Migräne ist eine neurologische Erkrankung, die durch wiederkehrende, meist einseitige, starke Kopfschmerzattacken gekennzeichnet ist. Diese Anfälle sind oft von zusätzlichen Symptomen wie Übelkeit, Erbrechen, sowie einer erhöhten Empfindlichkeit gegenüber Licht (Photophobie), Geräuschen (Phonophobie) und manchmal sogar Gerüchen (Osmophobie) begleitet. Millionen Menschen in Deutschland leiden unter wiederkehrenden, oft unerträglichen Attacken, die mit Symptomen wie Übelkeit, Licht- und Lärmempfindlichkeit sowie Sehstörungen einhergehen. Klassische Medikamente helfen nicht immer - oder sind mit unangenehmen Nebenwirkungen verbunden. Angesichts dessen suchen viele Betroffene nach alternativen Behandlungsmethoden, darunter auch CBD-Öl. Dieser Artikel beleuchtet die Thematik CBD-Öl bei Migräne, geht auf die Frage der Verschreibungspflicht ein, erklärt die Wirkungsweise und gibt Hinweise zur Anwendung.
Was ist CBD und wie wirkt es?
CBD ist die Abkürzung für Cannabidiol und ist, neben dem THC (Tetrahydrocannabinol), eines der bekanntesten Cannabinoide. Insgesamt gibt es mehr als 140 bereits nachgewiesene Cannabinoide, welche von Natur aus in der Cannabis- bzw. Hanfpflanze vorkommen. Im Gegensatz zum THC hat das CBD keine psychoaktive Wirkung auf den Körper und macht somit nicht „high“. Die ausbleibende psychoaktive Wirkung kommt dadurch zustande, dass THC und CBD auf unterschiedliche Weise auf die Rezeptoren wirken. Dadurch können die gesundheitlichen Vorteile der Cannabispflanze genutzt werden, ohne eine berauschende Wirkung in Kauf nehmen zu müssen. Stattdessen wirkt CBD entkrampfend, entzündungshemmend und schmerzstillend.
Der menschliche Körper besitzt das so genannte Endocannabinoide System (ECS), welches durch Cannabinoide wie CBD beeinflusst wird. Cannabinoide kommen nicht nur in der Cannabispflanze vor, sondern auch als körpereigene Substanzen. Die Rezeptoren, an welche sich das CBD binden kann, befinden sich in fast allen Organen und vermehrt im Gehirn. Solche Rezeptoren können Einfluss auf die Muskelanspannung und die Reizweiterleitung haben. CBD kann das ECS beeinflussen und dadurch zu unserem Vorteil verwendet werden. Im Gehirn kann es zum Beispiel Ängste und Depressionen verbessern. Durch die Blockierung der Reizweiterleitung können Schmerzreize verringert werden und eine bestehende Übelkeit kann abflachen. Auch die Herzfrequenz kann beeinflusst werden und durch die Wirkung in der Leber, kann CBD zellschützende Auswirkungen haben. Sogar der Darm kann vom CBD profitieren, da es die Darmaktivität regulieren und Entzündungen lindern kann. Auch Entzündungen und Schmerzen der Haut können verringert werden.
CBD-Öl: Herstellung und Inhaltsstoffe
Bei der Herstellung von hochwertigem CBD-Öl wird größten Wert auf Reinheit und höchste Bio-Qualität gelegt. Dies bedeutet, dass vollständig auf den Einsatz von Pestiziden und gentechnisch veränderter Organismen verzichtet wird. Ausschließlich die Blüten und Blätter der weiblichen Hanfpflanze werden verarbeitet. Ein besonders schonendes Extraktionsverfahren sorgt dafür, dass alle natürlichen Inhaltsstoffe der Hanfpflanze in hoher Konzentration in dem Extrakt enthalten bleiben.
Ein Beispiel hierfür sind die CeBiol Hanftropfen, die aus Hanfextrakt und Hanfsamenöl bestehen. Der Hanfextrakt ist besonders reich an Terpenen und Cannabinoiden, darunter auch das wertvolle Cannabidiol (CBD). Für das kaltgepresste Hanfsamen-Öl werden nur geröstete und geschälte Hanfsamen verwendet, was für einen milden und nussigen Geschmack sorgt. Neben den vielen Cannabinoiden und Terpenen enthalten die CeBiol Hanftropfen auch eine hohe Konzentration an Omega-3 und Omega-6 Fettsäuren.
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Es handelt sich um echte Vollspektrum CBD-Öle, da die Öle das volle Spektrum der Hanfpflanze enthalten. Eine Vielzahl von wissenschaftlichen Studien konnte bereits bestätigen, dass sämtliche Verbindungen der Hanfpflanze zusammenarbeiten und nur gemeinsam die volle Wirkung entfalten können. Wenn also CBD zusammen mit diversen anderen Cannabinoiden und Terpenen eingenommen wird, kann von einer stärkeren Wirksamkeit ausgegangen werden.
CBD-Öl bei Migräne: Anwendung und Wirkung
Produkte, wie CBD Öl, können als alternative Behandlungsmöglichkeiten bei z.B. Migräne oder auch Arthritis und Arthrose genutzt werden. Der Vorteil dabei ist, dass die Behandlung mit CBD kaum Nebenwirkungen hat.
Anwendung von CBD-Öl
CBD Öl hat vielfältige Anwendungsmöglichkeiten. Das Öl kann direkt in den Mund geträufelt werden und sollte dort am besten etwa eine Minute unter der Zunge gehalten werden. Dadurch kann ein Teil direkt über die Mundschleimhaut aufgenommen werden, wodurch eine schnellere Wirkung erzielt werden kann.
Es gibt CBD in sehr unterschiedlichen Formen und Produkten. Wer schon mal in einem CBD-Shop war, kennt die diversen Produkte wie Pasten, Salben, Kapseln, Sprays, Öle, Kaugummis, Schokoladen, Cookies, Gummibärchen… CBD-Öle gibt es in verschiedenen Konzentrationen von üblicherweise 3% bis 20% CBD.
Für eine optimale Wirkung sollte das Öl auf nüchternen Magen oder in 10 bis 15 Minuten Abstand zu Mahlzeiten und Getränken eingenommen werden. Bei gleichzeitiger Einnahme anderer Medikamente ist es ratsam, einen Abstand von zwei Stunden einzuhalten.
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Um Nebenwirkungen zu reduzieren, empfiehlt sich ein langsames Hochdosieren der Tropfen. Dadurch gibt man dem Körper die Chance, sich langsam an die Wirkung zu gewöhnen.
Studienlage und wissenschaftliche Erkenntnisse
Die Forschung über die Verwendung von CBD bei Migräne ist leider sehr begrenzt. Bestehende Studien untersuchen die kombinierten Wirkungen von Cannabidiol (CBD) und Tetrahydrocannabinol (THC). Es gibt derzeit keine veröffentlichten Studien, die die Auswirkungen von CBD als alleinigen Bestandteil auf die Migräne untersuchen. Diese begrenzte Forschung ist zum Teil auf Vorschriften zu CBD und Hindernissen bei der Legalisierung von Cannabis zurückzuführen. Dennoch haben einige Studien gezeigt, dass CBD-Öl alle Formen von chronischen und akuten Schmerzen, einschließlich Migräne, lindern kann. Und das mit lediglich geringen Nebenwirkungen.
Studien zeigen, dass medizinisches Cannabis die Häufigkeit und Intensität von Migräneanfällen deutlich senken kann. Patient:innen, die Cannabis inhalieren, berichten von einer signifikanten Reduktion der Migräneintensität und Dauer. Über 85 Prozent der Teilnehmenden gaben an, dass Cannabis die Häufigkeit der Migräneanfälle senkt. Cannabis-Konzentrate und CBD-Öl zeigen eine besonders hohe Wirksamkeit.
Hauptwirksame Cannabinoide und Terpene bei Migräne
- Cannabinoide:
- CBD (Cannabidiol): CBD besitzt entzündungshemmende und neuroprotektive Eigenschaften, die bei Migräne hilfreich sein können. Es wirkt entspannend auf das Nervensystem und moduliert die Schmerzsignale, was die Häufigkeit und Intensität der Anfälle verringern kann. CBD hat zudem antiemetische Eigenschaften und kann Übelkeit lindern, die bei Migräneattacken häufig auftritt.
- THC (Tetrahydrocannabinol): THC kann die Schmerzempfindlichkeit im zentralen Nervensystem beeinflussen und wirkt dabei schmerzlindernd. THC unterstützt die Freisetzung von Dopamin und Serotonin, was bei Migräne eine entspannende Wirkung hat. Allerdings sollten die THC-Dosen individuell angepasst werden, da hohe Dosen bei manchen Menschen Kopfschmerzen verstärken können.
- Terpene:
- Linalool: Linalool hat angstlösende und entspannende Eigenschaften und kann die Muskelverspannung und Anspannung reduzieren, die häufig Migräneanfälle begleiten. Es wirkt beruhigend auf das zentrale Nervensystem und unterstützt die schmerzlindernde Wirkung von CBD und THC.
- Beta-Caryophyllen: Dieses Terpen bindet an CB2-Rezeptoren und hat entzündungshemmende Effekte. Es kann die Entzündung und Schmerzempfindlichkeit, die Migräne begleiten, dämpfen und hilft, die Schmerzwahrnehmung zu reduzieren.
- Myrcen: Myrcen wirkt muskelentspannend und schmerzlindernd. Es fördert die Entspannung und mindert die Spannungsschmerzen, die oft in Verbindung mit Migräne auftreten.
Für Migräne eignen sich Cannabissorten mit einem ausgewogenen CBD- und moderaten THC-Gehalt sowie den Terpenen Linalool, Beta-Caryophyllen und Myrcen.
Eigene Erfahrungen mit CBD-Öl bei Migräne
Viele Migräne-Patienten berichten von positiven Erfahrungen mit CBD-Öl. So können Anfallshäufigkeit und -stärke reduziert und der Bedarf an Schmerzmedikamenten verringert werden. Auch eine verbesserte Lebensqualität und mehr Energie im Alltag werden häufig genannt.
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CBD-Öl: Mögliche Nebenwirkungen und Wechselwirkungen
Die Einnahme von CBD Öl ist nicht gefährlich und bekannte Nebenwirkungen fallen bei der Einnahme von CBD Öl sehr gering aus. Eine dauerhafte und zu hohe Konzentration bei der Einnahme kann Müdigkeit hervorrufen. Allerdings kann auch das Gegenteil eintreten und zu Einschlafproblemen führen. Dadurch, dass die Einnahme von CBD den Blutdruck senken kann, sollten Menschen mit einem bereits niedrigen Blutdruck vorsichtig sein. Auch Appetitlosigkeit kann eine Nebenwirkung sein, die nicht immer gewünscht ist. Die Einnahme von CBD Öl wird in der Schwangerschaft nicht empfohlen.
Insgesamt zeigen Studien, dass die Nebenwirkungen von CBD-Produkten minimal sind. Dennoch sind Müdigkeit, Schläfrigkeit, Benommenheit, Schwindel, ein trockener Mund, niedriger Blutdruck, Magen-Darm-Verstimmungen sowie Veränderungen in Appetit und Gewicht möglich. Auch ein Anstieg der Leberwerte wurde bei Mäusen beobachtet, die allerdings mit extrem hohen Dosen von CBD-reichem Cannabisextrakt behandelt wurden.
Das Risiko für Nebenwirkungen kann auch von der Art und Weise abhängen, wie das CBD-Öl verwendet wird. So kann beispielsweise das Vaping zu Lungenreizungen und somit chronischem Husten und Atembeschwerden führen. Wenn du Asthma oder eine andere Art von Lungenerkrankung hast, können Ärzt:innen dir daher raten, CBD-Öl nicht einzunehmen. Als Langzeitrisiko kann ein Übelkeitssyndrom entstehen.
Bezüglich der Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten sollte bitte mit einem qualifizierten Arzt oder Ärztin gesprochen werden. CBD kann mit einigen Medikamenten wie beispielsweise Antibiotika, Antidepressiva, Blutverdünnern sowie auch einigen Nahrungsergänzungsmitteln interagieren. Betablocker und CBD-Öl senken beide den Blutdruck und daher werden zwei Stunden Abstand zwischen der Einnahme empfohlen.
CBD-Öl: Verschreibungspflicht und Kostenübernahme
CBD hat momentan den Status eines Nahrungsergänzungsmittels in Deutschland und muss somit nicht von Ärzt:innen verschrieben werden. Dennoch ist es ratsam, die Einnahme mit dem Arzt oder der Ärztin zu besprechen - ganz besonders wenn noch weitere Medikamente eingenommen werden.
Medizinisches Cannabis auf Rezept
Seit 2017 ist medizinisches Cannabis in Deutschland verschreibungsfähig. Medizinisches Cannabis bezeichnet standardisierte Arzneimittel auf Cannabisbasis, die aus der Cannabispflanze gewonnen und unter kontrollierten Bedingungen angebaut werden. Es gibt einerseits zugelassene Cannabisarzneimittel (z.B. Epidyolex, Sativex und Dronabinol). Diese werden wie jedes andere Medikament verschrieben. Dann gibt es Möglichkeit, sich CBD-haltige Arzneimittel und "Rezepturarzneien", die extra in der Apotheke zusammengestellt werden, verschreiben zu lassen. Hierbei handelt es sich um Präparate mit einem verhältnismäßig hohen Wirkstoffgehalt für eine bestimmte Behandlung. Oft werden solche Arzeimittel auf Basis reinen Cannabidiols (CBD-Isolat) hergestellt. Weiterhin kann man sich medizinisches Cannabis auf Rezept verschreiben lassen. Hier hat vor allem das "Cannabis als Medizin"-Gesetz von 2017 eine echte Verbesserung z.B. für Schmerz-Patienten gebracht. Wichtig: Hier geht es vor allem um THC-haltige Cannabisblüten oder -extrakte, die vor den Änderungen in der Gesetzgebung in Deutschland illegal waren.
Voraussetzungen für eine Kostenübernahme
In der Cannabistherapie ist die Kostenübernahme oft besonders kompliziert. Zunächst einmal muss der Versicherte an einer schwerwiegenden Erkrankung leiden. Diese Voraussetzung ist erfüllt, wenn die Krankheit lebensbedrohlich ist, die Lebensqualität dauerhaft stark beeinträchtigt oder chronisch ist. Zweitens müssen alle anderen Therapieoptionen ausgeschöpft sein. Drittens muss der behandelnde Arzt darlegen, dass durch die Anwendung von CBD eine spürbare positive Wirkung zu erwarten ist. Den Antrag auf Kostenübernahme stellt der behandelnde Arzt. Die Krankenkasse hat dann drei bis fünf Wochen Zeit zu entscheiden, ob sie die Kosten übernimmt. Wird der Antrag abgelehnt, kann mit dem Arzt Widerspruch eingelegt werden. Leider ist es noch immer so, dass viele Anträge zunächst abgelehnt werden, weil die Krankenkassen Zweifel an Wirksamkeit oder Wirtschaftlichkeit haben. Viele Patienten müssen lange kämpfen, bis sie ihre CBD-/Cannabismedikamente nicht mehr selbst zahlen müssen. Aber Achtung: Dieser Ablauf gilt nur für CBD-Medikamente mit einem erhöhten Wirkstoffgehalt (und ggf. THC).
Möchte man CBD Öl auf Rezept bekommen, sollte man zunächst mit dem Hausarzt sprechen oder spezielle Fachärzte aufsuchen. Es ist ratsam, sich am besten auf das Gespräch vorzubereiten und dem Arzt erklären, warum man glaubt, dass CBD helfen könnte.
Seit dem 17.10.2024 benötigen Ärztinnen und Ärzte mit bestimmten Qualifikationen keine Genehmigung der Krankenkasse, um Cannabis verordnen zu können:
- Facharzt- und Schwerpunktbezeichnungen
- Fachärztin/Facharzt für Allgemeinmedizin
- Fachärztin/Facharzt für Anästhesiologie
- Fachärztin/Facharzt für Frauenheilkunde und Geburtshilfe mit Schwerpunkt Gynäkologische Onkologie
- Fachärztin/Facharzt für Innere Medizin
- Fachärztin/Facharzt für Innere Medizin und Angiologie
- Fachärztin/Facharzt für Innere Medizin und Endokrinologie und Diabetologie
- Fachärztin/Facharzt für Innere Medizin und Gastroenterologie
- Fachärztin/Facharzt für Innere Medizin und Hämatologie und Onkologie
- Fachärztin/Facharzt für Innere Medizin und Infektiologie
- Fachärztin/Facharzt für Innere Medizin und Kardiologie
- Fachärztin/Facharzt für Innere Medizin und Nephrologie
- Fachärztin/Facharzt für Innere Medizin und Pneumologie
- Fachärztin/Facharzt für Innere Medizin und Rheumatologie
- Fachärztin/Facharzt für Neurologie
- Fachärztin/Facharzt für Physikalische und Rehabilitative Medizin
- Fachärztin/Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie
- Zusatzbezeichnungen
- Geriatrie
- Medikamentöse Tumortherapie
- Palliativmedizin
- Schlafmedizin
- Spezielle Schmerztherapie
Was tun bei Ablehnung des Antrags?
Wurde der Antrag auf Kostenübernahme abgelehnt, besteht die Möglichkeit, innerhalb eines Monats nach Erhalt des Ablehnungsschreibens Widerspruch einzulegen. Der Widerspruch sollte begründet sein und eine ärztliche Stellungnahme beigefügt werden.
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