Böhse Onkelz – Dopamin: Ein überraschend positives Album

Die Böhsen Onkelz, eine Band mit einer über 20-jährigen Geschichte, schafften es auch nach so langer Zeit, ihre Fans immer wieder aufs Neue zu überraschen. Im Jahr 2002 gelang ihnen dies mit ihrem 16. Studioalbum "Dopamin", das sich von seinen Vorgängern unterschied, indem es einen eher freundlichen und positiven Grundton anschlug.

Musikalische Experimentierfreude

Auf "Dopamin" lebten die Böhsen Onkelz ihre Experimentierfreude musikalisch voll aus. Ob leichter Country-Touch im Intro von "Macht für den der sie nicht will", Ska/Reggae-Einflüsse in "Nr. 1" und "Mutier mit mir" oder das Balladige von "Stand der Dinge" - das Album bot eine große stilistische Bandbreite.

Kontroverse und Toleranz

Mit dem Album "Dopamin" testeten die Frankfurter innerhalb kürzester Zeit, nach der Veröffentlichung ihrer Single "Keine Amnestie für MTV", ein weiteres Mal die Toleranz ihrer Fangemeinde. Es war ein Album, das polarisierte und Diskussionen auslöste.

Humor und Selbstironie

Eingeleitet von dem Song "Die Firma" bewies die "härteste Firma der Stadt" neben einer dicken Portion altbewährtem Pathos auch eine gehörige Portion Humor, der sich diesmal außergewöhnlich direkt wie ein roter Faden durch das Album zog. Dieser Humor war ein neues Element im Sound der Onkelz und trug zur positiven Grundstimmung des Albums bei.

Entstehung und Einflüsse

Nicht nur durch den stetig steigenden Erfolg der Band, sondern auch durch die Arbeiten am Album, welche diesmal an den verschiedensten Orten wie England, Irland oder sogar unter der prallen Sonne Ibizas stattgefunden haben, fanden sich diesmal wesentlich frischere positive Stücke auf dieser Platte, als auf den bisherigen Alben. Die unterschiedlichen Umgebungen und Einflüsse spiegelten sich in der Musik wider und trugen zur Vielfalt des Albums bei.

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"Ich weiss wo Du wohnst" - Ein Ohrwurm mit Augenzwinkern

Diesen mittlerweile erreichten Status nahmen sie mit dem neuen Titel "Ich weiss wo Du wohnst" sogar selbst auf die Schippe und besangen die Hysterie von Fans, die ihren Idolen so nah wie möglich sein wollten, und verpackten die Thematik gekonnt in einen absolut genialen Ohrwurm. Der Song war ein humorvoller Kommentar zum Starkult und zur Besessenheit mancher Fans.

Kritik an Politik und Medien

Auch auf Politik und deren heuchelnde Vertreter war man hier nicht gut zu sprechen und stellte diese Situation in dem kritischen Song "Macht für den der sie nicht will" treffend dar. Ebenfalls sein Fett weg bekam neben Münchens größter Musikkonzert MTV übrigens auch TAZ-Journalist Klaus W.

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