Schlafstörungen, depressive Verstimmungen und Unruhe sind häufige Begleiterscheinungen der Alzheimer-Krankheit und stellen eine erhebliche Belastung für Betroffene und ihre Angehörigen dar. Jüngste Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass die Lichttherapie eine einfache und wirksame Methode sein könnte, um diese Symptome zu lindern.
Lichttherapie: Ein vielversprechender Ansatz bei Alzheimer
Eine im Fachjournal PLOS ONE veröffentlichte umfassende Analyse von Forschern der Weifang Medical University in China unter der Leitung von Lili Zang wertete 15 Studien aus, die die Auswirkungen der Lichttherapie auf typische Alzheimer-Symptome untersuchten. Im Fokus standen:
- Schlafstörungen (z. B. Einschlaf- und Durchschlafprobleme)
- Depressive Verstimmungen
- Unruhe und zielloses Umhergehen (sogenanntes „Wandern“)
Die Ergebnisse dieser Analyse legen nahe, dass die Lichttherapie das Potenzial hat, den gestörten Tag-Nacht-Rhythmus bei Menschen mit Demenz wieder zu stabilisieren und somit die genannten Symptome zu verbessern.
Wie die Lichttherapie wirkt: Synchronisierung der inneren Uhr
Die Lichttherapie zielt darauf ab, die gestörte innere Uhr von Alzheimer-Patienten wieder in Einklang zu bringen. Viele Schlafprobleme bei Demenzkranken sind auf eine Fehlsteuerung der inneren Uhr im Gehirn zurückzuführen. Helles Licht am Morgen kann helfen, diesen Rhythmus neu zu synchronisieren.
In den Studien wurden handelsübliche Tageslichtlampen mit einer Stärke von 2.500 bis 10.000 Lux verwendet. Zum Vergleich: Die normale Wohnraumbeleuchtung liegt meist nur bei 300 bis 500 Lux. Es wurden verschiedene Varianten der Lichttherapie analysiert, darunter helle Tageslichtlampen und sogenannte Lichtboxen. Lichtboxen sind Geräte, die besonders intensives, weißes Licht abgeben. Da die Patienten direkt vor dem Gerät sitzen und die Augen geöffnet bleiben, sind Therapiegeräte mit eingebautem UV-Filter empfehlenswert.
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Die tägliche, etwa halbstündige "Lichtdusche" am Morgen beeinflusste die innere Uhr des Gehirns positiv. Insbesondere die Schlafqualität, depressive Symptome und das Maß an Unruhe verbesserten sich im Vergleich zu den unbehandelten Patienten.
Studienergebnisse im Detail: Lichttherapie lindert depressive Symptome bei Demenz
Eine systematische Recherche und Metaanalyse über 6 Studien mit insgesamt 406 Patienten zeigte, dass Lichtinterventionen wirksam zur Linderung depressiver Symptome bei Demenzpatienten beitragen können. Depressionen sind ein besonders häufiges Symptom bei Demenzpatienten. Die Wissenschaftler führten eine systematische Recherche in den medizinisch-wissenschaftlichen Datenbanken Web of Science, PubMed, Embase, CiNii, CNKI, Wanfang Database und China Biology Medicine durch und ermittelten randomisierte, kontrollierte Studien oder Querschnitts-kontrollierte Studien. Insgesamt konnten aus 1.055 Studien 6 Studien für die Metaanalyse identifiziert werden. Die Studien umfassten 406 Personen mit Demenzerkrankungen mit einem Altersdurchschnitt von über 80 Jahren. Die Analyse zeigte, dass Licht-Interventionen die depressiven Symptome dementer Patienten reduzierten (Mittelwertsdifferenz, MD: -2,59; 95 % Konfidenzintervall, KI: -4,46 - -0,71). Demnach waren Lichtintensitäten unter 1.000 Lux besonders dazu geeignet, die Symptome zu lindern (MD: -2,76; 95 % KI: -4,55 - -0,97). Zum Vergleich: Das Umgebungs-Tageslicht kann etwa 10.000 - 25.000 Lux liefern, der Vollmond etwa 1 Lux. Zu diesem Ergebnis kommen chinesische Wissenschaftler um Lili Zang. Sie führten eine Datenbankrecherche mit Metaanalyse von 15 kleineren randomisierten und kontrollierten Studien mit zusammen 598 Patienten durch. Die Auswertung ergab eine signifikante Verbesserung der Schlafqualität und eine Stabilisierung des Tag-Nacht-Rhythmus. Auch die Aktivitätsschwankungen innerhalb des Tages gingen zurück und die Teilnehmer litten weniger an depressiven Symptomen und innerer Unruhe, was auch den Pflegekräften zugutekam.
Innovative Lichttherapie mit blau-grünem Licht
Eine innovative Behandlungsmethode könnte neue Perspektiven in der Alzheimer-Therapie eröffnen: Chinesische Wissenschaftler haben untersucht, wie sich eine Lichttherapie mit blau-grünem Licht auf die kognitiven Fähigkeiten von Menschen entlang des Alzheimer-Kontinuums auswirkt.
An der Untersuchung nahmen 42 Personen teil, die verschiedene Stadien des Alzheimer-Spektrums repräsentierten: von gesunden Kontrollpersonen über Menschen mit subtiler und milder kognitiver Beeinträchtigung bis hin zu Patienten mit manifester Alzheimer-Demenz. Die Teilnehmer wurden täglich morgens für 50 Minuten mit blau-grünem Licht einer Wellenlänge von 500 Nanometern behandelt. Die Gesamtwirksamkeit der Lichttherapie lag bei 16,7 Prozent. Dabei zeigte sich ein bemerkenswertes Muster: Je ausgeprägter die Demenzsymptome, desto wirksamer erwies sich die Behandlung. Bei Personen mit manifester Alzheimer-Demenz erreichte die Wirksamkeit 33,3 Prozent, während sie bei Menschen mit später milder kognitiver Beeinträchtigung bei 16,7 Prozent lag.
Die Forscher analysierten verschiedene Faktoren, die möglicherweise die Wirksamkeit der Lichttherapie beeinflussen könnten. Der einzige statistisch bedeutsame Prädiktor für den Erfolg der Lichttherapie waren die kognitiven Ausgangswerte auf der ADAS-cog-Skala vor Behandlungsbeginn. Die Studienergebnisse deuten darauf hin, dass eine Lichttherapie mit 500 Nanometer blau-grünem Licht bei Menschen mit Alzheimer-Demenz therapeutisches Potenzial besitzt. Allerdings bleiben wichtige Fragen offen: Es ist derzeit unklar, ob die beobachteten positiven Effekte über längere Zeiträume anhalten und über welche Behandlungsdauer eine solche Therapie optimal eingesetzt werden sollte.
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Grenzen und Perspektiven der Lichttherapie
In den Studien traten keine nennenswerten Nebenwirkungen auf. Einige Betroffene empfanden das Licht lediglich als etwas zu grell. Die Lichttherapie gilt insgesamt als sehr gut verträglich und sicher. Diese Methode wird bereits seit Langem bei anderen Beschwerden wie saisonalen Depressionen (Winterdepressionen) eingesetzt.
Fachleute warnen jedoch vor überzogenen Erwartungen: Die Tageslichttherapie kann einzelne Symptome lindern, die Alzheimer-Krankheit selbst lässt sich damit jedoch nicht aufhalten. Eine Lichttherapie mit 500 nm blau-grünem Licht kann laut Studienautoren bei Menschen mit einer Alzheimer-Demenz hilfreich sein, insbesondere bei Menschen mit bereits stark eingeschränkter kognitiver Leistungsfähigkeit zeigte sie positive Effekte. Es ist unklar, ob die Effekte anhalten und über welche Zeiträume eine solche Behandlung effektiv genutzt werden könnte.
Gamma-Wellen-Stimulation: Ein neuer Ansatz zur "Hirnreinigung"?
Neben der Lichttherapie mit spezifischen Wellenlängen rückt ein weiterer innovativer Ansatz in den Fokus der Alzheimer-Forschung: die Stimulation mit Gamma-Wellen. Studien deuten darauf hin, dass diese Stimulation eine Art "Hirnreinigung" anregen und typische Alzheimer-Proteine entfernen könnte.
Konkret geht es darum, täglich eine Stunde lang einen knatternden Kopfhörer mit Flackerlicht-Spezialbrille aufzusetzen, um Demenz vorzubeugen. Etliche klinische Studien prüfen gerade, ob eine optische und akustische Stimulation im Frequenzbereich von Gamma-Wellen eine Demenz verzögern, bessern oder gar verhindern kann. Untersuchungen deuten darauf hin, dass die Stimulierung mit 40 Hertz (Hz) - also 40 Impulsen pro Sekunde - im Gehirn eine Art Gewebereinigung anregt, samt Entsorgung schädlicher Stoffwechselprodukte.
Der Mechanismus hinter der Gamma-Wellen-Stimulation
Ein US-Forschungsteam berichtete kürzlich im Fachblatt Nature über Versuche an Mäusen, die zeigten, dass Gamma-Wellen dafür sorgen, dass im Gehirn zwischen den Nervenzellen viel Flüssigkeit zirkuliert und Alzheimer-typische Proteinklumpen ausschwemmt. Grob gesagt sorgen die Gamma-Wellen demnach dafür, dass im Gehirn zwischen den Nervenzellen viel Flüssigkeit zirkuliert und Alzheimer-typische Proteinklumpen ausschwemmt. Der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Neurologie, Lars Timmermann, spricht von "faszinierenden Einblicken". "Diese Studien eröffnen neue Einsichten", sagt der Leiter der Klinik für Neurologie am Universitätsklinikum Marburg.
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Skepsis und weitere Forschung sind notwendig
Ob die Aktivierung von Hirnzellen im Gamma-Frequenzbereich aber auch therapeutisches Potenzial hat, ist offen. Klar ist: Eine wirksame Vorbeugung wäre für die Anbieter eine Goldgrube. "Das Thema ist extrem attraktiv", sagt Wolf Singer, langjähriger Direktor am Frankfurter Max-Planck-Institut für Hirnforschung und maßgeblich an der Entdeckung von Gamma-Wellen beteiligt. "Die ganze Welt spricht über Alzheimer."
Reinigungsprozess im Gehirn: In den USA kam vor gut einem Jahr der Antikörper Lecanemab auf den Markt, der diese Aß-Plaques entfernen soll und Studien zufolge im frühen Stadium das Fortschreiten der Krankheit moderat bremst. Er könnte bald auch in der EU zugelassen werden - geht jedoch mit beträchtlichen Nebenwirkungen wie Hirnödemen und Mikroblutungen einher.
Möglicherweise könnte auch die Stimulierung mit Gamma-Wellen Aß abräumen - aber auf andere Weise. Diese Sinnesreize sollen Nervenzellen im Gamma-Wellen-Bereich in Schwingung versetzen und so den Reinigungsprozess starten. Timmermann sieht eine Parallele zu kognitiven Prozessen: "Bei bestimmten Hirnaktivitäten sehen wir Aktivität von Neuronenverbänden im Bereich von 40 Hertz", sagt er und verweist als Beispiele auf das Lernen von Sprache, das Erkennen von Bildern oder Entscheidungsprozesse.
Was bei der 40-Hertz-Stimulierung im Gehirn passiert, beschreibt die Studie des Teams um Li-Huei Tsai vom Massachusetts Institute of Technology (MIT) im Fachblatt "Nature". Die Hirnforscherin hat das Unternehmen Cognito Therapeutics mitgegründet, das derzeit in diversen Studien prüft, ob die synchronisierte opto-akustische Stimulierung - mit dem eigens entwickelten Headset "Spectris" - Menschen mit leichten bis moderaten Alzheimer-Symptomen helfen kann.
Glymphatisches System und Abtransport von Beta-Amyloid
In "Nature" schreibt das Team, bei speziellen genetisch veränderten "Alzheimer-Mäusen" steigere die opto-akustische Stimulierung bei 40 Hertz die neuronale Aktivität und senke gleichzeitig die Konzentrationen von Aß im Gehirn. Verantwortlich dafür sei das sogenannte glymphatische System: Der recht neue Begriff kombiniert das lymphatische System - das außerhalb des Gehirns Gewebe reinigt - mit den Gliazellen, die daran maßgeblich im Gehirn beteiligt sein sollen.
Der Studie zufolge sorgt die Stimulierung dafür, dass im Gehirn der Mäuse besonders viel Flüssigkeit durch das Gewebe zirkuliert. Dieses Nervenwasser transportiere das Aß zwischen den Zellen aus dem Gehirn. "Die Zellverbände werden besser durchspült, und der Abfall zwischen den Zellen wird entfernt", erläutert der Neurologe Timmermann, der nicht an der Arbeit beteiligt war. "Das ist faszinierend."
Herausforderungen und zukünftige Forschung
So faszinierend diese Vorgänge bei Mäusen sind: Ob sie beim Menschen das Fortschreiten der Alzheimer-Krankheit aufhalten oder verzögern, bleibt abzuwarten. So ist etwa der Frankfurter Experte Singer "verhalten skeptisch". Letztlich hänge ein Erfolg der Therapie davon ab, dass die Gamma-Wellen nicht nur die sensorischen Areale im Gehirn erreichen. "Mit der Kombination aus optischen und akustischen Reizen will man möglichst viele Hirnregionen in diesen Rhythmus zwingen", sagt Singer.
Und selbst, falls die Stimulierung das schaffen sollte, gibt es noch ein weiteres Problem: Den ersten Symptomen der Alzheimer-Krankheit geht ein jahre- bis jahrzehntelanger schleichender Prozess voraus, bei dem Nervenzellen in einer Kettenreaktion absterben. "Man müsste das schon frühzeitig machen, um diese Kaskade aufzuhalten", sagt Gasser. "Je früher, desto besser."
Derzeit prüft ein gutes Dutzend Studien das Potenzial des Ansatzes an Menschen - noch gibt es dazu keine Ergebnisse. Die meisten Untersuchungen sollen im Laufe des Jahres 2025 enden, dann folgt die Auswertung. "Wir brauchen Beobachtungszeiträume von mindestens zwei, besser fünf bis zehn Jahren, um sagen zu können, ob es einen therapeutischen Effekt gibt oder nicht", sagt Timmermann. Immerhin: Die Gamma-Wellen-Behandlung gilt Studien zufolge als sicher. "Wir gehen davon aus, dass diese Stimulierung das gesunde Gehirn nicht schädigt", sagt Timmermann.
Laser-Lichttherapie (Photobiomodulation)
SYMBYX ist ein weltweit führender Innovator in der Laser-Lichttherapie (auch bekannt als Kaltlaser oder Photobiomodulation). Wenn die Lichttherapie auf den Körper angewendet wird, stimuliert sie die zellulären Mitochondrien (das "Maschinenhaus" der Zelle). Dies führt zu einer Steigerung der Produktion von zellulärer Energie (auch bekannt als ATP). Diese zusätzliche Energie innerhalb der Zelle kann dann für Wachstum, Reparatur und Regulierung gesunder zellulärer Aktivitäten genutzt werden (1). Die Lichttherapie löst die Freisetzung von ROS (Reactive Oxygen Species) aus, was zu einem insgesamt antioxidativen Effekt führt (1). Rotes und infrarotes Licht stimulieren die Freisetzung von cAMP, einem starken Entzündungshemmer (4). Die Forschung zeigt, dass die Verwendung eines 904 nm Infrarotlasers auf den Darm auch das Darmmikrobiom verbessern kann (11). Die Lichttherapie wirkt schmerzlindernd, sowohl im peripheren als auch im zentralen Nervensystem. Die Laser-Lichttherapie wurde in den letzten 50-60 Jahren für eine Reihe von Erkrankungen ausgiebig untersucht. SYMBYX-Laser sind ARTG- und CE-gelistet für die Reduzierung von Schmerzen und die Beschleunigung von Heilungsprozessen. Einige unserer Geräte sind auch als ergänzende Behandlungen zur Reduzierung von Parkinson- oder Fibromyalgie-Symptomen gelistet. Wir bieten auch Wellness-Lichttherapie-Helme für den Heimgebrauch an.
SYMBYX-Geräte sind bei einer Reihe von Klinikern beliebt, darunter Physiotherapeuten, Chiropraktiker, Osteopathen, Ergotherapeuten, Akupunkteure, Massagetherapeuten, integrative Allgemeinmediziner, spezialisierte Schmerzkliniken, Rehabilitationszentren und mehr. Beide haben ihre klinischen Anwendungen, je nach beabsichtigter Wirkung. Rotes Licht ist beispielsweise wirksamer bei oberflächlichen Verletzungen und Wundheilung, während infrarotes Licht bei allen Strukturen wirksamer ist, die eine tiefere Penetration erfordern. Laser der Klasse 3B und Klasse 4 unterscheiden sich durch ihre Leistungsstufen. Beide sind stark genug, um auf zellulärer Ebene wirksam zu sein. Laser der Klasse 3B können sicher betrieben werden, wenn man darauf achtet, dass eine Schutzbrille getragen wird. Laser der Klasse 4 bergen zusätzliche Risiken für Haut, Gewebe und Augen. Daher sind Laser der Klasse 4 in der Regel für den chirurgischen Einsatz reserviert, bei dem eine Gewebezerstörung beabsichtigt ist. Der Großteil der Photobiomodulationsforschung zur Behandlung von neurologischen, metabolischen, entzündlichen und muskuloskelettalen Erkrankungen wurde mit Lasern der Klasse 3B durchgeführt. Eine Behandlungssitzung kann zwischen 15 Sekunden und 20 Minuten dauern, abhängig von der spezifischen Verletzung und der Art der Behandlung, die Sie verabreichen.