Einführung
Nervenentzündungen können eine Vielzahl von Ursachen haben und sich auf unterschiedliche Weise manifestieren. In der Behandlung von Nervenentzündungen rückt neben der klassischen Medizin auch die Homöopathie immer wieder in den Fokus. Dieser Artikel beleuchtet die potenziellen Anwendungsgebiete von Cicuta virosa und anderen homöopathischen Mitteln bei Nervenentzündungen, wobei auch auf den Einsatz von Cortison und dessen homöopathische Entsprechung, Cortisonum, eingegangen wird.
Cicuta virosa bei Nervenentzündungen
Cicuta virosa, auch bekannt als Wasserschierling, ist eine giftige Pflanze, die in der Homöopathie bei verschiedenen neurologischen Beschwerden eingesetzt wird. Im Kontext von Nervenentzündungen wird Cicuta virosa in Betracht gezogen, wenn bestimmte Symptome und Reaktionsmuster des Patienten mit dem Arzneimittelbild übereinstimmen.
Symptome und Anwendungsgebiete von Cicuta virosa
Cicuta virosa wird traditionell mit folgenden Symptomen in Verbindung gebracht:
- Krampfartige Zustände: Charakteristisch sind plötzliche, heftige Krämpfe, die den ganzen Körper betreffen können.
- Neurologische Beschwerden: Dazu gehören unter anderem Schwindel, Kopfschmerzen und Sensibilitätsstörungen.
- Verhaltensänderungen: In manchen Fällen können auch psychische Symptome wie Verwirrtheit oder Reizbarkeit auftreten.
Es ist wichtig zu betonen, dass die Wahl des homöopathischen Mittels immer auf einer individuellen Anamnese basiert und die Gesamtheit der Symptome berücksichtigt werden muss.
Cortisonum: Homöopathische Unterstützung nach Cortisol-Therapie
Das homöopathische Einzelmittel Cortisonum wird aus dem Wirkstoff Cortisol, auch Hydrocortison genannt, hergestellt. Cortisol ist ein wichtiges Stresshormon, das in der Nebennierenrinde produziert wird und vor allem das Immunsystem beeinflusst und den Blutzuckerspiegel erhöht. In der klassischen Medizin kommt das Nebennierenrindenhormon bei verschiedenen Krankheiten, wie beispielsweise Autoimmunerkrankungen oder entzündlichen Prozessen, als Medikament zum Einsatz.
Lesen Sie auch: Symptome einer Nervenentzündung erkennen
Anwendungsgebiete von Cortisonum
In der Homöopathie wird Cortisonum vor allem Patienten verabreicht, die über einen längeren Zeitraum auf das Hormon Cortisol in Substanz angewiesen waren und nun unter starken Nebenwirkungen leiden. Das Arzneimittelbild von Cortisonum basiert vor allem auf den Nebenwirkungen, die eine Medikation mit Cortisol über einen längeren Zeitraum hinweg verursachen kann. Wer Hydrocortison einnimmt, wird schnell abhängig. Der Homöopath rät dem Patienten eventuell, insofern es dessen Gesundheitszustand zulässt, das Medikament abzusetzen und verschreibt ihm stattdessen Cortisonum. Die Nebenwirkungen und Absetzerscheinungen können vielleicht damit abgefangen werden.
Zu den typischen Symptomen, bei denen Cortisonum in Betracht gezogen wird, gehören:
- Geschwächtes Immunsystem: Anfälligkeit für Infekte, Abgeschlagenheit.
- Entzündungen: Entzündungen am Körper, z.B. Zahnfleisch oder Augen.
- Hautprobleme: Entzündliche Hautveränderungen.
- Metabolische Störungen: Bluthochdruck, erhöhter Blutzuckerspiegel (Diabetes mellitus), Wasser- und Fetteinlagerungen (Vollmondgesicht).
- Knochenprobleme: Neigung zu Knochenbrüchen.
- Magen-Darm-Beschwerden: Magenschleimhaut- oder Speiseröhrenentzündung.
- Psychische Symptome: Manisch-depressive Zustände, Antriebs- und Appetitlosigkeit, Reizbarkeit und Gedächtnisschwäche.
- Weitere: Autoimmunerkrankungen, Asthma, diffuse Kopfschmerzen oder auch Hörstörungen.
Es ist wichtig zu beachten, dass Cortisonum nicht als Ersatz für eine notwendige Cortisol-Therapie gedacht ist, sondern als unterstützende Maßnahme, um die Nebenwirkungen zu lindern und den Körper bei der Entgiftung zu unterstützen. Es darf niemals ein schulmedizinisches Medikament eigenmächtig abgesetzt und/oder durch ein Homöopathikum ersetzt werden.
Dosierung und Anwendung von Cortisonum
Für die Selbstbehandlung empfohlen werden meist die Potenzen D6 - D12. Unabhängig von der Art der Darreichungsform (Globuli, Tablette oder Tropfen) sind Homöopathika empfindliche Stoffe, deren Wirksamkeit durch äußere Reize möglicherweise beeinflusst werden können. Ein Säugling (bis 12 Monate) bekommt 1 Kügelchen, ein Baby ab dem zweiten bis zum dritten Jahr darf 2 Globuli einnehmen. Größere Kinder bekommen 3 Globuli. Die Globuli werden dem Säugling und Baby einfach in die Wangentasche gelegt. Tropfen (Dilution) werden immer in Wasser gelöst. Sie können auf einem Plastiklöffel gegeben werden oder mit einer Pipette -die in jeder Apotheke zu kaufen ist- in den Mund getropft werden. Praktisch ist es auch, den Schnuller in die wässrige Arzneilösung zu tunken und dem Säugling zu geben. Die Globuli auf einen Plastiklöffel geben und langsam im Mund zergehen lassen. Tropfen ebenfalls mit einem Plastiklöffel einnehmen. Tabletten können in die Wangentasche gelegt werden, wo sie sich auflösen.
Die Dauer der Behandlung richtet sich nach dem Beschwerdebild. In der Regel werden homöopathische Arzneien nur solange eingenommen, bis die Beschwerden geheilt sind oder deutlich besser werden. Zu beachten ist es, dass die Einnahmehäufigkeit variieren kann. Oftmals gehen die Empfehlungen dahin, akuten Beschwerden mit häufigen Einnahmen zu begegnen und die Abstände mit Besserung der Beschwerden zu verlängern.
Lesen Sie auch: Behandlungsmöglichkeiten bei chronischer Nervenentzündung im Rücken
Weitere homöopathische Mittel bei Nervenentzündungen
Neben Cicuta virosa und Cortisonum gibt es eine Reihe weiterer homöopathischer Mittel, die bei Nervenentzündungen in Betracht gezogen werden können. Die Wahl des geeigneten Mittels hängt von den individuellen Symptomen und der Konstitution des Patienten ab. Einige Beispiele sind:
- Arnika: Bei Verletzungen und Nervenschmerzen.
- Echinacea: Zur Stärkung des Immunsystems bei Entzündungen.
- Hypericum: Bei Nervenverletzungen und -schmerzen, besonders nach Operationen.
- Causticum Hahnemanni: Unterstützende Behandlung bei Lähmungen.
- Conium:
- Gelsemium:
- Plumbum metallicum:
- Secale cornutum:
- Zincum metallicum:
Das Prinzip der Homöopathie
Homöopathische Mittel werden als „energetische Arzneien“ bezeichnet. Ihre Wirkung basiert auf dem Ähnlichkeitsprinzip. Das bedeutet, dass die Mittel hier, anders als bei allopathischen Arzneien (Schulmedizin), dem Immunsystem nicht entgegengesetzt werden, sondern unterstützend zum Einsatz kommen. Es geht demnach nicht darum, dem Körper die Arbeit abzunehmen, sondern ihn in seinem natürlichen Tun zu unterstützen. Deshalb bedarf es eines der zu behandelnden Beschwerde ähnelnden Reiz, um diese Selbstheilungskräfte (Hahnemann sprach von der individuellen Lebenskraft) zu aktivieren. Es wird ausdrücklich betont, dass es bei der Anwendung homöopathischer Mittel nicht um eine bloße Beeinflussung der Erkrankung geht, sondern vielmehr um die Belebung der Vis Mediatrix Naturae (Heilkraft der Natur).
Der Gedanke hinter diesem Prinzip ist die Annahme, dass jeder Mensch auf vielfältige Art und Weise mit seinem Umfeld interagiert: die Homöopathie spricht hier vom Prinzip der harmonischen Resonanz. Dies umfasst sowohl positive als auch negative Auswirkungen und äußert sich bei jedem Individuum anders. Diese Auswirkungen werden für die homöopathische Behandlung nutzbar gemacht, indem Lebensenergie (Prana oder Qui genannt) in flüssigen oder trockenen Medien eingeschlossen wird. Bei jedem Verdünnungsschritt des Mediums wird folglich die enthaltene Energie weiter potenziert. Je höher also die Potenz, umso stärker wirkt das Mittel, auch wenn dies mit einer Verdünnung der ursprünglich enthaltenen Substanz einhergeht. Übrig bleibt die Energie, die mit dem Körper interagiert.
Erstverschlimmerung und Spätverschlimmerung
Aufgrund des unterstützenden Charakters kann es, besonders bei den sogenannten Hochpotenzen (ab C200, LM- und Q-Potenzen), zu einer Erstverschlimmerung der Symptomatik kommen. Sie kann ein paar Tage nach Einnahmebeginn einsetzen und wird als positives Zeichen für die adäquate Reaktion des Körpers gewertet. Ein Ausbleiben der Erstverschlimmerung ist jedoch im Umkehrschluss kein Zeichen mangelnden Erfolges, da längst nicht alle Mittel diese Erstreaktion auslösen (Sulfur ist zum Beispiel bekannt für das vermehrte Auftreten einer Erstverschlimmerung). Die Einnahme homöopathischer Mittel soll grundsätzlich mit dem Ausbleiben der behandelten Beschwerden beendet werden. Bei einer Einnahme über die erforderliche Zeit hinaus (die wohl einzige beschriebene Form der Überdosierung) können die ursprünglichen Symptome zurückkehren, was Hahnemann als „Spätverschlimmerung“ bezeichnete. Diese wird, anders als das erste Auftreten der Beschwerden, nicht behandelt. Stattdessen wird das Mittel nun abgesetzt.
Wichtiger Hinweis
Auch wenn die Selbstbehandlung mit homöopathischen Einzelmitteln durchaus möglich ist, empfiehlt es sich, einen Homöopathen zu konsultieren. Dieser kann die Dosierung individuell festlegen und die Behandlung begleiten. Bei Lähmungen sollte die Anwendung des Arzneimittels nicht ohne ärztlichen Rat erfolgen und ersetzt nicht die vom Arzt diesbezüglich verordneten Medikamente. Bei anhaltenden, unklaren oder neu auftretenden Beschwerden sollte ein Arzt aufgesucht werden, da es sich um Erkrankungen handeln kann, die einer ärztlichen Abklärung bedürfen.
Lesen Sie auch: Ursachen und Behandlung von Hautnervenentzündungen
Fazit
Homöopathische Mittel wie Cicuta virosa und Cortisonum können bei Nervenentzündungen eine unterstützende Rolle spielen. Die Wahl des geeigneten Mittels sollte jedoch immer auf einer individuellen Anamnese und unter Berücksichtigung der Gesamtheit der Symptome erfolgen. Es ist ratsam, einen erfahrenen Homöopathen zu konsultieren, um die bestmögliche Behandlung zu gewährleisten. Die auf Globuli.de zur Verfügung gestellten Informationen sowie Kommentare und Diskussionsbeiträge können und dürfen nicht zur Erstellung eigenständiger Diagnosen und/oder einer eigenständigen Auswahl und Anwendung oder Absetzung von Arzneimitteln, sonstigen Gesundheitsprodukten oder Behandlungsmethoden verwendet werden. Viele Symptome und Beschwerden können bei verschiedenen Erkrankungen auftreten. Für eine sichere Diagnose und Behandlung muss immer ein Arzt aufgesucht werden. Die auf Globuli.de zur Verfügung gestellten Inhalte sind sorgfältig erarbeitet und werden in regelmäßigen Abständen auf ihre Richtigkeit überprüft und aktualisiert. Jedoch unterliegen die Erkenntnisse in der Medizin einem ständigen Wandel.
tags: #cicuta #virosa #nervenentzundung