörungen und Geh- und Haltungsstörungen (Posturale Instabilität). Im Spätstadium von Parkinson sind Betroffene im Alltag bei vielen Tätigkeiten auf Unterstützung angewiesen.

Diagnose und Behandlung

Die Diagnose von Parkinson ist sehr umfangreich und umfasst die Erhebung der Krankengeschichte, eine körperliche und neurologische Untersuchung, eine Bildgebung des Gehirns und einen L-Dopa-Test. Die wichtigste Therapie bei Parkinson ist die Gabe von Medikamenten, insbesondere Levodopa (L-Dopa) und Dopaminagonisten. Ergänzend zu den Medikamenten erhalten viele Betroffene Physiotherapie, Logopädie und/oder Ergotherapie. Bei der Ergotherapie trainieren Betroffene ihre feinmotorischen Fähigkeiten, wie zum Beispiel das Schreiben, das An- und Auskleiden, Essen und die Körperpflege. Um die Beweglichkeit, Koordination und das Gleichgewicht zu fördern und zu verbessern, kann Physiotherapie helfen.

Ernährung als Teil der Therapie

Mit der richtigen Ernährung kann die Parkinson-Erkrankung zwar nicht geheilt werden, jedoch kann sie einen positiven Effekt auf den Verlauf haben. Vor allem mediterrane Ernährungsweisen rücken dabei immer mehr in den Fokus der Forschung. Die MIND-Diät ist eine Kombination aus der Mittelmeerdiät und der DASH-Diät.

Empfohlene Lebensmittel

  • Gemüse
  • Obst
  • Hülsenfrüchte
  • Vollkornprodukte
  • Nüsse
  • Samen
  • Olivenöl

Diese Lebensmittel sind reich an Ballaststoffen, sekundären Pflanzenstoffen und/oder Omega-3-Fettsäuren.

Zu vermeidende Lebensmittel

  • Butter und Margarine
  • Rotes Fleisch
  • Käse
  • Gebäck und Süßigkeiten
  • Fast Food und Frittiertes

Darmgesundheit

Es kann hilfreich sein, präventiv eine gesunde Darmflora zu fördern. Auf dem Speiseplan sollten viele pro- und präbiotische Lebensmittel stehen.

Tipps für den Alltag

  • Verwende möglichst frische und vielfältige Zutaten.
  • Würze die Speisen kräftig mit Gewürzen und Kräutern.
  • Zermahle die Gewürze fein in einem Mörser.
  • Gebe einen kleinen Schuss Olivenöl zu deinen fertigen Speisen.
  • Iss kleinere Mahlzeiten über den Tag verteilt.
  • Trenne das Essen und Trinken voneinander.
  • Achte darauf, mindestens 30 Gramm Ballaststoffe pro Tag zu dir zu nehmen.
  • Wichtig bei Dopa-Medikamenten: Nimm diese nicht gleichzeitig mit eiweißhaltigen Lebensmitteln ein.

Wichtige Vitalstoffe

  • Omega-3-Fettsäuren: Wirken antientzündlich und können so die Nervenzellen schützen.
  • Vitamin B12: Eine gute Versorgung kann sich positiv auf das Parkinson-Syndrom auswirken.

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