"Die Geschichte vom Fuchs, der den Verstand verlor": Ein Bilderbuch über Demenz, Freundschaft und Mitgefühl

Einführung

Martin Baltscheits Bilderbuch "Die Geschichte vom Fuchs, der den Verstand verlor" behandelt auf sensible und humorvolle Weise das schwierige Thema Demenz. Die Geschichte erzählt von einem alten Fuchs, der einst klug und gewitzt war, aber im Alter seinen Verstand verliert. Das Buch wurde 2011 mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis ausgezeichnet und hat seitdem viele Leser berührt. Es bietet eine Möglichkeit, Kindern das Thema Demenz näherzubringen und gleichzeitig Werte wie Mitgefühl, Freundschaft und den respektvollen Umgang mit älteren Menschen zu vermitteln.

Inhalt des Buches

Der kluge Fuchs von einst

In der Fabel ist der Fuchs schlau, hinterlistig und wild auf Gänse, Hasen und Hühner. So war der Fuchs in Martin Baltscheits Bilderbuch früher auch einmal: Er sah gut aus, war gewitzt, rot, schnell und immer hungrig - ein anerkanntes Vorbild. Für die jungen Füchse dozierte er allwöchentlich über Tipps und Tricks bei einem gemeinsamen Mahl. Kurz: Er war ein Meister seiner Branche und ein tollkühner Abenteurer. Er gab seine Weisheit und so manchen Überlebenstrick an die jungen Füchse weiter. Zum Beispiel, wie man den Hunden des Jägers mithilfe eines Strohhalms garantiert entkommt oder den Geißen eine Falle stellt.

Der Verlust des Verstandes

Eines Tages jedoch beginnt der Fuchs, manches Überlebensnotwendige zu vergessen. Der schlaue Rothaarige findet sich in der Welt nicht mehr zurecht, die einmal seine war. Er verwechselt die Wochentage, weiß nicht mehr, wie man auf die Jagd geht und verirrt sich auf dem Weg nach Hause. Er geht am Mittwoch in die Kirche.

Die Hilfe der jungen Füchse

Aber das macht nichts, denn nun stehen ihm die jungen Füchse bei - wie gut, dass sie alles von ihm gelernt haben. Sie zeigen Verständnis und Geduld, indem sie ihm helfen und ihn unterstützen. Sie kümmern sich um ihn und helfen ihm. Er wusste nichts und fühlte nur. Er fühlte, wenn jemand seine Wunden leckte. Er fühlte, wie es ist, keinen Hunger zu haben. Er liebte es, wenn die jungen Füchse von der Jagd erzählten. Ein paar Dinge fielen ihm schwer: Er konnte sich keine Namen merken. Er fand den Weg nach Hause nicht. Er schlief nie gern allein.

Wärme, Behutsamkeit und Humor

Voller Wärme, Behutsamkeit und Humor erzählt dieses Bilderbuch über das Schicksal eines kranken Fuchses, der in der Gemeinschaft Halt und Geborgenheit findet. Martin Baltscheits Geschichte steckt voller Humor und Wärme. Sein alter Fuchs wächst in seiner zunehmenden Verwirrung allen ans Herz - und zeigt uns, wie leicht auch die größten Hindernisse sein können, wenn man nicht alleine ist und bleibt.

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Die Illustrationen

Baltscheit schafft eine Verbindung zu den Alltagserfahrungen seiner kindlichen Leser und bringt ihnen auf eine verständliche und behutsame Weise nah, wie es dem Fuchs ergeht. Das schafft Martin Baltscheit nicht nur durch perfekt komponierte Sätze, sondern sehr eindringlich auch in seinen Illustrationen. Sie zeigen die Verwirrtheit des Fuchses angesichts der leeren Kirche am Mittwoch ebenso wie eine gewisse Zufriedenheit und Selbstvergessenheit, wenn der Fuchs beispielsweise sein Spiegelbild im Fluss für einen sehr interessanten Gesprächspartner hält.

Themen und Botschaften

Demenz

Das Buch thematisiert auf kindgerechte Weise die Krankheit Demenz. Es zeigt, dass Menschen mit Demenz nicht weniger wert sind und weiterhin Liebe und Unterstützung verdienen.

Freundschaft und Mitgefühl

Die Geschichte vermittelt eine wichtige Botschaft über Mitgefühl, Freundschaft und den respektvollen Umgang mit älteren Menschen oder Tieren, die an Gedächtnisverlust leiden. Es zeigt, wie wichtig es ist, füreinander da zu sein und einander zu helfen. Wir sind nicht allein auf der Welt und müssen zusammenhalten.

Akzeptanz und Inklusion

Das Buch zeigt, dass es wichtig ist, Menschen mit Demenz in die Gemeinschaft zu integrieren und ihnen ein Gefühl von Geborgenheit zu geben.

Umgang mit großen Themen

Kinderbuchautor Martin Baltscheit hat keine Angst vor großen Themen. "Ich kann Kindern alles erzählen, es kommt nur darauf an, wie ich das mache", sagt er im domradio.de-Interview. Wichtig dabei ist, dass die Gesichte gut ausgeht und dass die Gerechtigkeit siegt.

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Auszeichnungen

"Die Geschichte vom Fuchs, der den Verstand verlor" wurde mehrfach ausgezeichnet:

  • Silberne Feder 2011
  • Deutscher Jugendliteraturpreis 2011, Kategorie Bilderbuch
  • Rheinischer Literaturpreis Siegburg 2012

Zielgruppe

Das Buch eignet sich für Kinder ab etwa 5 Jahren. Es kann aber auch älteren Kindern und Erwachsenen helfen, das Thema Demenz besser zu verstehen.

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tags: #bilderbuch #fuchs #alzheimer