Eine breite Schleimhautschwellung im Gehirn kann verschiedene Ursachen haben, von denen einige harmlos sind, während andere eine ernsthafte Bedrohung darstellen können. Um die richtige Diagnose und Behandlung zu finden, ist es wichtig, die möglichen Ursachen und Symptome zu verstehen.
Ursachen einer breiten Schleimhautschwellung im Gehirn
Mehrere Faktoren können zu einer breiten Schleimhautschwellung im Gehirn führen. Zu den häufigsten gehören:
Nasennebenhöhlenpolypen
Nasennebenhöhlenpolypen sind gutartige Wucherungen der Nasenschleimhaut, die häufig bei Personen über 30 Jahren auftreten. Reizende Einflüsse der Nasenschleimhaut, wie chronische Nasennebenhöhlen- und Nasenschleimhautentzündungen, Allergien und Schmerzmittelunverträglichkeiten, können die Ursache sein. Symptome sind Kopfschmerzen, eine näselnde Stimme, Schnarchen oder ein gestörter Geruchssinn. Wenn die Polypen die Atmung behindern, können Entzündungen der Nasennebenhöhlen, der oberen Atemwege und Mittelohrentzündungen die Folge sein. Neuere Studien deuten darauf hin, dass Nasenpolypen Asthma auslösen können und bei fortgeschrittener Erkrankung zu anatomischen Veränderungen der Nase führen können. Kleine Polypen können mit Kortison behandelt werden, während größere Polypen operativ entfernt werden müssen.
Kieferhöhlenentzündung (Sinusitis maxillaris)
Die Kieferhöhlen sind Teil der Nasennebenhöhlen und können sich durch eine Verschleppung von Keimen aus der Nase (rhinogene Sinusitis) oder von den Zähnen ausgehend (odontogene Sinusitis) entzünden. Ursachen können infizierte Zysten, erkrankte Zahnwurzeln, Keime nach Zahnextraktion, infizierte Implantate oder eingedrungene Fremdkörper sein. Typische Symptome sind Schmerzen und Schwellungen im Wangenbereich mit Ausstrahlung in die Zähne des Oberkiefers und in den gesamten Gesichtsbereich. Eine rhinogene Sinusitis kann durch eine Schleimhautschwellung in der Nase ausgelöst werden, die die Ausführungsgänge verschließt und den Abfluss des entzündlichen Sekrets verhindert. Wenn Medikamente nicht ausreichend wirken, kann eine Spülung oder ein operativer Eingriff notwendig sein. Bei chronischer Sinusitis kann eine Kieferhöhlenendoskopie durchgeführt werden, um die Schleimhaut zu beurteilen und Polypen oder Schleimhautverdickungen abzutragen. Auch Fremdkörper können entfernt und ein Fenster zur Nase geschaffen werden, um die Belüftung zu verbessern. Geht die Entzündung von einem entzündeten Zahn oder Implantat aus, muss der Entzündungsherd entfernt werden. Kieferhöhlenoperationen werden meist in örtlicher Betäubung vorgenommen, wobei im Zustand einer akuten Entzündung davon abzuraten ist.
Hirnaneurysmen
Hirnaneurysmen sind krankhafte Aussackungen oder Erweiterungen der Hirnadern, die bei etwa 3 % der Bevölkerung vorkommen. Sie bilden sich meist im Laufe des Lebens und können durch genetische Faktoren, Blutflussanomalien, Rauchen und Bluthochdruck begünstigt werden. Die meisten Aneurysmen werden zufällig entdeckt und verursachen keine Beschwerden. Wenn sie jedoch auf Strukturen drücken, können sie tumorartige Symptome verursachen. Ein Einriss der Aneurysmawand kann zu einer Blutung in den Kopf führen, was einen akuten medizinischen Notfall darstellt. Symptome sind plötzliche, schwerste Kopfschmerzen mit Übelkeit, Erbrechen und Nackensteifigkeit. Weitere Symptome wie Lähmungen, Bewusstseinsstörungen bis hin zum Koma sind möglich. Faktoren, die die Wahrscheinlichkeit eines Risses erhöhen, sind ein größerer Aneurysmadurchmesser, bestimmte Lokalisationen im Kopf, die Aneurysmaform, gewisse Blutflussmuster, eine Vergrößerung des Aneurysmas in der Verlaufskontrolle, eine Eigen- oder Familienbelastung mit einer solchen Aneurysmablutung, Bluthochdruck, Rauchen und höheres Alter. Die meisten Aneurysmen können endovaskulär mit Platinspiralen ("Coils") behandelt werden. Alternativ kann eine offene Hirnoperation mit Clipping durchgeführt werden.
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Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis, Rhinosinusitis)
Eine Nasennebenhöhlenentzündung ist eine Entzündung der Nasennebenhöhlen, die meist durch Viren, seltener durch Bakterien verursacht wird. Sie entsteht oft nach einer Erkältung oder allergischen Reaktion. Symptome sind Kopfschmerzen über der Nase, im Stirnbereich und über und unter den Augen. Die Nase ist verstopft und der Geruchssinn gestört. Bei einer akuten Sinusitis heilt die Entzündung nach ein bis zwei Wochen aus. Bei einer chronischen Sinusitis können eine Nasenscheidewandverkrümmung oder Nasenpolypen die Ursache sein. Am Anfang steht immer eine konservative Therapie, aber wenn diese nicht ausreicht, kann eine Operation helfen.
Leaky-Gut-Syndrom
Wenn die Schutzbarriere der Darmwand nicht intakt ist, gelangen unverdaute Nahrungsbestandteile, Bakterien, Toxine und Stoffwechselprodukte ungefiltert in den Blutkreislauf. Dies kann zu Entzündungen im Körper führen, die mit unterschiedlichsten Erkrankungen einhergehen können. Ursachen sind oft ein moderner Lebensstil mit Stress, industriell veränderte Nahrungsmittel, Nahrungsmittel-Allergien und Umweltgifte. Symptome können vielfältig sein und nicht immer sofort auf eine Störung schließen lassen, die mit einem durchlässigen Darm in Zusammenhang stehen könnten.
Knochennekrose (Osteonekrose)
Unter Knochennekrose versteht man das Absterben von Teilen eines Knochens oder des gesamten Knochens. Im Kopf- und Halsbereich sind Ober- und Unterkiefer am häufigsten betroffen. Früher war die häufigste Ursache eine Bestrahlung im Kieferbereich (Osteoradionekrose), aber heute sind Bisphosphonate, die bei der Therapie von Knochenmetastasen und Osteoporose eingesetzt werden, die Hauptursache (Bisphosphonat-assoziierte Osteonekrose oder BONJ). Auch Antikörper wie Denosumab und Bevacizumab können zur Osteonekrose führen. Eine Kiefernekrose zeichnet sich durch freiliegenden Kieferknochen, Zahnlockerungen, Eiteraustritt oder Kieferbrüche ohne erkennbare Ursache aus.
Rheumatoide Arthritis
Die rheumatoide Arthritis ist eine chronische Gelenkentzündung, die das Immunsystem gegen körpereigenes Gewebe richtet. Die eigentlichen Ursachen sind nicht bekannt, aber es gibt eine genetische Veranlagung und weitere Faktoren, die den Ausbruch begünstigen können. Die Entzündung führt zu einer Schleimhautschwellung im Gelenk und zur Bildung knorpel- und knochenzerstörender Substanzen. Hauptmerkmal ist eine Entzündung der Gelenke, die schleichend an den kleinen Finger-, Hand- und Zehengelenken beginnen kann. Die Entzündung verursacht ein Anschwellen der Gelenkhaut und kann im weiteren Verlauf den Gelenkknorpel und den Knochen zerstören.
Diagnose und Behandlung
Die Diagnose einer breiten Schleimhautschwellung im Gehirn erfordert eine gründliche Untersuchung durch einen Arzt. Dazu gehören die Erhebung der Krankengeschichte, eine körperliche Untersuchung und bildgebende Verfahren wie CT oder MRT. Die Behandlung richtet sich nach der Ursache der Schwellung.
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- Nasennebenhöhlenpolypen: Kortison oder Operation
- Kieferhöhlenentzündung: Medikamente, Spülung oder Operation
- Hirnaneurysmen: Endovaskuläres Coiling oder offene Hirnoperation mit Clipping
- Nasennebenhöhlenentzündung: Medikamente oder Operation
- Leaky-Gut-Syndrom: Eliminationsdiät, Ernährungsumstellung und Präparate zur Unterstützung der Darmflora
- Knochennekrose: Antibiotika, Operation und ggf. Pausierung der Bisphosphonate
- Rheumatoide Arthritis: Basistherapie mit Medikamenten
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