Ernährungsempfehlungen bei Meningitis: Ein umfassender Leitfaden

Meningitis, auch Hirnhautentzündung genannt, ist eine Entzündung der Hirnhäute, die das Gehirn und das Rückenmark umgeben. Sie kann durch verschiedene Erreger wie Viren, Bakterien oder seltener auch durch Pilze verursacht werden. Die Erkrankung kann jeden treffen, wobei Säuglinge, Kleinkinder, Jugendliche und ältere Menschen besonders gefährdet sind. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat das Ziel „Defeating Meningitis by 2030“ ausgerufen, um die weltweite Ausbreitung der Meningitis einzudämmen.

Ursachen und Übertragung

Eine Meningitis wird meist durch Viren ausgelöst, bakterielle Infektionen verlaufen oft schwerer. Bakterien wie Meningokokken, Pneumokokken, Haemophilus influenzae und Listerien können Auslöser sein. Seltener sind Pilze die Ursache, insbesondere bei Menschen mit einem geschwächten Immunsystem. Die Erreger werden leicht von Mensch zu Mensch übertragen, hauptsächlich über Tröpfcheninfektion beim Husten, Niesen oder Küssen.

Symptome und Diagnose

Die ersten Anzeichen einer Meningitis ähneln oft denen einer Grippe:

  • Starke Kopfschmerzen
  • Fieber
  • Abgeschlagenheit
  • Nackensteifigkeit (Meningismus)
  • Übelkeit und Erbrechen
  • Lichtempfindlichkeit
  • Verwirrtheit

Bei Säuglingen und Kleinkindern können die Symptome unspezifisch sein, wie z.B. schrilles Schreien, Appetitlosigkeit, Berührungsempfindlichkeit und Schläfrigkeit.

Zur Diagnose werden körperliche Untersuchungen, Anamnesegespräche, Blutuntersuchungen und eine Lumbalpunktion (Nervenwasserentnahme) durchgeführt. Bildgebende Verfahren wie CT oder MRT können bei Bewusstseinsstörungen eingesetzt werden.

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Behandlung

Die Behandlung hängt von der Ursache der Meningitis ab:

  • Virale Meningitis: Heilt meist von selbst aus. Behandlung erfolgt symptomatisch mit Schonung und ausreichender Flüssigkeitszufuhr. In schweren Fällen kann ein Krankenhausaufenthalt notwendig sein.
  • Bakterielle Meningitis: Ein medizinischer Notfall, der sofort im Krankenhaus mit Antibiotika behandelt werden muss. Betroffene werden oft isoliert, um die Ausbreitung der Bakterien zu verhindern.

Ernährungsempfehlungen während und nach der Meningitis

Eine angepasste Ernährung kann den Heilungsprozess unterstützen und Mangelerscheinungen ausgleichen. Die folgenden Empfehlungen basieren auf den Prinzipien einer ausgewogenen Mischkost und berücksichtigen die spezifischen Herausforderungen, die mit der Erkrankung einhergehen.

Allgemeine Hygienemaßnahmen

Die Beachtung allgemeiner Hygienemaßnahmen ist entscheidend, um die Ausbreitung von Infektionen zu verhindern. Regelmäßiges Händewaschen, insbesondere nach dem Kontakt mit anderen Personen, vor dem Essen und nach dem Toilettengang, ist unerlässlich.

Ausreichende Flüssigkeitsaufnahme

Fieberbedingte Flüssigkeitsverluste sind häufig bei Meningitis. Die Flüssigkeitsaufnahme sollte daher erhöht werden:

  • Faustregel: Pro Grad Körpertemperatur über 37 °C zusätzlich 0,5-1 Liter Flüssigkeit.
  • Empfohlene Getränke: Kräutertees (Fenchel, Ingwer, Kamille, Pfefferminze, Kümmel) oder Wasser in kleinen Mengen, eventuell löffelweise.

Ernährung bei Erbrechen

  • Akute Phase: Verzicht auf jegliche Nahrung, um den Magen-Darm-Trakt zu entlasten.
  • Flüssigkeitsausgleich: Zufuhr von Flüssigkeiten wie Kräutertees oder Wasser in kleinen Mengen.
  • Nach dem Erbrechen: Leichte, kohlenhydratreiche Nahrungsmittel wie Zwieback, Toast und Salzstangen.
  • Mahlzeiten: Kleine Portionen über den Tag verteilt.

Ernährung bei Durchfall

  • Akute Phase: "Tee-Zwieback-Diät" für drei Tage.
  • Nach der akuten Phase: Leichte Vollkost.
  • Vermeidung: Zu kalte oder stark gewürzte Speisen.

Mikronährstoffe

  • Vitamin C: Ausgleich eines möglichen Mangels aufgrund von Fieber. Vitamin C ist wichtig für das Immunsystem.
  • Erwägung: Nach der Genesung ggf. Therapie mit Mikronährstoffen (Vitalstoffen).

Ernährungsempfehlungen gemäß einem Mischköstler

  • Fisch: Ein- bis zweimal pro Woche frischen Seefisch.

Zusätzliche Hinweise

  • Dauermedikation: Überprüfung der Dauermedikation.
  • Individuelle Beratung: Detaillierte Informationen zur Ernährungsmedizin von Fachleuten einholen.

Vorbeugung

Impfungen sind ein wichtiger Schutz gegen Meningitis. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt Impfungen gegen Haemophilus influenzae, Pneumokokken und Meningokokken (Serogruppen B und C) für Säuglinge und Kinder. Versäumte Impfungen sollten bis zum 18. Lebensjahr nachgeholt werden.

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Mögliche Folgeschäden

Wird eine Meningitis nicht rechtzeitig behandelt, kann sie schwerwiegende Folgen haben:

  • Bleibende Schäden des Gehörs und der Ohren (Hörverlust, Tinnitus, Schwindel, Gleichgewichtsstörungen)
  • Beeinträchtigungen der Hirnleistung (apallisches Syndrom, retrograde Amnesie)

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