Epilepsie, abgeleitet vom griechischen Wort für "Überfall" oder "Angriff", ist eine neurologische Erkrankung, die durch wiederholte epileptische Anfälle gekennzeichnet ist. In Deutschland wird die Erkrankung auch als Fallsucht bezeichnet. Diese Anfälle resultieren aus plötzlichen, unkontrollierten elektrischen Entladungen im Gehirn. Diese unkontrollierten Impulse werden von den Zellen für kurze Zeit synchron abgegeben. Die Fallsucht gehört zu den Behandlungsfeldern von Neurologie und Psychiatrie.
Was ist Epilepsie?
Epilepsie ist ein zerebrales Krampfleiden, das von immer wieder spontan auftretenden epileptischen Anfällen gekennzeichnet ist. Von einer Fallsucht ist in der Neurologie und Psychiatrie die Rede, wenn binnen 24 Stunden wenigstens zwei epileptische Anfälle vorkommen. Die meisten epileptischen Anfälle entstehen unprovoziert, es gibt aber auch Anfälle, die durch erkennbare bestimmte Auslöser hervorgerufen werden, wie Geräusche, Warmwasser oder Lichtreize. Selbst wenn sich nur ein einzelner nicht-provozierter Anfall zeigt, fällt das Rückfallrisiko genauso hoch aus wie bei zwei nicht-provozierten epileptischen Anfällen. Abgesehen von herkömmlichen Epilepsie-Erkrankungen treten auch sogenannte Gelegenheitsanfälle auf, die von anderen Erkrankungen verursacht werden. Nach Ende dieser Krankheit enden die epileptischen Anfälle.
Formen der Epilepsie
Der Neurologe unterscheidet zwischen generalisierten und fokalen Epilepsien. Ein gemeinsames Merkmal sind die epileptischen Anfälle, die wiederholt auftreten. Während einige Anfälle nur einige Sekunden anhalten, dauern andere ungefähr ein bis zwei Minuten. Einige Patienten nehmen lediglich Kribbeln, etwas Muskelzucken sowie kleinere Bewusstseinspausen wahr. In anderen Fällen kommt es dagegen zu stark ausgeprägten Krämpfen, unkontrollierbaren Zuckungen sowie zum Verlust des Bewusstseins.
Fokale Epilepsie
Die fokale Epilepsie beschreibt eine Epilepsieform, bei der die Krämpfe nur in vereinzelten Arealen des Gehirns entstehen. Das bedeutet jedoch nicht, dass die dazugehörigen epileptischen Anfälle von weniger intensiver Natur sein müssen. Unter Umständen können Sie sich sogar in einen generalisierten Krampfanfall entwickeln. Daher sollte in jedem Fall immer eine neurologische Abklärung erfolgen. Fokale Epilepsien können in zwei verschiedenen Varianten auftreten: Ohne oder mit Bewusstseinsstörung. Der epileptische Anfall mit Bewusstseinsstörung nennt sich auch komplex-fokaler Krampfanfall. Bei ihm leiden Betroffene unter einem Gefühl der Benommenheit oder Abwesenheit, das bis zum Gedächtnisverlust reichen kann. Oft geht einem fokalen Anfall zudem eine Aura voraus. Die ist eine teils als merkwürdig empfundene Gefühlsregung oder Sinneswahrnehmung, die meist einen epileptischen Anfall ankündigt.
Fokale Epilepsie-Syndrome:
Zusätzlich zu den normalen fokalen und komplex-fokalen Krampfanfällen gibt es noch andere Formen, die alle verschiedenste Symptome und Eigenarten aufweisen:
Lesen Sie auch: Ursachen Nervenschmerzen Wade
- Temporallappen-Epilepsie
- Frontallappen-Epilepsie
- Parietallappen-Epilepsie
- Okzipitallappen-Epilepsie
- Rolando-Epilepsie
- Epilepsie des Kindesalters mit okzipitalen Paroxysmen
- Primäre Lese-Epilepsie
Fokale Anfälle werden auch als partielle oder lokalisationsbezogene epileptische Anfälle bezeichnet. Diese Anfälle gehen immer von einem bestimmten Bereich des Gehirns aus und betreffen in der Regel nur eine Gehirnhälfte. Man unterscheidet fokale Anfälle mit Bewusstseinseinschränkung (früher auch komplex-fokal genannt) und fokale Anfälle ohne Bewusstseinseinschränkung (früher einfach fokale Anfälle). Im ersten Fall nimmt der Patient oder die Patientin den epileptischen Anfall nicht bewusst wahr und kann sich später an nichts erinnern. Bei Erwachsenen ist dies die am häufigsten beobachtete Anfallsform. Fokale epileptische Anfälle, vor allem solche mit Bewusstseinsstörung, können in einen sogenannten sekundär generalisierten Anfall (auch bilateral tonisch-klonischer Anfall) übergehen, der dann beide Gehirnhälften betrifft. Die Symptome fokaler Anfälle richten sich nach dem Ursprungsort im Gehirn. Eine häufige Anfallsform fokalen Ursprungs sind vegetative fokale Anfälle. Auch plötzliche Angst, Wut oder Halluzinationen werden in der Literatur beschrieben. Die Sinneswahrnehmung kann durch einen fokalen Anfall gestört werden. So kann Sehen, Hören, Schmecken, Riechen oder Tasten durch den Anfall so beeinträchtigt sein, dass Betroffene Blitze sehen, Geräusche oder Stimmen hören, einen komischen Geschmack im Mund haben, etwas Merkwürdiges riechen oder Temperatur-Missempfindungen, Kribbeln oder Lähmungserscheinungen spüren. Fokale Anfälle mit Bewusstseinsverlust sind häufig durch sogenannte Automatismen geprägt. Patienten wiederholen im Anfall bestimmte Handlungsmuster, wie z. B.
Generalisierte Epilepsie
Bei der generalisierten Epilepsie ist während eines Krampfanfalls immer das ganze Gehirn betroffen. Aufgrunddessen ist diese Form der Epilepsie auch deutlich häufiger von Bewusstseinsstörungen begleitet. Die wohl bekannteste Form des generalisierten Anfalls ist der sogenannte Grand-Mal-Anfall. Dieser beginnt meist mit einer verstärkten Anspannung von Armen und Beinen, auf welche die bekannten Zuckungen folgen, die im Verlauf immer heftiger werden. Teils so heftig, dass die Betroffenen im Anschluss völlig erschöpft sind.
Absencen der Epilepsie:
Ein anderes Beispiel für einen generalisierten Anfall ist die sogenannte Absence - eine kurze Periode der geistigen Abwesenheit. Sie gilt als die leichteste Form des generalisierten Anfalls und kommt ohne Muskelkontraktionen aus. Sie wird oft auch als Petit-Mal-Anfall bezeichnet. Absence-Betroffene blicken meist plötzlich starr ins Leere, wirken abwesend und sind während dieser Phase nicht ansprechbar.
Dieser beginnt meist mit einer verstärkten Anspannung von Armen und Beinen, auf welche die bekannten Zuckungen folgen, die im Verlauf immer heftiger werden. Teils so heftig, dass die Betroffenen im Anschluss völlig erschöpft sind. Die Anfälle können mehrere Sekunden dauern und sich stark gehäuft über den Tag wiederholen. Betroffene können sich an den Anfall nicht erinnern und fahren mit ihrer Tätigkeit nach dem Anfall wieder fort. Obwohl diese Anzeichen typisch für Absencen sind, werden sie von Laien vielfach nicht als Symptome einer Epilepsie erkannt. Absencen sind eine häufige Epilepsie-Form des Kindesalters und werden zunächst meist als Unkonzentriertheit oder Träumerei missinterpretiert. Es kann zu wenigen Anfällen innerhalb eines Jahres bis hin zu mehrenden hundert am Tag kommen. Verliert man die Muskelkraft, spricht man von einem atonischen Anfall.
Bei generalisierten Anfällen lässt sich keine bestimmte Hirnregion zuordnen, in der der epileptische Anfall entsteht. Während eines Anfalls kann die Ausbreitung unterschiedlich verlaufen und das gesamte Hirnareal betreffen.
Lesen Sie auch: Innovative Hirnhauttherapien
Ursachen der Epilepsie
Während in einigen Fällen eine Epilepsie Ursache ermittelt werden kann, bleibt sie bei den meisten Betroffenen unklar. Der Facharzt nennt dies idiopathische Epilepsie. Lässt sich eine Ursache erkennen, wird die Erkrankung symptomatische Fallsucht genannt. Zu ihren Ursachen zählen:
- Hirnblutungen
- Gehirnverletzungen durch Unfälle
- Durchblutungsstörungen des Gehirns durch einen Schlaganfall
- Entzündungen des Gehirns
- Störungen des Stoffwechsels
- Sauerstoffmangel im Gehirn während Geburt oder Schwangerschaft
- Missbildungen der Gefäße
So kommt es durch diese Ereignisse gewissermaßen zu einer Narbenbildung im Gehirn. Weil dies zu Irritationen der benachbarten Nervenzellen führt, treten in den betroffenen Hirnbereichen häufiger epileptische Anfälle auf. Unklar sind die Ursachen der idiopathischen Epilepsieform. Welche Faktoren sie auslösen, ist noch immer Gegenstand der medizinischen Forschung.
Die Ursachen der Epilepsie sind vielfältiger Natur. So können zum einen unfallbedingte Verletzungen des Gehirns zu epileptischen Symptomen führen, aber auch Verletzungen, die aus anderen Krankheiten entstehen. Zu letzteren zählen beispielsweise Schlaganfälle oder Gehirntumore. Des Weiteren gibt es seelische Ursachen wie zum Beispiel vermehrten Stress. Grelles Stroboskoplicht, wie es in der Disco und in Clubs vorkommt, kann ebenfalls epileptische Anfälle auslösen.
Bei Säuglingen und Kleinkindern können Schwangerschaftskomplikationen oder eine Störung der Entwicklung des Gehirns ursächlich sein. Zudem zeigen neuere Untersuchungen, dass es auch genetische Risikofaktoren für die Entwicklung einer Epilepsie gibt.
Es gibt genetische Erkrankungen, die Epilepsie zur Folge haben können bzw. mit epileptischen Anfällen vergesellschaftet sind. Hier gibt es Syndrome wie z.B. das Landau-Kleffner-Syndrom, das mit Fehlbildungen des Gehirns vom Kleinkindesalter an besteht - das ist immer mit epileptischen Anfällen vergesellschaftet. Ein weiteres, bekannteres Syndrom ist die Trisomie 21 - hier ist das Chromosom 21 dreifach vorhanden. Bei Erwachsenen kann wie auch bei Kindern jede Art der Verletzung des Gehirns epileptische Anfälle verursachen. Wenn Verletzungen des Gehirns entstehen - bei Erwachsenen etwa Schlaganfälle oder Tumore bzw. bei Kindern ein Schädelhirntrauma oder eine stärkere Gehirnerschütterung, kann diese Veränderung im Gehirn eine kleine Narbe hinterlassen, welche eine Instabilität in den Gehirnzellverbänden entstehen lässt.
Lesen Sie auch: Anwendung von Zwiebeln bei Nervenschmerzen
Auslöser von Anfällen
Es gibt Faktoren, die epileptische Anfälle begünstigen können. Dazu gehört eine Störung des regelmäßigen Schlaf-Wach-Rhythmus, welcher für das Leben zentral ist - wenn dieser gestört ist, sind die Gehirnzellen instabiler und können sich leichter entladen. Wenn man die ganze Nacht wach ist, Alkohol trinkt und nicht schläft, ist der Schlafrhythmus gestört; außerdem hat der Alkohol eine dämpfende Wirkung auf das Gehirn.
Menschen mit Epilepsie können einen Anfall bekommen, ohne dass ein bestimmter Auslöser ersichtlich ist. Der Grund: Ihr Gehirn befindet sich permanent in einem Zustand gesteigerter Erregbarkeit. Bei Menschen, die keine Epilepsie haben, können besondere Einflüsse einen einzelnen epileptischen Anfall hervorrufen. Solche Einflüsse sind unter anderem:
- Schlafmangel
- Konsum von Alkohol und Drogen
- Fieber bei Kindern (sog. »Fieberkrampf«)
- Flackerlicht (z. B. Stroboskoplicht oder Videospiele)
- Starke körperliche oder seelische Belastung (Stress)
- Alkoholentzug
- Drogen oder Schlafmittelentzug
Symptome der Epilepsie
Geprägt werden die Epilepsie Symptome durch einen Epilepsie Anfall. Dabei besteht eine übermäßige Aktivität der Gehirnnervenzellen. Die Auswirkungen sind unterschiedlich und hängen von den jeweils betroffenen Gehirnarealen ab. Der Spezialist für Neurologie unterscheidet zwischen fokalen und generalisierten epileptischen Anfällen. Ein Epilepsie Anfall kann sich auch bereits im Vorfeld durch Kopfschmerzen, Nervosität oder Verstimmung bemerkbar machen. Nicht selten zeigt sich eine Aura, in deren Rahmen der Patient etwas hört oder sieht, das gar nicht vorhanden ist. Manche Patienten erleben ihre Umwelt verzerrt oder verspüren Angst. Mitunter setzt die Aura ohne epileptischen Anfall ein.
Die Epilepsie-Symptome sind so zahlreich wie die unterschiedlichen Arten der Epilepsie. Sie reichen von geistiger Abwesenheit wie bei der Absence bis hin zu starken körperlichen Zuckungen und Verkrampfungen. Viele dieser Symptome können bei einem Krampfanfall auftreten. Meist jedoch nicht gleichzeitig, sondern nacheinander. Epileptische Anfälle sind in aller Regel schmerzlos. Betroffene erinnern sich hinterher meist nicht an den Anfall selbst.
Aura
Fokale (=herdförmige) Anfälle können sich manchmal durch eine sogenannte Aura ankündigen. Die Aura (griech. Es gibt Anfälle, die sich ankündigen und es gibt Anfälle, die aus heiterem Himmel auftreten. Fokale Anfälle aus dem Schläfenlappen können sich mit einer sogenannten Aura ankündigen. Die Aura (griechisch: das Lüftchen) ist eine Art Vorgefühl bzw. eine Sensation, die sich schwer beschreiben lässt; danach verliert man das Bewusstsein. Häufig sind epigastrische Auren bzw. eine aufsteigende Übelkeit; danach weiß man oft nichts mehr. Hierbei muss jedoch nicht auf den Magen geachtet werden - das wird vom Gehirn bzw. vom Schläfenlappen gesteuert. Diese Ankündigungen von Anfällen werden schon als bewusst erlebte Anfälle bezeichnet. Es gibt unterschiedliche Formen: oft treten Geruchsstörungen auf - dann spricht man von einer olfaktorischen Aura. Außerdem können Geschmacksstörungen bzw. eine gustatorische Aura auftreten. Ein Anfall könnte aber auch durch ein ledigliches Zucken mit der Hand bewusst erlebt werden (motorische Anfälle). Das alles sind Phänomene, welche einen Anfall ankündigen können - wenn diese Ankündigungen auftreten, verliert man als Betroffener im Anschluss das Bewusstsein und weiß danach oft gar nichts mehr.
Die häufigsten Anzeichen eines fokalen Anfalls sind:
- Sensorische Störungen - die sog. »Aura« (verändertes Riechen, Fühlen, Hören, Sehen, Schmecken).
- Sprachstörungen (z.B. unvermitteltes Stammeln, plötzliche Lautäußerungen) »speech arrest«
- Schwindel, Halluzinationen oder Ängste können ebenfalls zu einer Aura gehören. Oft beginnt ein später generalisierender Anfall damit.
- Schweißausbrüche, Blässe
- Übelkeit und/oder Erbrechen, komisch aufsteigendes Gefühl aus dem Bauch (»gastrale Aura«)
- Harn- und Stuhlinkontinenz
Symptome bei fokalen Anfällen
Bei einem fokalen Anfall sind Beschwerden möglich wie:
- Verkrampfungen
- das Zucken von Gliedmaßen
- Missempfindungen wie Wärme, Kälte, Brennen oder Kribbeln
- Halluzinationen
- Schwindelgefühle
- Angstzustände
- Benommenheit
- Verwirrung
Symptome bei generalisierten Anfällen
Bei generalisierten epileptischen Anfällen zeigen sich verschiedene motorische Attacken wie Verkrampfungen oder Versteifungen. Ebenso sind Bewusstseinstrübungen, das Nachlassen der Muskelspannung sowie langsame oder schnelle Zuckungen möglich. Außerdem kann der Patient bewusstlos werden.
Ein generalisierter epileptischer Anfall zeigt sich unter anderem durch:
- Kurzzeitige Bewusstseinstrübung mit anschließendem Gedächtnisverlust (»Absence«)
- Schrei zu Beginn des Anfalls (»Initialschrei«)
- Schnelles Zucken bestimmter Muskelgruppen (»myoklonischer Anfall«)
- Versteifung der Gliedmaßen mit möglicher Bewusstseinstrübung (»tonischer Anfall«)
- Zungenbiss (meist am seitlichen Zungenrand)
- Harn- und Stuhlverlust
- Plötzlicher Spannungsverlust einzelner Muskeln (»atonischer Anfall«)
Epilepsie bei Kindern
Epilepsie bei Kindern kommt häufiger vor als gedacht. Die Krampfanfälle gehören sogar zu den häufigsten Leiden des Zentralnervensystems. Genau wie bei erwachsenen Patienten verläuft das Krampfleiden sehr unterschiedlich. So sind manche Kinder nur für ein paar Sekunden geistig abwesend, während andere von heftigen Muskelzuckungen geschüttelt und ohnmächtig werden. Auch die Ursachen fallen ähnlich wie bei den Erwachsenen aus. Oft ist gar kein Grund für die Erkrankung feststellbar.
Ganz besonders wichtig ist, dass bei Kindern mit Aufmerksamkeitsstörung in der Schule eine Absence-Epilepsie mittels EEG ausgeschlossen wird, da diese gut behandelbar ist. Im Gegensatz zu den Epilepsien im Erwachsenenalter ist die medikamentöse Therapie bei Kindern oft nur über einen bestimmten Zeitraum (zwei bis fünf Jahre) erforderlich.
Epilepsie beim Baby
Epilepsie beim Baby kommt ebenfalls vor. Zu den möglichen Verlaufsformen zählt das West-Syndrom, auch BNS genannt. Es tritt schon im Babyalter zwischen drei und neun Monaten auf und macht sich durch Verkrampfungen der Hals-Nacken-Muskeln bemerkbar. Bei Jungen zeigt sich das West-Syndrom häufiger als bei Mädchen. Meist wird die Erkrankung von Entwicklungsstörungen begleitet. Eine weitere, überaus seltene Form, stellt das Dravet-Syndrom dar, das zwischen 3. und 12. Lebensmonat einsetzt. Es wird zumeist durch genetische Fehler hervorgerufen. Die Behandlung gilt als sehr schwierig.
Diagnose von Epilepsie
Nach einem epileptischen Anfall sollte unbedingt eine Untersuchung durch unseren Facharzt erfolgen. Unser Spezialist für Neurologie befragt den Patienten zunächst nach denkbaren Grunderkrankungen oder ob bestimmte Auslöser wie flackerndes Licht bestanden. Teil der Epilepsie Diagnose sind auch diverse Tests durch unseren Facharzt wie das Messen der Hirnströme (EEG). Als sinnvoll gilt zudem eine Kernspintomographie, bei der Schnittaufnahmen des Gehirns gemacht werden, um mögliche Fehlbildungen aufzuspüren. Weitere hilfreiche Diagnoseverfahren sind Blutuntersuchungen zur Diagnose von Stoffwechselstörungen sowie die Entnahme von Nervenflüssigkeit am Rücken bei Verdacht auf eine Gehirnentzündung.
Beim EEG werden Elektroden an den Kopf angebracht, mit denen man die Hirnströme messen kann - im besten Fall sollte das früh gemacht werden (bis zu zwanzig Stunden nach dem Anfall). Dadurch könnte man schon eine epileptogene Bereitschaft erkennen. Nach dem EEG wird eine bildgebende Untersuchung des Gehirns gemacht - da ist die Diagnostik der Wahl die Kernspintomographie; das MRT.
Wenn bei Erwachsenen der Verdacht auf Epilepsie besteht, ist immer ein Facharzt für Neurologie aufzusuchen. Im Kindesalter sind Kinderärzte dafür zuständig - am besten ist es, einen Neuropädiater bzw. Neuro-Kinderarzt aufzusuchen, welcher sich noch besser damit auskennt. Natürlich ist es nicht immer leicht, eine Epilepsie zu diagnostizieren. Bei einer Synkope bzw. einem Kreislaufkollaps mit Myoklonien kann man auch zucken - Beteiligte beschreiben diesen Kollaps dann oft als Bewusstseinsverlust mit Zuckungen. Da ist die Gefahr dann groß, das mit Epilepsie zu verwechseln, obwohl es damit nichts zu tun hat. Weiters gibt es eine Gruppe von psychogenen bzw.
Nach einem ersten Anfall ist es sinnvoll, eine stationäre Abklärung an einer Kinderklinik oder an einer Neurologie zu machen, um alles durch EEG und MRT abklären lassen zu können. Zudem können Laboruntersuchungen durchgeführt werden, ob Blutunterzucker besteht oder die Blutsalze zu gering sind - auch das kann Anfälle auslösen. Neben den Laboruntersuchungen sind das EEG und die Kernspintomographie die wesentlichen Untersuchungen - das lässt sich in einem stationären Setting leichter abklären.
Behandlung von Epilepsie
Eine längere Epilepsie Behandlung sollte durch einen erfahrenen Neurologen erfolgen. Allerdings ist eine Therapie nicht in jedem Fall erforderlich. Fand bislang nur ein einziger epileptischer Anfall statt, ist es oft besser, mit der Behandlung zu warten und die entsprechenden Auslöser zu meiden. Auch eine gesunde Lebensweise mit genügend Schlaf und Alkoholverzicht gilt als hilfreich. Kommt es zu einem zweiten Epilepsie Anfall, sollte jedoch eine medizinische Therapie stattfinden.
Um epileptischen Anfällen entgegenzuwirken, ist die Einnahme von Antikonvulsiva bzw. Antiepileptika sinnvoll. Sie besitzen die Eigenschaft, die Anfälle zu blockieren. Damit sie ihre Wirkung entfalten können, ist ihre regelmäßige Gabe notwendig. Welche Medikamente sich letztlich am besten eignen, richtet sich nach der Epilepsieart sowie der Verträglichkeit des Arzneimittels. Die Dauer der Einnahme nimmt mehrere Jahre in Anspruch. Führen die Medikamente nicht zur Besserung, kann in einigen Fällen ein operativer Eingriff angebracht sein.
Als weitere Behandlungsmöglichkeit gilt die Vagus-Nerv-Stimulation. Dabei wird dem Patienten eine Art Schrittmacher in das linke Brustbein implantiert, um den linken Vagusnerv im Hals mit Elektrosignalen zu stimulieren. Dadurch lässt sich die Hirnaktivität beeinflussen, sodass weniger epileptische Anfälle auftreten.
In den meisten Fällen ist durch eine Behandlung die Epilepsie gut kontrollierbar, sodass der Patient größtenteils ein ganz normales Leben führt.
Erste Hilfe bei Anfällen
Wenn man bei einem epileptischen Anfall anwesend ist, kann man leider nicht viel machen. Man möchte natürlich helfen - das ist jedoch schwierig. Das Wichtigste ist es, den Betroffenen in eine stabile Seitenlage zu bringen und alles wegzuräumen, wodurch man sich verletzen könnte.
- Wählen Sie daher immer den Notruf 112 und rufen Sie professionelle Hilfe.
- Sorgen Sie für Sicherheit, indem Sie z. B. gefährliche Gegenstände beiseite räumen.
- Polstern Sie den Kopf des*r Betroffenen ab.
- Nehmen Sie seine/ihre Brille ab.
- Lockern Sie enge Kleidung am Hals, um die Atmung zu erleichtern.
- Bitten Sie Menschen, die in der Situation nicht helfen können, weiterzugehen.
- Bleiben Sie nach dem Anfall bei der Person und bieten Sie Ihre Unterstützung an.
- Wenn die Person nach dem Anfall erschöpft ist und einschläft, bringen Sie sie in die stabile Seitenlage.
Das sollten Sie in keinem Fall tun:
- Dieden Betroffenen festhalten oder zu Boden drücken
- der betroffenen Person etwas in den Mund schieben - auch wenn sie sich in die Zunge beißt
Leben mit Epilepsie
Wichtig ist es, Auslöser zu kennen und zu meiden. Fahreignung und Arbeitssicherheit müssen ärztlich geprüft werden.
Frauen mit Epilepsie müssen bei der Schwangerschaft ein paar Dinge berücksichtigen. Antiepileptische Medikamente können Fehlbildungen verursachen - das trifft jedoch nicht auf alle zu. Da muss man sich gut beraten lassen, welche Medikamente während einer Schwangerschaft ideal sind. Wichtig ist dabei, die bestehenden Medikamente nicht abzusetzen, sobald man von einer Schwangerschaft erfährt.