Buffs und Nerfs sind ein zentrales Thema für Pokémon-Spieler, insbesondere für diejenigen, die das Spiel professionell betreiben und an Turnieren teilnehmen. Ein Buff, der so viel wie "aufbessern" bedeutet, wird an einem Pokémon vorgenommen, wenn es sich in der jüngeren Vergangenheit als zu schwach erwiesen hat. Nerfs hingegen, die die Werte eines Pokémon im Vergleich zu vorher verschlechtern, werden immer dann vorgenommen, wenn ein bestimmtes Pokémon zu stark geworden ist. Dieser Artikel beleuchtet, wie sich Buffs und Nerfs auf Pokémon der 8. Generation und darüber hinaus auswirken, wobei sowohl offizielle Spielupdates als auch Community-Analysen berücksichtigt werden.
Allgemeine Auswirkungen von Buffs und Nerfs
Buffs und Nerfs beeinflussen maßgeblich die Wettbewerbsfähigkeit von Pokémon. Sie können die Meta verändern, indem sie bisher unpopuläre Pokémon spielbar machen oder übermächtige Strategien abschwächen.
- Buffs: Erhöhen die Werte oder verbessern die Fähigkeiten eines Pokémon, wodurch es im Kampf effektiver wird. Dies kann dazu führen, dass zuvor wenig beachtete Pokémon in den Vordergrund treten.
- Nerfs: Reduzieren die Werte oder schwächen die Fähigkeiten eines Pokémon, um seine Dominanz zu verringern. Dies kann dazu führen, dass Spieler ihre Strategien überdenken und neue Alternativen suchen müssen.
Beispiele für Buffs und Nerfs in Pokémon UNITE
"Pokémon UNITE" ist ein gutes Beispiel dafür, wie Buffs und Nerfs in der Praxis aussehen. Der Patch 1.2.1.8 für "Pokémon UNITE" nahm Änderungen an wichtigen neutralen Pokémon vor. Im Gegensatz zu anderen MOBA-Titeln wie "League of Legends" liefert TiMi keine genauen Zahlen in den Patch Notes, sondern gibt lediglich vage Angaben zu den vorgenommenen Änderungen. Die Spieler selbst überprüfen und beziffern die Veränderungen.
Buffs
- Pikachu: Der Basisschaden von Donner wurde von 180 auf 210 erhöht, und der Basisschaden von Volttackle stieg von 90 auf 130.
- Lahmus: Die Abklingzeit von Amnesie wurde von 13 auf neun Sekunden gesenkt, und die Heilung wurde von dreimal 12,5 % auf dreimal 22,5 % erhöht.
- Gengar: Gengar stellt ab Level 5 beim Einsatz von Spezialattacken eigene Lebenspunkte in Höhe von 12,5 % des verursachten Schadens wieder her.
- Knakrack: Das Angriffstempo auf der Maximalstufe wurde um rund 20 % erhöht, und der Basisschaden von Drachenstoß stieg von 140 auf 200.
- Rotom: Dieses neutrale Pokémon der oberen Lane setzt die Torverteidigung der Gegner jetzt 25 statt 15 Sekunden lang außer Gefecht und ist dank erhöhter Werte in allen Bereichen schwieriger abzuwehren.
Nerfs
- Turtok: Der Basisschaden von Hydropumpe wurde von 330 auf 310 verringert, der Schaden während Turbodreher von 660 auf 620 gesenkt und der Basisschaden von Hydrotaifun von 1.740 auf 1.390.
- Bisaflor: Die Schadensreduktion von Gigasauger wurde von 40 auf 35 % verringert, und die Basisheilung sank von 200 auf 180. Der Schaden pro Tick von Solarstrahl wurde von einem auf 1,5 % der maximalen Lebenspunkte des Gegners erhöht.
- Lucario: Der Angriffswert wurde verringert, die Abklingzeit von Felsenfest von 30 auf 60 Sekunden erhöht und der Angriffswert wird nicht länger durch den Einsatz von Steigerungshieb verstärkt.
- Zapdos und Kamalm: Zapdos lässt nurmehr 15 statt 20 Energiekugeln fallen, und Kamalm verleiht seinen Bezwingern künftig etwa 25 % weniger Erfahrungspunkte und einen Schutzschild in Höhe von 8 % seiner maximalen Lebenspunkte.
Änderungen an Attacken
Auch Attacken können von Buffs und Nerfs betroffen sein. So wurden beispielsweise KP-regenerierende Attacken um 5 AP reduziert. Die Analyse der Community zeigt, dass dies insgesamt als Buff zu werten ist, da der Hagelsturm-Schaden an fast alle Pokémon selbst für Teams mit Hagelsturm-Pokémon sehr nervig war.
Beispiele für neue und veränderte Attacken:
- Dreifachaxel Cut: Ein Nerf für Snibunna, wenn auch kein großer, weil Eiszapfhagel auch stark ist.
- Poltergeist: Nerft physische Geister.
- Schmetterramme: Eine coole neue Attacke, quasi ein besseres Erdbeben.
- Wellentackle: Eine starke physische Attacke mit Rückstoß für Wasser-Pokémon.
- Flammenwut: Unbekannt.
- Polarorkan (Flug, Boreos), Donnerorkan (Elektro, Voltolos), Wüstenorkan (Boden, Demeteros), Frühlingsorkan (Fee, Cupidos): Spezielle Signatur-Attacken mit 95 Basisstärke und 85 % Genauigkeit.
Pokémon-spezifische Änderungen
Viele Pokémon haben spezifische Buffs und Nerfs erhalten, die ihre Rolle in verschiedenen Tiers und Formaten beeinflussen.
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- Rasaff: Erhält Ränkeschmied und Juwelenkraft.
- Terrakium: Erhält Kopfstoß, Turbotempo, Nahkampf, Psychobeißer und Morgengrauen; die Versteckte Fähigkeit Redlichkeit wird durch Steinhaupt ersetzt.
- Lahmus: Verliert Siedewasser und Teleport.
- Tentantel: Erhält Giftspitzen und Ableithieb.
- Gengar: Erhält Ableithieb.
- Piondragi: Erhält Giftspitzen, verliert Schlammwoge.
- Skorgro: Behält Nahkampf aus PLA, verliert Doppelflügel und Käferbiss.
- Bisaflor: Verliert Abschlag.
- Dragoran: Verliert Auflockern, Brüller, Vitalglocke (Gen 3 Event) und Doppelflügel.
- Garados: Verliert Blattgeißel.
- Suicune: Erhält Gedankengut und Wegbereiter, verliert Toxin und Siedewasser.
- Raikou: Erhält Gedankengut und Wegbereiter.
- Flammara: Erhält Gedankengut und Wegbereiter, verliert Kraftkoloss.
- Lavados (Galar): Erhält Rückenwind.
- Mewtwo: Erhält Erdkräfte und Juwelenkraft.
- Tornupto (Hisui): Erhält Eruption und Fokusstoß; die Versteckte Fähigkeit Feuerfänger wird durch Schnüffler ersetzt.
- Lepumentas: Erhält Wegbereiter, verliert Kraftkoloss.
- Elfun: Erhält Rückenwind.
- Morlord: Erhält Tarnsteine, Stachler und Giftspitzen, verliert Siedewasser.
- Laschoking: Erhält "Chilly Reception", verliert Siederwasser und Teleport.
- Rayquaza: Erhält Kehrtwende und Tarnsteine, verliert V-Generator.
- Rexblisar: Erhält Wellentackle und "Ice Spinner".
- Groudon: Erhält Knirscher, Stachler, Irrlicht, Felswurf und Body Press, verliert Brandstempel.
- Quaxo: Verliert Abschlag und Siedewasser.
- Heiteira: Verliert Wunschtraum, Teleport und Konter.
- Knakrack: Erhält Stachler, Donnerzahn und Aquadurchstoß, verliert Schuppenschuss und Brüller.
- Gastrodons: Erhält Tarnsteine, Stachler und "Chilling Water", verliert Siedewasser.
- Latios: Erhält Trickbetrug.
- Demeteros-T: Erhält Ränkeschmied und Verhöhner, verliert Auflockern.
- Herausgeber: Verliert Grasrutsche, Pferdestärke und Kraftkoloss.
- Volcanion: Verliert Ruheort (behält Morgengrauen) und Auflockern.
- Washakwil: Verliert Auflockern.
- Fiaro: Verliert Auflockern.
Auswirkungen auf die Spielstrategie
Die Änderungen an Pokémon und Attacken haben tiefgreifende Auswirkungen auf die Spielstrategie.
- Tarnsteine, Stachler und Giftspitzen: Pokémon wie Morlord profitieren von dem Erhalt dieser Attacken, während andere, wie Sumpex, dadurch ins Hintertreffen geraten.
- Auflockern: Der Verlust dieser Attacke für viele Pokémon, insbesondere für Demeteros-T, beeinflusst die Hazard Removal und die Teamzusammensetzung erheblich.
- Siedewasser: Der Verlust dieser Attacke für viele Wasser-Pokémon schwächt ihre Fähigkeit, Gegner zu verbrennen und defensive Strategien zu unterstützen.
- Rückenwind: Der Erhalt dieser Attacke könnte Galar-Lavados zu einer besseren Wahl für Rückenwind-Support in VGC machen.
Pokémon GO Balance-Update November 2016
Auch in Pokémon GO gibt es regelmäßig Balance-Updates. Das Update im November 2016 brachte zahlreiche WP-Änderungen mit sich.
- WP-Anpassungen: Die WP-Werte einiger Pokémon wie Simsala, Rizeros und Gengar wurden erhöht, während andere reduziert wurden. Ziel war es, ein ausgeglicheneres und wettbewerbsfähigeres Trainingserlebnis in Arenen zu bieten.
- Betroffene Pokémon: Alle Pokémon bis auf Lapras waren von mehr oder weniger großen Buffs oder Nerfs betroffen.
- Maximale WP-Werte: Durch die Anpassungen haben sich auch die maximalen WP-Werte der Pokémon geändert. So waren nach Mewtu nun Dragoran und Relaxo die stärksten Pokémon.
Beispiele für Buffs in Pokémon GO (November 2016)
- Chaneira: +157 Prozent
- Abra: +106 Prozent
- Krabby: +86 Prozent
- Kadabra: +72 Prozent
Beispiele für Nerfs in Pokémon GO (November 2016)
- Pummelluf: -26 Prozent
- Ditto: -25 Prozent
- Kokuna: -24 Prozent
- Karpador: -24 Prozent
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