Nervenschmerzen im Kieferbereich können eine erhebliche Belastung darstellen und die Lebensqualität der Betroffenen stark beeinträchtigen. Dieser Artikel beleuchtet die verschiedenen Aspekte von Nervenschmerzen im Kiefer, einschließlich der Ursachen, Symptome und verfügbaren Behandlungsoptionen, sowohl mit als auch ohne Tabletten.
Symptome von Kieferschmerzen bei CMD
Kieferschmerzen können vielseitig auftreten, von gelegentlichen Beschwerden bis hin zu chronischen Schmerzen. Alltägliche Aktivitäten wie Kauen, Trinken, Schlucken oder Sprechen können für Betroffene mit diesen Schmerzen sehr belastend sein.
Kieferschmerzen äußern sich durch folgende Symptome:
- Reiben, Knirschen, Knacken der Kiefergelenke bei Bewegung (einseitig oder beidseitig)
- Ausrenken des Unterkiefers oder eingeschränkte Mundöffnung
- Schmerzende Kaumuskeln, Verdickung der Kaumuskulatur
- Kopfschmerzen
- Verspannungen und Schmerzen in Nacken, Schulter, Rücken
- Minderung der Lebensqualität bis hin zu depressiven Verstimmungen
- Zähneknirschen (Bruxismus)
- Zahnschmerzen
- Störungen im Biss (Okklusionsstörungen)
- Ohrgeräusche bis hin zu Tinnitus
- Schlafstörungen
Diese Symptome werden in der Zahnmedizin unter dem Begriff der Craniomandibulären Dysfunktion (CMD) zusammengefasst. Die Ursache der CMD zu finden, erfordert oft eine lange Diagnostik, und nicht selten bleibt sie kompliziert und schwer heilbar.
Ursachen und Risikofaktoren für Kieferschmerzen
Viele Faktoren unserer westlichen Gesellschaft können Ursachen für chronische Beschwerden sein.
Lesen Sie auch: Tabletten zur Linderung von Polyneuropathie-Symptomen
Stress als Ursache
Stress überträgt sich oft auf den Kauapparat. In Stresssituationen oder im Schlaf werden die Zähne bei zu viel Stress zusammengepresst (Bruxismus) und reiben exzessiv auf den Kauflächen gegeneinander. Neben dem Abschleifen der Zähne kann es hierbei auch zu starken Schmerzen am Zahn, im Zahnfleisch oder Kieferknochen kommen. Die Zähne werden empfindlich oder entwickeln sogenannte Presstraumata. In manchen Fällen kann es sogar zu einer Entzündung des Zahnnervs kommen, die eine Wurzelkanalbehandlung erforderlich macht.
Fehlstellungen und Zahnverluste
Fehlstellungen von Zähnen oder fehlende Zähne begünstigen ebenfalls Fehlbelastungen im Zahn-Mund-Kieferbereich und können Kieferschmerzen und Zahnprobleme hervorrufen. Die Zähne verteilen den Druck durch Beißen oder Kauen gleichmäßig auf den Kieferknochen und das Kiefergelenk. Durch Fehlstellungen oder Zahnverluste werden diese Kräfte ungleichmäßig auf Kaumuskeln, Knochen und Kiefergelenke übertragen.
Weitere Ursachen für Kieferschmerzen
Es gibt viele Ursachen für Kieferschmerzen, von den Nebenhöhlen und Ohren bis hin zu den Zähnen oder dem Kiefer selbst. Daher kann es schwierig sein, festzustellen, ob Ihre Kieferschmerzen auf ein Kieferproblem oder auf etwas anderes zurückzuführen sind.
- Mittelohrentzündung: Kann starke Schmerzen im, um oder hinter dem Ohr verursachen. In den meisten Fällen werden Mittelohrentzündungen durch Viren oder Bakterien verursacht.
- Nasennebenhöhlenentzündung: Die Nasennebenhöhlen sind paarweise angeordnete Hohlräume im Schädel, die mit der Nasenhöhle verbunden sind.
- Migräne: Migräne wurde mit Schmerzen in der Kaumuskulatur in Verbindung gebracht. Je häufiger die Migräne auftritt, desto stärker die Symptome im Kiefer sind.
- Trigeminusneuralgie: Eine chronische Schmerzkrankheit, die von einem Nerv ausgeht, dem sogenannten Trigeminusnerv. Bei Trigeminusneuralgie tritt der Schmerz in der Regel als Reaktion auf bestimmte Trigger wie kalten Luftzug auf.
- Karies oder Zahnwurzelentzündungen: Können Schmerzen im Kiefer verursachen und in benachbarte Bereiche ausstrahlen, besonders wenn Karies länger unbemerkt bleibt und sich die Entzündung so weiter ausbreiten kann.
- Stress: Bei vielen Menschen sind Kieferschmerzen eine Folge von Stress.
- Falsche Okklusion: Wird eine falsche Okklusion nicht behandelt, kann dies zu dauerhaften Schmerzen im Kieferbereich führen.
Diagnostik von CMD
Die Diagnostik einer CMD umfasst in der Regel eine klinische und instrumentelle Funktionsdiagnostik.
Klinische Funktionsdiagnostik
Dabei wird der Kopf des Patienten abgetastet und gezielt Druck auf die Muskulatur ausgeübt. Verhärtete Muskelgruppen reagieren auf Druck mit einem Schmerz. Außerdem wird das Kiefergelenk abgetastet sowie Kopf- und Kieferstellung untersucht.
Lesen Sie auch: Linderung von Nervenschmerzen ohne Rezept
Instrumentelle Funktionsdiagnostik
Liegt ein Verdacht auf eine CMD nach der klinischen Untersuchung vor, so wird im Anschluss eine instrumentelle Funktionsdiagnostik durchgeführt. Durch spezielle Messgeräte werden auch kleinste Unterkieferbewegungen registriert. Liegen Fehler im Bewegungsablauf der Kiefer vor, so wird dies festgestellt. Die Kieferbewegungen können dann auf einen Gelenksimulator (Artikulator) übertragen werden. Dies erleichtert das Analysieren und die Planung einer individuellen Therapie der Craniomandibulären Dysfunktion. Diese Diagnostik ist allerdings sehr aufwändig und wird von den gesetzlichen Krankenkassen nicht bezahlt.
Behandlung von Kieferschmerzen
Die Behandlung von Kieferschmerzen zielt darauf ab, die Symptome zu lindern, die Ursache zu behandeln und die normale Funktion des Kiefers wiederherzustellen.
Schmerztherapie
Zu Beginn können die Beschwerden noch mit üblichen Schmerztabletten therapiert bzw. unterdrückt werden. Patientinnen und Patienten wird hiermit zu schneller und kurzfristiger Beschwerdefreiheit verholfen. Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass Schmerzmittel die Ursachen der Schmerzen nicht beheben.
Spezialisten bei CMD / Bruxismus
Da es im Verlauf der Erkrankung zu einer Verschlimmerung der Beschwerden kommt, ist ein Besuch bei Ihrer Zahnärztin oder Ihrem Zahnarzt vorrangig. Einige Zahnärztinnen und Zahnärzte haben sich auf CMD spezialisiert. Ihre Zahnärztin oder Ihr Zahnarzt wird eine ausführliche Anamnese Ihrer Schmerzsymptomatik sowie Untersuchung und Diagnostik anfertigen, um die Ursache Ihrer Beschwerden zu finden. In speziellen Fällen werden Röntgenaufnahmen des Kiefergelenks in spezialisierten Röntgenzentren angefertigt, da nicht alle Zahnärzte über diese Geräte verfügen.
Aufbissschienen
Der erste Schritt, um die Kieferschmerzen zu therapieren, ist meist eine Schienentherapie. Die Zahnmedizinerin oder der Zahnmediziner nimmt hierfür Abdrücke Ihrer Kiefer. Ihre Zahntechnikerin oder Ihr Zahntechniker kann dann im Anschluss Modelle Ihrer Zahnreihen herstellen und eine individuell passende Aufbissschiene anfertigen. Hierbei handelt es sich um eine durchsichtige Kunststoffschiene, die Sie auf eine Zahnreihe aufschieben können. Die sogenannte Knirscherschiene verhindert nun eine Abnutzung der Zahnsubstanz durch das nächtliche Pressen. Außerdem wird das Kiefergelenk entlastet, indem die Zahnreihen voneinander gelöst werden. Letztendlich soll durch die Kunststoffschiene der krankhafte Regelkreis der Kaumuskulatur unterbrochen werden: verkrampfte Muskeln sollen durch die Positionsänderung entspannt werden. Die Schmerzen werden häufig im ersten Moment deutlich weniger. Liegen jedoch eine stark ausgeprägte Funktionsstörung oder ein falscher Biss vor, so ist die Aufbissschiene nur der erste Schritt im Behandlungsplan.
Lesen Sie auch: Behandlung von Wadenkrämpfen
Physiotherapie
Ist die beteiligte Muskulatur sehr verspannt, so wird neben dieser Schiene begleitend Physiotherapie angeraten. Diese lockert die Kiefer- und Nackenmuskulatur. Zudem kann der Therapeut Ihnen einfache Übungen für zu Hause zeigen, die regelmäßig angewandt zu einer Lockerung der Muskeln beitragen können. Die Anwendung von Fango im Anschluss an die Behandlung kann die erzielte Entspannung noch vertiefen. Achten Sie bei der Wahl Ihrer Physiotherapie-Praxis auf Therapeutinnen und Therapeuten mit CMD-Fortbildungen.
Dauerhafte Korrektur der Zahnkontakte
Stimmt die gesamte Bisslage nicht, so sollte diese entsprechend korrigiert werden. Kleinere Fehlkontakte können mit Füllungen ausgeglichen werden. Auch neue Kronen oder neuer Zahnersatz können den Biss wieder verbessern. In extremen Fällen, wenn die Zähne durch das nächtliche Zähneknirschen beispielsweise stark abgenutzt sind, muss der Biss komplett angehoben werden. Dann muss jeder einzelne Zahn durch Füllungen (zur Eingewöhnung) und später durch Teilkronen oder Kronen aufgebaut werden. Nur mit einem gleichmäßigen Biss und einer korrekten Bisshöhe, können Kiefergelenkprobleme dauerhaft behoben werden.
Was kann ich selbst bei Kieferschmerzen tun?
Sie können Ihre Beschwerden oft durch kleine Veränderungen oder Übungen im Alltag verbessern.
Folgende Maßnahmen können helfen:
- Lokale Wärmeanwendung, um die Muskulatur zu lockern und Schmerzen zu lindern
- Gönnen Sie den Kaumuskeln und den Kiefern zusätzlich eine Pause durch weiche, passierte Kost
- Meiden Sie dauerhafte Kaubelastungen, wie beispielsweise Kaugummi kauen
- Auch Alltags-Übungen können das Stresspressen minimieren: lassen Sie sich einfache Lockerungsübungen von Ihrer Physiotherapeutin oder Ihrem Physiotherapeuten sowie von Ihrer Zahnärztin oder Ihrem Zahnarzt zeigen
- Regelmäßige Bewegung lockert verspannte Muskeln.
- Eisbeutel wirken schmerzlindernd und können besonders dann hilfreich sein, wenn die Kieferschmerzen von einer Entzündung herrühren.
- Hilft Kälte nicht, können Sie feuchte Wärme anwenden. Das ist die durch warmes Wasser verursachte Wärme. Es kann den Kiefer entspannen und verbessert auch die Blutzirkulation im betroffenen Bereich, was zur Schmerzlinderung und zur Verbesserung des Heilungsprozesses beiträgt und die Beweglichkeit in diesem Bereich fördert.
- Wenn Sie unter starken akuten Kieferschmerzen leiden, kann es hilfreich sein, kurzfristig auf allzu harte Lebensmittel zu verzichten, etwa Nüsse, rohes Gemüse, hartes Brot oder Kekse.
- Vermeiden Sie Kaugummi und Koffein. Dadurch werden die Kiefermuskeln und Kiefergelenke belastet, was die Kieferschmerzen verstärkt und verlängert.
- Massagen tragen dazu bei, die Durchblutung der Region zu fördern und den Kiefer zu entspannen. Daher sind sie eine hervorragende Möglichkeit, Kieferschmerzen zu lindern, unabhängig davon, was die Ursache des Problems ist.
- Um Muskelschmerzen und Schwellungen zu lindern, können Sie rezeptfreie Schmerzmittel wie Aspirin, Ibuprofen oder Naproxen einnehmen. Wenn rezeptfreie Medikamente nicht ausreichen, kann Ihr Arzt oder Zahnarzt für eine begrenzte Zeit stärkere Schmerzmittel verschreiben.
Tabletten gegen Nervenschmerzen
Nervenschmerzen sind ein weit verbreitetes Problem. Glücklicherweise gibt es Mittel gegen Nervenschmerzen, die die Beschwerden erheblich lindern können. Nervenschmerzen werden auch als neuropathische Schmerzen bezeichnet. Sie entstehen, wenn Nervenstrukturen geschädigt, verletzt oder erkrankt sind. Es kommen unterschiedliche Ursachen dafür infrage: Zum Beispiel Verletzungen nach einer Operation, Unfälle oder auch Krankheiten wie Multiple Sklerose oder Diabetes. Typisch für Nervenschmerzen ist eine Änderung der Hautsensibilität: Häufig nehmen Betroffene Reize entweder besonders intensiv oder nur noch sehr schwach wahr - Wärme, Druck, Kälte und Berührungen spüren sie dann entweder übermäßig stark oder deutlich vermindert. Betroffene klagen auch häufig über ein störendes Kribbeln - als liefen tausende Ameisen über die Haut. Auch brennende und stechende Schmerzen sind ein häufiges Symptom. Nervenschmerzen müssen gründlich untersucht werden. Suchen Sie deshalb unbedingt einen Arzt auf, der Ihnen eine geeignete Therapie vorschlagen kann. Klassische Schmerzmittel, wie Ibuprofen oder Paracetamol, zeigen bei Nervenschmerzen oft keine zufriedenstellende Wirkung. Gegen Nervenschmerzen haben sich die Präparate Keltican Forte und Milgamma Protekt als hilfreich erwiesen: Bei Keltican Forte handelt es sich um ein diätetisches Lebensmittel, das reich an Vitamin B12, Folsäure und Uridinmonophosphat ist. Milgamma Protekt ist hingegen ein Arzneimittel mit dem Wirkstoff Benfotiamin. Suchen Sie ein anderes rezeptfreies Medikament, das Nervenschmerzen lindert, können Sie alternativ homöopathische Mittel ausprobieren. Dazu gehören beispielsweise Schmerzöle: Inhaltsstoffe wie Lavendelöl oder Quarz oleosum D9 regen den Stoffwechsel und den Wärmeorganismus an. Wenn Sie Tabletten bevorzugen, finden Sie auch Mittel gegen Nervenschmerzen in Tablettenform. Fragen Sie diesbezüglich jedoch sicherheitshalber Ihren behandelnden Arzt. Medikamente gegen Nervenschmerzen, die Sie rezeptfrei in der Apotheke kaufen können, beruhen meist auf homöopathischer Basis. Der große Vorteil ist, dass diese Präparate natürlich wirken und die Beschwerden somit sanft lindern können. Sind Sie unsicher, sprechen Sie mit Ihrem Arzt darüber, welches Mittel gegen Nervenschmerzen für Sie das richtige ist.
Rezeptfreie Medikamente gegen Nervenschmerzen
Neben den verschreibungspflichtigen Wirkstoffgruppen gibt es auch eine Reihe an rezeptfreien Medikamenten gegen Nervenschmerzen in der Apotheke.
- Kombinationspräparate: Besonders bewährt hat sich hier die Kombination aus Lavendel, Eisenhut und Kampfer.
- Homöopathische Medikamente: Als hilfreich bei Nervenschmerzen hat sich die pflanzliche Kombination aus Koloquinte (Citrullus colocynthis), Spigelie (Spigelia anthelmia) und Eichenblättrigem Giftsumach (Toxicodendron quercifolium) erwiesen.
- Alpha-Liponsäure: Ein Antioxidans, das bei diabetischer Neuropathie helfen kann.
- B-Vitamine: Insbesondere Vitamin B12 und B6 könnten Nervenschäden lindern oder verhindern.
- Omega-3-Fettsäuren: Sie entfalten eine entzündungshemmende Wirkung, die bei neuropathischen Schmerzen helfen kann.
- Capsaicin: Aus Chilischoten gewonnen, kann die Verbindung als Creme auf die Haut aufgetragen werden und dort eine vorübergehende Schmerzlinderung bewirken.
- Methylsulfonylmethan (MSM): Ein organischer Schwefelverbindung, der eine entzündungshemmende Wirkung zugeschrieben wird.
Verschreibungspflichtige Medikamente gegen Nervenschmerzen
Bei neuropathischen Schmerzen werden verschiedene rezeptpflichtige Arzneimittel eingesetzt. Dazu zählen einige Antidepressiva wie Amitriptylin und Duloxetin sowie Arzneimittel wie Gabapentin und Pregabalin, die ursprünglich gegen Epilepsie entwickelt wurden. Diese Medikamente werden in der Regel in Tablettenform eingenommen und greifen beruhigend in die Funktion der Nervenzellen ein. Sie beeinflussen die Aktivität der Nervenzellen und der schmerzleitenden Nervenbahnen. Sie normalisieren die für neuropathische Schmerzen typischen Veränderungen und Störungen der Nervenfunktion. Antikonvulsiva (z.B. Gabapentin und Pregabalin), sowie Antidepressiva (z.B. Amitriptylin oder Duloxetin) werden daher bei neuropathischen Schmerzerkrankungen nicht gegen Depression und Anfälle, sondern gezielt zur Schmerzlinderung eingesetzt. Die Wirkung entsteht durch eine Hemmung der Schmerzweiterleitung im Rückenmark. Die zuvor genannten Antikonvulsiva und Antidepressiva können jahrelang eingenommen werden, ohne dass bleibende Organschäden entstehen. Allerdings können alle diese Medikamente Nebenwirkungen haben, die zumeist im Gehirn ausgelöst werden. Am häufigsten kann es zu Müdigkeit, Schwindel und manchmal Gedächtnisstörungen kommen. Glücklicherweise verschwinden diese Nebenwirkungen regelhaft mit der Zeit oder bei Reduktion der eingenommenen Medikamentenmenge.
Lokale Behandlung von Nervenschmerzen
Es gibt auch die Möglichkeit, einige Formen von Nervenschmerzen mit örtlicher und oberflächlicher Behandlung am Schmerzort zu therapieren. Die Medikamente werden dann in Form eines Pflasters oder als Creme auf die Haut aufgebracht, um bestimmte Bestandteile der Nervenzelloberfläche zu beeinflussen und die Schmerzentstehung oder -weiterleitung zu verhindern. Hierzu zählt das Medikament Lidocain, ein örtliches Betäubungsmittel - wie es auch der Zahnarzt in einer Spritze zur Betäubung verwendet. Ein andersartiges Pflaster enthält den Wirkstoff Capsaicin. Der Wirkstoff Capsaicin wird aus der Chilischote gewonnen und ist für die Schärfe mancher Speisen verantwortlich. Capsaicin kann nach Pflasterbehandlung auf der Haut dazu führen, dass sich geschädigte Nervenfasern aus der betroffenen Haut zurückziehen und damit die Nervenschmerzen in diesem Bereich für 2-3 Monate verschwinden. Danach wachsen die Nervenfasern wieder nach. Bei Wiederauftreten der Schmerzen kann dann erneut ein Capsaicin-Pflaster geklebt werden. Diese Form der Behandlung ist besonders dann sinnvoll, wenn es einen kleinen oberflächlichen Schmerzbereich gibt, etwa bei einem Nervenschmerz nach einer Gürtelrose, der auch als postherpetische Neuralgie bezeichnet wird.
Opioide
Lassen sich Nervenschmerzen durch die zuvor genannten Medikamente nicht ausreichend behandeln, können mittelstark oder stark wirksame Schmerzmittel aus der Gruppe der Opioide zum Einsatz kommen. Diese Medikamente sind mit Morphin verwandt, einem Medikament, das sich vom Schlafmohn herleitet. An den Opioiden ist besonders, dass sie sowohl bei Gewebeschmerzen wie auch bei Nervenschmerzen wirken.
Trigeminusneuralgie als Ursache für Nervenschmerzen im Kiefer
Die Trigeminusneuralgie bezeichnet meist einseitige einschießende Nervenschmerzen im Gesicht. Die Schmerzen treten im Versorgungsgebiet des Trigeminusnerv auf - häufig im Bereich von Ober- und Unterkiefer. In der Regel dauern die Schmerzattacken nur einige Sekunden. Sie kommen mit längeren Abständen immer wieder vor.
Was ist eine Trigeminusneuralgie?
Bei der Trigeminusneuralgie handelt es sich um eine Form von Gesichtsschmerz, verursacht durch Schäden am Trigeminusnerv - auch Drillingsnerv genannt. Dieser Nerv besteht aus drei Ästen, die die Stirnpartie und die Gesichtsbereiche um den Unter- und Oberkiefer versorgen. Er dient dazu, Gefühle im Gesicht wahrzunehmen sowie Berührungs- und Schmerzreize an das Gehirn weiterzuleiten. Außerdem ist er an Bewegungen wie dem Kauen beteiligt. Häufig sind der Unter- und Oberkieferast geschädigt, was sich durch Schmerzen in dem Bereich äußert, den der jeweilige Ast versorgt. Dann können zum Beispiel Lippen und Wangen schmerzen. In der Regel ist nur eine Gesichtshälfte betroffen.
Symptome der Trigeminusneuralgie
Typisch für die Trigeminusneuralgie ist, dass die Schmerzen sehr stark sind und blitzartig einschießen. Diese können sich elektrisierend und stechend anfühlen. Solche Schmerzattacken dauern nur wenige Sekunden, in Ausnahmen auch etwas länger. Oft werden die Attacken durch leichte Berührungen oder alltägliche Aktivitäten wie Zähneputzen ausgelöst. Nach einem Anfall ist die Haut der betroffenen Gesichtshälfte oft gerötet und fühlt sich warm an. Die Schmerzattacken wechseln sich in der Regel mit Phasen ohne Beschwerden ab. Zwischen den einzelnen Schmerzphasen können Wochen bis Monate vergehen. Im Verlauf der Erkrankung werden die Abstände meist kürzer und die Beschwerden stärker. Bei Menschen, die aufgrund einer Erkrankung wie multiple Sklerose mit einer Trigeminusneuralgie kämpfen, können die Schmerzen dauerhaft auftreten.
Ursachen der Trigeminusneuralgie
Die meisten Menschen bekommen eine Trigeminusneuralgie, weil ein Blutgefäß auf den Trigeminusnerv drückt. Der Druck beeinträchtigt den Nerv derart, dass er Reize nicht wie gewohnt weiterleiten kann. Ärztinnen und Ärzte sprechen hier von einer klassischen oder primären Trigeminusneuralgie. Selten sind andere Erkrankungen wie multiple Sklerose oder ein Hirntumor möglicher Grund für die Nervenschmerzen. Auch Kopfverletzungen können den Trigeminusnerv beeinträchtigen. Man bezeichnet diese Form als symptomatische oder sekundäre Trigeminusneuralgie.
Behandlung der Trigeminusneuralgie
Die Behandlung einer Trigeminusneuralgie richtet sich nach der jeweiligen Ursache. Ist eine Erkrankung der Grund für die Nervenschmerzen, muss diese zunächst behandelt werden. Treten die Nervenschmerzen unabhängig von einer anderen Erkrankung auf, kommen die folgenden Therapiemöglichkeiten infrage.
- Medikamente: In der Regel verschreibt die Ärztin oder der Arzt Antikonvulsiva wie Carbamazepin und Oxcarbazepin. Das sind Medikamente, die zum Beispiel bei Epilepsie Anwendung finden. Sie dienen dazu, die Erregbarkeit von Nerven zu verringern und so Schmerzattacken vorzubeugen.
- Eingriff oder Strahlentherapie: Genügen Medikamente nicht, um die Beschwerden ausreichend zu lindern, können Sie gemeinsam mit der Ärztin oder dem Arzt eine Operation oder eine Bestrahlung erwägen. Mit der mikrovaskulären Dekompression lässt sich zum Beispiel der Druck durch ein Blutgefäß lösen. Eine Bestrahlung soll verhindern, dass der Nerv Schmerzsignale weiterleitet. Diese Eingriffe bergen das Risiko für Folgen wie verminderte Empfindlichkeit oder unangenehme Missempfindungen. Lassen Sie sich über die Vor- und Nachteile der jeweiligen Methode aufklären und wägen Sie mit dem Arzt oder der Ärztin den Nutzen gegenüber den Risiken ab.
- Psychotherapie: Ist der Leidensdruck sehr hoch, können sich Ängste und Depressionen entwickeln. Eine Verhaltenstherapie hilft dabei, besser mit den Schmerzen und der seelischen Belastung umgehen zu lernen.
- Multimodale Schmerztherapie: Das ist eine Form der strukturierten Behandlung, bei denen Fachleute aus den Bereichen Medizin, Physiotherapie und Psychologie zusammenarbeiten. Solch eine Therapie kommt vor allem bei chronischen Schmerzen zum Einsatz. Erste Studien zeigen, dass sie auch bei Menschen mit Trigeminusneuralgie nützlich sein kann.
Zahnschmerzen und ihre Behandlung
Zahnschmerzen oder Beschwerden am Zahnfleisch können verschiedene Ursachen haben. Einige Personen reagieren bereits auf heiße oder kalte Speisen und Getränke sensitiv. Karies oder eine Entzündung der Zahnwurzel können ebenfalls Schmerzen hervorrufen.
Was tun bei akuten Zahnschmerzen?
Schmerzen in den Zähnen treten häufig in unpassenden Momenten auf, wie nachts, am Wochenende oder im Urlaub. Viele Zahnärzte bieten dafür einen zahnärztlichen Notdienst an. Schmerzmittel können dabei zum Einsatz kommen, um die Zeit bis zum Besuch der Zahnarztpraxis zu überbrücken. Diese Medikamente haben zwar eine schmerzstillende Wirkung, jedoch keine heilende Wirkung und ersetzen daher nicht die Behandlung eines Zahnarztes. Zahnschmerzen sind ein Warnsignal des Körpers.
Welche Schmerzmittel helfen bei Zahnschmerzen?
Bei akuten Schmerzen sollten Sie am besten auf ein geeignetes Schmerzmittel zurückgreifen, das Sie kennen und gut vertragen.
- Ibuprofen: Gilt als bestes Schmerzmittel bei Zahnschmerzen, da es entzündungshemmend, schmerzstillend und schnell wirkt. Es hilft ebenso bei Schmerzen nach chirurgischen Eingriffen im Mund- oder Kieferbereich. Ibuprofen ist bis zu einer Konzentration von 400 Milligramm pro Tablette rezeptfrei in der Apotheke erhältlich.
- Paracetamol: Kann bei leichten bis mittelschweren Zahnschmerzen zum Einsatz kommen. Das Medikament ist bis 500 Milligramm rezeptfrei in Form von Tabletten, als Brausetabletten oder als Tropfen erhältlich.
- Acetylsalicylsäure (ASS): Besser bekannt als Aspirin, hilft bei leichten Schmerzen, senkt Fieber und kann Entzündungen lindern. Der Wirkstoff wirkt jedoch blutverdünnend und sollte daher nicht vor Zahn-Operationen angewendet werden.
- Diclofenac: Ist ein hochwirksames Schmerzmittel, das jedoch zahlreiche Nebenwirkungen im Magen-Darm-Trakt haben kann.
- Novaminsulfon/Novalgin: Gehört zu den nicht-sauren Nichtopioid-Analgetika.
- Tilidin: In akuten Fällen oder wenn andere Schmerzmittel wie Ibuprofen nicht wirken, kann der Zahnarzt auch stärkere Medikamente verschreiben.
NSAR sollten nicht auf nüchternen Magen verabreicht werden, da sie die Magenschleimhäute angreifen können. Ärzte raten dazu, diese Tabletten in Kombination mit Magenschutzmitteln einzunehmen. Auch hier gilt: Für eine schnelle Hilfe sollten Sie in akuten Fällen sofort einen Zahnarzt aufsuchen.
Alternativen zu Tabletten bei Zahnschmerzen
Ja, Zahnschmerzgele oder kühlende Umschläge können ergänzend helfen.
Was tun, wenn Schmerzmittel bei Zahnschmerzen nicht helfen?
Schmerzmittel können die Beschwerden nur kurzfristig lindern. Die eigentliche Ursache, beispielsweise eine Entzündung, Karies oder eine Zahnverletzung, bleibt bestehen. Suchen Sie daher einen Zahnarzt auf.
Hausmittel bei Zahnschmerzen
Treten Zahnschmerzen akut und unerwartet auf, können Sie neben der Einnahme von Zahnschmerztabletten wie Ibuprofen oder Paracetamol auch auf Hausmittel zurückgreifen, um die Beschwerden zu lindern.
- Kühlen Sie die betroffene Wangenpartie von außen mit in ein Küchenhandtuch eingewickelten Eisbeuteln.
- Verzichten Sie auf Kaffee, Nikotin und Alkohol.
- Haben Sie im Rahmen einer zahnärztlichen Behandlung eine Lokalanästhesie erhalten, warten Sie mit dem Essen und Kauen bis zum Abklingen der Betäubung. So vermeiden Sie Verletzungen der Mundschleimhaut und der Zunge.
- Blutungen stoppen Sie, indem Sie bis zu ca.
tags: #tabletten #fur #nervenschmerzen #kiefer