Beinversagen bei Parkinson: Ursachen, Symptome und Behandlungsmöglichkeiten

Die Parkinson-Krankheit ist eine fortschreitende neurologische Erkrankung, die durch das Absterben von Nervenzellen im Gehirn verursacht wird. Dies führt zu einem Mangel an Dopamin, einem Botenstoff, der für die Steuerung von Bewegungen wichtig ist. Die Erkrankung tritt allmählich auf, und die Beschwerden sind zu Beginn oft gering und werden nicht sofort als Krankheitszeichen erkannt. Eines der möglichen Symptome, das im Laufe der Erkrankung auftreten kann, ist das Gefühl von Schwäche in den Beinen, das dazu führen kann, dass die Beine "wegknicken".

Frühe Anzeichen und Symptome von Parkinson

Die Parkinson-Erkrankung manifestiert sich schleichend, wobei die anfänglichen Symptome oft subtil sind und nicht sofort als solche erkannt werden. Viele Patienten berichten zunächst von Müdigkeit, Abgeschlagenheit, Zittern oder Vergesslichkeit. Angehörige bemerken möglicherweise Veränderungen im Verhalten, wie leises Sprechen, Reizbarkeit oder depressive Verstimmungen. Ein Rückzug aus sozialen Aktivitäten und die Vernachlässigung von Hobbys sind ebenfalls häufige Anzeichen. Die Mimik kann verarmen, und die Betroffenen bewegen sich insgesamt weniger. Das Aufstehen aus dem Sitzen, insbesondere aus tiefen Sesseln, kann mühsam werden. Oft werden diese frühen Symptome fälschlicherweise dem natürlichen Alterungsprozess zugeschrieben.

Patienten bemerken möglicherweise, dass es ihnen schwerfällt, Arme oder Beine wie gewünscht oder so schnell wie früher zu bewegen. Sie fühlen sich steif, unsicher und ungewöhnlich langsam. Alltägliche Aufgaben wie Aufstehen, Waschen, Ankleiden und Essen dauern länger als zuvor. Mit fortschreitender Erkrankung nehmen die Einschränkungen immer weiter zu.

Zu den frühen Symptomen gehören auch:

  • Geruchsstörungen
  • Stimmungsprobleme
  • Gestörtes Farbensehen
  • Verändertes Schlafverhalten
  • Schmerzen und Missempfindungen

Hauptsymptome von Parkinson

Die vier Hauptsymptome von Parkinson sind:

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  • Muskelstarre (Rigor): Anhaltende Steifheit der Muskeln, auch im Ruhezustand. Dies kann sich als Ziehen oder Widerstand bei Bewegungen äußern. Häufig betroffen sind Nacken- und Schultermuskeln. Der Arzt kann die Muskelsteifheit anhand des Zahnradphänomens feststellen.
  • Bradykinese: Verlangsamung der Bewegungen. Betroffene gehen langsam, mit kleinen Schritten und oft nach vorne gebeugt. Es fällt ihnen schwer, Bewegungen zu beginnen. Auch Mimik und Gestik verändern sich, das Gesicht wirkt maskenhaft. Die Sprache kann leise, monoton und undeutlich werden. Feinmotorische Fähigkeiten nehmen ab, die Handschrift wird kleiner und unleserlich. Im fortgeschrittenen Stadium kann es zur Akinese kommen, bei der Bewegungen extrem verlangsamt sind oder ganz ausbleiben.
  • Parkinson-Tremor (Muskelzittern): Zittern, das vor allem in Ruhesituationen auftritt. Betrifft meist zuerst Arme und Hände, später auch Beine und Füße.
  • Instabile Körperhaltung mit Neigung zu Stürzen: Gestörte Stell- und Haltereflexe erschweren das Aufrechthalten des Körpers. Die Betroffenen sind unsicher beim Gehen und stürzen leichter.

Schwächegefühl in den Beinen und Gangunsicherheit

Ein häufiges Problem bei Parkinson-Patienten ist das Schwächegefühl in den Beinen. Betroffene haben das Gefühl, ihre Beine tragen sie nicht oder haben keine Kraft. Dieses Gefühl kann einseitig oder beidseitig auftreten. Die daraus resultierende Unsicherheit führt oft zu einem vorsichtigen, steifen Gang, der die Instabilität noch verstärken kann. Die eingeschränkte Mobilität beeinträchtigt die Lebensqualität der Patienten erheblich.

Es ist wichtig zu beachten, dass das Schwächegefühl nicht unbedingt auf Muskelschwäche zurückzuführen ist. Vielmehr kann eine sensomotorische Amnesie vorliegen, bei der die Patienten die benötigten Muskeln nicht richtig ansteuern können.

Ursachen für das Wegknicken der Beine bei Parkinson

Das Wegknicken der Beine bei Parkinson kann verschiedene Ursachen haben:

  • Direkte Folge der Parkinson-Erkrankung: Die Schädigung der Nervenzellen im Gehirn beeinträchtigt die Steuerung der Muskeln, was zu Schwäche und Instabilität führen kann.
  • Sensomotorische Amnesie: Durch Alltagsgewohnheiten und Fehlhaltungen kann es zu einer sensomotorischen Amnesie kommen, bei der die Patienten die Muskeln nicht mehr richtig ansteuern können.
  • Myofasziale Dysfunktionen: Verspannungen und Verhärtungen in Muskeln und Faszien können ebenfalls zu Schwächegefühlen und Gangunsicherheit beitragen.
  • Begleitende Erkrankungen: Polyneuropathie, eine Schädigung der peripheren Nerven, kann ebenfalls zu Missempfindungen, Taubheitsgefühlen und verminderter Muskelkontrolle führen.
  • Medikamenten-Nebenwirkungen: Einige Medikamente, die zur Behandlung von Parkinson eingesetzt werden, können Nebenwirkungen verursachen, die sich auf die Beinmuskulatur auswirken und zu Schwächegefühlen führen können.
  • Orthostatische Hypotonie: Ein plötzlicher Blutdruckabfall beim Aufstehen kann zu Schwindel, Schwächegefühl und Sehstörungen führen, was das Risiko des Wegknickens der Beine erhöht.
  • Dystonie: Unwillkürliche, unkontrollierbare Muskelkontraktionen und Verkrampfungen können ebenfalls zu Gangunsicherheit und dem Gefühl des Wegknickens der Beine beitragen.

Diagnostik

Um die Ursache für das Wegknicken der Beine zu ermitteln, sind verschiedene Untersuchungen erforderlich:

  • Neurologische Untersuchung: Beurteilung der Muskelkraft, Reflexe, Koordination und des Gangbildes.
  • DAT-Scan: Bildgebendes Verfahren zur Darstellung des Dopaminstoffwechsels im Gehirn.
  • Elektrophysiologische Messungen der Nervenfunktion: Untersuchung der Nervenleitgeschwindigkeit, um Polyneuropathie auszuschließen.
  • Blutuntersuchungen: Zum Ausschluss anderer Erkrankungen.
  • Weitere bildgebende Verfahren: MRT des Gehirns oder der Wirbelsäule, um andere Ursachen auszuschließen.
  • L-Dopa-Test: Versuchsweise Gabe von L-Dopa, um festzustellen, ob sich die Symptome bessern.
  • Geruchstest: Überprüfung des Geruchssinns, da ein Verlust des Geruchssinns ein frühes Anzeichen von Parkinson sein kann.
  • Neuropsychologische Untersuchungen: Testung der kognitiven Funktionen, um Gedächtnis- oder Konzentrationsprobleme zu erkennen.
  • Schlafdiagnostik: Untersuchung von Schlafstörungen, da bestimmte Schlafstörungen das Risiko für Parkinson erhöhen können.

Therapieansätze

Die Behandlung des Wegknickens der Beine bei Parkinson zielt darauf ab, die Ursachen zu behandeln und die Symptome zu lindern.

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  • Medikamentöse Therapie: Anpassung der Parkinson-Medikation, um den Dopaminmangel auszugleichen und die Muskelkontrolle zu verbessern.
  • Physiotherapie: Gezielte Übungen zur Stärkung der Beinmuskulatur, Verbesserung der Koordination und des Gleichgewichts.
  • Ergotherapie: Anpassung des Wohnumfelds, um Stolperfallen zu beseitigen und die Sicherheit zu erhöhen.
  • Logopädie: Behandlung von Schluckstörungen und Verbesserung der Sprachverständlichkeit.
  • Pohltherapie®: Diese Therapieform zielt darauf ab, sensomotorische Amnesie und myofasziale Dysfunktionen zu behandeln. Durch Bindegewebsmassagen, Faszien- und Muskelentspannungstechniken sowie Körperbewusstseinstraining soll die Körperwahrnehmung verbessert und die Ansteuerung der Muskeln wiedererlernt werden.
  • Tiefe Hirnstimulation: In bestimmten Fällen kann eine tiefe Hirnstimulation in Erwägung gezogen werden, um die Symptome von Parkinson zu lindern.
  • Behandlung begleitender Erkrankungen: Behandlung von Polyneuropathie oder anderen Erkrankungen, die zu den Beschwerden beitragen.
  • Körperbewusstseinstraining: Erlernen eines lockeren, unangestrengten Gangs, um Fehlhaltungen zu vermeiden.
  • Psychologische Betreuung: Unterstützung bei Depressionen, Angstzuständen oder anderen psychischen Problemen.

Tipps für den Alltag

  • Regelmäßige Bewegung: Regelmäßige körperliche Aktivität kann helfen, die Muskelkraft und Koordination zu verbessern.
  • Sichere Umgebung: Achten Sie auf eine sichere Umgebung, um Stürze zu vermeiden. Entfernen Sie Stolperfallen und verwenden Sie Hilfsmittel wie Gehstöcke oder Rollatoren.
  • Ernährung: Achten Sie auf eine ausgewogene Ernährung, um den Körper mit allen wichtigen Nährstoffen zu versorgen.
  • Regelmäßige Arztbesuche: Regelmäßige Arztbesuche sind wichtig, um den Verlauf der Erkrankung zu überwachen und die Therapie anzupassen.
  • Austausch mit anderen Betroffenen: Der Austausch mit anderen Betroffenen kann hilfreich sein, um Erfahrungen auszutauschen und sich gegenseitig zu unterstützen.

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