Candida Albicans: Symptome, Unterschiede und Apoplex-Betrachtung

Einführung

Candida albicans ist ein Hefepilz, der natürlicherweise auf der Haut und den Schleimhäuten des Menschen vorkommt. Unter bestimmten Bedingungen kann er jedoch übermäßig wachsen und Infektionen verursachen, wie beispielsweise Mundsoor. Dieser Artikel beleuchtet die Symptome, Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten von Candida-Infektionen, insbesondere im Hinblick auf Mundsoor, und geht auf mögliche Zusammenhänge mit anderen Erkrankungen wie Diabetes und Apoplex ein.

Was ist Candida Albicans?

Candida albicans gehört zu den etwa 150 Arten der Sprosspilz-Gattung Candida und ist ein normaler Bestandteil der menschlichen Mikroflora. Experten schätzen, dass Mundsoor jährlich bei rund 100.000 Personen in Deutschland auftritt. Besonders bei älteren Menschen lässt sich eine Besiedlung mit Candida albicans feststellen. Solange das Immunsystem intakt ist und die Haut oder Schleimhäute nicht beschädigt sind, verursacht der Pilz in der Regel keine Probleme.

Mundsoor: Eine häufige Candida-Infektion

Mundsoor, auch bekannt als Zungenpilz oder Mundpilz, ist eine Candidose der Mundschleimhaut. Dabei siedeln sich Sprosspilze auf der Mund- und Rachenschleimhaut an, vermehren sich und führen zu einer lokalen Infektion.

Symptome von Mundsoor

Im Anfangsstadium zeigt sich Mundsoor oft durch vereinzelte weiße Pünktchen auf der Mundschleimhaut. Der weißliche Belag kann auf der Zunge, dem Gaumen, dem Zahnfleisch und der Innenseite der Wangen auftreten. Unbehandelt kann sich der Mundsoor im Verlauf weiter ausbreiten und einen flächendeckenden weißen Belag bilden.

Weitere Symptome können sein:

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  • Schmerzen beim Essen und Trinken, insbesondere bei sauren oder harten Lebensmitteln
  • Ernährungsprobleme, da das Essen und Trinken zunehmend Schmerzen bereiten kann (besonders bei älteren Menschen und Pflegebedürftigen)
  • Beeinträchtigung beim Schlucken und Sprechen

Ursachen und Risikofaktoren für Mundsoor

Mundsoor entsteht, wenn sich der Pilzerreger Candida albicans im Mund und Rachen ungehindert vermehrt. Dies kann verschiedene Ursachen haben:

  • Geschwächtes Immunsystem: Ein geschwächtes Immunsystem, beispielsweise durch Leukämie oder andere Erkrankungen, kann das Wachstum von Candida albicans begünstigen.
  • Beschädigte Haut oder Schleimhäute: Verletzungen oder Reizungen der Mundschleimhaut, beispielsweise durch Zahnprothesen oder Zahnspangen, können das Eindringen und Vermehren des Pilzes erleichtern.
  • Mundtrockenheit: Ein Mangel an Speichel, der Substanzen gegen Sprosspilze enthält, kann das Wachstum von Candida albicans fördern. Pflegebedürftige, die wenig Appetit oder Durst haben oder eine parenterale Ernährung erhalten, leiden oft unter Mundtrockenheit.
  • Einnahme bestimmter Medikamente: Einige Medikamente, wie beispielsweise Antibiotika oder Kortikosteroide, können das Gleichgewicht der Mikroorganismen im Mund stören und das Wachstum von Candida albicans begünstigen.
  • Zahnprothesen: Kunststoffprothesen bieten eine ideale Oberfläche für die Vermehrung von Candida albicans. Mundsoor bildet sich daher nicht selten unter Zahnprothesen und wird erst sichtbar, wenn die Prothese herausgenommen wird.

Diagnose von Mundsoor

Bei Verdacht auf Mundsoor kann ein Hausarzt, Zahnarzt oder Hals-Nasen-Ohren-Arzt aufgesucht werden. Um festzustellen, ob es sich um Mundpilz handelt, wird ein Abstrich der Mundhöhle gemacht.

Behandlung von Mundsoor

Für die Behandlung von Mundsoor gibt es Medikamente, die als Antipilzmittel das Pilzwachstum hemmen oder die Pilz-Erreger abtöten. Die sogenannten Antimykotika werden in der Regel als flüssiges Arzneimittel (medizinisch: Suspension) verabreicht, die in den Mund getropft werden. Wie häufig das Medikament bei Mundsoor am Tag aufgetragen werden muss, hängt vom Arzneimittel ab. Die Behandlungsdauer bei Mundsoor legt der Arzt fest. In der Regel wird das Antimykotikum für 8 bis 14 Tage verabreicht. Empfehlungen zufolge sollte das Medikament nach dem Abklingen der Symptome noch für einige Tage weiter eingenommen werden. Das dient der Sicherheit, dass auch alle Pilz-Erreger erfolgreich behandelt wurden.

Hygienemaßnahmen während der Behandlung

Da Mundsoor durch den Pilz-Erreger Candida albicans ausgelöst wird, ist eine hygienische Vorgehensweise bei der medikamentösen Behandlung sowie Mund- und Zahnpflege wichtig.

  • Verwenden Sie Einmalzahnbürsten, um eine Verbreitung des Erregers zu vermeiden.
  • Als pflegender Angehöriger sollten Sie Einmalhandschuhe anziehen, die Sie nach der Behandlung entsorgen.
  • Reinigen und desinfizieren Sie Flächen, mit denen die betroffene Person in Kontakt kommt.
  • Entsorgen Sie nach der Behandlung mit dem Mundsoor-Medikament die benötigten Einmalmaterialien im Restmüll.
  • Reinigen Sie Zahnersatz gründlich und regelmäßig.

Mund- und Zahnpflege bei Mundsoor

Die betroffene Person putzt sich mit einer Einmalzahnbürste die Zähne oder lässt sich von seinem pflegenden Angehörigen die Zähne putzen. Sollte die betroffene Person herausnehmbaren Zahnersatz tragen, ist es wichtig, auch die Zahnprothesen mit der Einmalzahnbürste zu putzen. Entfernen Sie danach den weißen Belag. Ist die Zunge betroffen, können Sie den Belag mit einem Zungenreiniger vorsichtig entfernen. Wenn die Wangen oder der Gaumen belegt sind, können Sie einen feuchten Tupfer für die Reinigung verwenden.

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Vorbeugung von Mundsoor

Risikogruppen können verschiedene Maßnahmen ergreifen, um einer Soorinfektion im Mund vorzubeugen. Dabei ist vor allem Hygiene entscheidend.

  • Zahnprothesen sollten nach jeder Mahlzeit gründlich gereinigt werden. Achten Sie außerdem darauf, dass die Prothesen richtig sitzen. Zudem ist es empfehlenswert, diese zwei- bis dreimal wöchentlich mit dafür vorgesehenen Reinigungstabletten zu säubern.
  • Bei immungeschwächten Menschen wird häufig ein Antimykotikum zur Vorbeugung von Mundsoor verschrieben.
  • Werden Menschen über eine Magensonde ernährt oder ist aus anderen Gründen ihr Speichelfluss stark vermindert, betreibt das Pflegepersonal in der Regel eine sogenannte Soor- und Parotitisprophylaxe. Zur Prophylaxe gehört es beispielsweise, die Schleimhäute regelmäßig zu befeuchten.
  • Bei Babys sollten Schnuller, Sauger und Spielzeuge, die in den Mund genommen werden, regelmäßig und gründlich gereinigt werden. Bedenken Sie, dass auch der elterliche Speichel eine mögliche Ansteckungsquelle für das Kind sein kann.
  • Stillende Mütter leiden häufig an einer Soorinfektion der Brustwarzen (Brustsoor). Damit betroffene Frauen ihr Kind nicht anstecken, sollten sie vorübergehend nicht stillen und bei der Behandlung des Soors gegebenenfalls auch das Baby miteinschließen.

Candida und Diabetes

Es gibt einen Zusammenhang zwischen Diabetes und Hautkrankheiten, einschließlich Candida-Infektionen.

Zusammenhang zwischen Diabetes und Hautkrankheiten

Hautkrankheiten werden meist durch eine dauerhafte starke Überzuckerung des Körpers, durch antidiabetische Medikamente oder durch weitere Begleitmedikamente ausgelöst. Durch den erhöhten Blutzucker werden unterschiedliche Prozesse im Körper angestoßen, die die körpereigene Immunantwort auf infektionsauslösende Bakterien, Viren und Pilze ändern.

Candida-Infektionen bei Diabetikern

Menschen mit Diabetes entwickeln häufiger Hautinfektionen, einschließlich Candida-Infektionen. Durch den hohen Blutzucker können sich Hefepilze wie Candida albicans leichter vermehren und Infektionen auslösen. Diese können jucken, nässen und brennen. Menschen mit Diabetes leiden häufiger auch unter Rötungen und schmerzhaften Schwellungen der Nagelfalz (Candida-Paronychie).

Vorbeugung von Hautkrankheiten bei Diabetes

Eine gute Blutzuckereinstellung ist das A und O, um Hautkrankheiten vorzubeugen. Auch ein langfristig gutes Management der Blutfette, der Harnsäure und anderer Risikofaktoren verhindert, dass Komplikationen auch an der Haut und den damit zusammenhängenden Geweben entstehen oder fortschreiten.

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Um Hautkrankheiten vorzubeugen, helfen folgende Maßnahmen:

  • Versuchen Sie Ihren Blutzucker im individuell festgelegten Zielbereich zu halten.
  • Halten Sie die Haut sauber und entfetten Sie nicht Ihre Haut durch zu häufiges Waschen mit Seife.
  • Versorgen Sie die Haut mit viel Feuchtigkeit, zum Beispiel mit einer normalen Hautlotion und/oder mit harnstoffhaltigen (Urea-) Cremes und Salben.
  • Vermeiden Sie zu heiße Bäder und Duschen.
  • Achten Sie gut auf Ihre Füße und überprüfen Sie sie jeden Tag auf Wunden.
  • Wenden Sie sich an Ihr Diabetes-Team, wenn Sie auffällige Veränderungen der Haut, ständigen Juckreiz, starke Hornhautbildung an den Füßen, Wunden und schlechte Wundheilung bemerken.

Candida und Apoplex (Schlaganfall)

Es gibt Hinweise auf einen möglichen Zusammenhang zwischen Candida-Infektionen und einem erhöhten Schlaganfallrisiko, insbesondere bei bestimmten Patientengruppen.

Sjögren-Syndrom und Schlaganfall

Forschende der Medizinischen Hochschule Hannover haben eine Studie vorgestellt, in der gezeigt werden konnte, dass Schlaganfälle in jüngeren Lebensjahren beim Vorliegen eines primären Sjögren-Syndroms häufiger auftreten. Patienten mit Sjögren-Syndrom haben ein deutlich niedrigeres Alter bei Schlaganfällen als vergleichbare Patientengruppen. Bei jedem Zweiten wurde die Sjögren-Diagnose erst nach dem Schlaganfall gestellt.

Möglicher Zusammenhang mit Candida

Es wird vermutet, dass das Sjögren-Syndrom, das oft mit Mundtrockenheit einhergeht, das Wachstum von Candida albicans im Mund begünstigen kann. Die daraus resultierende Candida-Infektion könnte möglicherweise das Risiko für Schlaganfälle erhöhen, obwohl der genaue Mechanismus noch nicht vollständig verstanden ist.

Soorösophagitis: Candida in der Speiseröhre

Die Soorösophagitis ist eine Infektion der Speiseröhre durch den Hefepilz Candida. Sie tritt vermehrt bei Menschen mit einem geschwächten Immunsystem auf.

Symptome der Soorösophagitis

Eine Soorösophagitis macht häufig kaum Beschwerden. Manchmal äußert sie sich durch schmerzhafte Schluckprobleme, ein Brennen hinter dem Brustbein und/oder Übelkeit. Charakteristisch für eine Candida Infektion ist ein weißlicher Belag, der sich auf den Schleimhäuten bildet.

Ursachen und Risikofaktoren für Soorösophagitis

Die Soorösophagitis entsteht durch Candida-Pilze. Bei einem schwachen Immunsystem kann Candida außer Kontrolle geraten und sich stark vermehren. Dann greift der Hefepilz die Schleimhäute an und entzündet sie. Risikofaktoren sind:

  • Die Abwehr unterdrückende Medikamente (Immunsuppressiva)
  • Sonstige Abwehrschwäche
  • Starke körperliche Belastung
  • Strukturelle Veränderungen der Speiseröhre
  • Eine gestörte Magensäureproduktion

Diagnose und Behandlung der Soorösophagitis

Der Arzt spiegelt die Speiseröhre und nimmt Abstriche von der Schleimhaut. Candida der Speiseröhre lässt sich mit Anti-Pilz-Medikamenten (Antimykotika) gut behandeln (Wirkstoff meist Fluconazol).

Candidozyma Auris: Ein multiresistenter Erreger

Candidozyma auris (vormals bekannt als Candida auris) breitet sich seit Jahren rasant in Europa und in Deutschland aus. Dieser multiresistente Krankheitserreger infiziert vor allem geschwächte Personen, etwa auf Intensivstationen oder in Pflegeheimen. Gesunden Menschen setzt er in der Regel nicht zu. Die Übertragung erfolgt über Schmierinfektionen. Als problematisch sieht die Expertin vor allem, dass der Pilz sehr resistent gegen herkömmliche Antimykotika, wie zum Beispiel das Fluconazol, sein kann. Damit erschwere sich die Therapie. Außerdem sei er nur schwer zu beseitigen und überträgt sich leicht von einem Menschen zum anderen.

Invasive Pilzerkrankungen bei Krebspatienten

Bei Patienten mit Krebserkrankungen stellen invasive Pilzerkrankungen bzw. Mykosen weiterhin eine wichtige Komplikation im Rahmen der Grunderkrankung bzw. der antineoplastischen Therapie dar, die mit einer hohen Rate an Morbidität und Letalität verbunden ist. Diese Leitlinie stellt einen Rahmen dar für die Behandlung der häufigsten invasiven Mykosen bei Patienten mit hämatologischen und onkologischen Erkrankungen.

Risikofaktoren für invasive Pilzerkrankungen

Grundsätzlich werden patientenbezogene von umweltbezogenen Risikofaktoren unterschieden. Diese unterscheiden sich für die Erkrankung an invasiven Fadenpilzinfektionen (Aspergillus Spezies/Mucororales Spezies) von Hefepilzinfektionen (Candida Spezies/Kryptokokkus Spezies).

Empirische vs. präemptive antimykotische Therapie

Der frühzeitige Zeitpunkt zur Einleitung einer systemischen antimykotischen Therapie (AFT) bei einem Hochrisiko-Patienten mit antibiotikarefraktärer febriler Neutropenie ist entscheidend für den weiteren Verlauf und die Prognose des Patienten. Hier hat sich die empirische antimykotische Therapie bei Hochrisiko-Patienten mit persistierendem Fieber über ≥72-96 Stunden etabliert. Als Alternative hierzu hat sich die laborbasierte, präemptive antimykotische Therapie etabliert, um einem breiten, ungerichteten, empirischen Einsatz von Antimykotika mit dem Risiko einer Resistenzentwicklung entgegenzuwirken.

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