Comic Gehirn Schlaf Auswirkungen: Wie Schlaf dein Lernen und deine Gesundheit beeinflusst

Schlaf ist ein grundlegendes menschliches Bedürfnis, das oft unterschätzt wird. Während wir schlafen, passieren in unserem Körper und Gehirn wichtige Prozesse, die unsere Gesundheit, unser Gedächtnis und unsere Lernfähigkeit beeinflussen. Dieser Artikel beleuchtet die vielfältigen Auswirkungen des Schlafs auf unser Gehirn und gibt praktische Tipps, wie du deinen Schlaf optimieren kannst, um dein volles Potenzial auszuschöpfen.

Die Bedeutung des Schlafs für die Gehirnreinigung

Während des Tages sammeln sich im Gehirn verschiedene Schadstoffe an, darunter Eiweiße, die die Gedächtnisleistung beeinträchtigen können. Wenn sich zu viele dieser Schadstoffe ansammeln, kann dies sogar zu Krankheiten führen. Glücklicherweise verfügt unser Gehirn über einen eigenen "Aufräumdienst".

Im Schlaf ziehen sich die Nervenzellen zusammen und schaffen so Lücken, durch die Gehirnflüssigkeit gespült wird. Diese Flüssigkeit beseitigt die Giftstoffe wie Abwasser aus dem Denkorgan. Ausgeschlafen zu sein lohnt sich also, besonders vor Klassenarbeiten, wenn ein "Detox" für das Gehirn erforderlich ist.

Schlaf und Gedächtniskonsolidierung

Schlaf ist nicht nur eine Zeit der Ruhe, sondern auch eine aktive Phase, in der unser Gehirn Informationen verarbeitet und speichert. Im Schlaf laufen Lernprozesse ab, durch die sich zuvor Erlerntes tiefer in unser Gedächtnis einprägt.

Wenn wir etwas lernen, werden dadurch in unserem Gehirn Synapsen (die Verbindungen zwischen unseren Nervenzellen) verstärkt oder umgebaut. Diese Gehirnprozesse während des Schlafens helfen nicht nur dabei, Wissen besser zu erwerben, sondern auch erlernte Bewegungen zu speichern. Das Gehirn wiederholt schwierige Aufgaben, die du gerade neu gelernt hast und fährt immer wieder neu entstandene neuronale Verbindungen entlang, um diese zu vertiefen und zu stärken.

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Einige Forscher gehen davon aus, dass es sinnvoll ist, kurz vor dem Schlafengehen noch einmal zu lernen. Außerdem untersuchten Forscher, dass man Vokabeln, die man bereits erlernt hat, besser abspeichern kann, wenn man sie während des Schlafens noch einmal hört.

Schlaf und neuronale Verbindungen

Die einzelnen Nervenzellen in unserem Gehirn sind miteinander verbunden. Wenn du etwas ganz Neues lernst, dann entstehen neue neuronale Verbindungen. Wenn du übst, dann werden die Verbindungen immer stärker und stabiler. Wenn du etwas gelernt hast und schon lange nicht mehr gemacht hast, dann werden die dazugehörigen neuronalen Verbindungen immer schwächer.

Es ist ein bisschen, als ob du dir einen Weg durch die Wildnis bahnst: Zuerst ist es sehr mühsam. Du musst du Äste beiseitebiegen, die Brennnesseln abschneiden und kommst nur langsam voran. Wenn du deinen Weg nach langer Zeit wieder gehen willst, ist er zugewachsen.

Schlaf und Träume

Ein Buch unter dein Kopfkissen legen, in der Hoffnung dass Du am nächsten Tag den Inhalt kennst? Schade, das funktioniert leider nicht. Aber davon zu träumen tatsächlich schon. Überflieg einfach, kurz bevor Du schlafen gehst, nochmal deinen Lernstoff. So kann es leichter passieren, dass Du davon träumst. Du kannst Dir sogar vornehmen von einem Lernstoff zu träumen. Klingt zwar gruselig, aber erhöht die Wahrscheinlichkeit davon zu träumen sogar noch mehr.

Die innere Uhr und der Schlaf-Wach-Rhythmus

Der Schlaf-Wach-Rhythmus des Menschen hat sich über Millionen Jahre dem Wechsel der Jahreszeiten und vor allem dem Tagesverlauf angepasst. Alles Leben auf der Erde ist räumlich und zeitlich organisiert. Viele natürliche Vorgänge verlaufen rhythmisch. Der Mensch hat ein genetisch verinnerlichtes Wissen über Zeiträume entwickelt. So funktioniert zum Beispiel sein Körper nachts ganz anders als tagsüber.

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Die innere Uhr des Menschen steuert neben den Schlaf- und Wachphasen auch Herzfrequenz, Blutdruck und Stimmung. Jede Zelle und jedes Organ hat einen eigenen Rhythmus, der regelmäßig mit der Außenwelt synchronisiert werden muss. Chronobiologen unterscheiden je nach Periode drei wichtige Kategorien:

  • Ultradiane Rhythmen: betragen jeweils nur wenige Stunden, wie z. B. Tageszeiten oder Hunger-, Schlaf- und Wachphasen bei Säuglingen.
  • Circadiane Rhythmen: orientieren sich an Tag und Nacht. Sie dauern 24 Stunden (circa = ungefähr, dies = Tag) und umfassen z. B. Wachen und Schlafen.
  • Infradiane Rhythmen: sind länger als 24 Stunden, wie z. B. Leistungskurve des Menschen im Tagesverlauf: Morgens gegen 10 Uhr sind Körper und Geist am effektivsten. Um 3 Uhr nachts erreicht der Organismus seinen Tiefpunkt.

Im Laufe des Lebens verändert sich der Schlaf-Wach-Rhythmus des Menschen. So ist die innere Uhr von Säuglingen und Kleinkindern z. B. noch von ultradianen Rhythmen bestimmt, also Phasen von jeweils drei oder vier Stunden. Im Teenageralter verändert sich das Schlafverhalten wieder deutlich: Denn mit Beginn der Pubertät tickt die innere Uhr zeitverzögert. Jugendliche werden abends später müde und schlafen morgens gerne länger, oft auch über acht Stunden hinaus. Mit Beginn des dreißigsten Lebensjahrs lässt die Schlafqualität kontinuierlich nach. Ist das siebzigste Lebensjahr überschritten, braucht der Mensch nachts immer weniger Schlaf - sein Körper unterscheidet immer weniger zwischen Tag und Nacht.

Tipps für einen besseren Schlaf

  • Regelmäßiger Schlafrhythmus: Versuche, jeden Tag ungefähr zur gleichen Zeit ins Bett zu gehen und aufzustehen, auch am Wochenende.
  • Dunkelheit: Stelle etwa eine Stunde vor deiner Einschlafzeit um auf geringe Beleuchtung. Vermeide es, abends koffeinhaltige Getränke zu dir zu nehmen.
  • Entspannung: Sorge dafür, dass du abends zur Ruhe kommst. Mit einem Comic kannst du abschalten.
  • Lernstoff wiederholen: Lies dir vor dem Einschlafen deinen Lernstoff nochmals durch. So weiß dein Gehirn, um was es sich nachts kümmern soll.
  • Vermeide Schlafmittel: Von Schlafmitteln solltest du die Finger lassen.

Die Auswirkungen von Schlafstörungen

Eine aktuelle Studie hat den Einfluss von verschiedenen Schlaffaktoren auf die kognitiven Fähigkeiten am Folgetag untersucht. Die Studie legt den Schluss nahe, dass Schlafstörungen bereits im frühen Alter die kognitive Gesundheit beeinträchtigen können. „Diese Erkenntnis deutet darauf hin, dass eine Verbesserung der Schlafqualität den Ausbruch einer Demenz im späteren Leben verzögern kann“, resümiert Prof. Derby. Wenn ältere Erwachsene nachts häufiger aufwachen, sind ihre kognitive Fähigkeiten am Folgetag signifikant beeinträchtigt.

Lesen als Einschlafhilfe und zur Förderung der kognitiven Fähigkeiten

Lesen lindert Stress und fördert Entspannung. Einer Studie an der University of Sussex zufolge kann das Lesen von Büchern den aktuellen Stresspegel um bis zu 68 Prozent senken. Bücherwürmer schwärmen von den positiven Effekten, die ihr Hobby hat. Untersuchungen haben gezeigt, dass regelmäßiges Bücherlesen wahrscheinlich dazu beitragen kann, das Risiko für eine Demenz zu senken.

Lesen ist also gesund, aber macht es auch schlau? An erster Stelle trägt es zu einer positiven Entwicklung von Kindern bei. Es verbessert den Wortschatz, die Rechtschreibung, die Ausdrucksfähigkeit und das Allgemeinwissen. Anders gesagt: Leseratten haben eine größere verbale Intelligenz. Lesen sorgt also tatsächlich dafür, dass das Gehirn besser arbeitet.

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Historische Perspektive auf den Schlaf

In vorindustrieller Zeit schliefen die meisten Menschen in zwei Phasen, erst die künstliche Beleuchtung hat diesen Schlafrhythmus verändert. Bis in die Moderne wurde der Schlummer der meisten Menschen in Westeuropa mitten in der Nacht von einer oder mehreren wachen Stunden unterbrochen. Die Menschen standen auf, um ihre Notdurft zu verrichten, zu rauchen oder sogar ihren Nachbarn einen Besuch abzustatten. Viele blieben auch einfach nur liegen, schliefen miteinander, beteten oder dachten über ihre Träume nach.

In den 1990er Jahren versuchten Psychiater, „prähistorische“ Schlafbedingungen zu rekonstruieren: In dem Experiment sollten die Pro­ban­d:in­nen mehrere Wochen ohne künstliches Licht leben. Am Ende hatten sie einen Schlafrhythmus angenommen, der dem in den alten Quellen beschriebenen überraschend ähnlich war. Da sie bis zu 14 Stunden pro Nacht ohne künstliches Licht auskommen mussten, lagen sie zunächst zwei Stunden wach, dann schliefen sie vier Stunden. Anschließend erwachten sie für zwei bis drei ruhige und als angenehm empfundene Stunden, bis sie schließlich wieder einschliefen und nach vier Stunden endgültig erwachten.

Die Wiederentdeckung der durch eine Wachphase geteilten Nachtruhe zeigt, dass der durchgängige Schlaf, der seit 200 Jahren zur unhinterfragten Norm wurde, in Wahrheit ein relativ neues Phänomen darstellt und ein Produkt der Moderne ist.

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