Borreliose, Epilepsie und ihre Zusammenhänge bei Katzen und anderen Tieren

Borreliose, Epilepsie und andere Erkrankungen können bei Katzen und anderen Tieren auftreten und komplexe Zusammenhänge aufweisen. Dieser Artikel beleuchtet die Lyme-Borreliose, ihre Symptome, Diagnose und Behandlung, sowie mögliche Verbindungen zu neurologischen Erkrankungen wie Epilepsie. Darüber hinaus werden andere wichtige Gesundheitsprobleme bei Tieren wie Adipositas, Hauterkrankungen, Diabetes und altersbedingte Beschwerden diskutiert, um ein umfassendes Bild der Tiergesundheit zu vermitteln.

Was ist Lyme-Borreliose?

Borreliose ist eine Infektionskrankheit, die durch Bakterien der Gattung Borrelia burgdorferi verursacht wird. Diese Bakterien, auch Borrelien genannt, sind spiralförmige Mikroorganismen, die zu den Spirochäten gehören. Sie bewegen sich mithilfe von Flagellen fort und ähneln in ihrer Form einem Propeller. Borrelien kommen hauptsächlich im Blut von Nagetieren und Vögeln vor und werden durch Zeckenstiche auf Zecken übertragen.

Übertragung und Verbreitung der Borreliose

Die Übertragung der Borreliose erfolgt durch Zeckenbisse. Infizierte Zecken, die Borrelien im Darm tragen, übertragen die Bakterien beim Blutsaugen auf Menschen und Tiere. Die Zecken tragen die Borrelien in ihren Speicheldrüsen und geben sie über den Speichel in die Haut des Wirts ab. Von dort aus gelangen die Borrelien ins Blut und können sich im Körper ausbreiten.

Die Borreliose ist in ganz Deutschland und Europa verbreitet. Allerdings trägt nicht jede Zecke Borrelien in sich. Schätzungen zufolge sind etwa 30 % der Zecken in Deutschland mit Borrelien infiziert. Die Wahrscheinlichkeit einer Infektion nach einem Zeckenbiss ist jedoch gering: Nur etwa sechs von 100 Menschen, die von einer Zecke gebissen werden, erkranken an Borreliose. Das Risiko einer Infektion sinkt, je schneller die Zecke nach dem Biss entfernt wird. Die Hauptsaison für Zecken ist von März bis Oktober, daher ist ein guter Zeckenschutz besonders im Frühsommer wichtig.

Es gibt keine Impfung gegen Lyme-Borreliose. Eine überstandene Infektion bietet keinen dauerhaften Schutz. Die Borreliose wird durch Zeckenbisse, Pferdebremsen oder Mücken übertragen.

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Symptome der Borreliose

Die Symptome der Borreliose können vielfältig sein und verschiedene Organe betreffen, insbesondere die Haut, die Gelenke und das Nervensystem. Es gibt drei Stadien der Borreliose, die sich in ihren Symptomen und dem zeitlichen Auftreten unterscheiden.

Stadium 1: Frühe lokale Infektion

Wenige Tage bis Wochen nach dem Zeckenbiss (meist 7 bis 30 Tage, manchmal bis zu drei Monate) tritt bei etwa 90 % der Betroffenen eine Rötung um die Einstichstelle auf, die sogenannte Wanderröte (Erythema migrans). Diese Rötung breitet sich kreisförmig aus und kann einen Durchmesser von bis zu 60 Zentimetern erreichen. Oft ist die Rötung ringförmig, da sie in der Mitte verblasst.

Zusätzlich zur Wanderröte können unspezifische Symptome wie Kopfschmerzen, Müdigkeit, Fieber, Schüttelfrost, Appetitverlust, Lymphknotenschwellungen sowie Gelenk- und Muskelschmerzen auftreten. Diese Symptome ähneln oft einer Grippe, daher ist es wichtig, nach einem Zeckenbiss im Sommer einen Arzt aufzusuchen, wenn solche Beschwerden auftreten.

Stadium 2: Frühe disseminierte Infektion

In diesem Stadium beeinträchtigen die Borrelien häufig das Nervensystem und verursachen eine akute Neuroborreliose. Symptome sind starke, brennende Nervenschmerzen, die durch eine Entzündung der Nervenwurzeln im Rückenmark verursacht werden und nachts oft stärker werden. Sind Hirnnerven betroffen, kann es zu ein- oder beidseitigen Gesichtslähmungen (Fazialisparese) kommen.

Stadium 3: Späte disseminierte Infektion

Spätfolgen der Borreliose treten erst nach Monaten oder Jahren auf. Sie äußern sich meist in Form von Gelenkentzündungen (Lyme-Arthritis), seltener als chronische Neuroborreliose oder Hautkrankheiten. Bei der Lyme-Arthritis leiden die Betroffenen unter starken Schmerzen und Schwellungen der Gelenke, insbesondere der Kniegelenke. Die Symptome können schubweise oder chronisch auftreten und auch andere Gelenke wie Sprunggelenke, Ellbogen, Finger, Zehen, Hände und Kiefer betreffen.

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Eine seltene Hautkrankheit, die durch Borreliose verursacht wird (Acrodermatitis), betrifft meist ältere Frauen. Die chronische Neuroborreliose ist eine sehr seltene chronische Entzündung des Gehirns und Rückenmarks.

Diagnose der Borreliose

Nach einem Zeckenbiss ist es nicht immer notwendig, sofort einen Arzt aufzusuchen. Ein unauffälliger Biss verläuft oft ohne Probleme. Treten jedoch Borreliose-Symptome wie die Wanderröte oder Kopf-, Glieder- und Muskelschmerzen auf, sollte ein Arzt konsultiert werden.

Eine Blutuntersuchung allein reicht nicht immer aus, um die Diagnose Borreliose zu stellen. Zwar befinden sich Antikörper im Blut von Menschen, die Kontakt zu Borrelien hatten, dies ist aber noch nicht aussagekräftig. Spezielle Suchtests (z.B. ELISA-Test) und Bestätigungstests werden durchgeführt. Bei Verdacht auf Neuroborreliose kann eine Liquorpunktion zur Entnahme von Nervenwasser durchgeführt werden. Mittels Polymerase-Kettenreaktion können bereits Erreger nachgewiesen werden. Der Lymphozyten-Transformationstest wird häufig genutzt, ist aber ohne weiterführende Tests nicht aussagekräftig.

Behandlung der Borreliose

Ohne Behandlung können die Borrelien mehrere Monate oder Jahre im Körper überleben und Beschwerden verursachen. Im Frühstadium werden fast ausschließlich Antibiotika wie Doxycyclin oder Cefuroxim verabreicht (Schwangere erhalten Amoxicillin). Im Spätstadium erfolgt die Behandlung mit Cefotaxim, Minocyclin und Ceftriaxon. Minocyclin wird in Tablettenform eingenommen, während die anderen Antibiotika intravenös verabreicht werden.

Wenn die Antibiotika-Behandlung nicht ausreichend wirkt, können Naturheilverfahren zur Stärkung der Abwehrkräfte und Ausleitung von Giftstoffen eingesetzt werden.

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Borreliose bei Tieren

Auch Tiere können an Borreliose erkranken. Die Symptome sind oft unspezifisch und können leicht übersehen werden. Im Gegensatz zum Menschen tritt die Wanderröte bei Hunden selten auf. Häufige Symptome sind Müdigkeit, Leistungsabfall, Fieber, Bewegungsunlust, wechselnde Lahmheiten, Abmagerung, Erbrechen und Ödeme. Gelegentlich treten auch neurologische Ausfallserscheinungen auf.

Die Diagnose bei Tieren erfolgt durch den Nachweis von Antikörpern im Blut. Die Behandlung erfolgt mit Antibiotika über einen Zeitraum von mindestens vier Wochen. Eine frühzeitige Erkennung und Behandlung verbessert die Prognose.

Schutzmaßnahmen für Tiere

Zum Schutz von Tieren vor Borreliose werden folgende Maßnahmen empfohlen:

  • Regelmäßige Behandlung mit Zeckenabwehrmitteln (Halsbänder, Spot-on-Präparate)
  • Sorgfältiges Entfernen von Zecken mit Zeckenhaken oder Zeckenzange
  • Impfung gegen Borreliose, besonders für Jagd- und Reitbegleithunde

Zusammenhang zwischen Borreliose und Epilepsie

Ein möglicher Zusammenhang zwischen Borreliose und Epilepsie ist ein komplexes Thema, das weiterer Forschung bedarf. Borreliose kann das Nervensystem beeinträchtigen und in seltenen Fällen zu neurologischen Symptomen wie Krampfanfällen führen. Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass Epilepsie viele Ursachen haben kann und nicht immer mit einer Borreliose-Infektion in Verbindung steht.

Epilepsie bei Tieren

Epilepsie ist eine neurologische Erkrankung, die durch wiederholte Krampfanfälle gekennzeichnet ist. Ein epileptischer Anfall ist die Folge einer plötzlichen Störung der Gehirnfunktion. Man unterscheidet zwischen primärer und sekundärer Epilepsie.

  • Primäre Epilepsie: Angeboren, tritt häufig im Alter von 2-4 Jahren auf. Die Ursache ist ungeklärt, erbliche Faktoren spielen eine Rolle.
  • Sekundäre Epilepsie: Durch andere Erkrankungen verursacht (z.B. Hirntumore, Entzündungen, Verletzungen).

Symptome eines epileptischen Anfalls können sein: Muskelkrämpfe, Bewusstseinsverlust, Halluzinationen, Kot- und Harnabsatz, Speicheln. Die Stärke der Anfälle kann variieren.

Behandlung von Epilepsie

Epilepsie kann nicht geheilt werden, aber mit Medikamenten können die Anfälle in den meisten Fällen reduziert werden. Die Anpassung der Medikamente an den Organismus des Hundes kann einige Zeit dauern.

Während eines Anfalls sollte man Ruhe bewahren und das Tier vor Verletzungen schützen. Ein Anfall dauert meistens einige Minuten und ist nicht lebensbedrohlich. Wenn der Anfall länger als 5-10 Minuten dauert, sollte ein Tierarzt gerufen werden.

Weitere wichtige Gesundheitsprobleme bei Tieren

Neben Borreliose und Epilepsie gibt es weitere Gesundheitsprobleme, die bei Tieren häufig auftreten und beachtet werden sollten.

Adipositas

Adipositas ist die häufigste Ernährungskrankheit bei Hunden und Katzen. Sie entsteht durch die Aufnahme von mehr Kalorien als verbraucht werden. Übergewichtige Tiere leiden häufiger an körperlichen Beschwerden und leben nicht so lange wie Tiere mit normalem Gewicht.

Ursachen für Adipositas sind übermäßige Fütterung und zu wenig Bewegung. Die Behandlung erfordert eine Reduktionsdiät und mehr Bewegung.

Hauterkrankungen

Bakterien spielen bei vielen Hauterkrankungen eine große Rolle. Oft ist die bakterielle Hauterkrankung aber sekundär, d.h. eine andere Grundkrankheit ist die eigentliche Ursache. Mögliche Ursachen sind hormonelle Störungen, Parasiten, Allergien, Autoimmunkrankheiten und Futtermittelreaktionen.

Diabetes mellitus

Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit) ist eine Stoffwechselerkrankung, die auch bei Hunden auftreten kann. Dem Körper fehlt das Hormon Insulin, das für die Aufnahme von Zucker in die Zellen benötigt wird. Symptome sind übersteigertes Trinkbedürfnis, vermehrtes Wasserlassen, Heißhunger und Gewichtsverlust.

Die Therapie erfordert tägliche Insulininjektionen und eine strenge Diät.

Altersbedingte Beschwerden

Wie Menschen können auch Tiere im Alter gesundheitliche Probleme entwickeln. Dazu gehören Herzschwäche, Nierenschwäche und Leberfunktionsstörungen. Regelmäßige Untersuchungen können helfen, diese Probleme frühzeitig zu erkennen und zu behandeln.

Zeckenschutz bei Katzen

Zecken können auch für Katzen gefährlich sein, da sie Krankheiten wie Borreliose, Anaplasmose und Babesiose übertragen können. Es ist wichtig, Katzen vor Zecken zu schützen, insbesondere Freigängerkatzen.

Maßnahmen zum Zeckenschutz bei Katzen

  • Verwendung von Zeckenschutzmitteln, die für Katzen zugelassen sind
  • Tägliche Untersuchung der Katze auf Zecken
  • Entfernung von Zecken mit geeigneten Instrumenten (Zeckenzange, Zeckenhaken)

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