Nasebohren: Ursachen, Folgen und der Zusammenhang zum Gehirn

Nasebohren ist ein weitverbreitetes, wenn auch oft als unappetitlich empfundenes Verhalten. Während Kinder oft ungeniert in der Nase popeln, tun es Erwachsene meist heimlich. Doch was steckt hinter dieser Angewohnheit, und welche Auswirkungen hat sie auf unsere Gesundheit, insbesondere auf unser Gehirn?

Was ist Popeln eigentlich?

Als „Popel“ bezeichnet man angetrocknetes Nasensekret, auch Nasenschleim, Rotz oder Schnodder genannt. Dieses schleimartige Sekret wird in der Nase von Menschen und Tieren durch Drüsen in der Schleimhaut gebildet. Es filtert Krankheitserreger und Schadstoffe wie Pollen und Staub aus der Luft, bevor diese in die Lunge gelangen. Außerdem befeuchtet die Nasenschleimhaut unsere Atemluft und verhindert so, dass sie austrocknet. Wenn dieser Schleim trocknet, bildet er Krusten, die wir als Popel bezeichnen.

Die Farbe eines Popels hängt vor allem davon ab, wie viel Material aus der Luft (z.B. Staub, Pollen, Rußpartikel oder ähnliches) und welche Art von Schmutz enthalten ist. Bemerkt man jedoch, dass der Schleim und die Popel sichtlich grün bzw. gelb erscheinen, steckt manchmal auch eine sich anbahnende Erkältung hinter der Farbveränderung. Hier ist oft ein hoher Anteil an Bakterien schuld an der Farbgebung. Fühlen Sie sich zusätzlich schlapp oder angeschlagen, sollten Sie sich körperlich schonen und ggf.

Warum popeln wir?

Es gibt verschiedene Gründe, warum Menschen in der Nase bohren. Zum einen ist es eine praktische Möglichkeit, Fremdkörper aus der Nase zu entfernen. Mit nichts kann man vermeintlich so schnell und einfach Fremdkörper aus der Nase befördern, wie mit unseren Fingern. Zum anderen kann Popeln als Beschäftigung beim Stressabbau helfen, ähnlich wie das Knabbern an den Fingernägeln. Zusätzlich popeln wir hin und wieder, einfach aus der Langeweile heraus.

Ist Popeln gefährlich?

Nasebohren ist nicht nur gesellschaftlich negativ angesehen. Auch aus medizinischer Sicht wird häufig davon abgeraten und Popeln als ungesund bezeichnet. Unsere Nase ist im Inneren mit einer empfindlichen Schleimhaut versehen. Wer mit dem Finger in der Nase bohrt, sollte vorsichtig sein. Denn wenn man es zu tief und zu häufig mache, könne es zu Verletzungen und Verkrustungen im Naseninneren kommen. Kratzt man diese immer wieder auf, kann der Knorpel sich entzünden. Im Extremfall droht dann ein Cent-großes Loch in der Nasenscheidewand. Durch das Reiben kann eine Wundfläche entstehen, die erst einmal abheilen muss. Zusätzlich können in die entstandenen Wunden in der Schleimhaut leichter Keime eindringen. Bohren wir zu tief, zu aggressiv und zu lange in der Nase können wir die empfindliche Nasenschleimhaut schädigen. Die Verletzungen, die entstehen, können nicht nur zu Nasenbluten führen, sondern auch zum Durchbruch der Nasenscheidewand. Dadurch wiederum kann es zu einer Verengung der Nasengänge kommen, die Atmung wird beeinträchtigt. Je nachdem wie ausgeprägt der Schaden ist, muss operiert werden.

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Der Zusammenhang zwischen Nasebohren und Alzheimer

Eine Studie von Forschenden der Griffith University (Australien) hat in Versuchen mit Mäusen festgestellt, dass über den Riechnerv ein Bakterium von der Nase ins Gehirn wandern kann. Dort hinterließ es Spuren, „die ein verräterisches Zeichen für die Alzheimer-Krankheit sind“, wie es in einer Mitteilung der Hochschule heißt.

Bei dem Bakterium handelt es sich um Chlamydia pneumoniae. Der Erreger ist sehr verbreitet und wird über die Luft übertragen. Die Versuche ergaben, dass das Bakterium den Riechnerv, der sich zwischen der Nasenhöhle und dem Gehirn erstreckt, als Invasionsweg nutzte, um in das zentrale Nervensystem zu gelangen. Die Zellen im Gehirn reagierten auf den Eindringling, indem sie Amyloid-Beta-Protein ablagerten. Ablagerungen dieses Eiweißes sind der Hauptbestandteil der für die Demenz-Erkrankung so typischen Plaques.

Nasebohren und das Herauszupfen von Haaren aus der Nase, erhöhten das Risiko, dass Erreger über den Riechnerv ins Gehirn gelangen, erklärt James St. John. Denn durch das Popeln und Ziehen werde die Schleimhaut auf der Innenseite der Nase geschädigt.

Dennoch kann die Forschung keine finale Kausalität zwischen Popeln und Alzheimer herstellen. Sicher sei jedoch, dass ein Zusammenhang besteht. Vor allem sei nur schwer zu sagen, was zuerst da war: Infektion oder Alzheimer.

Ist Popel essen gesund?

Popel essen - auf Deutsch: Mukophagie - ist laut Wissenschaft gesund. Aber nur die eigenen! Die Körperabwehr nutzt Bakterien aus dem Nasenschleim, um zu trainieren und zwischen guten und schlechten Mikroorganismen zu unterscheiden. Unsere eigene Abwehr nutzt Viren und Bakterien, die im Nasenschleim enthalten sind, um zwischen guten und schlechten Mikroorganismen zu unterscheiden. Neueste Forschungen zeigen, dass das Essen der Popel sogar besonders gut für die Zähne ist.

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Wie kann man sich das Popeln abgewöhnen?

„Das Nasebohren ist ja weitestgehend eine Gewohnheit, die dann auftritt, wenn uns das Gehirn sagt: Da ist was in der Nase, was raus muss. Eine Alternative sieht Dr.

  • Sorgen Sie für ausreichend Flüssigkeit: Wird unser Körper ausreichend mit Flüssigkeit versorgt, profitieren auch unsere Schleimhäute. Sie bleiben feucht und damit auch robust genug.
  • Inhalieren Sie regelmäßig: Gerade im Herbst und Winter kann die Luft draußen sehr kalt und in den Innenräumen zu trocken sein, was unsere Schleimhäute austrocknen lässt. Gerade wenn man gesund und fit ist, kann man durch regelmäßiges Inhalieren die Schleimhäute stärken und zusätzlich befeuchten.
  • Verwenden Sie eine Nasendusche: Gerade wenn man draußen unterwegs ist, atmet man allerlei Dinge wie Staub oder Pollen ein, die sich in der Nase ablagern und diese verunreinigen. „Hier kann eine Nasendusche für zuhause helfen. Diese sorgt nicht nur für eine zusätzliche Befeuchtung der Schleimhäute, sondern lässt auch den Dreck, der sich über den Tag gesammelt hat, einfach abfließen. Spült man morgens und abends damit die Nase einmal aus, sollte man sie eigentlich gut sauber halten können“, rät Mir-Salim.
  • Verwenden Sie pflegende Meerwasser-Nasensprays: Wer keine Nasenspülung vornehmen möchte, kann auch zu pflegenden Meerwasser-Nasensprays greifen.

Spontane Gesichtsberührungen und ihre Bedeutung

Gesichtsberührungen sind ein Teil unseres Alltags. Und häufig kennen wir auch den Grund für Gesichtsberührungen, wie zum Beispiel beim Popeln. Aber warum berühren wir unser Gesicht so oft spontan und ohne offensichtlichen Grund? Spontane Gesichtsberührungen scheinen mehr als nur eine Berührung zu sein und beeinflussen unser Denken, unser Fühlen und unsere Gehirnaktivität.

Um Selbstberührungen spüren zu können, ist unser Körper sehr gut ausgerüstet. Groben Schätzungen zufolge helfen uns 900 Millionen Tastsinneszellen dabei verschiedene Informationen über die Umwelt und unseren eigenen Körper zu sammeln. Die Zusammenarbeit von Tastsinneszellen, Nervenfasern und Gehirnzellen trägt dazu bei, dass wir spüren, was wir gerade berühren.

In vielen Fällen wissen wir, warum wir unser Gesicht berühren, zum Beispiel wenn wir uns einen Pickel ausdrücken oder uns waschen. In anderen Fällen wissen wir nicht so genau, warum wir unser Gesicht berühren. Diese Gesichtsberührungen werden spontane Gesichtsberührungen genannt.

In vielen Fällen berühren wir dabei die Schleimhäute oder die nahe Umgebung in unserem Gesicht, also Augen, Nase und Mund. Berührungen der Schleimhäute in unserem Gesicht ist laut der Welt-Gesundheits-Organisation einer von drei Wegen, sich mit Corona anzustecken.

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Menschen erinnern sich häufig gar nicht daran, dass sie sich im Gesicht berührt haben. Wenn Menschen Angst haben, berühren sie ihr Gesicht besonders oft und lange. Diese Beobachtungen deuten darauf hin, dass uns spontane Gesichtsberührungen dabei helfen, mit unseren Ängsten umzugehen.

Spontane Gesichtsberührungen scheinen zumindest manchen Menschen direkt oder indirekt beim Erinnern zu helfen. Es gibt einen Zusammenhang zwischen der Berührung des Gesichtes und der Fähigkeit, sich Dinge zu merken.

Die Aktivität unseres Gehirns verändert sich bei jeder Bewegung unserer Arme und jeder Berührung unseres Gesichtes. Um das zu überprüfen, wurden die Menschen am Ende des Experiments darum gebeten, sich im Gesicht zu berühren. Die Versuchspersonen haben sich also im Gesicht berührt, weil es ihnen gesagt wurde. Der Grund für diese Berührungen ist im Gegensatz zu den spontanen Gesichtsberührungen bekannt. Diese Gesichtsberührungen werden aktive Gesichtsberührungen genannt. Zwischen der Zeit vor und nach den aktiven Gesichtsberührungen wurden fast keine Unterschiede der Gehirnaktivität gefunden. Diese Beobachtungen deuten darauf hin, dass spontane Gesichtsberührungen unser Gehirn ganz anders beeinflussen als aktive Gesichtsberührungen. Also scheint sich der Mensch vor einer spontanen Gesichtsberührung in einem ganz besonderen Zustand zu befinden.

Spontane Gesichtsberührungen können uns helfen, mit Stress, Angst oder etwas, das uns von Erinnerungen ablenkt, umzugehen.

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