Cetirizin ADGC: Anwendung, Wirkung und Wechselwirkungen bei Allergien und Epilepsie

Cetirizin ADGC ist ein rezeptfreies Antihistaminikum, das zur Behandlung von Allergien eingesetzt wird. Dieser Artikel beleuchtet die Anwendungsgebiete, Wirkweise, Dosierung, Nebenwirkungen und möglichen Wechselwirkungen von Cetirizin ADGC, insbesondere im Hinblick auf Epilepsie.

Was ist Cetirizin ADGC?

Cetirizin ADGC enthält den Wirkstoff Cetirizin, ein Antihistaminikum der zweiten Generation. Antihistaminika blockieren die Wirkung von Histamin, einer körpereigenen Substanz, die bei allergischen Reaktionen freigesetzt wird und Symptome wie Juckreiz, Rötungen, Schwellungen und Nasenlaufen verursacht. Cetirizin ADGC ist in verschiedenen Formen erhältlich, darunter Filmtabletten, Tabletten, Lutschtabletten, Saft/Sirup und Tropfen zum Einnehmen. Die erhältlichen Wirkstärken sind üblicherweise 10 mg Cetirizindihydrochlorid in Filmtabletten, Tabletten und Lutschtabletten, 1 mg Cetirizindihydrochlorid pro ml in Saft/Sirup und 10 mg Cetirizindihydrochlorid pro ml in Tropfen zum Einnehmen.

Anwendungsgebiete von Cetirizin ADGC

Cetirizin ADGC wird zur Linderung von Symptomen bei verschiedenen allergischen Erkrankungen eingesetzt:

  • Saisonale und ganzjährige allergische Rhinitis (Heuschnupfen): Cetirizin ADGC lindert Nasen- und Augensymptome wie Niesen, Nasenlaufen, Nasenjucken, Nasenverstopfung, Rötung und Jucken der Augen sowie Tränenfluss.
  • Chronische Nesselsucht (chronische idiopathische Urtikaria): Cetirizin ADGC lindert Juckreiz, Quaddelbildung und Rötung der Haut.
  • Allergische Bindehautentzündung

In asthmatoiden Zuständen, die allergischen Ursprungs sind, kann Cetirizin ebenfalls eingesetzt werden.

Wirkweise von Cetirizin

Cetirizin ist ein sogenanntes H1-Antihistaminikum. Es blockiert selektiv die H1-Rezeptoren, wodurch die Wirkung von Histamin gehemmt wird. Histamin ist ein körpereigener Stoff, der bei allergischen Reaktionen freigesetzt wird und verschiedene Symptome auslösen kann. Durch die Blockade der H1-Rezeptoren verhindert Cetirizin das Auftreten oder die Auswirkungen von Histamin, wodurch allergische Reaktionen vermindert und Juckreiz sowie Quaddelbildung gelindert werden.

Lesen Sie auch: Kann ein Anfall tödlich sein?

Cetirizin wirkt schnell und lange. Nach Einnahme der Tabletten wird der Wirkstoff schnell und gut resorbiert, wobei maximale Plasmaspiegel bereits nach 40 bis 60 Minuten messbar sind. Cetirizin wird kaum metabolisiert und zu 70 % renal ausgeschieden.

Dosierung und Anwendung von Cetirizin ADGC

Die Dosierung von Cetirizin ADGC ist abhängig von Alter, Nierenfunktion und der Darreichungsform:

  • Erwachsene und Jugendliche über 12 Jahre: Üblicherweise 10 mg Cetirizindihydrochlorid 1-mal täglich als 1 Tablette/Lutschtablette oder 20 Tropfen oder 10 ml Lösung.
  • Kinder zwischen 6 und 12 Jahren: 5 mg Cetirizindihydrochlorid 2-mal täglich als eine halbe Tablette/Lutschtablette 2-mal täglich oder 10 Tropfen 2-mal täglich oder 5 ml Lösung 2-mal täglich.
  • Kinder zwischen 2 und 6 Jahren: 2,5 mg Cetirizindihydrochlorid 2-mal täglich als 5 Tropfen 2-mal täglich oder 2,5 ml Lösung 2-mal täglich.
  • Patienten mit mittelschwerer bis schwerer Nierenschwäche: Die Dosis sollte reduziert werden. Patienten mit mittelschwerer Nierenschwäche wird die Einnahme von 5 mg Cetirizindihydrochlorid 1-mal täglich empfohlen. Patienten mit schwerer Nierenschwäche wird eine Dosis von 5 mg Cetirizindihydrochlorid als Einmalgabe alle 2 Tage empfohlen.

Die Tabletten/Filmtabletten werden unzerkaut mit ausreichend Flüssigkeit (einem Glas Wasser) vorzugsweise am Abend eingenommen. Die Einnahme kann unabhängig von den Mahlzeiten erfolgen. Lutschtabletten werden gelutscht, bis sie sich aufgelöst haben. Die Lösung zum Einnehmen kann unverdünnt eingenommen werden.

Die Einnahmedauer ist abhängig von der Art, Dauer und dem Verlauf der Beschwerden und wird von Ihrem Arzt festgelegt. Im Allgemeinen empfiehlt sich bei Heuschnupfen eine Therapie von einer bis sechs Wochen. Bei asthmatoiden Zuständen auf Basis einer Allergie ist eine Behandlungsdauer von bis zu sechs Monaten ratsam. Bei chronischen Beschwerden wie Nesselsucht liegen Erfahrungen von bis zu einem Jahr vor.

Wurde die Einnahme von Cetirizin vergessen, sollte beim nächsten Mal keinesfalls die doppelte Menge eingenommen werden.

Lesen Sie auch: Sicher Autofahren mit Parkinson: Ein Leitfaden für Deutschland

Gegenanzeigen

Cetirizin ADGC darf nicht angewendet werden,

  • wenn Sie überempfindlich sind gegen Cetirizin, andere damit strukturverwandte Substanzen (Hydroxyzin oder andere Piperazin-Derivate) oder einen der sonstigen Bestandteile von Cetirizin-ADGC sind,
  • bei schweren Nierenerkrankungen (schwere Einschränkung der Nierenfunktion mit einer Kreatinin-Clearance unter 10 ml/min).

Besondere Vorsichtshinweise

Besondere Vorsicht bei der Anwendung von Cetirizin-ADGC ist erforderlich,

  • wenn Sie an einer eingeschränkten Nierenfunktion leiden, fragen Sie bitte Ihren Arzt um Rat; wenn nötig, werden Sie eine niedrigere Dosis einnehmen. Ihr Arzt wird die neue Dosis festlegen.
  • wenn Sie Schwierigkeiten beim Wasserlassen haben (z.B. aufgrund von Problemen mit dem Rückenmark, der Prostata oder der Harnblase).
  • wenn Sie Epilepsie-Patient sind oder bei Ihnen ein Krampfrisiko besteht.

Antihistaminika wirken hemmend auf Allergietests der Haut. Daher ist vor Durchführung eines Allergietests eine 3-tägige Auswaschphase erforderlich.

Cetirizin und Epilepsie

Patienten mit Epilepsie oder einem erhöhten Krampfrisiko sollten Cetirizin ADGC mit Vorsicht anwenden. Obwohl okulogyrische Krisen oder andere spezifische Wechselwirkungen mit Antiepileptika bisher nicht bekannt sind, ist es wichtig, die individuelle Reaktion auf das Medikament zu beobachten und gegebenenfalls Rücksprache mit dem Arzt zu halten.

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln

Aufgrund der Eigenschaften von Cetirizin werden keine Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln erwartet. Dennoch sollte man den Arzt oder Apotheker informieren, wenn man andere Arzneimittel einnimmt/anwendet bzw. vor Kurzem eingenommen/angewendet hat, auch wenn es sich um nicht verschreibungspflichtige Arzneimittel handelt.

Lesen Sie auch: Corona und das Gehirn: Was wir wissen

Es wurden keine Wechselwirkungen mit auffälligen Auswirkungen zwischen Alkohol (bei einem Blutspiegel von 0,5 Promille, entspricht etwa einem Glas Wein) und Cetirizin in normalen Dosierungen beobachtet. Wie bei allen Antihistaminika wird jedoch empfohlen, die gleichzeitige Einnahme von Alkohol zu meiden. Nahrungsmittel haben keinen merklichen Einfluss auf die Aufnahme von Cetirizin.

Mögliche Nebenwirkungen

Wie alle Arzneimittel kann Cetirizin-ADGC Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem auftreten müssen.

Häufige Nebenwirkungen sind:

  • Müdigkeit
  • Mundtrockenheit
  • Übelkeit
  • Schwindel
  • Kopfschmerzen
  • Schläfrigkeit
  • Entzündeter Rachenraum (Pharyngitis)
  • Schnupfen
  • Halsschmerzen (nur bei Kindern)

Gelegentliche Nebenwirkungen sind:

  • Bauchschmerzen
  • Asthenie (extreme Müdigkeit)
  • Unwohlsein
  • Parästhesie (Missempfindungen auf der Haut)
  • Erregtheit
  • Juckreiz
  • Ausschlag
  • Durchfall

Seltene Nebenwirkungen sind:

  • Tachykardie (zu schneller Herzschlag)
  • Ödeme (Schwellungen)
  • Abnorme Leberfunktion
  • Gewichtszunahme
  • Krampfanfälle
  • Aggression
  • Verwirrtheit
  • Depression
  • Halluzination
  • Schlaflosigkeit
  • Nesselsucht (Urtikaria)
  • Bewegungsstörungen
  • Allergische Reaktionen

Sehr seltene Nebenwirkungen sind:

  • Thrombozytopenie (geringe Anzahl an Blutplättchen)
  • Akkommodationsstörungen (Störungen in der Nah-/Fernanpassung des Auges)
  • Verschwommenes Sehen
  • Okulogyration (unkontrollierbare kreisende Bewegung der Augen)
  • Ohnmacht (Synkope)
  • Zittern (Tremor)
  • Tics (wiederkehrende, nervöse Muskelzuckungen und Lautäußerungen)
  • Dyskinesie (unwillkürliche Bewegungen)
  • Dystonie (krankhafte, anhaltende, unwillkürliche Muskelanspannungen)
  • Dysgeusie (veränderter Geschmackssinn)
  • Abnorme Harnausscheidung (Bettnässen, Schmerzen und/oder Schwierigkeiten beim Wasserlassen)
  • Fixes Arzneimittelexanthem (Arzneimittelallergie an Haut oder Schleimhäuten)

Nicht bekannt (Häufigkeit aufgrundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar):

  • Gedächtnisstörungen oder -verlust
  • Gesteigerter Appetit
  • Selbstmordgedanken (wiederkehrende Gedanken an Selbstmord oder die Beschäftigung mit Selbstmord)
  • Drehschwindel (Vertigo)
  • Harnverhalt (Unfähigkeit, die Harnblase völlig zu entleeren)

Beim Auftreten von Nebenwirkungen sollte ein Arzt informiert werden.

Schwangerschaft und Stillzeit

Wie bei anderen Arzneimitteln auch, sollte die Einnahme von Cetirizin-ADGC bei Schwangeren vermieden werden. Die versehentliche Einnahme des Arzneimittels durch Schwangere sollte nicht zu gesundheitsschädlichen Auswirkungen beim Fötus führen. Dennoch sollte die Einnahme des Arzneimittels beendet werden. Cetirizin-ADGC sollte nicht während der Stillzeit eingenommen werden, da Cetirizin in die Muttermilch übergeht.

Verkehrstüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen

In klinischen Studien führte Cetirizin-ADGC in der empfohlenen Dosis zu keinen Zeichen einer Beeinträchtigung von Aufmerksamkeit, Wachsamkeit und Fahrtüchtigkeit. Wenn Sie eine Teilnahme am Straßenverkehr, Arbeiten ohne sicheren Halt oder das Bedienen von Maschinen beabsichtigen, sollten Sie nicht mehr als die empfohlene Dosis anwenden. Sie sollten Ihre Reaktion auf das Arzneimittel aufmerksam beobachten. Wenn Sie empfindlich reagieren, werden Sie möglicherweise bemerken, dass die gleichzeitige Einnahme von Alkohol oder anderen Mitteln, die das zentrale Nervensystem dämpfen, Ihre Aufmerksamkeit und Ihr Reaktionsvermögen zusätzlich beeinträchtigen.

Aufbewahrung von Cetirizin ADGC

Lagern Sie das Arzneimittel bei normaler Raumtemperatur, und bewahren Sie das Arzneimittel in der Originalverpackung vor Licht und Feuchtigkeit geschützt auf, so weit der Hersteller keine anderen Angaben macht. Arzneimittel sollten generell für Kinder unzugänglich aufbewahrt werden. Sie dürfen das Arzneimittel nach dem auf der Packung angegebenen Verfallsdatum nicht mehr verwenden. Das Arzneimittel darf nicht im Abwasser und sollte nicht im Haushaltsabfall entsorgt werden.

tags: #cetrizin #adgc #was #kann #passieren #wenn