Böblingen Piercing gegen Migräne: Erfahrungen und Erkenntnisse

Migräne ist eine chronische Krankheit, die für Betroffene oft mit starken Schmerzen, Sehstörungen und Schwindel verbunden ist. Der Alltag kann durch die Migräne stark beeinträchtigt werden, und viele Patienten sind auf Schmerzmittel angewiesen, um die Symptome zu lindern. In den letzten Jahren hat sich jedoch eine alternative Behandlungsmethode etabliert, die bei einigen Migränepatienten zu einer deutlichen Verbesserung der Beschwerden geführt hat: das Migräne-Piercing.

Was ist ein Migräne-Piercing?

Das Migräne-Piercing ist ein Piercing, das an bestimmten Akupunkturpunkten im Ohr platziert wird. Die Idee dahinter ist, dass die Stimulation dieser Punkte die Migräne-Symptome lindern kann. Das Verfahren ist nicht neu und recht simpel: Die Piercings werden einfach im Ohr angebracht.

Die Entdeckung des Migräne-Piercings

Steve Pierce, ein Piercer aus Böblingen, entdeckte diese Methode eher zufällig. Vor einigen Jahren hatte er einen Kunden, der stark unter Migräne litt und ein Migräne-Piercing ausprobieren wollte. Pierce war das Wissen um Akupunkturpunkte im Körper, die zum Beispiel in der traditionellen chinesischen Medizin schon seit Jahrhunderten eingesetzt werden, bekannt. Er selbst hatte Interesse an dem Thema - und seine Methode zeigte erste Erfolge.

Die Behandlung

Vor einer Behandlung bespricht der Piercer die Art und Dauer der Migräne und ob sie ein Arzt bereits festgestellt hat. „Manche haben nur auf einer Seite Migräne, andere leiden an Cluster-Schmerzen. Je nachdem, wo die Migräne auftritt, ist es sinnvoll ein Piercing oder zwei zu stechen“, sagt Pierce. Vorab misst Pierce immer die Akupunkturpunkte im Ohr aus.

Erste Erfolge

Der erste Kunde von Steve Pierce hatte einen Monat nach der Sitzung bei ihm keine Migräne mehr gehabt, obwohl er sonst bis zu eine Woche im Monat aufgrund der Beschwerden krankgeschrieben gewesen sei, sagt Pierce. Unter den Kunden des Böblingers sprach sich die Behandlungs-Methode schnell herum und immer mehr Betroffene wendeten sich an ihn. „Ich bin überrascht, wie gut dieses Piercing wirkt. Meistens tritt die Wirkung sofort ein.“ Pierce berichtet von schmerzgeplagten Kunden, die nach dem Stechen in Tränen ausbrechen, weil sie sofort spüren, dass die Symptome schwächer werden.

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Erfahrungen von Migränepatienten

Jana Weber, eine 39-jährige Frau aus Sulz-Mühlheim, litt jahrelang an Migräne. Sie hatte starke Schmerzen, Sehstörungen und Schwindel. Den Alltag konnte sie nur noch mit Schmerzmitteln bewältigen. Nun hat sie sich zwei Piercings in die Ohren stechen lassen, die offenbar alles geändert haben. Die 39-Jährige führt nach eigenen Angaben ein neues Leben, seit sie Piercings in beiden Ohren hat. „Ich kann wieder schlafen, nehme keine starken Tabletten mehr und war seit langer Zeit endlich einmal wieder mit meinen Kindern schwimmen“, erzählt sie. Anfang Juli hat sie sich dann die Piercings beidseitig stechen lassen: „Ich habe vor Erleichterung geweint“, beschreibt Weber. Und nun, einige Wochen später, schwärmt sie: Sie sei entspannt wie nie zuvor, habe an Lebensqualität gewonnen, nehme keine Tabletten mehr. Nun habe sie seit langer Zeit wieder richtig Spaß am Leben.

Studie zum Migräne-Piercing

Über das Migräne-Piercing gibt es keine offiziellen Studien. Wie Kopfschmerzen durch Akupunktur genau beeinflusst werden, kann sich Pierce noch nicht erklären. Auch andere Piercer haben dieses Verfahren bereits vor Steve Pierce angewandt. Ärzte zu finden, die das Phänomen ergründen wollen, sei laut Pierce nicht einfach gewesen. Doch er hat sich mit einem Arzt aus der Region Stuttgart zusammen getan, der das Migräne-Piercing ähnlich interessant findet: Marc-Christian Rösler, Facharzt für Allgemeinmedizin und plastische Chirurgie aus Böblingen.

Der Mediziner behandelt Migräne-Patienten bisher eher konventionell mit Schmerzmitteln. „Das hält aber nicht lange an“, sagt Rösler. Ist stattdessen das Migräne-Piercing ein probates Mittel? „Das Piercing ist keine offizielle medizinische Behandlung“, sagt Rösler. Es sei eher dazu da, modische Zwecke zu erfüllen - dass dadurch Migräne-Beschwerden beeinflusst oder gar therapiert werden können, sei ein angenehmer Nebeneffekt, wie der Arzt betont. Dennoch: Die Erfolge seien nicht von der Hand zu weisen.

Als der Arzt von einer langjährigen Patientin erfahren hat, dass sie nach Stechen des Piercings beschwerdefrei wurde, traf er sich mit Steve Pierce. Das Ergebnis: Die beiden beobachten nun eine kleine Anzahl von Migräne-Patienten über mehrere Monate hinweg. Die Studienteilnehmer füllen vorab einen Fragebogen aus, werden untersucht und müssen im Verlauf mehrmals einen Fragebogen zu ihren Schmerzen und Empfindungen ausfüllen. „Anhand einer Schmerzskala erfassen wir vor dem Piercing, wie schwer die Migräne und die Attacken für die Patienten sind und wie sie diese nach Einsetzen des Piercings einstufen“, erklärt Rösler.

Falls die Studie die positiven Rückmeldungen der Patienten bestätigt, soll es weitere wissenschaftliche Untersuchungen geben. Bislang stellt der Arzt fest, dass das Piercing laut Rückmeldung der Kunden von Steve Pierce und seiner Patienten einen entspannenden Effekt auf die Migräne und den ganzen Körper habe. Im Abstand von drei und sechs Monaten füllen die Studienteilnehmer nun Fragebögen aus, nachdem sie den Test mit ihrem behandelnden Arzt abgesprochen haben. Schließlich erfolgt die Auswertung der Anwender-Beobachtung.

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Die Piercingpunktur® nach Steve Pierce

Steve Pierce hat sein Verfahren, das ursprünglich als Migränepiercing bekannt war, aufgrund juristischer Auseinandersetzungen mit pharmaleitenden Institutionen in Piercingpunktur® umbenannt. Diese Begrifflichkeit ist inzwischen geschützt und steht für einen gewissen Standard, den Pierce und sein Team bieten.

Die Entstehung der Piercingpunktur®

Die geschichtliche Abfolge der Piercingpunktur begann im Jahr 2014, nachdem Steve Pierce einen Kunden namens Ferhad gepierct hatte. Zunächst, um auf die Arbeit von Pierce aufmerksam zu machen. Was immer sehr wichtig war, dass nicht Pierce viel erzählt, was er tut, sondern seine Arbeit für sich spricht. Die Kunden für sich sprechen zu lassen war der einfachste Weg. Er möchte nichts versprechen, sondern die Kunden sollen erzählen, ob es ihnen geholfen oder wie es gewirkt hat. Durch diese Gruppe kam es dann ziemlich schnell.

Die Philosophie der Piercingpunktur®

Für Steve Pierce steht das Wohlbefinden seiner Kunden an erster Stelle. Er möchte nichts versprechen oder Hoffnung wecken. Die von den Kunden aufgeschriebenen Resultate und Ergebnisse sprechen für sich. Allerdings sind jeder Mensch und jeder Körper ein individueller Fall, das muss man sich vor Augen halten und es gibt für keine Krankheit auf der Welt ein hundertprozentiges Heilmittel, welches bei jedem Menschen gleich wirkt.

Die Zusammenarbeit mit Ärzten und Heilpraktikern

Steve Pierce arbeitet mit Ärzten, Heilpraktikern und Physiotherapeuten zusammen, um seinen Kunden eine bestmögliche Behandlung zu gewährleisten. Er hat auch Piercer im In- und Ausland ausgebildet, damit diese erst einmal alle gemeinsam einen Wissensstand haben.

Die Kritik und die Auseinandersetzung mit der DMKG

Die Deutsche Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft (DMKG) warnt davor, dass Piercings nicht zur Therapie der Migräne geeignet sind. Steve Pierce geht mit dieser Aussage gelassen um. Er betont, dass er Piercings ausschließlich aus ästhetischen Gründen sticht und nicht zum Zwecke der Heilung. Therapien und die zuvor gestellten Diagnostik unterliegen ausschließlich Ärzten und Heilpraktikern. Und daher dürfen wir grundsätzlich nichts dazu sagen, ob es zur Therapie geeignet ist, das muss die DMKG natürlich wissen.

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Er weist jedoch darauf hin, dass der Artikel der DMKG nichtssagend sei und lediglich davor warne, dass sich ein Piercing entzünden könnte. Er ist der Meinung, dass eine Entzündung das geringere Übel sei, wenn man die Anzahl und die Art der Nebenwirkungen bedenkt, die zum Beispiel der Dauerkonsum von Medikamenten verursachen kann.

Die Zukunft der Piercingpunktur®

Steve Pierce möchte weiter für die Anerkennung der Piercingpunktur arbeiten und weitere Piercer im In- und Ausland ausbilden. Er möchte, dass sich das Thema selber weiterentwickelt und weiterwächst.

Risiken und Nebenwirkungen

Wie bei jedem Piercing gibt es auch beim Migräne-Piercing Risiken und Nebenwirkungen. Dazu gehören:

  • Entzündungen
  • Allergische Reaktionen
  • Narbenbildung
  • Schmerzen

Es ist daher wichtig, sich vor dem Stechen eines Migräne-Piercings von einem erfahrenen Piercer beraten zu lassen und sich über die Risiken und Nebenwirkungen zu informieren.

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