Bösartiger Hirntumor und HIV: Ursachen, Symptome und Behandlung

Hirntumore sind Gewebewucherungen innerhalb des Schädels, die das Gehirn in seiner Funktion beeinträchtigen können. Sie machen einen bestimmten Prozentsatz aller Krebserkrankungen aus. Obwohl ein Hirntumor in jedem Alter vorkommen kann, wird er meistens bei Kindern zwischen dem 3. und 12. Lebensjahr festgestellt sowie bei Erwachsenen zwischen dem 65. und 85. Lebensjahr. Etwa 8.000 Menschen bekommen in Deutschland jährlich die Diagnose „Hirntumor“ neu gestellt. Bisher sind mehr als verschiedene Tumoren bekannt, die sich im Gehirn bilden können. Eine genaue Klassifikation ist wichtig, um die richtige Wahl der Behandlung (Therapie) zu treffen und den Krankheitsverlauf abschätzen zu können. Ein Hirntumor kann gutartig oder bösartig sein.

Was ist ein Hirntumor?

Der Begriff Hirntumor oder Gehirntumor bezeichnet jede gut- und bösartige Geschwulst innerhalb des Schädels. Im Vergleich zu Darm-, Lungen-, Brustkrebs oder anderen Krebserkrankungen sind Gehirntumoren selten. Experten gehen davon aus, dass die Zahl weiter steigt und rechnen zukünftig mit etwa 8.000 Neuerkrankungen pro Jahr.

Im Vergleich zu anderen Krebserkrankungen ist ein Hirntumor bei Kindern die zweithäufigste Tumorart. Laut Kinderkrebsregister ist eines von 1.400 Kindern unter 18 Jahren betroffen, was etwa ein Viertel der Tumorerkrankungen bei Kindern bedeutet. Es kommen sowohl bösartige als auch gutartige Formen vor, wobei gutartige Tumoren weniger gut erfasst sind. Insgesamt erkranken Jungen zu 20 Prozent häufiger als Mädchen.

Primäre und sekundäre Hirntumoren

Hirntumor ist jedoch nicht gleich Hirntumor. Zunächst unterscheidet man primäre von sekundären Hirntumoren. Unter den primären Hirntumoren gibt es sowohl gutartige (benigne) als auch bösartige (maligne) Formen („Gehirnkrebs“), während sekundäre Hirntumoren immer bösartig sind. Einige Fachleute sehen diese gar nicht als „echten“ Hirntumor an.

Primäre Hirntumoren: Als primär bezeichnet man einen Hirntumor, der sich direkt aus Zellen der Gehirnsubstanz oder der Hirnhaut entwickelt. Solche Tumoren bezeichnen Mediziner auch als hirneigene Tumoren. Oft zählen zu den primären Hirntumoren auch jene, die von einem Hirnnerv ausgehen. Die Hirnnerven entspringen direkt am Gehirn und liegen daher zum Teil im Schädel. Dennoch gehören sie nicht zum zentralen Nervensystem (ZNS: Gehirn und Rückenmark), sondern zum peripheren Nervensystem (PNS). Geht ein Tumor im Kopf von einem Hirnnerv aus, ist er daher genaugenommen eine Neubildung des peripheren Nervensystems. Zu der Art Hirntumoren, die periphere Nerven betreffen, zählt beispielsweise das Akustikusneurinom. Bei diesem bildet sich der Tumor am Hör- und Gleichgewichtsnerv (= achter Hirnnerv), wodurch das Hören und der Gleichgewichtssinn beeinträchtigt sind.

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Die primären Hirntumoren sind nach verschiedenen Kriterien weiter unterteilt. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) untergliedert die einzelnen Geschwülste danach, von welchem Gewebe sie abstammen und inwieweit der Gehirntumor bösartig oder gutartig ist. Diese Unterscheidung beeinflusst sowohl die Behandlung als auch die Prognose eines Hirntumors. Interessanterweise stammt nur ein kleiner Teil der Hirntumoren von den Nervenzellen (Neuronen) ab. Mehr als jeder zweite primäre Hirntumor entwickelt sich aus dem Stützgewebe des Gehirns und gehört damit der Gruppe der Gliome an.

Sekundäre Hirntumoren: Neben den primären Hirntumoren gibt es etwa gleich häufig sekundäre Hirntumoren. Sie entstehen, wenn Zellen aus anderen Organtumoren (beispielsweise Lungenkrebs, Hautkrebs, Brustkrebs) ins Gehirn gelangen und hier eine Tochtergeschwulst bilden. Es handelt sich hierbei also um Hirnmetastasen. Einige Fachleute sehen diese gar nicht als „echten“ Hirntumor an. Bei den Hirnmetastasen unterscheidet man Absiedlungen im Hirngewebe (Parenchym-Metastasen) und solche in der Hirnhaut (Meningeosis carcinomatosa).

Die wichtigsten primären Hirntumoren:

  • Gliom: Gliome stammen von den Stützzellen des ZNS ab. Dazu zählen zum Beispiel Astrozytom, Oligodendrogliom und Glioblastom.
  • Ependymom: Dieser Hirntumor bildet sich aus Zellen, die die inneren Hirnkammern auskleiden.
  • Medulloblastom: Das Medulloblastom bildet sich im Kleinhirn. Es ist der wichtigste Hirntumor bei Kindern.
  • Neurinom: Dieser Tumor geht von Hirnnerven aus. Er wird auch als Schwannom bezeichnet.
  • Meningeom: Dieser Gehirntumor entwickelt sich aus der Hirnhaut.
  • ZNS-Lymphom: Das ZNS-Lymphom bildet sich aus einer Zellgruppe der weißen Blutzellen.
  • Keimzelltumoren: Zu den Keimzelltumoren zählen das Germinom und das Chorionkarzinom.
  • Gehirntumor der Sellaregion: Diese Geschwülste sind an einer bestimmten Stelle im Gehirn zu finden, der Sella turcica. Hier befindet sich normalerweise die Hypophyse. Zu ihnen zählen das Hypophysenadenom und das Kraniopharyngeom.

In jeder Altersgruppe kommen einzelne Hirntumoren häufiger vor als andere. Unter den primären Hirntumoren sind bei Erwachsenen Gliome, Meningeome und Hypophysentumoren am häufigsten. Tritt ein Hirntumor bei Kindern auf, handelt es sich dabei meistens um ein Medulloblastom oder ein Gliom. Ein Neuroblastom ist ein sogenannter embryonaler Hirntumor, der vor allem bei Kleinkindern und Säuglingen vorkommt. Das Neuroblastom entwickelt sich aus bestimmten Nervenzellen des autonomen (vegetativen) Nervensystems, die an zahlreichen Stellen im Körper zu finden sind, beispielsweise neben der Wirbelsäule und in der Nebenniere.

Ursachen von Hirntumoren

Bisher ist weitestgehend unbekannt, warum sich ein primärer Hirntumor bildet. Bei den meisten Betroffenen lässt sich kein Auslöser finden. Sind keine Ursachen bekannt, sprechen Fachleute auch von einem sporadischen Hirntumor.

Im Gegensatz dazu gibt es Hirntumoren, die genetisch bedingt und vererbbar sind. Sie entstehen bei bestimmten Erbkrankheiten wie Neurofibromatose, tuberöse Sklerose, von-Hippel-Lindau-Syndrom oder Li-Fraumeni-Syndrom. Diese Erkrankungen sind allerdings äußerst selten. Nur ein geringer Anteil an Hirntumoren lässt sich auf eines dieser Krankheitsbilder zurückführen.

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ZNS-Lymphome entwickeln sich häufiger bei Patienten mit einem stark geschwächten Immunsystem, etwa aufgrund von HIV oder wenn durch spezielle Medikamente (Immunsuppressiva) das Immunsystem unterdrückt ist. Eine solche Behandlung dient meist dazu, Abstoßungsreaktionen nach einer Organtransplantation zu verhindern.

Ansonsten ist der einzige bisher bekannte Risikofaktor für einen Hirntumor die Bestrahlung des Nervensystems. Ärzte setzen sie beispielsweise bei lebensbedrohlichen Erkrankungen wie einer akuten Leukämie ein. Insgesamt entwickeln nur sehr wenige Menschen nach einer Hirnbestrahlung einen Hirntumor. Gewöhnliche Röntgen-Untersuchungen verursachen in der Regel keinen Hirntumor.

Sekundäre Hirntumoren, also Hirnmetastasen, bilden sich meist dann, wenn eine Krebserkrankung an anderer Stelle im Körper besteht. Liegen Risikofaktoren für eine bestimmte Krebserkrankung vor, erhöht sich oft auch das Risiko für Hirnmetastasen. Allerdings streut nicht jeder bösartige Tumor in das Gehirn.

Hirntumor und HIV

Menschen mit einer HIV-Infektion, bei denen die Erkrankung bereits fortgeschritten ist, haben ebenfalls ein erhöhtes Risiko, dass ein Hirntumor festgestellt wird. Eine Sonderstellung nehmen die Lymphome des Gehirns ein, da sie nicht von eigentlichen Hirnzellen abstammen. Sie leiten sich vielmehr von Immunzellen ab und bilden sich primär im Gehirn. Dies geschieht vor allem bei Patienten mit einer Immunschwäche, weshalb die Lymphome nicht selten bei älteren Menschen auftreten, bei Patienten nach einer Organtransplantation sowie bei Patienten mit HIV oder AIDS.

Symptome von Hirntumoren

Ein Hirntumor kann eine gutartige (benigne) oder bösartige (maligne) Geschwulst im Gehirn sein. Einige Gehirntumoren lösen schon wenige Tage bis Wochen nach ihrer Entstehung Symptome aus, andere erst nach Monaten oder Jahren. Wann sich erste Anzeichen bemerkbar machen, richtet sich danach, wie schnell der Krebs voranschreitet und wie schwerwiegend er ist. Die Beschwerden resultieren daraus, dass sich die Geschwulst im Gehirn ausbreitet und dabei Nervenstrukturen einengt oder zerstört. Die meisten Symptome von Gehirntumoren sind sehr unspezifisch und kommen auch bei unterschiedlichsten anderen Erkrankungen vor.

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Die Symptome eines Hirntumors können je nach Größe, Art und Lage des Tumors im Gehirn variieren.

Typische Beschwerden sind:

  • Kopfschmerzen (vor allem nachts und in den Morgenstunden)
  • Übelkeit und Erbrechen (besonders morgens)
  • Schwindelgefühle
  • Sprach- und Sehstörungen
  • Vergesslichkeit
  • Lähmungserscheinungen
  • Krampfanfälle

Weitere mögliche Symptome:

  • Sehstörungen
  • Konzentrationsschwierigkeiten
  • Persönlichkeitsveränderungen
  • Hormonelle Störungen

Diagnose von Hirntumoren

Der richtige Ansprechpartner bei einem Hirntumor ist ein Facharzt für Nervenheilkunde (Neurologe). Im Zuge der Diagnose erhebt er präzise die Krankengeschichte (Anamnese). Dazu fragt er nach den genauen Beschwerden, eventuellen Vorerkrankungen und medizinischen Behandlungen.

Mögliche Fragen sind also zum Beispiel:

  • Leiden Sie unter neuartigen Kopfschmerzen (vor allem nachts und in den Morgenstunden)?
  • Nehmen die Kopfschmerzen im Liegen zu?
  • Helfen Ihnen herkömmliche Kopfschmerzmittel?
  • Leiden Sie (besonders morgens) unter Übelkeit und Erbrechen?
  • Haben Sie Sehstörungen?
  • Kam bei Ihnen ein Krampfanfall vor? Hat eine Körperhälfte unwillkürlich gezuckt?
  • Hatten oder haben Sie Probleme, ein Körperteil zu bewegen oder zu koordinieren?
  • Hatten oder haben Sie Probleme, zu sprechen?
  • Bemerken Sie Einschränkungen, wenn Sie sich konzentrieren, sich etwas einprägen oder etwas verstehen wollen?
  • Sind neue hormonelle Störungen aufgetreten?
  • Sind Ihre Angehörigen oder Freunde der Meinung, dass sich Ihre Persönlichkeit verändert hat?

Danach führt der Arzt eine neurologische Untersuchung durch. Er testet die Muskelreflexe, die Muskelkraft und die Koordination. Außerdem prüft er, ob die Hirnnerven richtig funktionieren, indem er Sie beispielsweise bittet, die Stirn zu runzeln oder indem er Ihnen in die Augen leuchtet. Auf diese Weise testet er den Pupillenreflex. Außerdem überprüft er Ihr Gesichtsfeld und betrachtet mit einer Untersuchungsleuchte den Augenhintergrund.

Danach folgen oft weitere Untersuchungen wie etwa die Computertomografie (CT), Kernspintomografie (Magnetresonanztomografie, MRT), Elektroenzephalografie (EEG) und Nervenwasseruntersuchung. Weisen diese Untersuchungen auf einen Hirntumor hin, entnimmt der Arzt anschließend eine Gewebeprobe (Biopsie), um die bisherigen Ergebnisse genauer einzuordnen.

Eine Blutuntersuchung gibt häufig auch Aufschluss darüber, ob ein Hirntumor vorliegt oder nicht. In den Blutwerten sucht der Arzt nach sogenannten Tumormarkern - Substanzen, die die Tumorzellen absondern. Genveränderungen (Genanomalien) lassen sich auf diese Weise ebenfalls ermitteln.

Hat der Neurologe den Verdacht, dass Hirnmetastasen Ihre Beschwerden hervorrufen, muss die ursächliche Krebserkrankung diagnostiziert werden. Je nach Verdacht überweist der Arzt an einen anderen Facharzt (etwa einen Gynäkologen oder Gastroenterologen).

Bildgebende Verfahren

CT (Computertomografie): Bei der CT liegt der Patient in Rückenlage auf einer Liege, die sich in eine Untersuchungsröhre hineinbewegt. Das Gehirn wird mit Röntgenstrahlen durchleuchtet. Am Computer lassen sich dann auf einzelnen Schnittbildern die Hirnstrukturen und besonders Blutungen und Verkalkungen in ihnen erkennen. Für die meisten CT-Untersuchungen bekommen Betroffene vorher ein Kontrastmittel in die Armvene gespritzt, wodurch die Blutgefäße und entsprechend stark durchblutete Tumoren besser sichtbar sind. In der Regel sind diese Kontrastmittel gut verträglich. Betroffene scheiden sie nach einiger Zeit mit dem Urin wieder aus.

MRT (Magnetresonanztomografie): In den letzten Jahren wird bei Verdacht auf einen Hirntumor immer häufiger ein MRT angefertigt. Diese Untersuchung erfolgt ebenfalls in einer Untersuchungsröhre. Sie dauert länger als ein CT, verzichtet allerdings auf Röntgenstrahlen. Stattdessen entstehen die Bilder des Körpers dadurch, dass Magnetfelder und elektromagnetische Wellen durch ihn hindurchströmen. Die Darstellung ist dabei oft noch detaillierter als bei der CT. Wie beim CT müssen sich die Personen auch beim MRT sehr ruhig verhalten und sollten sich möglichst nicht bewegen.

Manchmal ist es notwendig und hilfreich, beide Verfahren nacheinander durchzuführen. Beide Untersuchungen sind nicht schmerzhaft. Die Röhre und den hohen Geräuschpegel nehmen aber einige Patienten als unangenehm wahr.

Weitere diagnostische Maßnahmen

EEG (Elektroenzephalogramm): Ein Hirntumor verändert häufig die elektrischen Ströme im Gehirn. Ein Elektroenzephalogramm (EEG), das diese Ströme aufzeichnet, liefert dabei aufschlussreiche Informationen. Dazu bringt der Arzt kleine Metallelektroden auf der Kopfhaut an, welche mit Kabeln an ein spezielles Messgerät angeschlossen sind. Die Hirnströme werden beispielsweise in Ruhe, im Schlaf oder unter Lichtreizen abgeleitet. Anhand der Ergebnisse lässt sich ein Hirntumor beispielsweise von einem Krampfleiden unterscheiden. Außerdem ist es oft möglich, mittels EEG den Ursprung einer Gehirnveränderung zu ermitteln. Dieses Verfahren ist weder schmerzhaft noch schädlich und daher besonders für die Untersuchung von Kindern geeignet.

Liquorpunktion (Nervenwasseruntersuchung): Um einen veränderten Hirnwasserdruck (Liquordruck) oder eine Hirnhautentzündung auszuschließen, führt der Arzt mitunter eine Nervenwasserpunktion im Bereich der Lende durch (Lumbalpunktion). Kindern erhalten in der Regel eine Vollnarkose. Der Arzt desinfiziert anschließend den Lendenbereich am Rücken und deckt den Bereich mit sterilen Tüchern ab. Damit der Patient bei der Punktion keine Schmerzen hat, betäubt der Arzt zunächst den Bereich mit einem Betäubungsmittel, das er unter die Haut spritzt. Anschließend führt der Arzt eine Hohlnadel bis in ein Liquorreservoir im Rückenmarkskanal. Auf diese Weise bestimmt er den Liquordruck und entnimmt etwas Liquor für eine Laboruntersuchung. Die Verletzungsgefahr für das Rückenmark ist bei dieser Untersuchung sehr gering, weil die Einstichstelle unterhalb des Rückenmark-Endes liegt. Die meisten Menschen empfinden die Untersuchung zwar als unangenehm, aber erträglich, zumal die Liquorpunktion in der Regel nur wenige Minuten dauert.

Biopsie (Entnahme einer Gewebeprobe): Um einen Gehirntumor genauer zu klassifizieren, entnimmt der Arzt eine Gewebeprobe und untersucht diese unter dem Mikroskop. Das geschieht entweder durch eine offene Operation oder eine stereotaktische Operationstechnik. Bei der offenen Operation erhält der Patient eine Vollnarkose. Das Schädeldach wird in einem bestimmten Bereich geöffnet, sodass die Tumor-Strukturen für den Operateur erreichbar sind. Dieses Verfahren wählt der Arzt meistens dann, wenn er den Hirntumor in derselben Operation vollständig entfernen will. Das gesamte Tumorgewebe wird anschließend unter dem Mikroskop untersucht. Von dem Ergebnis hängt oft die weitere Behandlung ab. Die stereotaktische Operation hingegen erfolgt fast immer unter örtlicher Betäubung, sodass der Patient keine Schmerzen empfindet. Der Kopf des Betroffenen ist während der Probenentnahme fixiert. Mit einem bildgebenden Verfahren ermittelt der Arzt genau, wo der Tumor im Kopf liegt. An einer geeigneten Stelle bohrt er dann ein kleines Loch in den Schädel (Trepanation), über das er die Operationswerkzeuge einführt. In der Regel ist die Bewegung der Biopsiezange computergesteuert und dadurch sehr genau, was eine gezielte Probenentnahme möglich macht.

Behandlung von Hirntumoren

Jeder Hirntumor bedarf einer individuellen Behandlung. Grundsätzlich besteht die Möglichkeit, einen Hirntumor zu operieren, zu bestrahlen oder einer Chemotherapie zuzuführen. Diese drei Optionen sind dem jeweiligen Tumor angepasst und unterscheiden sich in der Art und Weise, wie sie durchgeführt oder miteinander kombiniert werden.

Welche Hirntumor-Behandlung im Einzelfall geeignet ist, richtet sich nach dem Gewebetyp, der Zellveränderung und molekularbiologischen Besonderheiten. Natürlich ist auch zu berücksichtigen, wie fortgeschritten das Krankheitsbild ist und welche Wünsche der Betroffene äußert.

Allgemeine Behandlungsansätze:

  • Chirurgischer Eingriff: Ist der Tumor gut zugänglich, lässt er sich im Zuge eines chirurgischen Eingriffs vollständig extrahieren. In der Praxis kommt das aber eher selten vor. Meist gelingt es nur, einen Teil der Wucherung zu entfernen.
  • Strahlentherapie: Bestrahlung kann die einzige Behandlungsmaßnahme sein, aber auch eine von mehreren. Ist ein Tumor sehr schwer zugänglich und ist dementsprechend keine Operation möglich, kommt die Radiotherapie in aller Regel als Ersttherapie zum Einsatz. Das Ziel der Strahlentherapie besteht darin, Krebszellen zu zerstören. Dank der heutigen technischen Möglichkeiten treffen die Strahlen relativ exakt den zu behandelnden Bereich, während das umliegende Gewebe weitgehend verschont wird. Für gewöhnlich findet die Radiotherapie ambulant statt. Die Anzahl der Sitzungen und die Intensität der Behandlung richtet sich nach dem Gewebetyp.
  • Chemotherapie: Die Chemotherapie kommt bei Gehirntumoren meist nur als ergänzende Maßnahme zum Einsatz. Die eingesetzten Medikamente (sogenannte Chemotherapeutika oder Zytostatika) dienen dazu, den Tumor zu verkleinern oder die nach anderen Behandlungen verbliebenen Krebszellen abzutöten. Um bei einem Gehirntumor wirken zu können, müssen die Substanzen erst die Blut-Hirn-Schranke überwinden. Da das nicht so einfach ist, werden sie manchmal direkt in den Rückenmarkskanal injiziert. Wie die Bestrahlung erfasst die Chemotherapie neben den Tumorzellen auch gesundes Gewebe.

Behandlung von HIV-assoziierten Lymphomen

Die Therapie der HIV-Lymphome hängt vom Typ und dem Stadium des Lymphoms ab. Zudem spielen bei der Wahl der Behandlung auch der Allgemeinzustand des Betroffenen, relevante Begleiterkrankungen und die aktuelle Situation der HIV-Infektion eine Rolle.

Non-Hodgkin-Lymphome (NHL)

  • Diffuses großzelliges B-Zell-Lymphom (DLBCL): An einem DLBCL erkrankte Menschen erhalten in der Regel eine Immunchemotherapie mit R-CHOP (Rituximab, Cyclophosphamid, Vincristin, Prednisolon), ein seit einigen Jahrzehnten bewährtes und effektives Therapieregime.
  • Burkitt-Lymphom: Liegt ein Burkitt-Lymphom vor, sollte wegen der besonderen Aggressivität dieser Lymphome nach Möglichkeit eine intensivere Chemotherapie zum Einsatz kommen. Bewährt hat sich das sogenannte B-NHL/B-ALL-Protokoll der Deutschen ALL-Studiengruppe (GMALL). Sofern eine intensive Chemotherapie wegen relevanter Begleiterkrankungen nicht eingesetzt werden kann, ist alternativ die Gabe von R-EPOCH möglich.
  • Plasmoblastisches Lymphom: Für Patientinnen und Patienten mit plasmoblastischen Lymphomen ist eine international einheitliche Standardtherapie nicht definiert. In der Regel kommt wie bei den DLBCL eine CHOP-Chemotherapie zum Einsatz, allerdings ohne den gegen CD20 gerichteten Antikörper Rituximab.
  • Primäres ZNS-Lymphom: Wird ein Lymphom im Gehirn bzw. im zentralen Nervensystem diagnostiziert (primäres ZNS-Lymphom), müssen Medikamente gegeben werden, die die sogenannte Blut-Hirnschranke überwinden. Wie bei Erkrankten ohne HIV werden Protokolle unter Einschluss von hochdosiertem Methotrexat und hochdosiertem Cytarabin eingesetzt. Gegebenenfalls kann eine Hochdosis-Chemotherapie mit autologer Stammzelltransplantation folgen, um den Behandlungserfolg zu konsolidieren.

Hodgkin-Lymphom (HL)

Bei der Therapie eines HIV-Hodgkin-Lymphoms werden frühe, intermediäre und fortgeschrittene Stadien unterschieden.

  • Frühe Stadien: Erkrankte in frühen Stadien erhalten eine Chemotherapie mit zwei Zyklen nach dem ABVD-Schema, gefolgt von einer ergänzenden Strahlentherapie der initial befallenen Lymphknotenregionen.
  • Intermediäre Stadien: Betroffene mit HIV-HL im intermediären Stadium erhalten vier Zyklen Chemotherapie mit ABVD oder als intensivere Variante zwei Zyklen nach dem sogenannten BEACOPP-eskaliert-Schema, gefolgt von zwei Zyklen ABVD (2+2).
  • Fortgeschrittene Stadien: Patientinnen und Patienten mit fortgeschrittenen Stadien eines HIV-HL werden mit sechs Zyklen ABVD oder sechs Zyklen BEACOPP-basis behandelt.

Für alle Entitäten und Stadien gilt, dass die virenunterdrückende (= antiretrovirale) Therapie (ART) der HIV-Infektion unbedingt fortgeführt oder neu begonnen werden sollte. Hierbei ist eine Abstimmung aller behandelnden Ärztinnen und Ärzte wegen möglicher Wechselwirkungen zwischen den HIV-Medikamenten und der Chemotherapie sinnvoll und empfehlenswert.

Prognose von Hirntumoren

Die Überlebenschance bei einem Gehirntumor hängt von seiner Art, der Ausbreitung, der Wachstumsgeschwindigkeit und der Aggressivität ab. Je früher der Hirn-Tumor entdeckt wird, desto besser sind die Heilungschancen. Sie hängen aber auch davon ab, wie bösartig der Hirn-Tumor ist. Bei einer guten Prognose ist er prinzipiell heilbar, bei einer sehr schlechten haben die Patienten oft nur noch wenige Monate zu leben.

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